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Unterricht: Interview

Thema

  • Interviews im Film
  • erste praktische Filmübung anhand eines Interviews

Lernziele

Das Interview gehört zu den wichtigsten Bestandteilen in Dokumentarfilmen oder anderen dokumentarischen Sendungen. Im Grunde ist ein Interview eine Befragung: Ein Interviewer fragt, der Interviewpartner antwortet. Vorher wurde verabredet: Das Gespräch ist zur Veröffentlichung bestimmt.

Ihre Schülerinnen und Schüler kennen Interviews aus dem Fernsehen. Es ist eine dokumentarische Form, die sie gut selbst anwenden können. Interviews eignen sich zudem sehr gut, erste praktische Erfahrungen vor und hinter der Filmkamera zu sammeln.

Die Schülerinnen und Schüler lernen, ein Interview vorzubereiten und sich gute Fragen zu überlegen. Beim Filmen des Interviews lernen sie, einen sinnvollen Bildausschnitt auszuwählen.

Arbeitsblatt 1 enthält eine tabellarische Übersicht über die Unterrichtseinheit.

Einstieg: Was gehört zu einem Interview

Als Einstieg sammeln die Schülerinnen und Schüler im Unterrichtsgespräch, was sie über Interviews wissen. Ziel der Unterrichtseinheit ist es, ein eigenes Interview vorzubereiten und zu filmen. Die Sammlung soll deshalb auch dazu dienen, dass die Schülerinnen und Schüler überlegen, was bei der Vorbereitung und Durchführung eines Interviews wohl wichtig ist.

  • Eine Junge sitzt vor einem Computer und gibt ein Interview; Rechte: WDR Die Nahe ist eine beliebte Einstellungsgröße für Interviews.

Im Anschluss lesen die Schülerinnen und Schüler das Infoblatt Interview (Arbeitsblatt 2 "Infoblatt Interview") und erstellen in Partnerarbeit eine Checkliste, was man machen muss, wenn man ein Interview filmen muss (Arbeitsblatt 3 "Checkliste Interview"). Die Checklisten werden in der Lerngruppe besprochen. Die Schülerinnen und Schüler ergänzen ihre eigenen Lösungen, so dass jeder eine vollständige Checkliste hat, die als Hilfestellung für die Vorbereitung des eigenen Interviews dient.

Wie man Fragen stellt, ist Thema von Arbeitsblatt 4 "Infoblatt Fragearten". Dort wird der Unterschied zwischen offenen und geschlossenen Fragen erläutert. Die Schülerinnen und Schüler sollen jeweils eigene Beispiele für offene und geschlossene Fragen finden.

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie man offene Fragen stellt, bearbeiten sie Arbeitsblatt 5 "Interview andersherum", auf dem sie Fragen für vorgegebene Antworten finden müssen. In der Klasse werden die Fragen verglichen und besprochen. Im Unterrichtsgespräch wird schnell klar, dass es selten nur eine mögliche Frage gibt.

Für die Vorbereitung der eigenen Interviews ist es wichtig, die Vorteile offener Fragen herauszuarbeiten. Die Gesprächspartner müssen dann etwas mehr über sich oder zum Thema erzählen und es kommt ein Gespräch auf. Erfahrungsgemäß neigen Schülerinnen und Schüler zu geschlossenen Fragen.

Praktische Übung: Interview

Für kurze Interviewübungen ist es am einfachsten, in der Schule Menschen zu interviewen, die etwas über ihre Arbeit an der Schule erzählen können. Dieses Thema zieht sich als Beispiel bereits durch alle Arbeitsblätter.

Die Schülerinnen und Schüler bilden Gruppen und bereiten ihre Interviews vor: Wen wollen sie interviewen, welche Fragen stellen sie und wo wird das Gespräch gefilmt?

Bevor es losgeht, gibt es eine kurze Einführung in die Kameratechnik. Dazu schauen sie die Glossarfilme an, in denen Ralph Caspers Kamera, Mikrofon und Stativ erklärt.

Die Schüler sollten nach Möglichkeit ein Stativ und ein externes Mikrofon benutzen, damit die Aufnahmen gelingen.

  • Eine Kamerafrau steht hinter ihrer Kamera, ein externes Mikrofon wird vor die Kamera gehalten; Rechte: WDR Ohne externes Mikrofon und Kopfhörer sind gute Tonaufnahmen beim Interview schwierig.

Die Lehrerin oder der Lehrer sollte sich vor der Stunde mit der Videokamera vertraut machen. Zu Beginn stellt sie/er eine Videokamera auf ein Stativ in den Klassenraum und legt das Zubehör Mikrofon, Mikrofonkabel und Kopfhörer dazu. Die Schüler stehen um die Kamera herum und beschreiben, was sie sehen. Nach der Beschreibungsphase stellt der Lehrer die Frage, wie denn nun eine Videokamera funktioniert. Die Schüler äußern Vermutungen und probieren einzelne Funktionen aus.

In der nächsten Phase sitzen die Schülerinnen und Schüler im Stuhlkreis und filmen sich gegenseitig. Ein Schüler steht auf, nimmt die Kamera, die auf dem Stativ steht und filmt seine Nachbarin. Die sagt ins externe Mikrofon: "Meine Lieblingsserie ist..., weil...". Der Schüler stellt die Kamera aus und übergibt an die nächste Schülerin und so weiter. Es ist wichtig, dass die Schüler schon jetzt das gesamte Equipment benutzen, das sie beim Interviewdreh einsetzen sollen, damit sie nicht auf die Idee kommen, ohne Stativ zu filmen oder nur das interne Mikrofon zu benutzen. Zudem ist es notwendig, alle Automatik-Funktionen der Kamera (Schärfe, Weißabgleich) eingeschaltet zu haben.

Während der Übung können die Schüler, die bereits mit der Kamera gefilmt haben, Arbeitsblatt 6 "Funktionen der Kamera" ausfüllen. Auf dem Arbeitsblatt ist eine Videokamera abgebildet, die Schüler schreiben Erklärungen an die Abbildung, wo die Aufnahmetaste, Powertaste und andere Funktionen zu finden sind. Ihre Ergebnisse können sie mit Lösungsblatt (Arbeitsblatt 7 "Lösung Kamerafunktionen") abgleichen.

Im Anschluss an diese Runde betrachtet die Klasse gemeinsam einige der Aufnahmen und bespricht die Ergebnisse. Fehler werden in der Regel beim Ton und der Kamera-Einstellung gemacht. Der Kopf des Gesprächspartners sollte gut im Bild zu sehen sein. Das Mikrofon muss so nah an die Person gehalten werden, dass sie gut zu verstehen ist. Der Lehrer weist auf solche typischen Fehler hin.

  • Arbeitsblatt 6a - "Funktionen der Kamera"
  • Arbeitsblatt 6b - "Lösung Kamerafunktionen"

Nach der Kameraübung gehen die Gruppen daran, ihr geplantes Interview zu drehen. In jeder Gruppe sollten die Aufgaben festgelegt werden:

  • Wer übernimmt die Kamera?
  • Wer hält das Mikrofon und überprüft mit Kopfhörern den Ton?
  • Wer stellt die Fragen?
  • Wer führt Regie, behält also den Überblick?

Die Lehrerin bzw. der Lehrer sollte die Gruppen während des Drehs besuchen. Die Ergebnisse werden anschließend in der Klasse gewürdigt und besprochen.