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Didaktische Hinweise

Mindmap vernetztes Lernen

Mindmap zum Einsatz im Unterricht

Vorbemerkung zur Gestaltung und zum Einsatz dieser Schulfernsehreihe

Die zwölfteilige Sendereihe über die Vereinigten Staaten von Amerika liegt in deutscher und englischer Sprache vor. Sie richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab dem 8. Schuljahr. In allen Sendungen geht es um die Verbindung von aktuellen, historischen, geografischen, politischen, soziologischen und musikalischen Aspekten, die in dem jeweiligen Raum wirksam werden.

Die einzelnen Filme gehen stets vom Schicksal einzelner Menschen bzw. Bevölkerungsgruppen aus, die sich mit den Gegebenheiten der jeweiligen Region auseinandersetzen müssen. Da sind die mexikanischen Erdbeerpflücker, die sich illegal oder legal im Raum Watsonville aufhalten und für sich und ihre Familien im reichen Kalifornien eine Lebensgrundlage schaffen möchten. Da geht es um die Farmer von Oklahoma, die in den 30er Jahren Opfer vernichtender Sandstürme wurden und nach Kalifornien umsiedelten oder um die Schülerinnen und Schüler einer High School in Wilmington, North Carolina. KRS One, ein aufstrebender Rap-Künstler aus der Bronx, dessen Anliegen am besten mit "edutainment" umschrieben werden kann, steht im Mittelpunkt der Sendung, die die Ursprünge und Ausprägungen der Hip Hop-Kultur in New York thematisiert. Die Situation der Navajo-Indianer wird ebenso beleuchtet wie die der Cajuns in Louisiana.

Die sechs neuen Folgen der Sendereihe befassen sich unter anderem mit den ehemaligen Blumenkindern in San Francisco. Die Hippiebewegung, ihre typische Mischung aus Musik, psychedelischer Kunst und Politik wird an Protagonisten aus jener Zeit verdeutlicht. In dieser Sendung kommen vornehmlich musikalische und politische Aspekte der amerikanischen Gesellschaft Mitte der 60er Jahre zum Ausdruck. Was geblieben ist von Party und Protest, dazu beziehen nicht nur die ehemaligen Blumenkinder Stellung, sondern auch deren Kinder. Die spannende Betrachtung New Yorks aus städtebaulicher Perspektive am Beispiel des historischen Bezirks TriBeCa in Lower Manhattan eignet sich zur Darstellung der Entwicklung der New Yorker Wolkenkratzer. Die Sendung lässt sich am besten in den Fächern Geografie und vor allem Kunst behandeln.

Die Künstlichkeit des größten Vergnügungszentrums der Welt, Las Vegas, wird beleuchtet, indem die Sendung nicht nur das Spielerparadies und seine bisherige atemberaubende Entwicklung umreißt, sondern einen Blick hinter die Kulissen der großen Themenhotels und der Stadt mit ihren Wachstums- und Versorgungsproblemen erlaubt. Im Erdkundeunterricht kommen die Aussagen dieser Sendung besonders zum Tragen.

Die geschichtlichen Entwicklungen in den Südstaaten, in diesem Fall in Mississippi, im vergangenen Jahrhundert werden an baulichen Zeugnissen aus der Sklavenzeit, am Beispiel der Bluesmusik und ihrer Entstehung aufgezeigt. Die Geschichte und heutige Situation der Stadt New Orleans ermöglichen stadtgeografische Betrachtungsweisen. Daneben spielen die Rohstoffvorkommen und insbesondere die petrochemische Industrie im Mississippi-Delta eine entscheidende Rolle. Aus diesen Gründen ist die Sendung gut in den Fächern Geschichte und Geografie angebracht, aber auch ein Einsatz im Fach Musik ist denkbar, soll die Bluesmusik genauer untersucht werden.

Es lässt sich eine sinnvolle, historisch begründete Verbindung zwischen der Sendung über die Afro-Amerikaner am Mississippi und denen in der Auto- und Musikstadt Detroit herstellen. Die Entwicklung der Stadt Detroit ist so eng mit der Entwicklung des Autobaus und deren wirtschaftlicher Situation verknüpft, dass es sich lohnt, diesen Schwerpunkt besonders herauszuarbeiten. Außerdem bietet diese Sendung die Möglichkeit, am Beispiel der von Berry Gordy in den 60er Jahren gegründeten ersten schwarzen Schallplattenfirma Motown zu verdeutlichen, dass die Arbeiterstadt Detroit gleichzeitig eine kreative Keimzelle ist. Berühmte Künstler wie Stevie Wonder und Michael Jackson haben hier ihre Karriere begonnen.

Bleiben die Neuengland-Staaten, allen voran Massachusetts mit seiner Hauptstadt Boston. In dieser Sendung, die sich (in der englischen Fassung) für den regulären Englischunterricht ebenso eignet wie für den Musik-, Kunst- und Politikunterricht, steht zum einen die Subkultur des Gothic Rock im Mittelpunkt des Interesses. Typische Vertreter dieser Szene kommen zu Wort. Es werden Verbindungslinien zur Geschichte der Stadt Boston und der Region hergestellt und zu den berühmten Hexenprozessen von Salem gegen Ende des 17. Jahrhunderts. Cambridge als Sitz der berühmten amerikanischen Eliteuniversität Harvard ist eine wichtige Stütze der amerikanischen Wissenschaftsgesellschaft. Aus dieser Universität gingen aber auch Transzendentalisten wie Henry David Thoreau hervor, Menschen, die andere Wege gegangen und für einige der heutigen Protestbewegungen von immenser Bedeutung sind.

Spielt in der ersten Sendung beispielsweise die Arbeit der Border Patrol an der Grenze zwischen den USA und Mexiko eine Rolle, wird ein Polizist interviewt, der vor Jahren selbst illegal in die Staaten gekommen ist. Bruce Springsteen hat das Schicksal dieses Mannes in einem Lied verewigt.

Damit wird ein weiteres Prinzip dieser Sendereihe erkennbar, nämlich die Verknüpfung von Raum und Musik. Es werden für die Region oder die Situation typische Musiker oder Musikgruppen vorgestellt, z.B. Country & Western Sänger aus Oklahoma, die die Probleme des Panhandle besingen. Auf diese Weise entsteht in den einzelnen Sendungen eine besondere Spannung, die die geografischen, historischen und politischen Zusammenhänge für die Schülerinnen und Schüler auch emotional erfahrbar macht.

Da in den einzelnen Sendungen von vornherein unterschiedliche Aspekte eines Raumes bzw. eines Themas angeschnitten werden, eignen sie sich alle in hervorragender Weise zum fächerverbindenden Lehren und Lernen. Es soll an dieser Stelle besonders betont werden, dass es interessant und sinnvoll sein kann, diese Sendungen zum Ausgangspunkt für Internet-Projekte im Rahmen der Initiativen "Schulen ans Netz" zu machen. Einige interessante Internet-Adressen sind angegeben. Es lassen sich aber über entsprechende Suchmaschinen recht einfach weitere Informationsquellen erschließen, auch Schulen in den USA, mit denen man per E-mail korrespondieren kann.

Die englischen Sendungen können je nach Leistungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler im regulären Englischunterricht, aber auch ganz besonders in englischsprachigen Erdkunde-, Geschichts- oder Politikstunden in bilingualen Zweigen behandelt werden. Der Einsatz der Schülerarbeitsblätter muss dementsprechend der jeweiligen Situation angepasst werden.

Methodisch - didaktische Möglichkeiten der DVD - Nutzung

Im Gegensatz zur Verwendung der Sendungen im Videoformat eröffnen die Filme im DVD - Format zusätzlich eine Fülle methodisch - didaktischer Möglichkeiten des Unterrichtseinsatzes. Zunächst einmal bieten die acht Einstiegspunkte pro Sendung hinreichend Gelegenheit, ausgewählte Sequenzen besonders hervorzuheben oder mehrfach bzw. ausschließlich anzuschauen. Darüber hinaus lassen sich ausgezeichnete Standbilder projizieren, die man bei Bedarf auch einzeln speichern und in eigene Dokumente einbinden und ausdrucken kann. Auf diese Weise lassen sich sehr einfach individuell gestaltete Arbeitsblätter entwickeln, die auf die jeweiligen Lernvoraussetzungen und Unterrichtsziele abgestimmt sind.

Die größten Vorteile der Sendungen im DVD - Format liegen jedoch in den sprachlichen Möglichkeiten. Einerseits lassen sich die Sendungen wie im Video - Format mit deutscher oder englischer Sprache präsentieren. Es kann unterstützend wirken, wenn die jeweiligen Filme mit Untertiteln vorgeführt werden. Dabei wird es in Regelklassen üblicherweise nicht nötig sein, die deutschen Filme mit Untertiteln zu verwenden. Dieser Schritt kann aber sehr wohl hilfreich sein in Klassen mit einer größeren Anzahl von Schülerinnen und Schülern, die Deutsch als Zweitsprache sprechen oder erst die deutsche Sprache erlernen. Die Untertitel können in solchen Fällen das Verständnis erheblich erhöhen.

Enorme Vorteile ergeben sich bei den englischsprachigen Fassungen. Hier kann man in bilingualen Klassen, deren Fremdsprachenkenntnisse gezielt in den Sachfächern wie z. B. Erdkunde, Geschichte, Biologie oder Politik gefördert werden, weitgehend auf Untertitel verzichten. Einzelne Interviews, Statements und ggf. auch Songs können in diesen Klassen aber auch gewinnbringend untertitelt werden.

In zunehmendem Maße gehen Lehrkräfte dazu über, ausgewählte Module in der Zielsprache Englisch in einem überwiegend auf Deutsch erteilten Sachfachunterricht zu unterrichten. Das bedeutet, dass in solchen Klassen bzw. Unterrichtsphasen die englischen Fassungen gut eingesetzt werden können, da mögliche fremdsprachliche Defizite im Bereich des Sehen - Hören - Verstehens durch das Einblenden von Untertiteln ausgeglichen werden können. Es kann aber durchaus auch Situationen geben, in denen man zu den englischen Fassungen komplett oder in einzelnen Ausschnitten die deutschen Untertitel einblendet. Hier sind den methodischen Chancen kaum Grenzen gesetzt. Aufgrund der technischen Vielfalt des DVD - Formats kann die Wahl der Sprache und der Untertitelung individuell den Lernvoraussetzungen und den Lernzielen angepasst werden.

Mexikaner in Kalifornien / Mexicans in California

Bevor diese Sendung eingesetzt wird, sollten die Schüler/innen im Erdkundeunterricht mit den natürlichen Voraussetzungen insbesondere des kalifornischen Längstales vertraut gemacht werden. Klimadiagramme, Niederschlags- und Wirtschaftskarten sollten analysiert werden. Es ist aber auch denkbar, Agrarprodukte aus Kalifornien mit in den Unterricht zu bringen. Auf diese Weise wird die überragende Bedeutung Kaliforniens als Agrarerzeuger erkennbar, da die meisten Schülerinnen und Schüler andere Vorstellungen mit Kalifornien verbinden, auf die in dieser Sendung nicht eingegangen wird. Um die Flut von Immigranten nach Kalifornien besser zu verstehen, sollten einige wichtige Wirtschaftsdaten der angrenzenden Staaten wie vor allem Mexiko, Dominikanische Republik, El Salvador und andere zusammengestellt werden, so dass das wirtschaftliche Gefälle als eine Ursache nahe rückt. Darüber hinaus sollten die Schüler/innen intensive Anbau- und Erntemethoden kennen, um zu verstehen, aus welchen Gründen viele Landarbeiter zur Erntezeit benötigt werden. In diesem Zusammenhang kann auf die Arbeit der Gewerkschaften ebenso eingegangen wie Vergleiche mit den Arbeitsbedingungen für Pflücker und Erntehelfer in Obst- und Gemüseanbaugebieten in Deutschland angestellt werden.

Wird die englische Fassung dieser Sendung behandelt, bietet es sich ggf. an, ein Lied von Woody Guthrie, das auch als Coverversion von Judy Collins vorliegt, an den Anfang zu stellen, in dem die Situation von Mexikanern, die in den 30er Jahren als Gastarbeiter nach Kalifornien kamen, um bei der Ernte zu helfen, geschildert wird. Darüber hinaus lohnen sich im Englischunterricht vor allem die menschlichen Aspekte, seien es die Bemühungen der Streikenden, die Lebensverhältnisse der in der Sendung vorgestellten Landarbeiterfamilien, die Veränderungen in der Stadt Watsonville oder die Aufgaben der Border Patrol an der Grenze. Es bietet sich an, intensiv das Lied The line von Bruce Springsteen zu besprechen, da es durch die Sendung gewissermaßen illustriert wird. Für Schülerinnen und Schüler ist es besonders spannend, sich mit dem Interview von Marco Ramirez auseinanderzusetzen, da sein Schicksal in dem Springsteen-Song thematisiert wird.

Staubstürme in Oklahoma / The Dust Bowl in Oklahoma

Wird diese 30-minütige Sendung zu Oklahoma im Erdkundeunterricht eingesetzt, sollten vor dem eigentlichen Einsatz die wesentlichen Bedingungen der Great Plains, Klima und Vegetation, vermittelt werden. Darüber hinaus ist das Verständnis für die Entstehung von Tornados bzw. Sandstürmen im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten notwendig. Von hier aus ergeben sich mögliche Querverbindungen zu der 3. Folge dieser Sendereihe, die sich unter anderem mit dem Phänomen der Hurrikans in North Carolina beschäftigt. Schwerpunkte der Behandlung sollten die natürlichen Bedingungen dieser Region und die sich daraus ergebenden Entwicklungsprobleme sein. Besonderes Interesse gilt den feedlots, wobei ein Vergleich mit der Aufzucht von Rindern in Deutschland angebracht wäre. Wird diese Sendung im Zusammenhang mit der ersten Folge dieser Reihe, die sich mit den Lebensbedingungen der mexikanischen Landarbeiter und der agroindustriellen Produktion in Kalifornien befasst, behandelt, sollten die natürlichen Voraussetzungen für Landwirtschaft in diesen beiden Bundesstaaten sowie die Situation der Mexikaner heute mit der der "Okies" in der 30er Jahren verglichen werden.

Aus historischer Sicht erscheint die Besiedlung und Landnahme entsprechend der Homestead Laws von Bedeutung. Die schematische Landvermessung und ihre Bedeutung für die heute noch erkennbare Struktur vieler Städte und Ortschaften im Mittleren Westen sollte thematisiert werden. Da die Plains-Indianer am ehesten den Klischeevorstellungen vieler Schülerinnen und Schüler entsprechen, kann diese Sendung den Anstoß geben, sich mit der Geschichte einzelner Stämme, die nach Oklahoma umgesiedelt wurden, oder dem Trail of Tears auseinanderzusetzen.

Wird diese Sendung schwerpunktmäßig im Englischunterricht behandelt, stehen die persönlichen Lebenserinnerungen, die zum Ausdruck kommen, im Vordergrund. Neben den Liedern, die vom Schicksal während der Dust-Bowl-Jahre berichten, können Auszüge aus Steinbecks Roman "The Grapes of Wrath" gelesen werden.

Cajuns in Louisiana / Cajuns in Louisiana

Den Einstieg in diese Sendung könnte ein sicherlich vielen Schülerinnen und Schülern bekanntes Lied von Fats Domino und Doug Kershaw - My Toot Toot - (Alligator Stomp, Vol. 2, Rhino Records) bilden. Auf diese Weise können sie sich den zunächst ungewöhnlichen kulturellen Eigenheiten der Cajuns im Süden von Louisiana annähern. Eine besonders reizvolle Hinführung könnte im Kochen eines typischen Cajun-Gerichtes bestehen, zum Beispiel eines Gumbo-Eintopfes. Dies kann aber auch nach der Betrachtung der Sendung erfolgen. Darüber hinaus sollten die natürlichen Gegebenheiten der Sumpflandschaft mit ihren günstigen Voraussetzungen zum Anbau von Reis und zum Fang von Flusskrebsen betrachtet werden. Aus historischer Sicht spielt die frühe Besiedlung des amerikanischen Kontinents durch Volksstämme aus Europa eine große Rolle. Am Beispiel der Acadianer können die Konflikte zwischen den drei Großmächten England, Frankreich und Spanien um die Vorherrschaft auf dem nordamerikanischen Kontinent thematisiert werden.

Hip Hop in der Bronx / Hip Hop in the Bronx

Diese Sendung sollte im Zusammenhang mit der Stadt New York behandelt werden, wobei von vorneherein wesentlich größeres Gewicht auf die positiven Impulse, die vom Hip Hop der Afro-Amerikaner ausgehen, Wert gelegt wird als auf soziale Missstände. Sicherlich drängt sich ein Vergleich zum glamourösen Manhattan auf. Als Einstieg sollten die Schüler/innen aufgefordert werden, ihnen zugängliche Materialien über Hip Hop, also Rap, Breakdance, Graffiti mitzubringen. Auf diese Weise wird die Sendung emotional vorbereitet. Da in der Sendung unterschiedliche Aspekte der Hip Hop Kultur und der Geschichte der Afro-Amerikaner angesprochen werden, bietet sich projektartiges Arbeiten in Kleingruppen besonders an. Aufträge können sich u.a. beziehen auf: Rap und Breakdance, Graffiti, Boxer wie Muhammad Ali, Mike Tyson usw., James Brown und andere schwarze Musiker der 60er und 70er Jahre, Dr. Martin Luther King, Malcolm X, die Bronx, N.Y.

Die Seele des Mississippi / Blues in New Orleans

Diese Sendung eignet sich in hervorragender Weise zum arbeitsteiligen Kleingruppenunterricht, da recht unterschiedliche, aber sich inhaltlich ergänzende Themen angesprochen werden. Um die Geschichte und die heutige Situation des Mississippi-Deltas (Delta) zu verstehen, gilt es, sowohl die historischen Wurzeln wie den Dreieckshandel zwischen Afrika, den Südstaaten Amerikas und England (Sklaven, Baumwolle usw.) oder den Bürgerkrieg näher zu betrachten als auch die wirtschaftliche Entwicklung dieses Raumes zu analysieren. Ansätze bilden hier wiederum die historische Bedeutung des Baumwoll- und Tabakanbaus. In neuerer Zeit stehen die natürlichen Rohstoffvorkommen und die sich daraus entwickelnde petrochemische Industrie und die Häfen als wichtige Warenumschlagsplätze im Vordergrund. Interessant wäre die Betrachtung einer geplanten Industrieansiedlung in einer vorwiegend schwarzen Wohngegend (St. James Parish). Ist es moralisch vertretbar, einen Betrieb, der die Umwelt nicht unwesentlich belastet, in einer Gegend anzusiedeln, die überwiegend von Afro-Amerikanern bewohnt wird?

Die Stadt New Orleans selbst kann einen weiteren Schwerpunkt der Beschäftigung bilden. Die wechselvolle Geschichte, die wirtschaftliche Bedeutung und die Rolle als ein Zentrum für Jazz- und Bluesmusik sind Ansätze für eine tiefergehende Untersuchung, die sich an die Präsentation der Sendung anschließen kann.

Wird die Rolle der Musik in dieser Sendung besonders hervorgehoben, sollte sie im Zusammenhang mit der Folge über Detroit betrachtet werden. Die beginnende Massenproduktion von Autos in Detroit lockte viele Afro-Amerikaner auf der Suche nach Arbeit und einem besseren Leben nach Norden. dass sie ihre Musik mitbrachten, gleichzeitig aber veränderten und weiterentwickelten, versteht sich nur von selbst. So lassen sich die Erfolge des Motown Sounds, von Berry Gordy entwickelt, historisch unmittelbar in die Südstaaten zurückverfolgen. Ebenso wäre es denkbar, diese beiden Sendungen mit der Sendung über die Bedeutung der Hip Hop Kultur in New York zu kombinieren. Auf diese Weise ließe sich eine attraktive Entwicklungslinie schwarzer Musik von den Anfängen, die nach Afrika zurückreichen, bis zur beherrschenden Rolle der Afro-Amerikaner in der Musikszene der USA nachzeichnen. Als methodisches Mittel erscheint eine Zeitleiste als besonders geeignet. Um die Musik als Spiegel ihrer Zeit zu verstehen, wäre es sinnvoll, solch eine Zeitleiste aufzuspalten in einen Strang, der sich der eigentlichen Musik widmet und einen weiteren, der wichtige politische und wirtschaftliche Ereignisse zuordnet. In Bezug auf diese Sendung hieße das, den Sklavenhandel und die Arbeit auf den Baumwollfeldern in Beziehung zum Blues, der bei der Arbeit gesungen wurde, zu setzen. Die Schulfernsehsendungen liefern für solch einen Ansatz die wichtigsten Grundinformationen.

Das Wunder von Detroit / Motown in Detroit

Diese Sendung eignet sich in erster Linie für den Einsatz im Erdkunde- und Musikunterricht, da beide Aspekte nahezu gleichbedeutend für den Aufstieg und Fall der Stadt Detroit stehen. Um diesen beiden Bereichen gleichermaßen gerecht zu werden, empfiehlt sich nach der ersten gemeinsamen Betrachtung dieser Sendung ein arbeitsteiliges Gruppenverfahren. Ein thematischer Schwerpunkt ist die Entwicklung der US-Autoindustrie von den Anfängen bis heute. Die Einführung der Fließbandarbeit durch Henry Ford und ihre positiven wie negativen Folgen auf die Automatisierung der industriellen Fertigung können untersucht werden. Darüber hinaus bietet es sich an, die Globalisierung der Autoindustrie am Beispiel der drei großen amerikanischen Autokonzerne aufzuzeigen. Dabei sollte ihre Bedeutung für die wirtschaftliche Gesamtentwicklung sowie für die Entwicklung in der Bundesrepublik untersucht werden. Vergleicht man die Anteile der in den USA gefertigten Autos amerikanischer Herkunft mit denen der importierten bzw. von ausländischen Firmen in den USA gefertigten Autos (Toyota, Mazda, Daimler-Benz, BMW; Porsche usw.), werden Fragen internationaler Handelsbedingungen und -beziehungen erkennbar.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die demografische und städtebauliche Entwicklung der Stadt Detroit (Detroit), die ebenso exemplarisch behandelt werden kann, da ähnliche Entwicklungen in vielen US-Großstädten festzustellen sind. Die Wiederbelebungsmaßnahmen des Innenstadtbereiches sollten dabei einen breiten Raum einnehmen.

Letztlich steht die Musik der Afro-Amerikaner im Mittelpunkt. Die zunehmende Bedeutung ihrer Musik, ausgelöst durch den findigen und erfolgreichen Berry Gordy, sollte ausführlich untersucht werden. Er war es, der der schwarzen Musik weltweit Gehör verschafft hat. Viele weltberühmte Künstler wie Stevie Wonder oder Michael Jackson haben in Detroit ihre Karriere begonnen. Die Musikstile, die untersucht und miteinander verglichen werden sollten, sind Gospel als Ausgangspunkt sowie insbesondere Rhythm & Blues, Soul und Funk, die wiederum den Weg geebnet haben für weitere afro-amerikanische Stilrichtungen wie z. B. den Rap.

Kids in North Carolina / Highschool Kids in North Carolina

Aus geografischer Sicht stehen bei dieser Folge die Entstehung, der Verlauf und die Auswirkungen des Hurrikans Fran im Vordergrund. Dabei empfiehlt es sich, das Phänomen tropischer Wirbelstürme im Zusammenhang mit Windsystemen wie z.B. den Passatwinden zu behandeln. Beschränkt man sich auf diese USA-Reihe, sollte die Entstehung eines Hurrikans auf jeden Fall mit der eines Tornados (Folge 3: "The Dust Bowl in Oklahoma") verglichen werden.

Aus der Sicht des Englischunterrichts bietet diese Sendung reichlich Informationen und Einblicke in eine typische amerikanische High School. Es wird nicht nur der im Vergleich zu uns unterschiedliche Alltag erkennbar, sondern es wird vor allem die High School als wichtiger Lebensmittelpunkt der Jugendlichen vorgestellt. Dazu gehört die Wahl zur Homecoming Queen ebenso wie die Proben des Schulorchesters und das Spiel der Football-Mannschaft. Diese schulischen Aspekte der Sendung können Anstoß dafür sein, dass die Schüler projektartig ein Porträt der eigenen Schule erarbeiten, evtl. mit einer amerikanischen High School per E-mail in Kontakt treten oder sich über Möglichkeiten, ein Schuljahr an einer amerikanischen High School zu verbringen, zu erkundigen.

Ausgehend von einigen historischen Gebäuden der Stadt Wilmington ergeben sich aus der Sicht des Geschichtsunterrichts Möglichkeiten, über die Herkunft der Siedler nach North Carolina mehr zu erfahren, die Rolle dieses Bundesstaates und insbesondere der Stadt Wilmington vor und während des Unabhängigkeitskrieges und des amerikanischen Bürgerkrieges zu betrachten. Abschließend können Reiseinformationen zu North Carolina gesammelt werden, um noch relativ unbekannte Urlaubsgebiete an der Küste zu erkunden.

Navajos in Arizona / Navajos in Arizona

Diese Sendung wird am besten vorbereitet, indem die Schüler/innen alle Informationsmaterialien über Native Americans, insbesondere die Hopi und die Navajo, zusammentragen, die ihnen verfügbar sind. Auf diese Weise gelingt es, ihre zum Teil sicher klischeehaften Vorstellungen bereits im Vorfeld der eigentlichen Sendung zu erkennen und aufzugreifen. Wenn eine gemeinsame Collage über die Geschichte der Navajos in der Klasse entsteht, betrachten die Schüler/innen die Sendung mit größerer Aufmerksamkeit. Falls die Möglichkeit besteht, bietet sich ein Besuch in einem völkerkundlichen Museum an. Dort wird sich sicherlich eine stärkere Auseinandersetzung mit der Kunst und der Kultur der Navajos, evtl. im Vergleich zu den Plains-Indianern, ergeben. Im Geschichtsunterricht dürfte die ausführliche Behandlung der Navajo Code Talker und ihrer Bedeutung für den Ausgang des Krieges zwischen den USA und Japan von großem Interesse sein.

Unter geografischem Aspekt bietet sich eine eingehendere Beschäftigung mit dem Abbau von Steinkohle an, wobei u.a. die Abbaubedingungen im Unterschied zu Deutschland thematisiert werden. Falls sich in einer Lerngruppe Interesse an geologischen Fragen wachrufen läßt, bietet diese Sendung Anknüpfungsmöglichkeiten bei den Canyons und Tafelbergen und deren Entstehung. Diese Sendung kann auch ein wichtiger Baustein innerhalb eines größeren Projektes über die Situation der Native Americans sein. Über die hier präsentierten Informationen hinaus lassen sich weitere über indianische Schulen ergänzen. Abschließend sei erwähnt, dass diese Sendung eine Hilfe für eventuelle touristische Unternehmungen gerade in den bei vielen beliebten Südwesten der Vereinigten Staaten liefern kann.

Die Hexen von Boston / Gothic in Boston

Diese Sendung eignet sich in besonderem Maße für den Einsatz in den Fächern Politik, Musik, Kunst und Religion. Einen der Schwerpunkte bilden die historischen Ereignisse um die Besiedlung der Neuengland-Staaten. Die Gründe der Pilgerväter für ihre Auswanderung nach Amerika und ihre Rolle beim Aufbau eines Staatswesens führen zur Auseinandersetzung mit der Boston Tea Party und den Anfängen der Amerikanischen Revolution. Darüber hinaus lassen sich sinnvolle Verbindungslinien von den Transzendentalisten Emerson und Thoreau zu der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, zur Studentenrevolte in den 60er Jahren, die in der Sendung Blumenkinder in San Francisco aufgegriffen wird, bis hin zu gewaltfreien Protesten in unseren Tagen aufzeigen.

Wird diese Sendung im Religionsunterricht behandelt, stehen sicherlich die Hexenprozesse von Salem im Vordergrund der Betrachtung. Welche Rolle hat die offizielle Kirche der Puritaner in den Neuengland-Staaten im 17. Jahrhundert gespielt? Mit welchen Mitteln der Unterdrückung ist gearbeitet worden? Parallelen lassen sich zu den Prozessen der McCarthy-Ära in den 50er Jahren in den USA erkennen, als es darum ging, Jagd auf tatsächliche und vermeintliche Kommunisten zu machen.

Die exotische Subkultur des Gothic wird am besten im Musik- bzw. Kunstunterricht thematisiert. Diese Jugendlichen, die zumeist Außenseiter der Gesellschaft sind und von vielen wegen ihres Aussehens und wegen ihrer Einstellungen gemieden werden, lassen ein facettenreiches und tiefgehendes Verständnis von Musik, Kultur und Natur erkennen, das am Beispiel der beiden Protagonisten Columbine und Cusrack exemplarisch herausgearbeitet werden kann. Die Ergebnisse können den Ausgangspunkt für eine ausführlichere Behandlung von Jugendströmungen und -interessen, von peer groups und entsprechendem Verhalten und Bewusstsein bilden und auf diese Weise zur kritischen Selbstreflexion der Schülerinnen und Schüler beitragen.

Im Schatten der Wall Street / Skyscrapers in Manhattan

Der Einsatz dieser Sendung hängt in besonderem Maße von dem Alter der jeweiligen Zielgruppe ab. Wird sie in Klasse 8 oder 9 eingesetzt, sollte der Schwerpunkt im Geografieunterricht auf die Entwicklung der Stadt New York zu einem internationalen Handels- und Finanzzentrum gelegt werden. Die Auseinandersetzung mit der sich laufend verändernden Bauweise der Wolkenkratzer New Yorks, bedingt durch technische Neuerungen wie den elektrischen Fahrstuhl oder das Neonlicht, aber auch durch wirtschaftliches Wachstum und zunehmenden Wohlstand auf Seiten der Lebensmittel- und Textilienhändler lohnt sich in besonderem Maße. Markante Hochhäuser wie das Flatiron, das Woolworth und das Empire State Building, die alle in der Sendung ausführlich dokumentiert werden, sind Spiegelbild der jeweils vorherrschenden technischen, künstlerischen und finanziellen Möglichkeiten ihrer Erbauer. Die Beschäftigung mit technischen Daten, Bauzeiten, Kosten und sonstigen interessanten Fakten einzelner Hochhäuser ist für jüngere Schüler/innen eine reizvolle Aufgabe.

Die Verlagerung der meisten Handelsunternehmen aus dem Bezirk TriBeCa aufgrund eigenen Wachstums gepaart mit größerem Raumbedarf einerseits und dem wachsenden Platzanspruch einer stark wachsenden Wohnbevölkerung von New York andererseits sollte im Vergleich zu städtebaulichen Veränderungen in deutschen Großstädten behandelt werden.

Wird der Schwerpunkt auf den architektonischen Aspekt der Hochhausentwicklung gelegt, lässt sich die Sendung, eventuell in Auszügen, gut im Kunstunterricht mit älteren Schülerinnen und Schülern erfolgreich einsetzen. Die Betrachtung der unterschiedlichen Stilrichtungen und Materialien der Fassaden im Vergleich zu heutiger Bauweise von Hochhäusern führt zu interessanten Ergebnissen.

Nach der Präsentation der Sendung bietet es sich darüber hinaus an, in der eigenen Umgebung nach städtischen Siedlungsgebieten zu suchen, die aufgrund sich verändernder wirtschaftlicher Strukturen umgewidmet werden oder worden sind. Als Ausgangspunkt bietet sich der vorgestellte TriBeCa Grill von Drew Nieporent an. Ähnliche Beispiele für einen Nutzungswandel aus dem Heimatraum lassen sich schnell finden.

Goldrausch in Las Vegas / Money in Las Vegas

Da die meisten Schülerinnen und Schüler sicher eine Vorstellung von Las Vegas als Glückspielzentrum der Welt haben, sollte ein entsprechendes Aktivieren des Vorwissens am Anfang der Behandlung dieser Sendung stehen. Als Leitfach kommt in erster Linie das Fach Geografie in Frage, da Las Vegas als ein typisches Beispiel für die Erschließung eines städtischen Gebietes in einem Trockenraum betrachtet werden kann. Die Schülerinnen und Schüler tragen wichtige Fakten zusammen, die das Wachstum dieser Stadt belegen, z.B. das Wachstum der Bevölkerung, des Arbeitskräftebedarfs, der Gäste insgesamt, der Fluggäste im besonderen, den Wasser- und Energieverbrauch usw. In diesen Zusammenhang gehört die genauere Untersuchung der geografischen Bedeutung des Hoover Staudammes. Vor diesem Hintergrund werden die themenorientierten Hotels mit ihren umfassenden Unterhaltungsangeboten als eigentliche Wachstumsmotoren untersucht. Der Ablauf in einem solchen riesigen Hotel wie die Beschäftigung mit der räumlichen Verteilung der großen Konzepthotels in Las Vegas bieten die Voraussetzung für eine vergleichende Untersuchung des Hotelangebotes des heimatlichen oder nächstgelegenen städtischen Ballungsgebietes. Unter dem Aspekt der städtebaulichen Entwicklung der Stadt Las Vegas sollte die Situation des ältesten Hotels in Las Vegas, das Golden Gate Hotel, im Zentrum der Stadt genauer untersucht werden. Die Aufwertung der Innenstadt durch die Überdachung der Fremont Street mit einem Heer von Lichtern und die Umwandlung zu einer Fußgängerzone gelten als gelungene Impulse für die Erhöhung der Attraktivität der City.

Blumenkinder in San Francisco / Love and peace in San Francisco

Diese Sendung sollte entweder im Politik- oder Musikunterricht eingesetzt werden. Stehen die politischen Aspekte im Vordergrund, bietet es sich an, die Anfänge der Studentenrevolte in Berkeley und insbesondere ihre Auswirkungen auf die europäischen Studenten, allen voran die französischen und die deutschen im Sommer und Herbst des Jahres 1968 zu erarbeiten. Die Auseinandersetzungen mit dem sog. Establishment, die Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg, der gestreift werden kann, können untersucht und diskutiert werden.

Größeres Interesse werden die Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 10 der Musik und der Lebensform der Hippies entgegenbringen. Hier sollten über die Sendung hinaus repräsentative Musikbeispiele gehört und besprochen werden. Auf diese Weise läßt sich etwas von der Stimmung und dem Geist jener Zeit vermitteln.