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Unterricht: Kleine Schritte - Mission 1 – 1914

  • (Quelle: Submarine / NTR / SWR) (Quelle: Submarine / NTR / SWR)
  • (Quelle: Submarine / NTR / SWR) (Quelle: Submarine / NTR / SWR)

Mission 1 zum „Attentat von Sarajevo“ ist für den Unterricht anspruchsvoller als die anderen drei Missionen. Erörtert werden müssen die Problematik von Propaganda und die Einordnung einseitiger Informationen. Die Schülerinnen und Schüler schlüpfen in die Rolle eines Mitgliedes der Geheimorganisation „Die schwarze Hand“ und werden aufgefordert, an dem Attentat von Sarajevo aktiv mitzuwirken. Mit Hilfe der begleitenden Texte und Arbeitsblätter lässt sich die Bedeutung des Attentats für die Entstehung des 1. Weltkriegs einordnen. Die Schülerinnen und Schüler erfahren, wie sich die politische Situation im Vorfeld des Krieges darstellte, und sie erkennen, dass eine Vielzahl von Ursachen zur Entstehung des Krieges führte.

Darüber hinaus bietet diese Mission eine Fülle von Entscheidungsfragen, die Anlass für das ethisch-moralische Argumentieren geben. Viele Punkte, die in dieser Mission angesprochen werden, lassen sich auf die Gegenwart übertragen – das Thema Terrorismus zum Beispiel oder die Frage, ob Gewalt ein legitimes Mittel sein kann, um politische Ziele zu erreichen.

Insgesamt stellt Mission 1 die Schülerinnen und Schüler vor vier Entscheidungssituationen:

- Werde ich Mitglied bei der „Schwarzen Hand“?
- Helfe ich zuerst einem Verletzten, oder erfülle ich sofort meinen Auftrag?
- Mache ich aktiv beim Attentat mit?
- Versuche ich, das Attentat zu verhindern?

Wir schlagen vor, die Schülerinnen und Schüler Mission 1 zunächst unvorbereitet spielen zu lassen. Sie arbeiten allerdings mindestens zu zweit zusammen. Das zwingt sie, sich über die Entscheidungen auszutauschen. In jeder Entscheidungssituation sollen sie innehalten und ihre Wahl auf Arbeitsblatt „Mission 1 – AB A“ begründen. So bilden sich die Schülerinnen und Schüler zunächst eine eigene Meinung – auch wenn sie den historischen Kontext noch nicht vollständig erfassen können. Anschließend kann man per Strichliste erheben, wie viele Schülerpaare sich wofür entschieden haben. Die Schüler nennen dabei jeweils ihre Begründung. Nach der eingehenden inhaltlichen Beschäftigung mit der Mission können sie erfragen, ob und inwiefern die Schüler ihre Entscheidungen nun revidieren würden. Gerade weil die im Spiel gegebenen Informationen teilweise einseitig sind, erkennen die Jugendlichen so durch eigene Erfahrung, welche Rolle Propaganda in kriegerischen Auseinandersetzungen spielen kann.

Schwarze Hand und Attentat

Das Spiel konfrontiert die Schülerinnen und Schüler zunächst mit der eher einseitigen Geschichtsauffassung von Oberst Apis. Seine Aussagen müssen im Unterricht zwingend bewertet und eingeordnet werden, um bei den Schülern keinen falschen Eindruck zu hinterlassen. So sagt er zum Beispiel „Schon seit sechs Jahren plündert Österreich-Ungarn unser Land“, also Serbien. Historisch gesehen waren die Rollen Österreich-Ungarns und Serbiens natürlich vielschichtiger, der Kontext muss im Unterricht aufgearbeitet werden. Dabei hilft der Text „Das Attentat von Sarajevo“ in dem Glossar mit wichtigen Weltkriegs-Begriffen. Auf Arbeitsblatt „Mission 1 – AB 1“ analysieren die Schüler die einzelnen Behauptungen von Oberst Apis und ordnen sie ein. Anschließend setzen die Schüler das Verhalten der „Schwarzen Hand“ in Bezug zu modernen Terrororganisationen.

Damit auch schwächere Schülerinnen und Schüler die komplexen historischen Zusammenhänge korrekt wiedergeben können, bieten wir zu den Fragen Hilfekarten an. Lehrkräfte können diese als komplettes Hilfeblatt ausgeben oder – auseinander geschnitten – nur gezielt Karten zu einzelnen Fragen verteilen, bei denen die Schüler nicht weiterkommen. Nach dieser Einzelarbeit führen die Schülerinnen und Schüler zu zweit oder in Gruppen ihre Erkenntnisse zum Attentat in einer Mindmap zusammen.

Ausbruch des Krieges

Danach soll die Klasse das Attentat in den Kontext der politischen Konstellation der Vorkriegszeit setzen und einordnen, wie es zum Beginn des Weltkrieges kommen konnte. Hierfür bietet der Text „Ausbruch des Krieges“ das nötige Hintergrundwissen. Zunächst visualisieren die Schüler auf einer Landkarte (Arbeitsblatt „Mission 1 – AB 4“), wo die beteiligten Länder eigentlich lagen. Die Informationen aus dem Text übertragen die Schülerinnen und Schüler entweder frei formuliert auf das Arbeitsblatt „Mission 1 – AB 5“. Alternativ dazu bieten wir Stichpunkt-Karten an. Die Schüler können sie ausschneiden und die Karten auf Arbeitsblatt 5 den unterschiedlichen Konfliktphasen zuordnen und aufkleben. Dies bietet sich vor allem für Lerngruppen an, denen das eigenständige Formulieren Schwierigkeiten bereitet.

Attentat als politisches Mittel

Abschließend kann die Klasse darüber diskutieren, ob Töten ein Mittel sein darf, um politische Konflikte zu lösen. Dies ist beispielsweise in Think-Pair-Share-Methode in Vierergruppen möglich: Zunächst arbeiten die Schüler zu zweit. Einer überlegt sich Argumente für die Pro-, der andere für die Kontra-Position. Im nächsten Schritt tauschen sich die beiden aus. Schließlich tun sich zwei Arbeitspaare zusammen und diskutieren. Arbeitsblatt „Mission 1 – AB B“ hilft, die Argumente zu sortieren.