Die globale Erwärmung

Auf der Erde wird es immer wärmer. Allein in den letzten hundert Jahren ist die durchschnittliche Temperatur um knapp ein Grad Celsius gestiegen. Grund für diese Erwärmung ist vor allem der gestiegene Anteil an Kohlendioxid in der Luft. Diesen CO2-Anstieg verursachen hauptsächlich die Industriestaaten durch das Verbrennen von Öl, Gas und Kohle.

Fabrik-Landschaft
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Die Verbrennung von Öl, Gas und Kohle verstärkt den Treibhauseffekt
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Eine schützende Wirkung auf das Klima haben dagegen Pflanzen. Sie können Kohlendioxid aus der Luft aufnehmen und bei der Fotosynthese in organische Verbindungen umwandeln. Besonders viel Kohlendioxid speichern die tropischen Wälder. Weil in den Tropen aber große Waldflächen gerodet werden, wird diese Speicherfunktion immer kleiner. Denn wo kein Baum mehr steht, wird auch kein Kohlendioxid mehr aus der Luft entnommen. Der Treibhauseffekt verstärkt sich, die Atmosphäre erwärmt sich.

Wälder können Kohlendioxid speichern
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Werden wir also im Winter bald im Badesee schwimmen statt Schlitten zu fahren? Schwer vorherzusagen. Um wie viel Grad Celsius die Erde sich in Zukunft aufheizt, versuchen Wissenschaftler mit Hilfe von Computermodellen zu errechnen. Laut dieser Modelle könnte bis zum Jahr 2100 die Durchschnittstemperatur auf der Erde um weitere ein bis sechs Grad steigen. Wie die Temperaturkurve tatsächlich verlaufen wird, ist vor allem davon abhängig, ob der Anteil an Kohlendioxid weiter steigt.

Badespaß im Januar?
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Schwerwiegende Folgen des Klimawandels sind schon jetzt zu erkennen: Die Eismassen schmelzen, der Meeresspiegel steigt, Unwetter und Dürren nehmen zu. Umso wichtiger ist es, den Ausstoß an Treibhausgasen zu reduzieren, vor allem den des CO2. Denn dieses Spurengas bleibt in der Atmosphäre lange erhalten. Nur, wenn wir weniger davon in die Atmosphäre blasen, kann der menschengemachte Klimawandel zumindest verlangsamt werden.

Zeichen des Klimawandels: Die Eismassen der Arktis schrumpfen
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Einige Industriestaaten haben sich darum verpflichtet, ihren Ausstoß an Treibhausgasen zu reduzieren und bestimmte CO2-Werte nicht zu überschreiten. Doch trotz einer ganzen Reihe von Klimagipfeln ist es der Weltgemeinschaft noch nicht gelungen, den Anstieg von Kohlendioxid in der Luft zu bremsen.

Maßnahme zum Klimaschutz: Windkraft
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Was verschmutzt die Luft?

Eine dicke Dunstglocke hängt dicht über dem Boden. Besonders in Großstädten und Ballungszentren ist solch ein grauer Nebelschleier häufig zu sehen. Hier leidet die Luftqualität darunter, dass jede Menge Staubteilchen herumschwirren. Weil sie zu klein sind, um sie mit bloßem Auge zu erkennen, werden diese Schwebstoffe auch Feinstaub genannt. Zum Feinstaub kommen noch giftige Gase wie Kohlenmonoxid oder Schwefeldioxid, die in der unteren Atmosphäre schweben und die Luft belasten.

Dreckige Luft durch Autoabgase
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Ein großer Teil dieser Abgase entsteht beim Verbrennen von Erdöl, Kohle und anderen Stoffen. Autos, Kraftwerke, Müllverbrennung und Heizungen von Wohnhäusern blasen jede Menge Dreck in die Luft. Dazu kommt aufgewirbelter Staub – von Straßen, aber zum Beispiel auch aus der Massentierhaltung. Auch die „Abgase“ der Nutztiere tragen dazu bei, dass die Luft immer schlechter wird. Doch nicht immer ist es der Mensch, der die Luft verunreinigt: Vulkanausbrüche können ebenfalls zu höheren Feinstaubwerten in der Atmosphäre beitragen.

Abgase aus Industrieanlagen
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Je mehr Schadstoffe sich in der Luft befinden, desto schlechter ist das für unsere Gesundheit: Die Atemwege können erkranken, Kreislauf und Gehirn werden geschädigt. Nicht nur Mensch und Tier leiden unter der verschmutzten Luft, auch Pflanzen nehmen Schaden: Schweben zu viel Kohlendioxid und Schwefeloxid in der Luft, bildet sich in Verbindung mit Wasser Säure (Kohlen- und Schwefelsäure). Was dabei herauskommt, ist der so genannte „saure Regen“, der den Boden sauer werden lässt. Pflanzen, die auf einem solchen Boden wachsen, werden dürr und sterben ab. Die Rede ist vom „Waldsterben“. Das kann auch weit entfernt von dem Ort geschehen, an dem die Abgase in die Luft gelangen, denn der Wind trägt die sauren Regenwolken über Hunderte von Kilometern fort.

Waldbrände können die Luft verpesten…
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Besonders schlimm ist die Luftverschmutzung in Millionenstädten in Indien, Pakistan und im Iran oder wie in Mexiko-City. In Deutschland gibt es Vorschriften, wie stark die Luft belastet sein darf. Doch auch hier werden die Werte nicht immer eingehalten und der Autoverkehr nimmt weiter zu.

…ebenso wie die Viehzucht
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Um die Schadstoffe in der Luft gering zu halten, ist es darum besonders wichtig, dass genügend Wälder und Parks die Luft reinigen. Denn Bäume nehmen, wie alle grünen Pflanzen, Kohlendioxid aus der Luft auf und produzieren den für uns lebensnotwendigen Sauerstoff. „Grüne Lungen“ in Großstädten, also stadtnahe Grünflächen und Wälder, sind für unsere Gesundheit deshalb ganz besonders wichtig. Und wer öfter mal aufs Fahrrad steigt statt mit dem Auto zu fahren, hilft ebenfalls, die Luft rein zu halten.

„Grüne Lunge“: Stadtpark in Nürnberg
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Rekordausstoß von CO2

Der Treibhauseffekt verstärkt sich

Noch nie war der weltweite Ausstoß von Kohlendioxid so hoch wie heute. Im Jahr 2010 ist er sogar so heftig gestiegen wie noch nie. Das hat das US-Energieministerium jetzt bekannt gegeben. Die Zahlen übertreffen selbst die schlimmsten Befürchtungen.

Seit Jahren warnen Experten vor der Geschwindigkeit der Erderwärmung. Offenbar ohne Erfolg: Denn der Anteil des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid in der Luft steigt rasant. Vor allem in den Industrieländern quillt es pausenlos aus Schornsteinen und Auspuffrohren. Die neuen Zahlen sind beängstigend: Insgesamt hat die Welt im Jahr 2010 über 33.500 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausgestoßen. Das sind 1.900 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr, also ein Zuwachs von sechs Prozent!

Für den Horror-Anstieg verantwortlich sind laut der US-Studie vor allem China und Indien. Die beiden Staaten sind wirtschaftlich auf Wachstumskurs. Ihre Energie beziehen sie vor allem aus Kohlekraftwerken – und produzieren damit jede Menge CO2. Insgesamt gesehen ist China Rekordhalter beim Ausstoß von Treibhausgasen, gefolgt von den USA, Russland und Indien.

Die Politik zum weltweiten Klimaschutz hat bisher völlig versagt. China und die USA weigern sich, ihren CO2-Ausstoß zu drosseln. Auch Russland, Kanada und Japan wollen keine Richtlinien mehr einhalten, wenn sich die Hauptverursacher dagegen sträuben, internationale Grenzwerte einzuhalten. Schlecht für das Klima, wie die neue Studie anhand der Zahlen eindeutig bestätigt.

Können Elektroautos das Klima retten?
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Braunkohlekraftwerke gehören zu den schlimmsten Klimasündern
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Die Keeling-Kurve

Die erste CO2-Messstation der Welt wurde weit entfernt von Autoabgasen und Fabrikanlagen eröffnet: 1958 begann der US-amerikanische Klimaforscher David Keeling auf dem Vulkan Mauna Loa auf der Insel Hawaii, regelmäßig den Kohlendioxidgehalt der Luft zu messen. Dieser Ort war ganz bewusst gewählt. Weil weder Schornsteine noch Wälder das Ergebnis beeinflussten, konnte hier ein Durchschnittswert des Spurengases in der Luft gemessen werden. Auch eine zweite Station in der Antarktis erfüllte diese Bedingungen. Nach zwei Jahren stellte Keeling der Welt seine Ergebnisse vor: Der Gehalt an Kohlendioxid in der Luft stieg an! In den folgenden Jahren kämpfte Keeling weiter für regelmäßige CO2-Messungen der Atmosphäre. Mit Erfolg: Das Ergebnis ist die sogenannte Keeling-Kurve, eine Datensammlung, die bis heute den Kohlendioxid-Gehalt der Luft aufzeichnet und den deutlichen Anstieg von CO2 dokumentiert.

Der Treibhauseffekt

In einem Treibhaus können Gemüse oder Blumen auch dann gedeihen, wenn es draußen kalt ist. Das liegt daran, dass Treibhäuser aus Glas gebaut sind. Das Glas – oder auch eine durchsichtige Folie – lässt die kurzwelligen Sonnenstrahlen ungehindert ins Innere gelangen: Die Luft erwärmt sich. Für die langwellige Wärmestrahlung dagegen ist das Glas undurchlässig, die Wärme kann also nicht mehr hinaus. Darum wird es in einem Treibhaus mollig warm.

Im Treibhaus wachsen Pflanzen auch bei niedriger Außentemperatur
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Etwas Ähnliches geschieht im großen Maßstab auf der Erde. Die Treibhausgase Kohlendioxid (CO2) und Wasserdampf sind von Natur aus in der Atmosphäre enthalten. Wasserdampf gelangt durch Verdunstung in die Luft, Kohlendioxid dadurch, dass wir ausatmen. Auch Vulkanausbrüche tragen zum natürlichen Kohlendioxidgehalt der Luft bei. Beide Gase haben den gleichen Effekt wie das Glas eines Treibhauses: Sie lassen die kurzwelligen Sonnenstrahlen bis zur Erde vordringen. Gleichzeitig behindern sie, wie eine unsichtbare Schranke, die langwellige Wärmestrahlung auf ihrem Rückweg ins All. Die Wärme staut sich und die Atmosphäre heizt sich auf.

Wasserdampf hält die Wärme auf der Erde fest
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Ohne den natürlichen Treibhauseffekt wäre es auf der Erde viel kälter
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Ohne diesen natürlichen Treibhauseffekt wäre kaum Leben auf der Erde möglich, denn für die meisten Lebewesen wäre es viel zu kalt. Anstatt der aktuellen Durchschnittstemperatur von plus 15 Grad würden hier eisige minus 18 Grad Celsius herrschen. Die Erdoberfläche wäre tiefgefroren!

Das Treibhausgas Kohlendioxid entsteht beim Verbrennen …
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Das Problem beginnt dann, wenn wir den Anteil an Treibhausgasen in der Atmosphäre zusätzlich erhöhen. Das geschieht vor allem durch das Verbrennen von Erdöl, Erdgas und Kohle. Wohnung heizen, Auto fahren, Müll verbrennen: Bei all diesen Vorgängen wird Kohlendioxid ausgestoßen. Dieses CO2 hat den größten Anteil am menschengemachten Treibhauseffekt. Aber auch der Anbau von Reis oder die Rinderhaltung verstärken den Effekt: In den Mägen von Wiederkäuern und in den überfluteten Böden der Reisfelder entstehen große Mengen Methan (CH4) – ebenfalls ein Treibhausgas. Zusätzlich gehören noch Lachgas, Ozon und Fluorkohlenwasserstoff zu den Treibhausgasen. Weil durch all diese Gase die Wärmeabstrahlung der Erde gebremst wird, steigen die Temperaturen auf unserem Globus weiter an.

…zum Beispiel von Benzin.
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Rettet den Regenwald – schützt das Klima!

Vom Kahlschlag bedroht

Der tropische Regenwald ist das artenreichste Gebiet dieser Erde: Ein grünes Wunder aus Urwaldriesen, Lianen und Farnen, bewohnt von farbenprächtigen Vögeln, Schmetterlingen und vielen anderen Tiere. Doch jeden Tag werden riesige Flächen des Regenwaldes abgeholzt. Das bedeutet nicht nur das Ende vieler Arten. Der Kahlschlag ist auch ein großes Problem für unser Klima!

Rund zwei Prozent der Landfläche sind heute noch von tropischem Regenwald bewachsen, vor allem im Amazonasgebiet, im afrikanischen Kongobecken und in Südasien. Doch das einzigartige Ökosystem schwindet: Einzelne Baumriesen werden gefällt, um edle Tropenhölzer zu gewinnen. Große Waldflächen fallen der Brandrodung zum Opfer, um Viehweiden oder Felder für den Anbau von Kaffee, Ölpalmen und Soja zu schaffen. Pro Jahr werden so etwa 200.000 Quadratkilometer Regenwald vernichtet. Diese Fläche ist größer als der westafrikanische Staat Senegal!

Mit dem Regenwald verschwinden täglich etwa hundert Tier- und Pflanzenarten. Und durch die Abholzung verändert sich auch unser Klima. Denn in den Wäldern sind große Mengen an Kohlendioxid gespeichert. Werden sie zerstört, gelangt das gespeicherte Kohlendioxid in die Atmosphäre. Dort sorgt es als Treibhausgas dafür, dass sich die Erde weiter aufheizt. Auch um das zu verhindern, ist es wichtig den tropischen Regenwald zu erhalten.

Holzfäller in Indonesien
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Brandrodung zerstört den tropischen Regenwald
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Brandgerodeter Urwald in Sierra Leone
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Biokraftstoff als Klimaschädling?
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Biosprit ist klimaschädlich

Biokraftstoff aus Palmöl, Sojabohnen oder Raps belastet das Klima stärker als bisher angenommen. Das haben wissenschaftliche Studien nachgewiesen. Denn für den Anbau der Energiepflanzen werden Regenwälder abgeholzt. Und durch die Vernichtung der Urwälder gelangen gigantische Mengen an Kohlendioxid in die Luft. Das wiederum verstärkt den Treibhauseffekt – eine Reaktion, die der Biosprit eigentlich verlangsamen sollte. Aus diesem Grund will die Europäische Union die Nutzung von Biokraftstoffen nun beschränken.

Die Folgen des Klimawandels

Besonders deutlich ist der Klimawandel schon jetzt in den Polarregionen sichtbar. Noch vor wenigen Jahrzehnten war das Nordpolarmeer zu einem großen Teil von Eis bedeckt. Doch durch die steigenden Temperaturen schmilzt diese Eisdecke: In den letzten 30 Jahren hat sich ihre Fläche fast halbiert. Gleichzeitig wird die Eisschicht immer dünner. Klimaforscher haben berechnet, dass das Eis in den nächsten 20 Jahren ganz abschmelzen könnte. Der Meeresspiegel würde dadurch um einige Meter steigen. Doch nicht nur die Eisschilde an den Polen schmelzen. Auch die Gletscher der Hochgebirge verlieren an Masse.

In der Arktis wird das Eis immer dünner
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Weil durch die Eisschmelze der Meeresspiegel steigt, werden immer größere Küstengebiete überschwemmt. Niedrig gelegene Inselstaaten, wie die Malediven im Indischen Ozean oder Tuvalu im Pazifik, sind darum von Sturmfluten immer stärker bedroht. Und nicht nur der Meeresspiegel, auch die Wassertemperatur steigt mit dem Klimawandel. Dadurch verdunstet mehr Wasser und in der Luft wird mehr Wasserdampf gespeichert. Das verstärkt den Treibhauseffekt, der die Atmosphäre weiter aufheizt. Zusätzlich erhöht sich dadurch die Gefahr von Unwettern wie Starkregen und Wirbelstürmen.

Die Malediven sind vom Klimawandel direkt bedroht
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In trockenen Regionen breiten sich durch steigende Temperaturen die Wüsten aus. Immer mehr Dürren sorgen dafür, dass Flüsse austrocknen und bisher grüne Landstriche verdorren. Im Süden von Spanien bleiben zum Beispiel schon seit Jahren die gewohnten Regenfälle aus, die für die Landwirtschaft dringend benötigt werden. Und die Wasserknappheit in Südeuropa verstärkt sich weiter.

Die Gefahr von Unwettern nimmt mit dem Klimawandel zu
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All diese Folgen des Klimawandels kann man bereits jetzt beobachten. Wie es weitergeht, versuchen Klimaforscher mit Hilfe von Computermodellen zu berechnen. Doch die Zukunft lässt sich nur schwer voraussagen, weil so viele Einflüsse unser Klima bestimmen. So wird durch die Gletscherschmelze das salzige Meerwasser mit Süßwasser verdünnt. Der Salzgehalt des Meeres jedoch treibt die Meeresströmungen an. Was könnte also geschehen, wenn durch den geringeren Salzgehalt der warme Golfstrom abreißt? Wird es dann in Europa zunächst kälter statt wärmer? Was würde passieren, wenn im hohen Norden der Permafrost taut? Entweichen dann aus dem Boden Tonnen des Treibhausgases Methan? Und wird dadurch der Klimawandel beschleunigt?

Spaniens Süden trocknet aus
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Bisher kann das niemand genau beantworten. Bei all den offenen Fragen scheint aber eines sicher zu sein: Wenn wir unseren Ausstoß an Kohlendioxid nicht drastisch senken, werden die Temperaturen auf diesem Globus weiter steigen.

Gletscherschmelze im Kaukasus
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Wer wird vom Klimawandel am stärksten betroffen sein?

Schon jetzt liegt bei uns im Winter weniger Schnee als noch vor wenigen Jahrzehnten. Dafür beginnt das Pflanzenwachstum früher im Jahr und wir können inzwischen bis weit in den Herbst hinein baden gehen. Doch das Ausbleiben der weißen Pracht und die längere Badesaison gehören zu den harmloseren Folgen des Temperaturanstiegs.

Ist Schlittenfahren bald Schnee von gestern?
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Kein Land auf der Erde wird vom Klimawandel verschont bleiben. Wenn der Meeresspiegel steigt, werden an allen Küsten der Erde große Landstriche überflutet werden. Für reiche Länder wie Deutschland oder die Niederlande ist das zwar teuer, aber kein unlösbares Problem. Hier werden Dämme gegen die Fluten errichtet, die auch einem starken Wasseranstieg standhalten können.

Können wir bald im Winter ins Freibad?
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Deiche schützen vor den Fluten
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Anders sieht es in armen Ländern aus: Große Teile von Bangladesch liegen zum Beispiel nur wenige Meter über dem Meeresspiegel – und das arme Land kann sich keinen teuren Küstenschutz leisten. Steigt der Meeresspiegel um einen Meter, verlieren viele Millionen Menschen ihre Heimat und müssen umsiedeln. Noch schlimmer kann es die Malediven und den Südseeinseln von Tuvalu treffen: Diese Inseln ragen nur wenige Meter über den Meeresspiegel hinaus und könnten vollständig überflutet werden – dann müsste ein ganzes Land umziehen.

Die Malediven sind vom Untergang bedroht
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Besonders vom Klimawandel betroffen sind auch Regionen, die von den Süßwasserspeichern der Gletscher abhängig sind: Tauen diese Gletscher ab, drohen zunächst Überschwemmungen, dann auf Dauer große Trockenheit. Gefährdet sind vor allem Gebiete im Himalaya und in den Anden. Über 200 Millionen Menschen könnten dort in Zukunft auf dem Trockenen sitzen, werden kaum Trinkwasser haben und können ihre Felder nicht bewässern.

Das Schmelzen der Gletscher gefährdet die Wasserversorgung
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Zunehmender Wassermangel bedroht auch die Trockenregionen, die sich auf der Erde weiter ausbreiten. So erlebte Ostafrika 2011 eine Dürre, vor der Hunderttausende von Menschen fliehen mussten. Tausende kamen bei der Katastrophe ums Leben. Vielen Staaten fehlt es an Geld, um sich vor dem Klimawandel und seinen Folgen zu schützen. Und oft sind es gerade die Länder, die nur wenige Treibhausgase produzieren, welche die Auswirkungen des Klimawandels besonders stark zu spüren kommen.

Dürren nehmen weltweit zu
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Der Permafrost taut

Arktische Böden setzen Treibhausgase frei

Die gefrorenen Böden der Arktis tauen durch den Klimawandel schneller als bisher angenommen. Dadurch könnten riesige Mengen des Treibhausgases Methan in die Atmosphäre gelangen. Das würde die Erwärmung der Erde zusätzlich beschleunigen.

Permafrostböden erstrecken sich auf der Nordhalbkugel über riesige Gebiete. Hauptsächlich sind sie in weiten Teilen Sibiriens und Alaskas zu finden. Ihr Name stammt daher, dass sie das ganze Jahr über gefroren sind – bisher jedenfalls. Doch die Temperaturen auf der Erde steigen. Seit einigen Jahren erwärmen sich die gefrorenen Böden im hohen Norden, beginnen zu tauen und verwandeln sich in riesige Sümpfe.

Wissenschaftler vermuten, dass der tauende Permafrost den Klimawandel beschleunigen könnte. Denn die Böden enthalten Methan, ein von Mikroorganismen produziertes Gas. Dieses Treibhausgas wirkt auf das Klima ungefähr 20- bis 30mal so stark wie Kohlendioxid. Zusätzlich sind im gefrorenen Erdreich große Mengen an Kohlenstoff gespeichert. Mit den steigenden Temperaturen beginnt hier ein teuflischer Kreislauf: Taut durch den Klimawandel der Permafrost auf, gelangen Methan und Kohlendioxid in die Luft. Die Treibhausgase erwärmen die Atmosphäre, die Erde heizt sich auf, das Eis schmilzt – und der Klimawandel verstärkt sich selbst.

Uneinig sind sich die Forscher bisher darüber, wie schnell die Permafrostböden auftauen werden. Auch die Frage, wie viel Treibhausgase dabei tatsächlich frei werden, ist bisher noch ungeklärt.

Arktische Tundra mit Permafrost-Boden, Nordkanada
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Auch der Koalabär ist vom Klimawandel betroffen
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Permafrostboden
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Koalabär im Klimawandel

Trübe Aussichten für den Koalabären: Das niedliche Beuteltier ist vom Klimawandel massiv bedroht. Denn das Treibhausgas Kohlendioxid lässt die Blätter seiner Leibspeise ungenießbar werden: Eukalyptusblätter werden durch den steigenden CO2-Gehalt in der Luft ledrig und ungenießbar. Weil sich ihr Nährstoffgehalt verringert, muss der Koala wesentlich mehr Eukalyptus fressen, um satt zu werden. Das gilt genauso für andere Beuteltiere und Beuteltierähnliche. Auch viele weitere Tierarten sind durch den Klimawandel direkt in Gefahr, vor allem in den Polargebieten. Ringelrobbe und Kaiserpinguin verlieren durch das zurückgehende Eis ihren Lebensraum. Und der arktische Belugawal findet immer weniger Beute. Was tun? Die Weltnaturschutzunion (IUCN) betont, dass der Einzelne nicht machtlos sei. Jeder könne seinen Kohlendioxidausstoß senken und sich für den Klimaschutz stark machen.

Trauminseln vor dem Untergang

Politiker der Malediven gehen auf Tauchstation

Der Anstieg des Meeresspiegels könnte den Malediven bald zum Verhängnis werden. Wenn der Klimawandel nicht gestoppt wird, werden die Inseln im Jahr 2100 zum großen Teil unter Wasser liegen. Präsident Mohamed Nasheed will auf diese Bedrohung aufmerksam machen. Darum ging er mit seinem Kabinett auf Tauchstation.

Es war eine spektakuläre Aktion: Im Taucheranzug sprang Malediven-Präsident Mohamed Nasheed ins türkisblaue Meer, gefolgt von seinen elf Ministern. Am Meeresgrund hielt das Kabinett eine Klimakonferenz ab. Die Botschaft an den Rest der Welt: Rettet die Malediven vor dem Untergang!

Die Malediven sind vor allem als Urlaubsparadies bekannt. Doch die Inseln im Indischen Ozean sind vom Klimawandel stark bedroht: Ihr höchster Punkt liegt nur zweieinhalb Meter über dem Meeresspiegel. Und wenn das Wasser wegen der Erderwärmung weiter steigt, heißt das für die Trauminseln bald „Land unter“. Schon ein Anstieg von 20 bis 60 Zentimetern würde laut Klimaforschern ausreichen, um die Malediven weitgehend unbewohnbar zu machen. Zusätzlich werden Stürme und Sturmfluten durch den Klimawandel häufiger – die Situation für den Inselstaat spitzt sich immer weiter zu.

Eine schützende Barriere vor Sturmfluten bilden die Korallenriffe rund um die Inseln. Doch auch diese leiden unter dem Klimawandel und sind zum Teil schon stark geschädigt.

Präsident Mohamed Nasheed auf dem Weg zur Kabinettsitzung
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Klimakonferenz am Meeresboden
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Bunte Unterwasserwelt
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Korallen in Gefahr

Eine bunte Unterwasserwelt macht den besonderen Reiz der Malediven aus. Korallenriffe, die das Zuhause für viele Meerestiere und Pflanzen sind, umringen die Inseln. Die Riffe sind ein natürlichen Schutzwall vor den Fluten. Mit einem sanft steigenden Meeresspiegel könnten die Riffe sogar mitwachsen – vorausgesetzt, sie sind gesund. Doch hier beginnt das Problem: Die Riffe sind selbst vom Klimawandel bedroht und bereits stark geschädigt. Schuld daran ist die so genannte Korallenbleiche, auch „Coral Bleaching“ genannt. Die Korallenstöcke bleichen zunächst aus und sterben schließlich ab. Verursacht wird diese Erkrankung durch die Erwärmung des Meeres. Weil die Korallenbleiche nicht nur rund um die Malediven auftritt, sondern bereits an vielen Stellen, gilt sie als weltweite Bedrohung der Riffe.

Klimakatastrophe am Nordpol

Wird der Eisbär jetzt heimatlos?

Dem Eisbären schmilzt die Scholle unter seinen Tatzen weg. Durch die Erderwärmung verschwindet das Meereis um den Nordpol, und zwar immer schneller. Schuld daran ist der Treibhauseffekt, der durch den Ausstoß von Kohlendioxid und anderen klimaschädlichen Gasen verursacht wird.

1980 war das Nordpolarmeer noch auf 7,8 Millionen Quadratkilometern zugefroren, eine Fläche etwa so groß wie Australien. Innerhalb von 30 Jahren ist die Eisfläche auf etwa die Hälfte geschrumpft! Die Eisplatten tauen inzwischen schon im Frühjahr ab. Wenn es so weitergeht, wird das „ewige Eis“ bald völlig verschwunden sein.

Für den Eisbär ist das eine Katastrophe. Umweltorganisationen befürchten, dass Eisbären und Seehunde schon in den nächsten 20 Jahren aussterben werden. Auch Zugvögel verlieren durch das veränderte Klima ihre Brutplätze in der Arktis.

Neuen Lebensraum findet dagegen jetzt schon ein anderer Meeresräuber: Weil das Eis immer weiter zurückgeht, kann nun auch der Schwertwal hoch oben im Norden auf Futtersuche gehen.

Eisbrecher
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Eisbär am Eisrand
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Abkürzung durchs Eismeer

Das Eis im Nordpolarmeer schmilzt dramatisch. Dadurch ist ein Handelsweg zwischen Europa und Asien frei geworden: die Nordost-Passage. Dieser Seeweg verläuft an der Nordküste der Kontinente Europa und Asien. Früher konnten große Transportschiffe diesen Weg nur im Hochsommer durchfahren. Denn die Nordost-Passage war fast das ganze Jahr über zugefroren und wegen der Eismassen viel zu gefährlich. Schiffe, die zwischen Rotterdam und Tokio unterwegs waren, nahmen deshalb die lange Route durch das Mittelmeer, den Suezkanal und um Indien herum.

Neue Satellitenbilder zeigen, dass der Weg durchs Nordpolarmeer mehr und mehr eisfrei wird. So wird die Fahrt für Schiffe leichter – auch ohne Eisbrecher. Das spart Zeit und Transportkosten, denn die Strecke durch das Nordpolarmeer ist um mehrere Tausend Kilometer kürzer als die alte Strecke durch den Suezkanal.