zum Inhalt.
zur Hauptnavigation.

Inhalt

Material 1

Erdbeerfelder und Schießereien

Vor zwanzig Jahren war Watsonville eine friedvolle Stadt. Die meisten Familien bewirtschafteten seit Generationen dieselben Felder, und es gab kaum nennenswerte Kriminalität. Heutzutage stellen Landwirtschaft und Einwanderung eine ernsthafte Gefahr für die Innenstadt dar. Zwischen Juni und September haben mindestens zehn Schießereien unter Banden stattgefunden. Die gesellschaftlichen Veränderungen sind von einem dramatischen Wandel in der Landwirtschaft begleitet worden. Die alten Apfelplantagen sind von Anbauflächen für Erdbeeren verdrängt worden. Dieser Wandel im Anbau erwies sich als wahre Goldgrube für die Agrarindustrie. Der Wert der Erdbeerernte beläuft sich mittlerweile auf 650 Millionen Dollar pro Jahr in Kalifornien, in der County Santa Cruz hat sich der Wert der Erzeugung von Erdbeeren im Zeitraum von 1982 bis 1992 mehr als verdoppelt. Die Auswirkung auf den Arbeitsmarkt ist enorm. Die Vegetationszeit von Erdbeeren ist länger als die von Äpfeln, es sind mehr Arbeitskräfte erforderlich. Tausende neuer Arbeitskräfte waren für einen längeren Zeitraum erforderlich. In den 50er und 60er Jahren wurden die Äpfel von Watsonville von Mexikanern gepflückt, die nur als Gastarbeiter während der Erntezeit in Kalifornien geduldet waren. Heute bringen die Arbeiter ihre Familien mit, normalerweise kommen sie, um hier zu bleiben. Der Zustrom von zumeist mexikanischen Feldarbeitern hat die Bevölkerung von Watsonville seit 1975 mehr als verdoppelt und die Innenstadt völlig verändert, so dass heute häufiger Spanisch als Englisch zu hören ist. Vertreter der Stadt sind der Ansicht, dass die Stadtflucht der weißen Bevölkerung und der Verfall der Innenstadt von den Veränderungen in der Landwirtschaft verursacht worden sind. Es gibt eine Reihe von Problemen, die die Situation für Watsonville schwieriger machen als für andere Städte. So ist die Stadt gegen Pläne, Ackerland in Bauland und Gewergebiete umzuwandeln. Die 6.500 neuen Arbeitsplätze, die seit 1980 durch die Erdbeeren im County Santa Cruz entstanden sind, haben in erster Linie Feldarbeiter angelockt, deren Arbeit so schwer und unterbezahlt ist, dass Amerikaner sie nicht machen wollen. Aber dieselben Kräfte, die auf diese Weise die Löhne auf den Feldern in den USA niedrighalten, haben die meisten der besser bezahlten Jobs in der Obst und Gemüse verarbeitenden Industrie ins billigere Mexiko verlagert. Seit Mitte der 80er Jahre hat Watsonville mehr als 5.000 Arbeitsplätze in der Verarbeitungsindustrie verloren.

Die Arbeitslosigkeit lag 1994 in Watsonville bei 28%. Das liegt vor allem daran, dass es nicht genügend Arbeitsplätze in der wachsenden technischen Industrie und im Dienstleistungssektor gibt.

In Watsonville bestand die Bevölkerung 1990 zu 61 % aus Latinos. Dieser Anteil liegt jetzt eher bei 70% aufgrund der Abwanderung vieler Weißer. Nur 54% der Erwachsenen haben einen Schulabschluss, ein Drittel der Bevölkerung ist jünger als 18. Im Gegensatz dazu beträgt der Anteil der Weißen im nahen Santa Cruz 85%, 91% der Erwachsenen haben einen Schul- bzw. Hochschulabschluss.

"Sieh es realistisch, Watsonville ist jetzt eine Stadt der Latinos. Die Stadt ist ein Mikrokosmos für die Zukunft Kaliforniens. Sechs von zehn Geburten in dieser County sind Latinos. Das ist die Zukunft."

Strawberry Fields and Shotgun

Twenty years ago Watsonville was a peaceful town. Families had farmed the same land for generations and crime was hardly a problem. But farming and immigration are now threatening to overwhelm it with urban problems. There were at least 10 gang-related shootings between June and September. The social changes have been accompanied by dramatic changes in agriculture. The old apple orchards have been replaced by strawberry plants. The switch in crops has been a bonanza for agribusiness. Strawberries are now a $650 million per year crop in California, and crop values in Santa Cruz County alone have more than doubled between 1982 and 1992. The effect on the job market has also been enormous. Strawberries have a longer season and are far more labor-intensive than apples. Thousands of new workers are necessary for longer periods of time. The new jobs have transformed the traditional flow of immigrant workers into a flood. In the 1950s and 60s, Watsonville's apples were picked by Mexican guest workers allowed into California only seasonnally. Todays workers bring their families, and usually come to stay. The influx of mostly Mexican fieldworkers has more than doubled Watsonville's population since 1975, and changed the downtown area where Spanish is heard more often than English. City officials say white flight and urban decay are caused by the changes in farming. But there are problems that make it worse for Watsonville than for most other places. For example, officials are against plans to develop farmland for housing and non-agriculture industry. The 6,500 new jobs that strawberries have brought to Santa Cruz County since 1980 are mostly field work, work so difficult and low-paid that native-born Americans simply won't do it. But the same firms that keep farm wages low in the United States have exported most of Watsonville's well-paid food-processing jobs to Mexico. Since the mid-1980s, Watsonville has lost more than 5,000 frozen food and cannery jobs.

Unemployment in Watsonville was at 28 percent in 1994. The reason is that there are not enough jobs in the growing technical and professional sector.

In 1990 Watsonville was 61 percent Latino. The proportion is now closer to 70 percent, due to white flight. Only 54 percent of adults here have a high school education, and one third of the population is under age 18. In contrast, nearby Santa Cruz is about 85 percent white, and 91 percent of adults have high school or university degrees.

"Face it, Watsonville is now a Latino city. This town is a microcosm of the future of California. Six out of 10 births in this county are Latino. This is the future."