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Unterricht: Leo Hendrik Baekeland und das Bakelit

Sequenzierung der Sendung

Kapitel Inhalt
0:00 - 1:09

Natürliche Vorbilder für Kunststoff: Ton und Glas
Lange war der Mensch auf der Suche nach einem Stoff, der sich erst in Form bringen lässt und dann dauerhaft in dieser Form bleibt. In der Natur gibt es solche Stoffe, etwa Ton, Bronze und Glas. Doch diese Materialen lassen sich auch künstlich herstellen – der erste Werkstoff dieser Art war Bakelit.
1:09 - 2:24

Leo Hendrik Baekeland: Der aufstrebende Chemiker aus Belgien
Leo Hendrik Baekeland wird 1863 geboren und meistert Chemie-, Physik- und Wirtschaftskurse mit Auszeichnung. 1880 bekommt er ein Stipendium für ein Chemie-Studium an der Universität Gent, wo August Friedrich Kekulé Jahre zuvor die Ringstruktur des Benzols entdeckt hat. Dieser Kohlenwasserstoff ist ein wichtiger Ausgangsstoff für die Industrie – und für Baekelands Forschung.
2:24 - 4:05

Baekeland schreitet die Karriereleiter hinauf – und stolpert
Baekeland hat 1882 fertig studiert und wird 1884 Doktor der Chemie und Physik. Mit 26 Jahren wird er Professor und heiratet die Tochter seines Dozenten. In den USA arbeitet er als unabhängiger Chemieberater. Er übernimmt sich jedoch und gerät in Geldnot. Da konzentriert er sich auf sein Steckenpferd: die Foto-Chemie. Sein Fotopapier Velox bringt ihm in der Folgezeit viel Geld ein: Kodak kauft das Patent.
4:05 – 6:46

Auf der Suche nach einem künstlichen Ersatz für Schellack
Baekeland sucht nach einem günstigen Isolationsstoff für die Elektroindustrie, weil der bsi dahin verwendete, natürliche Schellack teuer ist. Die Polykondensation sorgt für künstlichen Ersatz: Ein Phenol-Molekül und zwei Formaldehyd-Moleküle werden zum Monomer, mehrere Monomere verketten sich unter Wasserabspaltung. Mit diversen Lösungsmitteln entstehen Kleber, Lacke und feste Körper.
6:46 – 8:34

Das Rennen um das erste Kunststoff-Patent
1907 will der Brite James Swinburne den ersten Kunststoff patentieren lassen. Doch der US-Konkurrent Baekeland hat seine Patentschrift einen Tag früher eingereicht. Baekeland hatte die Arbeiten seiner Kollegen studiert und nachgeahmt, dann das Phenol-Aldehyd-Verhältnis variiert und den Druckkessel "Baekelizer" entworfen. Das Endprodukt: unlösliches, hitzebeständiges Bakelit.
8:34 - 9:45

Bakelit: Aus Abfall wird ein Telefon-Klassiker
In der Nähe von Berlin wird Phenol vom unerwünschten Abfallprodukt zum Gewinn bringenden Werkstoff: 1910 beginnt die "Bakelite GmbH" mit der industriellen Fertigung von Phenolharzen, in den USA ist es die "General Bakelite Company". Im Ersten Weltkrieg wird Bakelit schon verwendet, in den 20er Jahren nutzt jeder Industriezweig den Stoff. Der Klassiker: das schwarze Bakelit-Telefon.
9:45 - 13:04

Baekeland schaltet die Konkurrenz aus
Swinburne beginnt mit dem Vertrieb des Konkurrenzprodukts Damard ("Damn hard"). Baekeland geht dagegen vor, da sein Bakelit mehr ist als nur Schellack-Ersatz: eine Goldgrube. Den "Stoff der 1000 Möglichkeiten" gibt es auch als Lack und Bindemittel, er schafft es sogar bis auf das "Times"-Cover. 1927 läuft das Patent aus: Andere Phenolharz-Hersteller werden Konkurrenten. Baekeland startet Werbeaktionen.
13:04 – 14:44

Die Kunststoffwelt wird bunt, doch Bakelit verschwindet nicht
Ende der 30er Jahre bekommt Bakelit Konkurrenz von neuen, bunten Kunststoffen wie zum Beispiel Plaskon. 1938 verkauft Baekeland seine Firma und setzt sich in Florida zur Ruhe. 1944 stirbt er. In den 50er Jahren verschwindet Bakelit hinter den bunten Kunststoffen. Doch Bakelit und seine Verwandten gibt es noch, wenn auch im Verborgenen, zum Beispiel Auto-Bremsklötzen oder in der Satellitentechnik.

Unterrichtsmaterial zur Sendung "Leo Hendrik Baekeland und das Bakelit"