zum Inhalt.
zur Hauptnavigation.

Inhalt

Hintergrund: Timothy Berners-Lee und das World Wide Web

Der Erfinder des WWW

  • Ein Porträt von Tim Berners-Lee. Der „Vater“ des Internets: Tim Berners-Lee; Rechte: dpa Picture-Alliance
  • Die Bibliothek des Oxford University: Ein steinerner runder Kuppelbau. In Oxford studierte Berners-Lee Physik; Rechte: mauritius

Tim Berners-Lee wurde am 8. Juni 1955 in einem Vorort von London geboren. Seine Leidenschaft für Computer war quasi vorherbestimmt, denn seine Eltern waren beide Mathematiker und arbeiteten für die englische Firma Ferranti Inc. an der Entwicklung eines kommerziellen Computers. Noch während Tims Schulzeit beschäftigte sein Vater sich mit der Frage, ob ein Computer, wie das menschliche Gehirn, Informationen miteinander verknüpfen könnte. Diese Frage ließ den jungen Berners-Lee nicht mehr los.

Die Grundlage: Enquire

Während seines Physikstudium am Queen's College der Oxford University lötete Berners-Lee sich seinen ersten eigenen Computer zusammen. Nach seinem Abschluss 1976 fing er bei der britischen Telekommunikationsfirma Plessey Telecommunications Ltd. in Poole an. Eineinhalb Jahre lang arbeitete Berners-Lee als unabhängiger Berater. Von Juni bis Dezember 1981 verbrachte er daher ein halbes Jahr am Europäischen Zentrum für Teilchenphysik (CERN) in Genf. Hier schrieb er das Programm, das die Grundlage für das spätere World Wide Web bildet: Enquire.

Das World Wide Web

1989 beantragte Berners-Lee am CERN das Projekt "World Wide Web". 1990 waren der erste Webserver und der erste Webbrowser fertig. Das World Wide Web war geboren. Danach arbeitete Berners-Lee weiter an verschiedenen Verbesserungen. Er erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen und wurde 2004 von der Queen zum Ritter geschlagen. Sir Timothy Berners-Lee ist heute Direktor des von ihm gegründeten World Wide Web Konsortium und Professor für Informatik an der Universität Southhampton.

Die Geschichte des WWW

  • Ein Satellit, der die Erde umkreist. Der „Sputnik-Schock“ trieb große Entwicklungen in den USA voran; Rechte: Naval Research Laboratory/ddp
  • Die Skizze des ARPANET zeigt, wie Computer 1982 vernetzt waren. Eine Skizze des ARPANET aus dem Jahr 1982. Das Internet bestand damals aus 88 Computern; Rechte: AP/Private Collection

Seit den 50er Jahren war die Welt in zwei Lager geteilt: das sowjetische und das amerikanische. Der Kalte Krieg beherrschte aber nicht nur die Politik, sondern auch Wissenschaft und Forschung. 1957 schoss die Sowjetunion den ersten Satelliten, "Sputnik", ins Weltall. Damit hatten die Amerikaner nicht gerechnet. Dieses Ereignis wird deshalb als "Sputnik-Schock" bezeichnet und löste viele große Entwicklungen in den USA aus. Auch der Beginn des Internets reicht in die Zeit des Kalten Krieges zurück.

Das ARPANET

1958 wurde in den USA die ARPA (Advanced Research Projects Agency) ins Leben gerufen, eine Behörde, die dem Verteidigungsministerium nahe stand. Sie sollte fortan wissenschaftliche Projekte und Technologien fördern, um sie militärisch nutzbar zu machen. Weil der Datenaustausch zwischen Universitäten, Forschungseinrichtungen und ARPA immer wichtiger wurde, entwickelte die Behörde ein Netzwerk, dass verschiedene Computer miteinander verbinden konnte. 1969 entstand das ARPANET, das zunächst vier Computer in verschiedenen amerikanischen Städten so miteinander vernetzte, dass sie untereinander Informationen austauschen konnten.

Das Internet erobert die Welt

1982 wurde das ARPANET auf TCP/IP-Standard (Transmission Control Protocol/Internet Protocol) umgestellt. Damit konnte nun jeder Computer mit jedem beliebigen anderen Computer über ein Datennetz kommunizieren. Anfang der 90er Jahre entstand schließlich das World Wide Web. Doch noch war das Internet nur Computerkennern zugänglich. Erst als ab 1993 grafikfähige, einfach zu bedienende Browser angeboten wurden, konnten auch Laien auf das Internet zugreifen. Der Siegeszug des Internets begann.

So funktioniert das WWW

  • Ein Mann steht vor einer Wand aus Kabeln. Ein Mitarbeiter arbeitet an den Internetservern in einem Rechenzentrum; Rechte: dpa Picture-Alliance / Peer Grim
  • Nahaufnahme von Kontrolllampen an einem Router für den Internetzugang. Blinkende Lampen an einem Router; Rechte: Yankushev, Busse, mautritius

Die Internetseite von Planet Schule aufzurufen war wahrscheinlich nicht schwer. Im Hintergrund musste aber einiges passieren bis die Seite auf dem Bildschirm erscheinen konnte.

Über den Provider…

Ob am Arbeitsplatz, in der Schule oder zu Hause: Jeder Computer, der einen Internetzugang hat, ist ein Teil in einem großen Netzwerk. Um sich in das Netz einzuwählen, braucht man ein Modem. Mit diesem Modem "ruft" der Computer über die Telefonleitung einen Provider an. Dort wird man dann mit dem Großrechner des Providers verbunden. Der Provider weist jedem Computer eine Nummer zu, eine sogenannte IP-Adresse. Die dient dazu, dass der Provider-Rechner den Computer wiedererkennt, wenn die Daten aus dem Internet eintreffen.

… und über den Router zum Server

Wenn man jetzt die Adresse einer Internetseite eintippt, schickt der Provider diese Daten an eine Datenbank, das Domain Name System (DNS). Hier sind zu allen Buchstabenadressen die IP-Adressen gespeichert, so ähnlich wie in einem Telefonbuch die Telefonnummern aufgelistet sind. Diese IP-Adresse wird dann an den Provider zurückgeschickt. Wird die Seite oft verlangt, haben die Provider meist eine Kopie der Seite gespeichert, sodass man die Seite sofort angezeigt bekommt. Wird die Seite eher selten verlangt, muss eine Verbindung mit dem Server, auf dem die Internetseite gespeichert ist, hergestellt werden. Router sorgen dann dafür, dass die Verbindung möglichst auf dem schnellsten Weg zustande kommt.

… und wieder zurück

Ist die Anfrage am Zielserver angelangt, schickt dieser die gesuchten Daten wieder zurück an den Provider, der sie an den Computer weiterleitet. Das alles muss passieren, bis eine Internetseite angezeigt wird. Und bei jedem Klick auf "Weiter" oder "Zurück" geht alles von vorne los.

Wichtige Begriffe rund ums WWW

  • Eine Frau hält die Buchstaben www in die Kamera. Das www ist nur ein Teil des Internets; Rechte: mauritius

Browser:
Der Webbrowser ist ein Programm zum Betrachten von Websites. Es liest den HTML-Code und zeigt die Website an. Außerdem kann man mit dem Browser Dateien aus dem Internet herunterladen, um sie auf dem PC zu speichern.

HTML (Hypertext Markup Language):
Wird auch kurz als Hypertext bezeichnet. HTML ist eine sogenannte Auszeichnungssprache, mit der die Inhalte einer Website - wie Texte, Bilder oder Hyperlinks - strukturiert werden. Der Browser liest diese HTML-Dokumente und stellt sie dar. Wenn man wissen will, wie eine Website in HTML aussieht, kann man mit der rechten Maustaste klicken und dann auf "Quelltext anzeigen" gehen.

http (Hypertext Transfer Protocol):
http ist das Protokoll oder die Sprache, in der Computer Informationen aus dem WWW erhalten (siehe auch Definition TCP/IP).

IP-Adresse:
Jeder Computer, der sich ins Internet einwählt, bekommt eine individuelle Nummer zugewiesen, die IP-Adresse. Man kann sie sich vorstellen wie die Personalausweisnummer, nur dass die IP-Adresse jedesmal neu zugeteilt wird. Server haben dagegen eine feste IP-Adresse, damit die auf ihnen gespeicherten Informationen immer direkt gefunden werden können. Wer seine eigene IP-Adresse nachschauen möchte, kann das hier machen: http://www.wieistmeineip.de

  • Eine Skizze zeigt drei comichafte Figuren an Computern. Die Computer sind mit Linien verbunden. Im Hintergrund ist das Schema einer Weltkugel zu sehen. Router verbinden viele verschiedene Netzwerke miteinander; Rechte: mauritius

Provider:
So werden die Firmen genannt, die den einzelnen Computer über ihren Großrechner an das Internet anschließen. Für die Nutzung dieses Großrechners bezahlt man Gebühren an den Provider. Bekannte Provider sind zum Beispiel AOL und T-Online.

Router:
Router sind spezielle Computer, die, wie der Name schon sagt, "den Weg weisen" oder "umleiten". Der Router schickt Informationen an ihr Ziel und versucht, sie auf den möglichst schnellsten Weg zu leiten, also zum Beispiel defekte oder überlastete Knotenpunkte zu umgehen. So verbinden Router auch viele verschiedene Netzwerke miteinander.

Server:
Der Begriff Server bezeichnet zum einen eine Software, die mit einem Kunden (englisch: „Client“) kommuniziert und ihm Zugang zu bestimmten Diensten oder Daten vermittelt („Client-Server-Konzept“). Zum anderen bezeichnet der Begriff auch einen Computer, auf dem verschiedene Server-Programme laufen. Den Computer nennt man daher zur Unterscheidung oft „Host“.

  • Das Wort „web“ auf der Computertastatur. Internet und word wide web werden oft gleich gestellt; Rechte: mauritius

TCP/IP (Transmission Control Protocol/Internet Protocol):
Die Computer, die an das Internet angeschlossen sind, brauchen eine einheitliche Sprache, um Daten transportieren und austauschen zu können. Diese "Sprache" nennt man Transportprotokoll. Das TCP/IP ist eines der ersten Netzwerkprotokolle, das unabhängig und universell für alle gängigen Betriebssysteme zur Verfügung steht.

URL (Uniform Resource Locator):
Die URL einer Website ist quasi ihre "Adresse". Sie gibt Auskunft darüber, welches Netzprotokoll (zum Beispiel „http“) verwendet wird, wer der Host der Seite ist (zum Beispiel www.planet-wissen.de) und in welchem Verzeichnis auf dem Server die Seite gespeichert ist (diese Information ist durch einen / abgetrennt). Die aktuelle URL wird immer oben im Browserfenster angezeigt.

World Wide Web (WWW):
Auch wenn die Begriffe Internet und WWW oft synonym verwendet werden, ist das WWW streng genommen nur ein Teil des Internets. Es ist noch nicht so alt wie das Internet, das schon in den 70er Jahren entstand und bezeichnet nur den Part, in dem man Bilder, Texte, Video- und Audiodateien und viele andere Informationen findet. Fachsprachlich wird es als "grafische Benutzeroberfläche" bezeichnet. Das WWW ist also nur einer von vielen Serververbänden. Es gibt auch Internetdienste, die nicht im WWW-Verband sind. Bekannte Beispiele sind E-Mail oder auch Chatnetzwerke.