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Geschichte der Orkneys-Inseln

Foto der Henge-Monumente. Längliche Steinsäulen auf kargem Boden

Die Besiedlung der Orkneys ist seit dem 4. Jahrtausend v.Chr. durch steinzeitliche Siedlungen wie Skara Brae oder Knap of Howar und die Henge-Monumente belegt. Etwa 2800 v.Chr., also rund 100 Jahre vor dem Bau der ersten Pyramiden in Ägypten, entstand die meisterhafte Grabkammer Maes Howe. Mit den Pikten, einem keltischen Stamm aus Nordschottland, erreichte bis etwa 650 n.Chr. die erste Christianisierungswelle die Inselbewohner. Ungefähr 750 kamen von Skandinavien aus die ersten Wikinger auf die Orkneys. Die Zeit ihrer Herrschaft ist vor allem durch die "Orkneyinga Saga" überliefert, in der von den großen Herrschern, von Fehden und Kriegen berichtet wird. Formal gehörten die Orkney-Inseln zu dieser Zeit zum Königreich Dänemark/Norwegen.


Im Jahr 1056 entstanden die ersten Beziehungen zu Deutschland: Der damalige Earl Thorfin vereinbarte mit dem Hamburger Erzbischof die Errichtung des Bistums Orkney als Gründung der Hamburger Kirche.


Ab Mitte des 13. Jahrhunderts gewannen die schottischen Könige immer mehr Einfluss auf den Inseln. 1468 wurden die Orkneys dann von Christian I., König von Dänemark/Norwegen, an die schottische Krone verpfändet. Christian I. hatte schlicht nicht genug Geld für die Mitgift seiner Tochter, die den Schottenkönig James III. heiratete. Dieses Pfand könne von Norwegen oder Dänemark jederzeit wieder ausgelöst werden, besagt ausdrücklich der Vertrag. Im 16. und 17. Jahrhundert hinterließen dann die schottischen Stewart-Earls ihre Spuren auf Orkney: es herrschten Tyrannei und Selbstbereicherung. Danach begannen für die Orkneys und Shetland die "Dark Ages", die Inseln versanken in Bedeutungslosigkeit.


Stadtbild im Winter

Anfang des 18. Jahrhunderts wurden die Orkneys endgültig vom Vereinigten Königreich annektiert, eine Zeit, die vor allem für wirtschaftliche Veränderungen sorgte. Der Heringsfang vor Orkney und Shetland brachte den Inselbewohnern Arbeit; in jener Zeit entstanden zahlreiche Schulen, Krankenhäuser und viele repräsentative Bauten, die bis heute existieren.


1910 entdeckten die britischen Militärs die strategische Bedeutung der Inseln. Scapa Flow und Swarbacks Minn wurden zu wichtigen Marinestützpunkten. Im ersten Weltkrieg wurden rund 100 000 Soldaten auf Orkney stationiert. 1919 wurde in Scapa Flow die Kaiserliche Hochseeflotte interniert, die sich dort selbst versenkte.


Auch im Zweiten Weltkrieg spielte Orkney eine wichtige Rolle. Zu den Marinebasen kamen Stützpunkte für Land- und Luftstreitkräfte hinzu. Scapa Flow wurde regelrecht zur Festung ausgebaut. Dennoch gelang es einem deutschen U-Boot in die Bucht einzudringen und den Kreuzer "Royal Oak" zu versenken. Winston Churchill ließ daraufhin die Bucht mit etlichen Tausend Betonquadern sichern. Die sogenannten "Churchill-Barriers" verbinden heute Mainland mit den südlich gelegenen Inseln.


1974 erhielten Orkney und Shetland eigene Bezirksregierungen, nach und nach entstand die Co-op-Bewegung: Co-op-Läden wurden zunächst gegründet, um die Inseln bei der Lebensmittelversorgung unabhängiger vom Festland zu machen. Die Lebensmittel konnten so in größeren Mengen und billiger importiert werden. Danach wurden die Co-ops ausgeweitet auf Vermarktung lokaler Produkte und Förderung des Fremdenverkehrs. Sie bieten zahlreiche Informationsdienste, Transportservices und organisieren im sozialen Bereich Betreuungsdienste für die Inselbewohner.


1987 gewann die neue Partei "Orkney & Shetlands Movements" bei der Parlamentswahl auf Anhieb 15 Prozent der Stimmen. 1999 erhielt die Partei bei den Regionalwahlen sämtliche Sitze der Inseln.


2000 erklärte die UNESCO die Steinkreise, die Grabanlage Maes Howe und das Steinzeitdorf Scara Brae zum Weltkulturerbe.


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