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Deutscher Sprechertext


Ein Uhr nachts im "Tramps" in New York. Es ist so voll wie einst im Cavern Club in Liverpool, als dort die Beatles spielten. 1996 wird mit ähnlicher Spannung einer der heißesten Acts der Hip-Hop-Szene erwartet: Der "Blastmaster of Rap" - KRS One.

KRS One: "Hip-Hop entstand aus der Notwendigkeit eine eigene Identität zu haben, in einer Gesellschaft, die dich nicht anerkennt."

Hip-Hop und Rap wurden in den Straßen der Bronx Ende der 70er Jahre kreiert. Eine Musik mit Botschaft: "Wir sind wer, hört uns zu, wir haben was zu sagen." Rap wurde zum "CNN der Schwarzen", zur Buschtrommel der modernen Städte. Heute trommelt KRS One.

KRS One: "Sie gaben uns Ballett, wir gaben ihnen Breakdance. Sie gaben uns Leonardo da Vinci und Galileo, wir gaben ihnen Graffiti. Sie gaben uns Beethoven, Bach und Rock and Roll, und wir gaben ihnen den Rap."

Von den Straßen der Bronx aus erobert Hip-Hop die Hitparaden der ganzen Welt. One World ...

KRS One: "In 30, 40, 50, Jahren wird es hier keine Schwarzen und keine Weißen mehr geben, auch keine Asiaten. Es wird hier nur noch den Amerikaner geben. Seine Haut wird etwas dunkler als deine und etwas heller als meine sein - und Schluss."

Hip-Hop eine Weltkultur, die das Verschwinden der Rassenunterschiede propagiert? Warum nicht. Längst haben die unterschiedlichsten Kulturkreise den Musikstil aus der Bronx adaptiert. Beweis gefällig? In diesem Studio in Manhattan wird an einem Hit gebastelt. Vielleicht kommen Ihnen ja Text und Melodie bekannt vor?

Der in New York lebende Deutsche Alfred Hochstrasser und Elvis Herbert, genannt "the Pope", basteln an ihrer Version des "Butzemanns". Elvis ist in der Bronx aufgewachsen, hat Hip-Hop quasi mit der Muttermilch aufgesogen. Die Arbeit mit Alfred macht dem Soundmixer Spaß. Für Elvis ist Hip-Hop eine Brücke zu anderen Kulturen und Menschen. Und es ist sein Leben.

Das sind Freunde von Elvis, seine Crew. Ganz in der Nähe hat er früher gewohnt. Im Sommer spielt sich das Leben in der Bronx auf der Straße ab. Basketball ist angesagt. Seit die Stadt zusammen mit einem Sportartikelhersteller mehrere Tausend Basketballkörbe installiert hat, soll die Jugendkriminalität merklich zurückgegangen sein. "In den Medien taucht immer nur die harte Seite der Bronx auf", meint Elvis, "Drogen, Kriminalität, Mord und Totschlag. Doch es gibt auch andere Seiten".

O-Ton Elvis: "Jede Ecke in der Bronx hat ihre eigene Ausstrahlung und ihre eigene Geschichte. Wie kann man so etwas den Rücken kehren. Einige der "Größten" der Welt sind hier geboren, berühmte Designer, Basketballspieler. Man kann eine Menge Energie von hier mitnehmen. Überall und zu jeder Zeit. Ich möchte in keinem anderen Viertel leben. Es ist nicht schwer, auf die Bronx stolz zu sein."

Das Studio, in dem Elvis "the Pope" arbeitet, liegt mitten in Manhattan, 57. Straße. Ein Musikjournalist schrieb: "Von hier sieht die Bronx aus wie eine Insel der Entwicklung und des Erfindungsreichtums, umgeben von einem Meer des Kommerzes." Elvis fühlt sich im Meer des Kommerzes zwar ganz wohl, in seiner Freizeit zieht es ihn jedoch zu seiner Crew nach Hause. Mit Freund Don geht es jeden Abend raus aus Manhattan, über die Willis Avenue Bridge ins "gelobte Land".

Vorbei am Yankee Stadium, der Heimat des legendären Baseballteams aus der Bronx. Das ist ihre Mannschaft, auf die Yankees sind Elvis und Don genauso stolz wie auf ihre Musik. Im Autoradio spielt nur ein Sender ...

Graffiti gehört zur Hip-Hop-Kultur wie der Rap. Hauptsächlich Latinos entwickelten die Kunst mit der Spraydose. Brian, auch einer aus Elvis Crew, arbeitet mit seinem Assistenten an einem Graffiti, das als Cover Art für das "Butzemann Projekt" geplant ist. Sein "Freiluftatelier" ist eine in der Bronx sehr berühmte Mauer. Viele große Graffiti-Helden haben hier ihre Schriftzüge, die "Tags", und ihre Bilder hinterlassen. Aus Respekt vor der Arbeit der anderen sprüht Brian auf eine Leinwand.

Brian hat den Umgang mit der Spraydose von der Pike auf gelernt. Er ist ein "echter" Graffiti-Künstler.

Brian: "Um als "echt" anerkannt zu werden, musste man das volle Programm durchziehen. Dosen klauen, ins Zugdepot einsteigen, die Kunst dort anbringen und nicht erwischt werden."

Graffiti war ein Aufschrei gegen die Tristesse der Slums der großen Städte Amerikas. Graffiti hat seine eigenen Regeln, die Außenstehende selten kennen. Jedes Zeichen, jeder "Tag", jedes Bild hat eine Botschaft. Die New Yorker Polizei hat eine Spezialeinheit, die Graffitis analysiert um so sich anbahnende Bandenkriege vorhersagen und bekämpfen zu können. Graffiti kann, das wissen auch Elvis und Brian, eine mörderische Angelegenheit sein.

Brian: "Wenn jemand deine Kunst nicht respektiert, übersprüht, will er dir damit sagen, dass er besser ist oder berühmter. Das ist wie ´ne Herausforderung. Dann gibt's meist Kämpfe zwischen den Graffiti-Crews, großen Krach."

Boxen, oft die harmloseste Form des "großen Krachs", ist noch immer in den Keller-Gyms der Bronx zu Hause. Der Traum von einer Profikarriere à la Tyson wird von Tausenden geträumt. Schnell auf den Beinen, harte, bitzschnelle Schläge. Einer ist bis heute darin unübertroffen, einer, der auch von ganz unten kam, ein Idol von Generationen. Cassius Clay alias Muhammad Ali, der wohl charismatischste Boxer aller Zeiten.

Nicht zu verstecken brauchte sich der junge Cassius Clay, der als frischgebackener Olympiasieger den Champ Sonny Liston herausforderte. Es folgte mehr als ein Boxkampf. Liston verkörperte den braven Schwarzen, den "Onkel Tom", während Cassius den selbstbewussten, aufbegehrenden Schwarzen repräsentierte. Liston war der Mann der Weißen, der "brave Neger".

Clay, der sich später Ali nannte, siegte. Und er gab dem geschlagenen Liston auch noch ein paar Spottverse mit auf den Weg. Heute würde man sagen, er rappte im Ring.

Elvis: "Das ist ein MC. Er rappte spontan vor einem Millionenpublikum ohne Rhythmusunterlage, auf Stichwort legte er los. Ali hatte immer einen Spruch auf Lager."

Ali das Großmaul. Mit seinen frechen Sprüchen ist er einer der ersten Schwarzen, den auch seine Aussagen international berühmt machen. Eine Kostprobe:

Clay trifft auf Liston und Liston weicht zurück. Er sitzt gleich bei den Zuschauern Es fehlt nur noch ein Stück.

Clay mit der Linken, und die Rechte, that's right! Seht den jungen Cassius er beherrscht diesen Fight.

Liston weicht zurück, doch langsam wird's eng. Es ist eine Frage der Zeit bis Clay trifft voll-peng!

Clay platziert die Rechte ein Superding! Dieser Schlag hebt Liston raus aus dem Ring.

Liston steigt höher, der Ringrichter versteht nicht die Welt. Er kann erst anzählen, sobald Sonny wieder runterfällt.

Liston entschwindet und das Publikum tobt schwer. Doch unser Radar hat ihn geortet hoch über dem Atlantik.

Wer hätte gedacht als zum Kampf er ging, dass er Zeuge würde vom ersten menschlichen Satelliten.

Scratching, auch eine Erfindung des Hip-Hop. Kid Capri gehört zu den Meistern an den Plattentellern. Ein DJ, der weit mehr macht als nur Platten auflegen.

Kid Capri - woher kommen eigentlich die seltsamen Namen?

Kid Capri: "Wenn du Jason heißt, kannst du nicht auf die Bühne gehen und sagen: Hallo ich bin Jason. Deshalb nennst du dich "Cool J" oder so ähnlich. Viele Leute mögen ihren richtigen Namen einfach nicht. Deshalb erfinden sie einen, der besser klingt. Mein richtiger Name ist David Anthony Love, damit hätte ich nie auf die Bühne gehen könne. "DJ David Anthony Love" klingt einfach nicht, da hätte ich es nie zu etwas gebracht. Den Namen "Kid Capri" hat mir eine Freundin gegeben, die leider vor ein paar Jahren erschossen wurde. Es war ein Unfall. Ich behielt ihren Namen."

Die Plattensammlung mit Hunderten von Scheiben ist der Schatz eines jeden DJs. Das Geheimnis, die Kunst, ist dann der richtige Mix. Jeder DJ hat natürlich seine Favoriten. Doch einer wird von allen geliebt und als Vorbild genannt. Auch für Kid Capri ist er der "Godfather" ...

Kid Capri: "Der allererste, der Hip-Hop erfunden hat, war James Brown. Und Brüder wie Afrika Bambaataa brachten den Sound dann auf eine andere Ebene, auf die Straße. Und Hip-Hop entwickelt heute immer neue Formen. Das haben viele nicht erwartet. Die Zeiten ändern sich und damit auch der Style. Trotzdem sollten wir unseren Brüdern, die Hip-Hop erfunden haben, immer unseren Respekt zeigen."

Respektiert werden, das wollte James Brown schon als junger Künstler, als seine Soul Musik noch als "Negermusik" diskriminiert wurde. "Respekt" ist eines der Schlüsselworte schwarzen Protests der 60er Jahre. Folgerichtig singt James Brown: "Say it loud, I'm black and I'm proud" - "Sag es laut, ich bin schwarz und ich bin stolz".

Und tanzen konnte der gute James natürlich auch. Da musste Breakdance einfach irgendwann kommen.

Breakdance, neben Rap und Graffiti die dritte Säule des Hip-Hop, hatte seine Blüte in den 80er Jahren, als die Crews richtige Wettkämpfe austrugen. Heute tanzt man mehr so zum Spaß am Strand. Einen Strand hat die Bronx nämlich auch zu bieten: Orchard Beach. Elvis und seine Crew lieben den Trubel hier. An Sommerwochenenden drängen sich Tausende auf der Promenade zum Sehen und Gesehenwerden.

Orchard Beach gehört den Latinos und den Schwarzen. Weiße lassen sich hier höchstens in blauer Uniform blicken. Elvis würde gerne auch mal ein paar weiße Freunde aus Manhattan mitnehmen nach Orchard Beach. Bisher, so sagt er, hat sich keiner getraut. Doch nicht nur Angst erlebt Elvis täglich, sondern auch Ablehnung.

Elvis: "Viele Leute verachten Hip-Hop als schwarze, dreckige Musik, weil es für sie heute einfach leichter ist auf diese Weise zu sagen, was sie wirklich denken, nämlich "ihr verdammten Nigger". Sie meinen gar nicht die Musik, sie meinen die Menschen. Sie benutzen Hip-Hop als Synonym, denn 1996 brüllt man am besten nur hinter verschlossenen Türen von den 'verdammten Niggern'."

Manchen Weißen wäre es vermutlich lieber, wenn die schwarze Hip-Hop Musik in ihrem Ghetto eingesperrt bliebe. Es gibt aber auch viele Schwarze, die ihre Kultur den Weißen nicht ausliefern wollen. Z. B. Handball, ein typischer Sport der Bronx. Hart und schnell. "Das wird nur hier gespielt, von uns, und das ist auch gut so", ist die einhellige Meinung auf dem Beton von Orchard Beach.

Brennende Kreuze des Ku-Klux-Klan. Symbol für die Rassenunruhen der 50er und 60er Jahre. Ein Mann wurde zum Sprecher der unterdrückten Schwarzen: Martin Luther King. Er predigte den gewaltlosen Widerstand, der zu Gleichberechtigung führen sollte. Die Rassentrennung sollte ein für alle Mal fallen. Ein langer Weg. King saß über zwanzig Mal im Gefängnis. Weiße Richter hatten ihn wegen zu schnellen Fahrens verurteilt und weiße Lynchmörder freigesprochen. Doch die von King angeführte Bürgerrechtsbewegung wurde immer stärker.

Alabama war die Hochburg des weißen Rassismus. Mit rauher Polizeigewalt sollte das "Nigger-Gesindel" niedergehalten werden. Die gewaltlosen Demonstranten sollten zu Straftaten provoziert werden. Dann hätten die weißen Richter leichtes Spiel. Eine schwere Prüfung für Martin Luther King und seine friedliche Bürgerrechtsbewegung.

Doch den Polizeihunden, Knüppeln und Wasserwerfern, dem schreienden Unrecht setzte King seine Vision entgegen, seinen Traum ...

"Ich habe einen Traum, dass eines Tages diese Nation sich erheben und wirklich nach ihrem Credo leben wird. Wir erachten es als unumstößliche Wahrheit, dass alle Menschen gleich erschaffen wurden. Ich habe einen Traum, dass eines Tages auf den roten Hügeln von Georgia die Söhne ehemaliger Sklaven und ehemaliger Sklavenhändler sich zusammen an den Tisch der Brüderlichkeit setzen können. Ich habe einen Traum."

Elvis: "Hier in der Bronx haben wir nur im Februar, im sogenannten "Monat der schwarzen Geschichte", darüber etwas erfahren. Den Rest des Jahres gab's die Geschichte der Weißen, der Wilde Westen und so. Diese Erziehung setzte meinem Wissen enge Grenzen. Deshalb wusste ich als Kind auch nichts über Malcom X. Heute gibt es schon 5-jährige, die seinen Namen kennen. Die Aufklärung kommt durch die Medien. Als ich zur Schule ging war das noch viel schwieriger."

Audubon Palace, ein historischer Ort. Im September 1976 trat hier Grandmaster Flash zusammen mit Melle Mel auf. 3.000 Tanzende verfolgten die Geburtsstunde des Rap. Eine blutige Geburt, denn zum Rap-Alltag in der Bronx gehörten immer wieder Schießereien. Die lange Spur der Gewalt. - Traurige Berühmtheit erlangte das Audubon erstmals, als hier im Februar '65 die Schüsse eines Attentäters den schwarzen Polit-Aktivisten Malcolm X während einer Rede töteten. Malcolm X war, wie sein Freund Muhammad Ali, eine Ikone des schwarzen Aufbegehrens. Seine Politik war weit radikaler als die von Martin Luther King. Das machte ihn zum Held der Jugend.

KRS One: "Malcolm X hatte einen großen Einfluss auf meine frühen Studien. Heute ist er für mich nicht mehr so wichtig, bei allem Respekt, aber ich glaube ich bin schon weiter. Das gilt auch für Martin Luther King. Marcus Garvey, Adam Clayton Powell ... Es gab einen Punkt, wo ich sie nicht verstand, deshalb studierte ich ihre Lehren, verstand sie und dachte weiter. Denn ich lebe jetzt! Malcolm X konnte nicht sehen, was ich heute sehe."

Was KRS One heute sieht, verarbeitet er in seinen Raps. Reality - Wirklichkeit heißt dieses Stück über die Bronx, die er von ganz unten kennengelernt hat.

Elvis: "Gewalt beherrscht die Bronx. Der Grund ist einfach: Du gibst den Kids nichts, also nehmen sie sich was. Wer nichts hat, hat nichts zu verlieren."

Nichts zu verlieren hatten auch die zahllosen Graffiti-Künstler. Am bekanntesten wurden die, die überall in der Stadt ihre Bilder und Tags hinterließen und die nicht von der Polizei erwischt wurden. Einige kreierten eigene Figuren und wurden zu richtigen Stars. "Zone" ist einer von ihnen, er erinnert sich an seinen Karrierebeginn.

Zone: "Die U-Bahn kann auch eine Schule sein. Wenn du einen Zug bemalst, geht es nur um dich. Willst du damit Karriere machen oder ist es nur ein Jux. Es gibt Leute, die hören damit wieder auf, andere machen weiter. Graffiti kann ein seriöses Geschäft werden, kann dich sogar reich machen."

"Cash" ist heute sicherlich zu einem der wichtigsten Bestandteile der Hip-Hop-Kultur geworden. Das Geschäft hat die Kreativen vereinnahmt, und sie sind stolz darauf, es geschafft zu haben. Auch "Zone", dem sein "Baby" zum Durchbruch verhalf. Statt U-Bahnzüge zu bemalen dekoriert er heute seinen eigenen Laden in Manhattan. Seine Figur hat er schützen lassen. Walt Disney lässt grüßen ...

Zone: "Der Graffiti-Markt, das sind heute T-Shirts, Anstecker und Mützen. Ich möchte mehr. Ich werde der erste Graffiti- Künstler sein, der Spielwaren produziert, Puppen, Teddybären, sogar Möbel. Eine ganz neue Dimension."

Aber auch die gibt es noch, die Street Rapper, die nachts zum Sound des Ghettoblasters rappen.

Die Straßenecke als Bühne, die Bronx als Talentschmiede. Das gibt es in diesen Straßen immer noch, genauso wie Drogen und Gewalt. Kinder tragen automatische Waffen, verkaufen Crack auf der Straße, erschießen andere, um ihnen die Turnschuhe wegzunehmen. Zerbrochene Familien, alleinerziehende Mütter, die Regel in der Bronx. Auch Elvis ist nur bei Mutter und Großmutter aufgewachsen.
Elvis: "Nachts sieht man hier an jeder Ecke Jugendbanden. Wo sind deren Eltern? Viele Kids haben keine Eltern, keine Familie. Die denken nicht lange nach und erschießen jemanden. Die denken auch nicht daran, dass dieser Jemand eine Familie hat, weil sie ja auch nie eine hatten. Wenn die jemanden erschießen, dann sehen sie nur einen Körper zu Boden fallen."

Gewalt ist für die Rapper Thema Nummer eins. Sie beschreiben die Gewalt ihrer Umwelt, und sie produzieren Gewalt. Im sogenannten "Gangsta Rap" versuchen sich die Gruppen mit immer noch brutaleren Texten und Videos zu übertrumpfen. Der Inhalt ist oft nebensächlich. Waffenkult, Mord und Totschlag sollen einzig und allein den Verkauf ihrer CDs fördern. KRS One: "Der heutige amerikanische Kulturbetrieb liebt ausschließlich Sex und Gewalt. Nur solche Bands werden promotet. Nur wenn wir etwas Verrücktes tun und sagen, dass wir Gras rauchen, promoten sie auch uns. Wenn wir aber etwas über Geist, Körper und Seele sagen, sogar wenn Nas es sagt, ignorieren sie uns."

Es wird also weitergeballert, damit die Kohle stimmt. "Sign of the times", die Zeichen der Zeit ...

Zur Vermarktung des Hip-Hop gehört auch die Mode. Cool auszusehen ist wichtig. Die richtigen Turnschuhe, das richtige T-Shirt, der richtige Haarschnitt. Elvis "the Pope" lässt sich die Frisur vor dem Wochenende trimmen. Kurz ist cool. Bei den Mädchen geht's eher bunt zu, ganz wichtig sind die zur Frisur passenden Fingernägel.

Modevorbilder sind Filmstars und Musiker. Der Hip-Hop unterscheidet sich darin in keinster Weise von anderen Jugendkulturen. Neu ist, dass zum ersten Mal Schwarze den Trend nicht nur ausgelöst haben, sondern ihn auch bestimmen. Hip-Hop gibt ihnen eine eigene Identität. Elvis ist da mit seinem Idol KRS One einer Meinung.

Samstagnacht: Elvis und Don im Tramps. Es spielt: KRS One. Der Höhepunkt des Monats. Was er zu sagen hat, das wird gehört. Heute rapt er, dass Gewalt Scheiße ist und dass Bildung die stärkste Waffe der Unterdrückten ist. Das kommt an und alle haben Spaß. "Edutainment" nennt er das.