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Hintergrund: Metamorphose

Erst unter Wasser, dann an Land

  • Ein Frosch mit Laich guckt aus dem Wasser. Weil sie an Land und im Wasser leben, gehören Frösche zu den Amphibien; Rechte: Imago

Menschen kommen als Babys auf die Welt – viel kleiner als Erwachsene zwar, aber schon mit Armen, Beinen, Mund, Nase, Herz, Lunge und allen anderen Körperteilen. Viele Tiere aber verändern sich komplett, wenn sie aufwachsen. Sie durchlaufen eine Metamorphose. Das ist griechisch und bedeutet "Umwandlung". Aus der dicken Raupe wird der hauchdünne Schmetterling. Aus der Kaulquappe im Teich wird der Frosch am Ufer. Aus der Larve im Wasser wird eine Libelle, die durch die Luft fliegt.

Vor allem Gliedertiere und Lurche, zu denen auch die Frösche gehören, verwandeln sich auf ihrem Weg vom jungen zum ausgewachsenen Tier. Einige Organe oder Körperteile bilden sich zurück, andere entstehen in wenigen Tagen oder Wochen neu. Zu den Gliedertieren gehören Insekten, Ringelwürmer, Käfer, Krebse und Spinnen. Sie haben keine Wirbel und ihr Körper ist in verschiedene Abschnitte unterteilt, daher der Name Gliedertier.

Die Lurche werden auch Amphibien genannt. Das ist wieder griechisch und lässt sich in etwa übersetzen mit "auf beiden Seiten lebend", denn Amphibien leben an Land und im Wasser. Zur Fortpflanzung gehen sie ins Wasser, um dort ihre Eier zu legen. Die Jungtiere wachsen im Wasser auf. Als Erwachsene hüpfen oder krabbeln sie dann an Land. Zu den Amphibien zählen Frösche, Kröten, Salamander und Molche.

Die Metamorphose beim Frosch

  • Eine Kaulquappe schwimmt vor Wasserpflanzen. Ihr sind schon die Froschbeinchen und das Maul gewachsen. Diese Kaulquappe hat schon große Ähnlichkeit mit dem Frosch; Rechte: Imago

Das Leben eines Froschlurches zum Beispiel beginnt als Kaulquappe im Wasser. Im Frühling wachsen die Kaulquappen in vielen befruchteten Eiern – im glibberigen Laich – heran. Oft befinden sich Tausende Eier in einem "Laich-Ballen". Nach etwa zwei Wochen schlüpfen die Kaulquappen, schwimmen durch das Wasser – und machen sich auf die Suche nach Nahrung. Sie haben Hunger auf Pflanzen und winzig kleine Lebewesen. Die Kaulquappen atmen wie Fische durch Kiemen, die in den ersten Tagen außen am Körper liegen und aussehen wie ein kleiner Schnurrbart. Das ändert sich, wenn das Tier wächst. Dann liegen die Kiemen innen unter der Haut. Mit einer großen Schwanzflosse kann die Kaulquappe bestimmen, wohin und wie schnell sie schwimmt. Im Frühsommer beginnt die Verwandlung: Dem Tier wachsen zuerst die Hinter-, dann die Vorderbeine. Der Schwanz bildet sich zurück. Immer häufiger schwimmt das Tier zur Wasseroberfläche, und in seinem Körper hat sich nun auch eine kleine Lunge gebildet. Schließlich verlässt der junge Frosch das Wasser ganz, denn er hat nun auch keine Kiemen mehr. Außerdem wird der Frosch zum Fleischfresser. Jetzt stehen auf seinem Speiseplan Mücken, Fliegen, Würmer und andere kleine Tiere.

Die größte Kaulquappe der Welt lebt übrigens in Mittel- und Südamerika. Sie kann fast 30 Zentimeter werden und schrumpft immer mehr, bis aus ihr der Große Harlekinfrosch geworden ist. Der misst nur noch vier bis sieben Zentimeter. Das ist aber die absolute Ausnahme. Normalerweise sind Kaulquappen viel kleiner als der ausgewachsene Frosch. Der Grasfrosch aus den Teichen und Tümpeln in Mitteleuropa zum Beispiel schlüpft als Kaulquappe, die nicht mal einen Zentimeter lang ist – und wird später sieben bis elf Zentimeter groß.

Von der Fressmaschine zum Schmetterling

  • An einem Halm sitzt die braune Larvenhülle, darüber die frisch geschlüpfte grüne Libelle. Die frisch geschlüpfte Libelle und ihre Larvenhülle; Rechte: Imago

Auch Insekten verwandeln sich – aber nicht immer leben ihre Larven im Wasser. Der Schmetterling zum Beispiel beginnt als befruchtetes Ei, aus dem sich die Larve in Form einer Raupe befreit. Sie ist eine richtige Fressmaschine und vertilgt ganze Blätter. Sie frisst jeden Tag sogar mehr, als sie selbst wiegt. Klar, dass da schnell die Haut zu klein wird. Die Raupe schiebt sie einfach nach hinten weg und trägt darunter gleich die neue, größere Haut.

Wenn der Hunger endlich gestillt ist, verpuppt sich die Larve. Sie baut um sich herum eine Schutzhülle, in der sie sich ungestört zum Schmetterling umwandeln kann. Das kann zwei bis vier Wochen dauern, bei manchen Arten aber auch deutlich länger. Viele Hüllen sehen deshalb aus wie frische oder trockene Blätter. Das soll Feinde davon abhalten, sich auf die Puppe zu stürzen – denn die ist wehrlos. Schließlich braucht das Tier all seine Kraft für die Metamorphose. Die Raupe löst sich im Inneren der Puppe komplett auf, bevor aus besonderen Zellen ein völlig neues Wesen entsteht: der Schmetterling. Er zwängt sich nach draußen, breitet seine Flügel aus, lässt sie trocknen – und startet zu seinem ersten Flug.

Zurück bleibt nur die Hülle, die manchmal auch Kokon genannt wird. Am bekanntesten ist wohl der Kokon des Seidenspinners. Er besteht aus einem 500 Meter langen Faden. Aus dem kann man – der Name des Tieres verrät es schon – Seide herstellen.

Ein Krebs entsteht aus vielen Einzelteilen

  • Die Larve des Gelbrandkäfers auf einem Blatt. Auch Käfer verwandeln sich, hier die Larve des Gelbrandkäfers; Rechte: Imago

Nicht nur bei Insekten, auch bei anderen Gliedertieren – zum Beispiel bei Krebsen – gibt es Metamorphosen. Viele Krebse schlüpfen als Larven aus dem Ei, leben einige Wochen komplett unter Wasser und wachsen heran. Zu Beginn ihres Lebens bestehen sie nur aus drei Segmenten. Das Wort Segment ist lateinisch und bedeutet "Abschnitt" oder "Teil eines Ganzen". Bei Krebsen und anderen Gliedertieren wird jedes einzelne Körperteil als Segment bezeichnet. Wenn die Larve nun wächst, häutet sie sich mehrfach – und jedes Mal entsteht mindestens ein Segment neu. Das muss das junge Tier so oft wiederholen, bis es zum kompletten Krebs geworden ist. Und das kann dauern – höher entwickelte Krebs-Arten haben zehn Laufbeine, vier Fühler und jede Menge weiterer Segmente.

Eine Metamorphose kann also ganz unterschiedlich aussehen – wie beim Frosch, wie beim Schmetterling, wie beim Krebs oder ganz anders. Allerdings: Nicht alle Lurche und Gliedertiere machen eine solche Umwandlung durch. Bei manchen Arten schlüpft aus dem Ei schon das fertige Tier – zum Beispiel bei den Spinnen oder beim Alpensalamander.