Die Folgen des Klimawandels

Besonders deutlich ist der Klimawandel schon jetzt in den Polarregionen sichtbar. Noch vor wenigen Jahrzehnten war das Nordpolarmeer zu einem großen Teil von Eis bedeckt. Doch durch die steigenden Temperaturen schmilzt diese Eisdecke: In den letzten 30 Jahren hat sich ihre Fläche fast halbiert. Gleichzeitig wird die Eisschicht immer dünner. Klimaforscher haben berechnet, dass das Eis in den nächsten 20 Jahren ganz abschmelzen könnte. Der Meeresspiegel würde dadurch um einige Meter steigen. Doch nicht nur die Eisschilde an den Polen schmelzen. Auch die Gletscher der Hochgebirge verlieren an Masse.

In der Arktis wird das Eis immer dünner
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Weil durch die Eisschmelze der Meeresspiegel steigt, werden immer größere Küstengebiete überschwemmt. Niedrig gelegene Inselstaaten, wie die Malediven im Indischen Ozean oder Tuvalu im Pazifik, sind darum von Sturmfluten immer stärker bedroht. Und nicht nur der Meeresspiegel, auch die Wassertemperatur steigt mit dem Klimawandel. Dadurch verdunstet mehr Wasser und in der Luft wird mehr Wasserdampf gespeichert. Das verstärkt den Treibhauseffekt, der die Atmosphäre weiter aufheizt. Zusätzlich erhöht sich dadurch die Gefahr von Unwettern wie Starkregen und Wirbelstürmen.

Die Malediven sind vom Klimawandel direkt bedroht
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In trockenen Regionen breiten sich durch steigende Temperaturen die Wüsten aus. Immer mehr Dürren sorgen dafür, dass Flüsse austrocknen und bisher grüne Landstriche verdorren. Im Süden von Spanien bleiben zum Beispiel schon seit Jahren die gewohnten Regenfälle aus, die für die Landwirtschaft dringend benötigt werden. Und die Wasserknappheit in Südeuropa verstärkt sich weiter.

Die Gefahr von Unwettern nimmt mit dem Klimawandel zu
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All diese Folgen des Klimawandels kann man bereits jetzt beobachten. Wie es weitergeht, versuchen Klimaforscher mit Hilfe von Computermodellen zu berechnen. Doch die Zukunft lässt sich nur schwer voraussagen, weil so viele Einflüsse unser Klima bestimmen. So wird durch die Gletscherschmelze das salzige Meerwasser mit Süßwasser verdünnt. Der Salzgehalt des Meeres jedoch treibt die Meeresströmungen an. Was könnte also geschehen, wenn durch den geringeren Salzgehalt der warme Golfstrom abreißt? Wird es dann in Europa zunächst kälter statt wärmer? Was würde passieren, wenn im hohen Norden der Permafrost taut? Entweichen dann aus dem Boden Tonnen des Treibhausgases Methan? Und wird dadurch der Klimawandel beschleunigt?

Spaniens Süden trocknet aus
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Bisher kann das niemand genau beantworten. Bei all den offenen Fragen scheint aber eines sicher zu sein: Wenn wir unseren Ausstoß an Kohlendioxid nicht drastisch senken, werden die Temperaturen auf diesem Globus weiter steigen.

Gletscherschmelze im Kaukasus
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Klimakatastrophe am Nordpol

Wird der Eisbär jetzt heimatlos?

Dem Eisbären schmilzt die Scholle unter seinen Tatzen weg. Durch die Erderwärmung verschwindet das Meereis um den Nordpol, und zwar immer schneller. Schuld daran ist der Treibhauseffekt, der durch den Ausstoß von Kohlendioxid und anderen klimaschädlichen Gasen verursacht wird.

1980 war das Nordpolarmeer noch auf 7,8 Millionen Quadratkilometern zugefroren, eine Fläche etwa so groß wie Australien. Innerhalb von 30 Jahren ist die Eisfläche auf etwa die Hälfte geschrumpft! Die Eisplatten tauen inzwischen schon im Frühjahr ab. Wenn es so weitergeht, wird das „ewige Eis“ bald völlig verschwunden sein.

Für den Eisbär ist das eine Katastrophe. Umweltorganisationen befürchten, dass Eisbären und Seehunde schon in den nächsten 20 Jahren aussterben werden. Auch Zugvögel verlieren durch das veränderte Klima ihre Brutplätze in der Arktis.

Neuen Lebensraum findet dagegen jetzt schon ein anderer Meeresräuber: Weil das Eis immer weiter zurückgeht, kann nun auch der Schwertwal hoch oben im Norden auf Futtersuche gehen.

Eisbrecher
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Eisbär am Eisrand
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Abkürzung durchs Eismeer

Das Eis im Nordpolarmeer schmilzt dramatisch. Dadurch ist ein Handelsweg zwischen Europa und Asien frei geworden: die Nordost-Passage. Dieser Seeweg verläuft an der Nordküste der Kontinente Europa und Asien. Früher konnten große Transportschiffe diesen Weg nur im Hochsommer durchfahren. Denn die Nordost-Passage war fast das ganze Jahr über zugefroren und wegen der Eismassen viel zu gefährlich. Schiffe, die zwischen Rotterdam und Tokio unterwegs waren, nahmen deshalb die lange Route durch das Mittelmeer, den Suezkanal und um Indien herum.

Neue Satellitenbilder zeigen, dass der Weg durchs Nordpolarmeer mehr und mehr eisfrei wird. So wird die Fahrt für Schiffe leichter – auch ohne Eisbrecher. Das spart Zeit und Transportkosten, denn die Strecke durch das Nordpolarmeer ist um mehrere Tausend Kilometer kürzer als die alte Strecke durch den Suezkanal.

Alarm in den Alpen

Droht unseren Gletschern der Hitzetod?

Er ist der gewaltigste aller Alpengletscher: Über 23 Kilometer Länge misst der Aletschgletscher in den Berner Alpen. Seine Eisdecke ist bis zu 900 Meter dick. Noch! Denn die weiße Pracht der Gletscher könnte schon bald Geschichte sein.

Seit Jahrzehnten beobachten Forscher, dass die Eismassen weniger werden. Durchschnittlich einen halben Meter Dicke verlieren sie pro Jahr. Schuld ist der Klimawandel, der die Temperaturen auf der Erde ansteigen lässt: In den immer wärmeren Sommern schmilzt mehr Eis als in der kalten Jahreszeit wieder hinzukommt. Besonders der heiße Sommer 2003 machte den Eisriesen zu schaffen: Damals waren große Teile der Gletscher weggeschmolzen. Inzwischen wird sogar befürchtet, die Alpengletscher könnten bereits in 30 Jahren verschwunden sein.

Für die Landschaft der Alpen wäre das ein großer Verlust – und eine Katastrophe für den Tourismus: Viele Wintersport-Orte leben von den Skigebieten auf Gletschern. Wenn Eis und Schnee schmelzen, bleiben auch die Touristen fern. Zusätzlich wird es Probleme mit der Wasserversorgung geben, wenn die Gletscher sterben. Denn in ihren Eismassen sind gewaltige Mengen Süßwasser gespeichert. Viele Orte müssten ihr Trinkwasser dann teuer und von weit her transportieren.

Der Klimawandel lässt die Gletscher schrumpfen.
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Großer Aletschgletscher
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Frischhaltefolie für Gletscher

Um ihre Gletscher vor steigenden Temperaturen zu schützen, haben sich die Österreicher etwas ausgedacht: Sie bedecken ihre Gletscher im Sommer mit einer Frischhaltefolie aus Kunststoff. Die knapp vier Millimeter dicke, weiße Folie soll die Sonnenstrahlen reflektieren und so verhindern, dass Eis und Schnee abschmelzen. Und tatsächlich: Gletscherforscher bestätigen, dass die Folie das Abschmelzen stark verringert.

Auch in der Schweiz und Deutschland werden mittlerweile Gletscherfolien eingesetzt. Auch die Zugspitze bekommt nun regelmäßig einen „Sonnenhut“. Klimaschützer kritisieren, dass damit zwar das Abschmelzen des Eises für einige Zeit gebremst werde, die Erderwärmung könne man auf diese Weise aber nicht stoppen.

Der Permafrost taut

Arktische Böden setzen Treibhausgase frei

Die gefrorenen Böden der Arktis tauen durch den Klimawandel schneller als bisher angenommen. Dadurch könnten riesige Mengen des Treibhausgases Methan in die Atmosphäre gelangen. Das würde die Erwärmung der Erde zusätzlich beschleunigen.

Permafrostböden erstrecken sich auf der Nordhalbkugel über riesige Gebiete. Hauptsächlich sind sie in weiten Teilen Sibiriens und Alaskas zu finden. Ihr Name stammt daher, dass sie das ganze Jahr über gefroren sind – bisher jedenfalls. Doch die Temperaturen auf der Erde steigen. Seit einigen Jahren erwärmen sich die gefrorenen Böden im hohen Norden, beginnen zu tauen und verwandeln sich in riesige Sümpfe.

Wissenschaftler vermuten, dass der tauende Permafrost den Klimawandel beschleunigen könnte. Denn die Böden enthalten Methan, ein von Mikroorganismen produziertes Gas. Dieses Treibhausgas wirkt auf das Klima ungefähr 20- bis 30mal so stark wie Kohlendioxid. Zusätzlich sind im gefrorenen Erdreich große Mengen an Kohlenstoff gespeichert. Mit den steigenden Temperaturen beginnt hier ein teuflischer Kreislauf: Taut durch den Klimawandel der Permafrost auf, gelangen Methan und Kohlendioxid in die Luft. Die Treibhausgase erwärmen die Atmosphäre, die Erde heizt sich auf, das Eis schmilzt – und der Klimawandel verstärkt sich selbst.

Uneinig sind sich die Forscher bisher darüber, wie schnell die Permafrostböden auftauen werden. Auch die Frage, wie viel Treibhausgase dabei tatsächlich frei werden, ist bisher noch ungeklärt.

Arktische Tundra mit Permafrost-Boden, Nordkanada
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Auch der Koalabär ist vom Klimawandel betroffen
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Permafrostboden
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Koalabär im Klimawandel

Trübe Aussichten für den Koalabären: Das niedliche Beuteltier ist vom Klimawandel massiv bedroht. Denn das Treibhausgas Kohlendioxid lässt die Blätter seiner Leibspeise ungenießbar werden: Eukalyptusblätter werden durch den steigenden CO2-Gehalt in der Luft ledrig und ungenießbar. Weil sich ihr Nährstoffgehalt verringert, muss der Koala wesentlich mehr Eukalyptus fressen, um satt zu werden. Das gilt genauso für andere Beuteltiere und Beuteltierähnliche. Auch viele weitere Tierarten sind durch den Klimawandel direkt in Gefahr, vor allem in den Polargebieten. Ringelrobbe und Kaiserpinguin verlieren durch das zurückgehende Eis ihren Lebensraum. Und der arktische Belugawal findet immer weniger Beute. Was tun? Die Weltnaturschutzunion (IUCN) betont, dass der Einzelne nicht machtlos sei. Jeder könne seinen Kohlendioxidausstoß senken und sich für den Klimaschutz stark machen.

Trauminseln vor dem Untergang

Politiker der Malediven gehen auf Tauchstation

Der Anstieg des Meeresspiegels könnte den Malediven bald zum Verhängnis werden. Wenn der Klimawandel nicht gestoppt wird, werden die Inseln im Jahr 2100 zum großen Teil unter Wasser liegen. Präsident Mohamed Nasheed will auf diese Bedrohung aufmerksam machen. Darum ging er mit seinem Kabinett auf Tauchstation.

Es war eine spektakuläre Aktion: Im Taucheranzug sprang Malediven-Präsident Mohamed Nasheed ins türkisblaue Meer, gefolgt von seinen elf Ministern. Am Meeresgrund hielt das Kabinett eine Klimakonferenz ab. Die Botschaft an den Rest der Welt: Rettet die Malediven vor dem Untergang!

Die Malediven sind vor allem als Urlaubsparadies bekannt. Doch die Inseln im Indischen Ozean sind vom Klimawandel stark bedroht: Ihr höchster Punkt liegt nur zweieinhalb Meter über dem Meeresspiegel. Und wenn das Wasser wegen der Erderwärmung weiter steigt, heißt das für die Trauminseln bald „Land unter“. Schon ein Anstieg von 20 bis 60 Zentimetern würde laut Klimaforschern ausreichen, um die Malediven weitgehend unbewohnbar zu machen. Zusätzlich werden Stürme und Sturmfluten durch den Klimawandel häufiger – die Situation für den Inselstaat spitzt sich immer weiter zu.

Eine schützende Barriere vor Sturmfluten bilden die Korallenriffe rund um die Inseln. Doch auch diese leiden unter dem Klimawandel und sind zum Teil schon stark geschädigt.

Präsident Mohamed Nasheed auf dem Weg zur Kabinettsitzung
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Klimakonferenz am Meeresboden
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Bunte Unterwasserwelt
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Korallen in Gefahr

Eine bunte Unterwasserwelt macht den besonderen Reiz der Malediven aus. Korallenriffe, die das Zuhause für viele Meerestiere und Pflanzen sind, umringen die Inseln. Die Riffe sind ein natürlichen Schutzwall vor den Fluten. Mit einem sanft steigenden Meeresspiegel könnten die Riffe sogar mitwachsen – vorausgesetzt, sie sind gesund. Doch hier beginnt das Problem: Die Riffe sind selbst vom Klimawandel bedroht und bereits stark geschädigt. Schuld daran ist die so genannte Korallenbleiche, auch „Coral Bleaching“ genannt. Die Korallenstöcke bleichen zunächst aus und sterben schließlich ab. Verursacht wird diese Erkrankung durch die Erwärmung des Meeres. Weil die Korallenbleiche nicht nur rund um die Malediven auftritt, sondern bereits an vielen Stellen, gilt sie als weltweite Bedrohung der Riffe.

Dürrekatastrophe

Hungersnot in Ostafrika

In Ostafrika herrscht die schlimmste Dürre seit 60 Jahren. Über sieben Monate ist kaum ein Regentropfen gefallen – mit katastrophalen Folgen: Die Ernte vertrocknet, Wasser ist knapp, Millionen von Menschen leiden Hunger und Durst. Hunderttausende Somalier fliehen über die Grenze nach Kenia und Äthiopien. Doch dort sind die Flüchtlingslager längst überfüllt.

Durch den Wassermangel können weder Felder bewässert, noch das Vieh versorgt werden. Missernten führen dazu, dass die Preise für Nahrungsmittel immer weiter in die Höhe schnellen. Politische Konflikte im Bürgerkriegsland Somalia verschlimmern die Situation zusätzlich. Und die Dürre hält an.

Die Vereinten Nationen haben bereits in fünf Gebieten Somalias die Hungersnot ausgerufen. Mehr als zwölf Millionen Menschen sind auf Hilfe von außen angewiesen, Hunderttausende sind auf der Flucht. Allein im größten Flüchtlingslager Dadaab in Nordkenia kamen im Juli 40.000 Hungernde an, täglich kommen über tausend hinzu. Doch selbst wenn sie die Camps erreichen – für viele Hungerflüchtlinge kommt jede Hilfe zu spät: Immer mehr Menschen sterben an Unterernährung.

Weil der Flüchtlingsansturm andauert, müssen schnell weitere Notunterkünfte aufgebaut werden. Trinkwasser und hygienische Versorgung in den Camps werden knapp, die Lebensbedingungen verschlechtern sich mit jedem Tag. Hilfsorganisationen rufen weltweit zu Spenden auf.

Klimaexperten sagen voraus, dass sich die Dürrezonen ausbreiten werden.
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Somalische Flüchtlinge in einem kenianischen Flüchtlingslager
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Somalische Mutter mit ihrem Kind in einem Flüchtlingslager in Kenia
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Wenn der Regen ausbleibt

Somalia hatte einmal zwei zuverlässige Regenzeiten, sie hießen Gu und Deyr. Fielen sie aus, war das eine seltene Katastrophe. Noch Enkeln und Urenkeln wurde davon berichtet. Doch seit einigen Jahrzehnten häufen sich die Dürren in Somalia und Ostafrika. In den letzten fünf Jahren gab es sogar nur eines mit den gewohnten Regenzeiten. Ein Zufall ist das wohl nicht. Klimaexperten sagen seit langem voraus, dass sich durch den Klimawandel die Trockenzonen der Erde ausbreiten werden. Afrika wird daher in Zukunft noch stärker von Dürren geplagt werden. In Ostafrika wird diese Vermutung gerade auf erschreckende Weise bestätigt.

Rekordausstoß von CO2

Der Treibhauseffekt verstärkt sich

Noch nie war der weltweite Ausstoß von Kohlendioxid so hoch wie heute. Im Jahr 2010 ist er sogar so heftig gestiegen wie noch nie. Das hat das US-Energieministerium jetzt bekannt gegeben. Die Zahlen übertreffen selbst die schlimmsten Befürchtungen.

Seit Jahren warnen Experten vor der Geschwindigkeit der Erderwärmung. Offenbar ohne Erfolg: Denn der Anteil des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid in der Luft steigt rasant. Vor allem in den Industrieländern quillt es pausenlos aus Schornsteinen und Auspuffrohren. Die neuen Zahlen sind beängstigend: Insgesamt hat die Welt im Jahr 2010 über 33.500 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausgestoßen. Das sind 1.900 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr, also ein Zuwachs von sechs Prozent!

Für den Horror-Anstieg verantwortlich sind laut der US-Studie vor allem China und Indien. Die beiden Staaten sind wirtschaftlich auf Wachstumskurs. Ihre Energie beziehen sie vor allem aus Kohlekraftwerken – und produzieren damit jede Menge CO2. Insgesamt gesehen ist China Rekordhalter beim Ausstoß von Treibhausgasen, gefolgt von den USA, Russland und Indien.

Die Politik zum weltweiten Klimaschutz hat bisher völlig versagt. China und die USA weigern sich, ihren CO2-Ausstoß zu drosseln. Auch Russland, Kanada und Japan wollen keine Richtlinien mehr einhalten, wenn sich die Hauptverursacher dagegen sträuben, internationale Grenzwerte einzuhalten. Schlecht für das Klima, wie die neue Studie anhand der Zahlen eindeutig bestätigt.

Können Elektroautos das Klima retten?
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Braunkohlekraftwerke gehören zu den schlimmsten Klimasündern
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Die Keeling-Kurve

Die erste CO2-Messstation der Welt wurde weit entfernt von Autoabgasen und Fabrikanlagen eröffnet: 1958 begann der US-amerikanische Klimaforscher David Keeling auf dem Vulkan Mauna Loa auf der Insel Hawaii, regelmäßig den Kohlendioxidgehalt der Luft zu messen. Dieser Ort war ganz bewusst gewählt. Weil weder Schornsteine noch Wälder das Ergebnis beeinflussten, konnte hier ein Durchschnittswert des Spurengases in der Luft gemessen werden. Auch eine zweite Station in der Antarktis erfüllte diese Bedingungen. Nach zwei Jahren stellte Keeling der Welt seine Ergebnisse vor: Der Gehalt an Kohlendioxid in der Luft stieg an! In den folgenden Jahren kämpfte Keeling weiter für regelmäßige CO2-Messungen der Atmosphäre. Mit Erfolg: Das Ergebnis ist die sogenannte Keeling-Kurve, eine Datensammlung, die bis heute den Kohlendioxid-Gehalt der Luft aufzeichnet und den deutlichen Anstieg von CO2 dokumentiert.

Die globale Erwärmung

Auf der Erde wird es immer wärmer. Allein in den letzten hundert Jahren ist die durchschnittliche Temperatur um knapp ein Grad Celsius gestiegen. Grund für diese Erwärmung ist vor allem der gestiegene Anteil an Kohlendioxid in der Luft. Diesen CO2-Anstieg verursachen hauptsächlich die Industriestaaten durch das Verbrennen von Öl, Gas und Kohle.

Fabrik-Landschaft
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Die Verbrennung von Öl, Gas und Kohle verstärkt den Treibhauseffekt
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Eine schützende Wirkung auf das Klima haben dagegen Pflanzen. Sie können Kohlendioxid aus der Luft aufnehmen und bei der Fotosynthese in organische Verbindungen umwandeln. Besonders viel Kohlendioxid speichern die tropischen Wälder. Weil in den Tropen aber große Waldflächen gerodet werden, wird diese Speicherfunktion immer kleiner. Denn wo kein Baum mehr steht, wird auch kein Kohlendioxid mehr aus der Luft entnommen. Der Treibhauseffekt verstärkt sich, die Atmosphäre erwärmt sich.

Wälder können Kohlendioxid speichern
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Werden wir also im Winter bald im Badesee schwimmen statt Schlitten zu fahren? Schwer vorherzusagen. Um wie viel Grad Celsius die Erde sich in Zukunft aufheizt, versuchen Wissenschaftler mit Hilfe von Computermodellen zu errechnen. Laut dieser Modelle könnte bis zum Jahr 2100 die Durchschnittstemperatur auf der Erde um weitere ein bis sechs Grad steigen. Wie die Temperaturkurve tatsächlich verlaufen wird, ist vor allem davon abhängig, ob der Anteil an Kohlendioxid weiter steigt.

Badespaß im Januar?
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Schwerwiegende Folgen des Klimawandels sind schon jetzt zu erkennen: Die Eismassen schmelzen, der Meeresspiegel steigt, Unwetter und Dürren nehmen zu. Umso wichtiger ist es, den Ausstoß an Treibhausgasen zu reduzieren, vor allem den des CO2. Denn dieses Spurengas bleibt in der Atmosphäre lange erhalten. Nur, wenn wir weniger davon in die Atmosphäre blasen, kann der menschengemachte Klimawandel zumindest verlangsamt werden.

Zeichen des Klimawandels: Die Eismassen der Arktis schrumpfen
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Einige Industriestaaten haben sich darum verpflichtet, ihren Ausstoß an Treibhausgasen zu reduzieren und bestimmte CO2-Werte nicht zu überschreiten. Doch trotz einer ganzen Reihe von Klimagipfeln ist es der Weltgemeinschaft noch nicht gelungen, den Anstieg von Kohlendioxid in der Luft zu bremsen.

Maßnahme zum Klimaschutz: Windkraft
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Der Treibhauseffekt

In einem Treibhaus können Gemüse oder Blumen auch dann gedeihen, wenn es draußen kalt ist. Das liegt daran, dass Treibhäuser aus Glas gebaut sind. Das Glas – oder auch eine durchsichtige Folie – lässt die kurzwelligen Sonnenstrahlen ungehindert ins Innere gelangen: Die Luft erwärmt sich. Für die langwellige Wärmestrahlung dagegen ist das Glas undurchlässig, die Wärme kann also nicht mehr hinaus. Darum wird es in einem Treibhaus mollig warm.

Im Treibhaus wachsen Pflanzen auch bei niedriger Außentemperatur
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Etwas Ähnliches geschieht im großen Maßstab auf der Erde. Die Treibhausgase Kohlendioxid (CO2) und Wasserdampf sind von Natur aus in der Atmosphäre enthalten. Wasserdampf gelangt durch Verdunstung in die Luft, Kohlendioxid dadurch, dass wir ausatmen. Auch Vulkanausbrüche tragen zum natürlichen Kohlendioxidgehalt der Luft bei. Beide Gase haben den gleichen Effekt wie das Glas eines Treibhauses: Sie lassen die kurzwelligen Sonnenstrahlen bis zur Erde vordringen. Gleichzeitig behindern sie, wie eine unsichtbare Schranke, die langwellige Wärmestrahlung auf ihrem Rückweg ins All. Die Wärme staut sich und die Atmosphäre heizt sich auf.

Wasserdampf hält die Wärme auf der Erde fest
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Ohne den natürlichen Treibhauseffekt wäre es auf der Erde viel kälter
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Ohne diesen natürlichen Treibhauseffekt wäre kaum Leben auf der Erde möglich, denn für die meisten Lebewesen wäre es viel zu kalt. Anstatt der aktuellen Durchschnittstemperatur von plus 15 Grad würden hier eisige minus 18 Grad Celsius herrschen. Die Erdoberfläche wäre tiefgefroren!

Das Treibhausgas Kohlendioxid entsteht beim Verbrennen …
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Das Problem beginnt dann, wenn wir den Anteil an Treibhausgasen in der Atmosphäre zusätzlich erhöhen. Das geschieht vor allem durch das Verbrennen von Erdöl, Erdgas und Kohle. Wohnung heizen, Auto fahren, Müll verbrennen: Bei all diesen Vorgängen wird Kohlendioxid ausgestoßen. Dieses CO2 hat den größten Anteil am menschengemachten Treibhauseffekt. Aber auch der Anbau von Reis oder die Rinderhaltung verstärken den Effekt: In den Mägen von Wiederkäuern und in den überfluteten Böden der Reisfelder entstehen große Mengen Methan (CH4) – ebenfalls ein Treibhausgas. Zusätzlich gehören noch Lachgas, Ozon und Fluorkohlenwasserstoff zu den Treibhausgasen. Weil durch all diese Gase die Wärmeabstrahlung der Erde gebremst wird, steigen die Temperaturen auf unserem Globus weiter an.

…zum Beispiel von Benzin.
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Wer wird vom Klimawandel am stärksten betroffen sein?

Schon jetzt liegt bei uns im Winter weniger Schnee als noch vor wenigen Jahrzehnten. Dafür beginnt das Pflanzenwachstum früher im Jahr und wir können inzwischen bis weit in den Herbst hinein baden gehen. Doch das Ausbleiben der weißen Pracht und die längere Badesaison gehören zu den harmloseren Folgen des Temperaturanstiegs.

Ist Schlittenfahren bald Schnee von gestern?
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Kein Land auf der Erde wird vom Klimawandel verschont bleiben. Wenn der Meeresspiegel steigt, werden an allen Küsten der Erde große Landstriche überflutet werden. Für reiche Länder wie Deutschland oder die Niederlande ist das zwar teuer, aber kein unlösbares Problem. Hier werden Dämme gegen die Fluten errichtet, die auch einem starken Wasseranstieg standhalten können.

Können wir bald im Winter ins Freibad?
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Deiche schützen vor den Fluten
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Anders sieht es in armen Ländern aus: Große Teile von Bangladesch liegen zum Beispiel nur wenige Meter über dem Meeresspiegel – und das arme Land kann sich keinen teuren Küstenschutz leisten. Steigt der Meeresspiegel um einen Meter, verlieren viele Millionen Menschen ihre Heimat und müssen umsiedeln. Noch schlimmer kann es die Malediven und den Südseeinseln von Tuvalu treffen: Diese Inseln ragen nur wenige Meter über den Meeresspiegel hinaus und könnten vollständig überflutet werden – dann müsste ein ganzes Land umziehen.

Die Malediven sind vom Untergang bedroht
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Besonders vom Klimawandel betroffen sind auch Regionen, die von den Süßwasserspeichern der Gletscher abhängig sind: Tauen diese Gletscher ab, drohen zunächst Überschwemmungen, dann auf Dauer große Trockenheit. Gefährdet sind vor allem Gebiete im Himalaya und in den Anden. Über 200 Millionen Menschen könnten dort in Zukunft auf dem Trockenen sitzen, werden kaum Trinkwasser haben und können ihre Felder nicht bewässern.

Das Schmelzen der Gletscher gefährdet die Wasserversorgung
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Zunehmender Wassermangel bedroht auch die Trockenregionen, die sich auf der Erde weiter ausbreiten. So erlebte Ostafrika 2011 eine Dürre, vor der Hunderttausende von Menschen fliehen mussten. Tausende kamen bei der Katastrophe ums Leben. Vielen Staaten fehlt es an Geld, um sich vor dem Klimawandel und seinen Folgen zu schützen. Und oft sind es gerade die Länder, die nur wenige Treibhausgase produzieren, welche die Auswirkungen des Klimawandels besonders stark zu spüren kommen.

Dürren nehmen weltweit zu
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Warme Zeiten – kalte Zeiten

Es gab Zeiten auf der Erde, da waren große Landflächen unter einer dicken Eisdecke begraben. Die Eismassen drangen zeitweise sogar bis in die Nähe des Äquators vor. Im Wechsel mit den Eiszeiten erfassten diesen Planeten gigantische Hitzewellen. Über Jahrmillionen war es so heiß, dass sogar am Nordpol Palmen wachsen konnten. Seit es die Erde gibt, wechseln sich Eis- und Warmzeiten ab. Klimawechsel gab es also schon lange bevor der Mensch die Erde bewohnte. Und diese natürlichen Klimaveränderungen hinterließen ihre Spuren.

In einer frühen Eiszeit reichten die Eismassen bis in die Tropen
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Pollenfunde beweisen: Am Nordpol wuchsen einst Palmen
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Während der Eiszeiten breiteten sich die Gletscher aus. Eismassen schliffen über den Untergrund, hobelten Täler aus und schoben Geröllmassen vor sich her. Solange es kalt war, blieben große Wassermengen im Eis gebunden, was den Meeresspiegel sinken ließ. Sobald die Temperaturen wieder stiegen, schmolz das Eis und auch der Meeresspiegel stieg wieder an. Täler und Senken füllten sich mit Wasser, wurden zu Flüssen und Seen.

Schmilzt das Eis, steigt der Meeresspiegel
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Tiere und Pflanzen erschienen oder verschwanden mit den Temperaturwechseln. In einer besonders warmen Phase lebten zum Beispiel viele verschiedene Dinosaurierarten. Als es kühler wurde, starben viele von ihnen aus. Typisch für die letzte Eiszeit waren Tiere wie Mammut, Rentier oder Wisent. Mit den steigenden Temperaturen verschwanden sie von der Bildfläche oder sie zogen in kühlere Regionen. Rentiere zum Beispiel haben ihre Heimat noch heute in Nordeuropa, Sibirien und Kanada.

Rentiere haben das Ende der Eiszeit überstanden…
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…Mammuts sind ausgestorben.
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