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Hintergrund: Jungsteinzeit, eine Revolution?

Änderungen der Lebensweise

  • Das Wohnhaus der Sippe steht auf Stelzen. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Das nachgebaute Dorf entspricht einer typischen Siedlung der Jungsteinzeit.
  • Holzkarren (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Ein Holzkarren, wie er in der Jungteinzeit benutzt wurde.

Als sich der Mensch vor elf- bis zwölftausend Jahren vom Jäger und Sammler zum Ackerbauern und Viehzüchter wandelte, leitete er eine neue Epoche seiner Geschichte ein. Im Vorderen Orient, einem Gebiet zwischen Persischem Golf, Zweistromland und Totem Meer lernten die Menschen den systematischen Anbau von Wildgräsern, aus denen sie im Verlauf einiger Jahrhunderte ertragreichere Getreidesorten züchteten. Wölfe, wilde Ziegen, Schafe, Schweine, Rinder und Pferde wurden an den Menschen gewöhnt und so lange durch Auswahl verändert, bis sie sich als Haustiere eigneten. Diese neue Form der Sicherung des Überlebens und der Nahrungsmittelproduktion breitete sich danach allmählich bis nach Mitteleuropa aus. Kulturpflanzen und Nutztiere waren auf die Obhut des Menschen angewiesen, sonst hätten sie nicht überlebt. Die Bauern wurden rasch abhängig von der Sicherheit, die ihnen diese Nahrungsmittel boten. Durch Rodung der Wälder für Weidewirtschaft und Ackerbau begannen die Menschen, in die Natur einzugreifen und sie immer nachhaltiger zu verändern. Der australische Archäologe Gordon Childe nannte diesen Wandel in den 1920er Jahren "Neolithische Revolution", womit er die tief greifenden Änderungen in der menschlichen Lebensweise umschreiben wollte. Heute wissen wir, dass der ganze Prozess mehr als 3000 Jahre in Anspruch nahm, weswegen der Begriff „Revolution“ heute dafür kaum noch verwendet wird.