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Hintergrund: Chronologie

Die Besiedlung Sibiriens

Zeit Besiedlung
1579 - 1582 Feldzug eines Kosakentrupps unter der Führung des Volkshelden Jermak, der im Dienst der Unternehmerfamilie Stroganoff stand. Eroberung des westsibirischen Khanats
ab 1586 erste Stadtgründungen: Tjumen, Tobolsk, Tara
17. Jh., 1. Hälfte Abenteurer, Händler und Kosaken dringen weiter nach Sibirien vor, vor allem um Pelze, Walrosszähne und Edelmetalle zu erbeuten
Gleichzeitig rücken auch Truppen des Zaren in Sibirien vor. 1639 erreichen sie den Pazifik, 1643 den Baikalsee
ab 1637 Die eroberten Gebiete werden von Moskau aus verwaltet (Sibirskij Prikas)
Die Eroberung erfolgt weniger mit Waffengewalt, mehr durch Einsetzen loyaler Herrscher.
Es werden Zölle und Abgaben (Jasak) erhoben, auch von den Völkern, die seit Jahrhunderten in Sibirien leben.
Die Völker Sibiriens dürfen ihren Glauben (meist Schamanismus) sowie ihre Lebens- und Wirtschaftsformen beibehalten.
Die meisten Ethnien Sibiriens leisten den Russen Widerstand: die Tataren des Khanats Sibirien, Jakuten, Burjäten, Jukagiren, Tschuktschen, Kamtschadalen, Korjaken
17. Jh. Ansiedlung russischer Bauern
Anf. 18. Jh. In Sibirien leben mehr Russen als Ureinwohner (Sibirjaken)
(1795: 360 000 Nicht-Europäer, 819 000 Russen)
Mitte 18. Jh. Zur Erschließung der Steppe werden auch ausländische Kolonisten herangezogen; seit den 1750er Jahren: Rumänen, Serben, Bulgaren; ab 1764: Deutsche
18. Jh. Aufstände der Jakuten, Burjäten, Korjaken, Tschuktschen und Baschkiren werden mit Waffengewalt niedergeschlagen
1822 Neue Verwaltungsordnung: Sibiriens Ethnien ("inorodcy" = Fremdstämmige) gelten als Bürger 2. Klasse, die an wichtigen Entscheidungen nicht beteiligt werden.
1891 Baubeginn für die Transsibirische Eisenbahn
1896 - 1914 Zuwanderung von etwa vier Millionen Siedlern aus Russland
ab 1929 verstärkte Industrialisierung Sibiriens (1. Fünf-Jahres-Plan Stalins)
ab 1930 Einrichtung des Gulags; 1934 befinden sich etwa 5 Millionen Häftlinge in den Lagern
1936 - 38 "Große Säuberungen" Stalins
ca. 7 Millionen Menschen werden in sibirische Straflager gebracht; 1 Million Menschen wird hingerichtet
Mehr als die Hälfte der Einwohner Sibiriens lebt in Lagern, Gefängnissen oder als Deportierte unter Bewachung
Durch die massenhafte Ansiedlung von Sträflingen entstehen Städte wie z.B. Norilsk und Magnitogorsk
1953 Tod Stalins; Auflösung des Gulag
1991 Auflösung der Sowjetunion; Gründung der "Gemeinschaft unabhängiger Staaten"
Wirtschaftliche Schwierigkeiten (sinkende Rohstoffpreise; hohe Transportkosten) und die verstärkte Abwanderung führen zum Verfall vieler Städte und Siedlungen. In Jakutien beispielsweise schrumpfte die Bevölkerung seit 1989 um fast ein Fünftel. Die Republik beschloss im Jahr 1998 "Siedlungen ohne Perspektive zu liquidieren". 1999 sollen aus Sibirien und den fernöstlichen Regionen knapp 100.000 Bewohner abgewandert sein.