zum Inhalt.
zur Hauptnavigation.

Inhalt

Hintergrund: Mainhatten und Boom-Town Frankfurt

Die 70er - Mainhatten

Anfang der 70er Jahre lassen sich mehr und mehr Banken in Frankfurt nieder, die Stadt ändert ihr Gesicht. Zwischen alten Villen schießen Bürohäuser in die Höhe, Frankfurt wird zu „Mainhattan“. Die Entwicklung zu einem international führenden Bankenzentrum stößt nicht überall auf Begeisterung. Studentische Gruppen üben vielmehr Kritik an der kapitalistischen Wirtschaftsordnung. Sie wehren sich gegen eine Stadtplanung, die den Banken immer mehr Platz einräumt. Bodenspekulanten lassen zudem Häuser verfallen, um billig an den nötigen Baugrund zu gelangen. Es kommt zu Hausbesetzungen, Demonstrationen und Straßenschlachten mit der Polizei.

Die Deutsche Bundesbank, die ehemalige Bank Deutscher Länder hat den guten Ruf der D-Mark begründet. Durch ihre Stabilitätspolitik entwickelte sich die D-Mark zu einer inoffiziellen Leitwährung in Europa.

  • Frankfurt 70er Jahre (Rechte: WDR)Frankfurt am Anfang der 70er Jahre. Immer mehr Banken, auch ausländische, lassen sich hier nieder.
  • Frankfurt 70er Jahre (Rechte: WDR)
  • Frankfurt 70er Jahre (Rechte: WDR)
  • Westend (Rechte: WDR)

    Das Westend hat sein Gesicht behalten. Viele Villen wurden restauriert. Ihren Wert haben Anfang der 70er Jahre nur die Studenten gesehen.

  • Westend (Rechte: WDR)
  • Westend (Rechte: WDR)

Währungsunion und Boom-Town Frankfurt (90er Jahre)

Mit der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion übernimmt die DDR ab dem 1. Juli 1990 große Teile der Wirtschafts- und Rechtsordnung der BRD. Nun gilt nur noch die D-Mark als Zahlungsmittel im bald wieder vereinten Deutschland. Löhne, Gehälter, Renten, Mieten und andere „wiederkehrende Zahlungen“ werden 1:1 umgestellt. Im Verlauf der 90er Jahre erlebt Frankfurt als Finanzplatz eine regelrechte Euphorie: Aktienboom und Neuer Markt bescheren den Banken gute Geschäfte, den Boom bezeugen immer höhere Wolkenkratzer im Bankenviertel. 1994 fällt die Entscheidung – trotz starker europäischer Konkurrenz – in Frankfurt die Europäische Zentralbank (EZB) anzusiedeln.

  • Hochhaus Frankfurt (Rechte: WDR)

    Frankfurt 2003. Die neuen Hochhäuser im Bankenviertel spiegeln die Euphorie der 90er Jahre.

  • Hochhäuser Frankfurt (Rechte: WDR)
  • Hochhäuser Frankfurt (Rechte: WDR)

Die Europäische Zentralbank

Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB) wird der Eurotower am Willy-Brandt-Platz in der Frankfurter Innenstadt. Am 1. Januar 1999 geht die Verantwortung für die Geldpolitik in den Staaten der Eurozone auf die Europäische Zentralbank über. Für die Deutsche Bundesbank ist mit diesem Datum ein erheblicher Bedeutungsverlust verbunden: Während der Zentralbankrat der Bundesbank vorher autonom über die Höhe der deutschen Leitzinsen entscheiden konnte, liegen diese Kompetenzen von nun an beim obersten Gremium der EZB, dem EZB-Rat. Die EZB gehört zusammen mit den Zentralbanken der Teilnahmeländer der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) zum Europäischen System der Zentralbanken. Wichtigstes Ziel ist es, die Preisstabilität zu gewährleisten. Der EZB-Rat besteht aus dem Direktorium und den Zentralbankpräsidenten der an der EWWU teilnehmenden Länder. Als höchstes Entscheidungsgremium legt er die Leitlinien der europäischen Geldpolitik fest.

Die Internationalität ist ein plus für die Stadt. 1994 viel die Entscheidung die europäische Zentralbank hier anzusiedeln, auch wenn Frankfurt in Europa als Bankenzentrum nur die Nummer zwei hinter London ist.

Zwar hat das neue Jahrtausend mit einer Krise begonnen, doch das neue Gesicht Frankfurts strahlt. Gewachsen aus einer Jahrhunderte alten Tradition. Das Denkmal des alten Goethe steht heute vor dem Hochhaus der Europäischen Zentralbank.

  • Europäische Zentralbank (Rechte: WDR)
  • Hochhäuser Frankfurt (Rechte: WDR)
  • Die Euroeinführung (Rechte: WDR)
  • Goethe-Denkmal vor der Europäischen Zentralbank

Einführung des Euro

Frankfurt spielt bei der Einführung des Euro am 1. Januar 2002 wegen seiner historischen Entwicklung als Handelsplatz, Finanzzentrum und vor allem als Sitz der EZB eine wichtige Rolle. Zur „Geburtsstunde des Euro“ feiern Tausende um Mitternacht im Zentrum des Bankenviertels die neue Währung und das neue Jahr. Ab jetzt wird der Euro das alleinige gesetzliche Zahlungsmittel in Deutschland und den anderen elf Teilnehmerländern der Währungsunion sein: In Belgien, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, Portugal und Spanien zahlt man von nun an mit dem gleichen Geld.

  • Die Euroeinführung (Rechte: NDR)