zum Inhalt.
zur Hauptnavigation.

Inhalt

Deutscher Sprechertext


Wie ausgestorben - die Hauptstraße von Mamou, einem 4.000-Einwohner-Nest im Südwesten von Louisiana. Es ist Samstagmorgen, kurz vor 9. Verschlafen würde der oberflächliche Beobachter den Ort nennen. Die Geschäfte sind zu, einzig der Friseur hat, wie seit 50 Jahren, schon geöffnet, wartet aber noch vergebens auf Kundschaft. Eigentlich nichts besonderes, wie überall an einem Samstagmorgen, könnte man meinen. Doch es gibt ein paar Menschen, die wissen es besser, die wissen, dass um 9 Uhr morgens in Mamou, Louisiana, schon die Post abgeht ...

Seit 50 Jahren gibt es Fred’s Lounge. Eine legendäre Kneipe, die jeden Samstagmorgen pünktlich um 9 Uhr öffnet. Schlag 9 beginnt die Band zu spielen, beginnt der Tanz und der "Bierausschank". Der Sound des Akkordeons bringt die zahlreichen Gäste trotz der frühen Uhrzeit sofort auf Touren. Das ist hier eben so, im Cajun Country, dem etwas anderen Amerika.

"Let the good times roll", "laisser les bon temps rouler", "der Spaß an der Freud" ist hier oberstes Lebensziel. Der Radiomann, der die Show jeden Samstag live auf Mittelwelle überträgt, spricht die Werbespots in einer Mischung aus Englisch und Französisch.

Die Cajuns, diese französisch sprechenden Amerikaner, sind stolz auf ihre Musik. "Musik und Tanz gehören zum Leben der Cajuns wie die Luft zum Atmen", meint wissend ein Stammgast in Fred’s Lounge. Seit Freds Tod führt seine Frau, die jeder Tante Sue nennt, die Kneipe. Mit sichtlichem Spaß und Erfolg. Eben im Cajun way of life:

Tante Sue: "Cajun Musik ist einzigartig. Sie bringt pure Freude in dein Herz. Wir in Mamou sind so 4.000 Menschen, und wir sind alle eine große Familie. Wir helfen uns gegenseitig, wenn einer was braucht, ob jung oder alt, wenn einer Pech hatte, dann sind wir da und helfen. Die Amerikaner sind da ganz anders. Die kennen ja oft nicht einmal ihren nächsten Nachbarn. Das ist der Unterschied."

Raus aus Mamou, rein ins Cajun Country. Cajun Country liegt in Südwest-Louisiana und ist vor allem eines: flach. Das Land westlich der Mississippi-Mündung ist dank des großen Stroms mit reichlich Wasser gesegnet. Deshalb spielt Reisanbau eine wichtige Rolle.

Ein Highway auf Stelzen. Erst 1973 wurde die Interstate 10 gebaut. Sie führt mitten durch die unzugänglichen Bayous und Sümpfe, in denen die Cajuns ursprünglich siedelten. Das "nasse Land" verfolgt die Cajuns bis in den Tod. Die Gräber auf dem Friedhof von Opelousas sind "höhergelegt". In einem Meter Tiefe steht nämlich schon das Grundwasser.

Auf dem Land, 10 Meilen nördlich von Lafayette, lebt die Familie Trahan. "Richtige" Cajuns, das hört man schon von weitem.

Der 20-jährige Horace Trahan spielt "das" Cajun Instrument schlechthin, das Akkordeon. Horace liebt die traditionelle Cajun Musik, die er von seinen Vorbildern gelernt hat. Da ist es konsequent, dass auf seiner ersten CD nur Traditionals zu finden sind. Diese Musik war lange Zeit als altmodisch verschrieen und drohte in Vergessenheit zu geraten. Horace und seine Eltern freuen sich über das Revival, denn Tradition und die Vermittlung alter Werte spielen in der Familie Trahan eine bedeutende Rolle.

Horace: "Die jungen Leute sollten heute mehr Respekt vor den Alten haben. Die sind nämlich schon etwas länger hier und haben sicher nicht die ganze Zeit geschlafen. Die Alten sprechen aus Erfahrung, und die Cajuns früher haben das respektiert. Vor 50 Jahren, als es noch keinen Fernseher gab, waren ihre Worte einfach wichtig."

Das Wissen der Alten, beinahe wäre es auch bei den Cajuns verlorengegangen. Die Sprache und die Musik sind die Grundpfeiler ihrer Kultur. In den fortschrittsgläubigen USA galt das Wort Cajun lange Zeit als Schimpfwort für zurückgebliebene Hinterwäldler. Gott sei Dank ließen sich einige davon nicht beirren und gaben die alten französischen Texte und Melodien von Generation zu Generation weiter.

Aufgespielt wurde immer zum Tanz. Ob langsamer Walzer oder schneller Two-Step, am Wochenende drehte sich alles zu den rauhen Klängen der Cajun-Bands.

Die Großfamilie bestimmte das Leben der Cajuns. Cousins und Cousinen, Onkel und Tanten, die Großeltern, sie alle saßen um einen Tisch. Um die vielen Mäuler satt zu bekommen, musste eigentlich immer jemand kochen. Doch das sind Bilder der Vergangenheit. In den 50er Jahren sind die meisten Großfamilien zerbrochen.

Die Trahans bereiten ein Familientreffen mit Freunden vor. Horaces erste CD-Veröffentlichung soll gefeiert werden. Bei ihnen ist die Tradition des gemeinsamen Essens, Musizierens und Feierns noch nicht verlorengegangen. Einer kocht für alle ein typisches Cajun-Gericht, zum Beispiel Crawfish Étouffée, die Gäste können tanzen und die Kinder schlafen im Nebenzimmer. Deshalb heißt so ein Fest auch "Fais do do", das ist französische Kindersprache und bedeutet soviel wie "ein Nickerchen machen".

Damit das Étouffée gelingt, wird Vater Trahan als Berater herangezogen. Die Erfahrung macht’s eben auch beim Kochen.

Akkordeonklänge unter der Evangeline-Oak, einer beinahe 300 Jahre alten Eiche. Sie symbolisiert die Geschichte der Cajuns. Die Legende will es so, dass unter dieser Eiche Evangeline Jahr um Jahr auf die Ankunft ihres geliebten Gatten gewartet hat. Durch die Vertreibung aus ihrer Heimat Acadia in Kanada waren die beiden getrennt worden. Als der Geliebte Gatte nach den Jahren des Wartens endlich am Bayou Teche eintraf, war er so geschwächt, dass er in den Armen von Evangeline starb. Traurig endet das Nationalepos der Cajuns. Evangeline starb kurz nach ihrem Mann. In St. Martinsville hat man ihr ein Denkmal gesetzt.

Am Bayou Teche ist nicht nur die Legende zu Hause. Hier landeten die französisch sprechenden Siedler Mitte des 18. Jahrhunderts, nach einer über 10-jährigen Odyssee durch Nordamerika. Sie waren von den Engländern aus Kanada vertrieben worden, aus Acadia, daher der Name Cajuns. Ihre katholischen Glaubensbrüder, die Spanier, gaben ihnen die Erlaubnis hier zu siedeln. Die Kirche von St. Martinsville wurde 1765 ihre Mutterkirche. Die Cajuns verließen ihre neue Heimat nicht mehr, obwohl das Land noch oft den Besitzer wechseln sollte, wie die Fahnen am Gouverneurs-Haus von St. Martinsville bezeugen.

Horace Trahan auf dem Weg zu seinem Akkordeonbauer. Ende des 19. Jahrhunderts hatten deutsche Einwanderer dem diatonischen Knopfgriffakkordeon zu einem wahren Siegeszug in der Cajunmusik verholfen. Als im Zweiten Weltkrieg der Nachschub mit deutschen Hohner-Akkordeons stockte, nahmen die Cajuns die Sache selbst in die Hand.

Junior Martin ist einer von heute 25 Handwerkern, die das wichtigste Instrument in Südwest-Louisiana bauen. Horace will für seine CD-Premierenfete goldene Klappen montieren lassen, zur Feier des Tages.

Junior Martin ist seit 35 Jahren im Geschäft. Er baut jedes Jahr an die 100 Akkordeons, Stückpreis 1.500 Dollar. Da steckt viel Handarbeit drin und Liebe zum Detail.

Mit den goldenen Klappen spielt es sich gleich noch mal so gut. Das Fest hat begonnen. Jeder, der kommt, bringt sein Instrument mit. Noten brauchen die Musikanten keine. Die Lieder kennt in den traditionsbewussten Familien wie den Trahans jedes Kind.

Musik und Essen, das sind entscheidende Bestandteile der Cajun Kultur. Wichtigster Bestandteil des Essens ist Reis. Natürlich der "gute" aus Louisiana.

In der Liberty Rice Mill in Kaplan. Das Familienunternehmen verarbeitet in der 4. Generation die kleinen Reiskörner, die von hier aus weltweit exportiert werden. 240 fleißige Hände finden Arbeit. Damit ist die Reismühle der zweitgrößte Arbeitgeber im Ort. Reis ist seit 150 Jahren ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Cajun Country.

Das ist Glen Ray Trahan. Er ist Reisfarmer. Auf 1.200 Hektar baut er rund um Kaplan das weiße Getreide an. Als "Nebenerwerb" hat er noch 1.500 Rinder. Hauptabnehmer für seinen Reis ist die Budweiser Brauerei, die damit die traditionelle Braugerste ersetzt. Klar, dass Glen Rays Lieblingsbier Budweiser heißt, obwohl das Gebräu mit seinem tschechischen Namenspatron geschmacklich so gut wie nichts gemein hat.

Mit Dieselpumpen überschwemmt und bewässert Glen Ray seine Reisfelder. Das Wasser des Mississippi wird mit einem ausgeklügelten Kanal- und Dammsystem im ganzen Cajun Country verteilt und reguliert. Hinzu kommt das feuchtwarme Klima, ideale Bedingungen für den Reisanbau.

Glen Ray ist Reisfarmer aus Leidenschaft. Seit 150 Jahren ist Reis das Nahrungsmittel Nummer eins der Cajuns.

Reisbauer: "Für unsere Cajun Kultur ist Reis sehr wichtig, wir sind mit Reis großgezogen worden. Viele essen Reis schon zum Frühstück, zum Beispiel Reisgratin mit Milch. Die Alten haben das so gemacht, und die Jungen essen jetzt auch wieder viel mehr Reis. In all unseren Suppen, Jumbolayas und Kasserollen ist Reis. Unsere Cajun Cuisine ist einzigartig, und ich kann stolz behaupten: Mir schmeckt’s!"

Der Reis kam erst um 1800 nach Südwest-Louisiana, als mit dem Bau der Eisenbahn die Prärie erschlossen wurde. Neben idealen Boden- und Bewässerungsverhältnissen hatte man jetzt auch ein geeignetes Transportmittel, um das "weiße Gold" zu exportieren. Die Einwanderer aus Acadia, dem Nordosten Kanadas, sollten noch andere Pflanzen kennen- und schätzen lernen: Süßkartoffel, Okra und Zuckerrohr. Allein in der Rinderzucht hatten sie Erfahrung aus dem kalten Norden mitgebracht.

Der Cowboy kommt heute mit 750 Pferdestärken - aus der Luft. Mit Sprühflugzeugen werden Dünger, Pestizide und selbst Setzlinge auf den riesigen Reisfeldern ausgebracht. Mit dem Satellitennavigationssystem GPS werden die Felder metergenau angesteuert.

Die Stimmung steigt auf Horaces Fete. Immer mehr Gäste schauen herein. Beim Kochen wird es langsam ernst. Jetzt kommt nämlich das Wichtigste, der Crawfish. Diese Süßwasser-Flusskrebse sind das Symbol der Cajun Cuisine. Neunzig Prozent der weltweit vermarkteten Flusskrebse stammen aus Louisiana - und dort werden die meisten auch gegessen. Hier werden sie als Crawfish Étouffée zubereitet.

In den Bayous des Atchafalaya-Basins. Auch sie werden vom Wasser des Mississippi gespeist. Die Orientierung ist sehr schwierig, denn je nach Wasserstand verändert sich die Landschaft. Die meisten, die hier unterwegs sind, leben seit ihrer Kindheit im Basin.

In den unzugänglichen Sümpfen und Bayous lebten die alten Cajuns als Jäger und Trapper. Sie waren ein eigenwilliges, abgeschiedenes Volk, von dem der Durchschnittsamerikaner so gut wie nichts wusste. Das machte sie für diesen unheimlich. Die seltsamen Menschen mit ihrer unverständlichen Sprache, diesem altmodischen Französisch. Sie jagten Otter, Biber und dann auch noch Alligatoren. Eine fremde Welt.

Fischer beim Crawfishing. Morgens um 5 Uhr ging es schon raus. Bis zu 2.000 Crawfish-Fallen müssen von den beiden in den nächsten Tagen überprüft werden. Das Pfund Crawfish bringt je nach Saison zwischen 40 Cents und einem Dollar. An guten Tagen bringen die Krebse der Bootsbesatzung 700 Dollar. Alle Fischer arbeiten auf eigene Rechnung, das war bei den Cajuns schon immer so. Ist die Crawfish-Saison vorbei, jagen sie Catfish, Riesenfrösche oder Alligatoren.

Überall in den Sümpfen trifft man auf halb verfallene Holzplattformen von Ölbohrtürmen. Sie stehen für den drastischen Wandel im Leben der Cajuns zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

1901 wird in Louisiana Öl gefunden. Ein Jahr später gibt es bereits 76 Ölfirmen, die in den Sümpfen nach dem "Schwarzen Gold" bohren. Die Ruhe und Abgeschiedenheit ist dahin. Tausende Fremde kommen als Ingenieure und Arbeiter ins Land. Straßen und Versorgungskanäle werden gebaut. Und aus so manchem Cajun-Trapper wird ein Ölarbeiter. "La vie cadienne", das Leben der Cajuns, ändert sich für immer.

Das Mississippi Delta, der Golf von Mexico. "Off shore", vor die Küsten hat sich die Ölindustrie inzwischen verlagert. Hunderte von Plattformen stehen schon im relativ flachen Gewässer. Der Golf von Mexico wird von den Geologen als sehr zukunftsträchtig angesehen.

Ein harter Job, der gut bezahlt wird. Mit der Ölindustrie kam Geld ins Cajun Country. Und trotz der Verlagerung hinaus in den Golf ist das Öl ein bestimmender Wirtschaftsfaktor geblieben. Denn für jeden dieser Männer auf der Bohrinsel arbeiten zehn an Land. Da hat die Ölindustrie auch gar kein schlechtes Gewissen, das Leben der Cajuns grundlegend verändert zu haben, im Gegenteil:

Ingenieur: "Der Lebensstil der Cajuns war, bevor die Ölindustrie hierher kam, bestimmt von kleinen Fischern und Farmern. Mit uns kam eine Technologie ins Land, die nicht nur Arbeitsplätze schuf, sondern auch eine bessere Infrastruktur, Schulen, Krankenhäuser. Mit uns konnte die Wirtschaft hier wachsen, konnten die Leute ihren Lebensstil lebendig halten."

Damit auch die Ölindustrie lebendig bleibt, das heißt immer genug Öl vom Meeresgrund heraufsprudelt, werden ganz neue Wege beschritten. Von dieser Plattform aus wird erstmals durch eine mächtige Salzschicht hindurch nach Öl gebohrt.

Öl hin, Salzschicht her, das Wochenende gehört dem Tanz, der Musik, der Familie und den Freunden.

Beim Kochen wird das Finale eingeläutet. Jetzt ist Vater Trahan gefordert. Scharf muss es sein, wenn es einem richtigen Cajun schmecken soll. Aber welche Schärfe und wie stark, da hat jeder so seine Geheimnisse. Mit bedacht wird gewürzt, immerhin gilt es viele hungrige Mäuler zu füttern und allen soll es schmecken. Tanzen und singen im Küchendunst macht Appetit.

Damit es Köche wie Vater Trahan beim Würzen leichter haben, erfand 1868 Edmund McIlhenny eine Pfeffersoße. Seine Kreation verbreitete sich schnell in Louisiana und ist heute auf der ganzen Welt zu haben: Tabasco. Die McIlhenny Familie machte mit ihrer scharfen Soße ein Vermögen. Hinter diesen Mauern wird sie bis heute fabriziert. Die Rezeptur ist natürlich Firmengeheimnis. Verraten wird nur, dass die Pfeffersoße seit über 100 Jahren auf dieselbe Weise hergestellt wird und dass nur Naturprodukte verwendet werden. Hauptbestandteil der Tabasco-Soße ist Pfeffer. Er gibt ihr die Schärfe. Damit die Pfefferschoten immer zum genau richtigen Zeitpunkt geerntet werden, haben die Tabasco-Leute ein kleines Hilfsmittel.

Tabasco: "'Le petit bâton rouge', der kleine rote Stab, wird dazu benutzt, um die Farbe des Pfeffers zu messen. Wenn die Pfefferschoten genauso rot sind, ist die Erntezeit gekommen. Die beginnt im August und geht bis zum ersten Frost im Dezember."

Neben den scharfen Soßen kommt aus Südwest-Louisiana seit ein paar Jahren auch eine heiße Musik. Zydeco, das schwarze Pendant zur weißen Cajun Musik. Der 17-jährige Chris Ardoin ist einer der neuen Zydeco-Stars.

Warum tanzen keine Weißen im Zydeco Club, warum sieht man keine Schwarzen beim verwandten Cajun? Ihre Musik hat doch dieselben Wurzeln. Die Antwort ist einfach: Auch im Süden des Südens lebt der Rassismus.

Chris’ Vater Lawrence ist auch Musiker, ebenso dessen Vater. Zur Familie gehörte auch der legendäre Amèdèe Ardoin, Vorbild ganzer Cajun-Musiker-Generationen. Lawrence erzählt die Geschichte von Amèdèe als ein Beispiel für den tief verwurzelten Rassismus. Als dem schwarzen Musiker bei einem seiner Auftritte ein weißes Mädchen den Schweiß von der Stirn wischte, war das einigen Gästen zu viel. Angetrunkene Weiße schlugen ihn halbtot. Amèdèe starb seines Bewusstseins beraubt im Irrenhaus. - Chris interessieren die alten Geschichten wenig, er möchte ins Fernsehen, in die Charts.

Messe in der Pfarrei St. Benedict in Duson. Der Gospelchor bringt Leben in die Kirche, doch die Stimmung ist gedrückt. In den letzten Monaten reißt die Serie von Brandanschlägen auf Kirchen von schwarzen Gemeinden im Süden der USA nicht ab. Auch im scheinbar so freundlichen Cajun Country geht die Angst um. Pfarrer Ron Broussard erläutert:

Pfarrer Ron Broussard: "In unserer Gegend gibt es unter der Oberfläche schon noch so etwas wie eine Sklaven- und Sklavenhaltermentalität. An der Oberfläche wird es als zweckmäßig angesehen, jedermann in die Arme zu schließen, und das tun wir auch. Dahinter verbirgt sich manchmal aber eine Mentalität der Überlegenheit, die ihr hässliches Gesicht auf vielfältige Weise zeigen kann. In der Politik, in der Kultur und in der Kirche."

Das Essen ist fertig. Crawfish Étouffée, eine Spezialität. Höhepunkt von Horaces Fest. Nicht zu unrecht bemerkte einmal ein Cajun-Kenner: "Essen und Musik sind integrale Bestandteile der Kultur, öffentliche Rituale, die den Alltag der Cajuns bestimmen."

Die Trahans sind stolz darauf Cajuns zu sein. Ganz bewusst lernt Horace die alte französische Sprache und besonders die Musik so wie die Alten sie gespielt haben. Zum Abschluss sagt er uns: "Durch das Fernsehen wird alles gleich gemacht auf der Welt, MTV, das ist doch langweilig. Wir müssen unsere Besonderheiten bewahren, nur so haben wir eine Identität."