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Hintergrund: Die deutsche Expansionspolitik der Nationalsozialisten und die Olympischen Spiele – Ein Widerspruch

Hitlers unbedingtes Machtinteresse war es, ein großdeutsches Reich zu errichten, er strebte die „Großdeutsche Lösung“ an. Das bedeutete Expansion, also Krieg. Hitlers außenpolitische „Erfolge“ gingen einher mit starker rassistischer und kultureller Intoleranz. Dies zeigte sich bereits in den Bücherverbrennungen 1933. Um nach außen weiterhin Friedensliebe zu demonstrieren, bewarb sich Hitler um die Austragung der Olympischen Spiele 1936 in Berlin. Der Welt blieb jedoch die Ausgrenzung von Minderheiten, vor allem von Juden, durch die Nationalsozialisten nicht verborgen. Groß war die Empörung vor allem in einflussreichen jüdischen Kreisen. Bereits am 18. April 1933 schrieb die New York Times: „Olympische Spiele 1936 werden möglicherweise abgesagt wegen Deutschlands Kampagne gegen die Juden.“ Hitler beabsichtigte, durch die Austragung der Olympischen Spiele zur Beruhigung der Weltmeinung beizutragen. Im Völkischen Beobachter war zu lesen: „Es bedarf eigentlich gar keiner Erwähnung, dass die Vertreter aller Nationen, die zu den Olympischen Spielen 1936 nach Deutschland entsandt werden, hier als Gäste behandelt werden, welcher Rasse sie auch angehören mögen. Damit ist nicht gesagt, dass wir uns in unsere internen Angelegenheiten vom Internationalen Komitee reinreden lassen. Wie sich die deutsche Vertretung zusammensetzt, wird schließlich bei uns bestimmt.“

  • BerlinOlympiastadion Berlin 1936
  • Deutsche Turen-ZeitungDeutsche Turn-Zeitung von 1941
  • Ankunft der US-OlympiamannschaftUS-amerikanische Olympiamannschaft bei ihrer Ankunft in Deutschland

Dr. Theodor Lewald, Vorsitzender des Reichsausschusses und Vorsitzender des Organisationskomitees – Nichtarier und dennoch radikaler Faschist – schlug vor, dass künftig die nationalen Minderheiten getrennt in den Mannschaften der Länder starteten, in denen sie lebten. Diese Idee widersprach eindeutig den olympischen Regeln und Prinzipien. Vor allem in den USA wuchs die Zahl derjenigen, die Deutschland zu einer Teilhabe der Juden aufforderten, so dass das Deutsche Olympische Komittee auf der Versammlung in Wien gezwungen war zu reagieren und den Juden die Teilnahme zu gestatten: Deutschland werde die in Wien eingegangene Verpflichtung selbstverständlich sorgfältig beachten und allen hierfür aussichtsreichen Sportsleuten Gelegenheit zur Vorbereitung geben.

Die Antifaschisten, allen voran die Kommunisten, versuchten das Ausland über den Missbrauch der Spiele als eine Art Vorhang vor Hitlers Kriegsvorbereitungen aufzuklären. Für Hitler war von vornherein klar, dass keine Juden an den Spielen teilnehmen würden, zumindest nicht in der deutschen Mannschaft. Den anderen Ländern stellte er frei, Juden in ihre Mannschaft aufzunehmen. Für Deutschland galt jedoch bereits das Gesetz der Rassentrennung, d.h. Juden wurden völlig von der arischen Bevölkerung abgesondert. Hitler hielt nach innen an der Ausgrenzung der Juden fest. Dem Ausland signalisierte er das Gegenteil.