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Unterricht: Kinderstube der Kegelrobben

Methodisch-didaktische Hinweise - Sekundarstufe I

Bereits in der Sekundarstufe I lernen die Schülerinnen und Schüler Säugetiere in ganzheitlicher Betrachtung kennen. Sie vergleichen Tiere aus unterschiedlichen systematischen Gruppen nach bestimmten Kriterien. Sie erleben so, dass Tiere durch Abwandlung von Körperbau und Verhalten an ihren Lebensraum angepasst sind und sie entwickeln erste Ideen, wie solche Anpassungen entstehen. Es müssen nicht immer nur der Hund, die Katze und das Rind sein, die in unserem Unterricht besprochen werden.

Manche Kinder waren mit ihren Eltern im Urlaub an Nord- oder Ostsee, haben vom Schiff aus Robben beobachtet und sind durchaus motiviert und offen für die Untersuchung genau dieses Säugetierbeispiels. Hieran lassen sich sowohl die Merkmale der Säugetiere erarbeiten als auch die nahezu perfekte Anpassung dieses Säugetiers an seinen, für uns ungewohnten, Lebensraum.

Bevor der Film gezeigt wird, können an einzelne Schüler oder auch an Gruppen Arbeitsaufträge vergeben werden. Die Kinder sollen möglichst genau beobachten, was zu ihrem Auftrag im Film zu sehen und zu hören ist. Der Film kann als ganzes eingesetzt werden oder mit Unterbrechungen in Teilen, damit den Schülern das Aufschreiben des Gesehenen leichter fällt.

Mögliche Arbeitsaufträge zum Film

• Welche Merkmale kennzeichnen die Kegelrobbe als Säugetier?
• Beschreibe den Lebensraum der Kegelrobbe.
• Wie ist die Kegelrobbe an ihren Lebensraum angepasst?
• Stelle die Entwicklung eines Jungtiers von der Geburt bis zu seiner Trennung von der Mutter dar.
• Beschreibe und erkläre das Verhalten der Mutter gegenüber ihrem Kind.
• Welchen Gefahren sind die Robbenkinder ausgesetzt?
• Beschreibe den Kampf zweier Bullen. Welchen Sinn macht dieses Verhalten?
• Schildere das Paarungsverhalten der Kegelrobben.

Alternative Vorgehensweise

Anknüpfend an eine Schilderung vom Urlaubserlebnis mit Robben kann im Lehrer-Schüler-Gespräch festgestellt werden, was die Kinder an einer Robbe interessiert, was sie unbedingt einmal wissen wollten. An der Tafel werden die Begriffe festgehalten und zueinander in Beziehung gesetzt. Dann werden wiederum Einzelschüler oder Gruppen beauftragt, den Film vor dem Hintergrund eines dieser Stichwörter anzuschauen und sich Notizen zu machen.

Nach kurzer Beratung in den Gruppen tragen Schülerinnen und Schüler die Ergebnisse durch Kurzreferate zusammen. Anschließend wird überprüft, ob alle - von den Begriffen an der Tafel abgeleiteten - Arbeitsaufträge erfüllt werden konnten. Das Nachschlagen in der ausgelegten Literatur rundet die Arbeit mit dem Film ab. Ein Arbeitsblatt - ausgeteilt als Grundlage für die Hausaufgabe - dient der Wiederholung und Festigung des Gelernten.

Mögliche Themen für Kurzreferate

Kegelrobbe, Land, Lebensraum, Anpassung, Wasser, Fortpflanzung, Feinde, Säugetiermerkmale, Abstammung, Nahrung

Themenzusammenhang

(Quelle: SWR)

Methodisch-didaktische Hinweise - Sekundarstufe II

In der Sekundarstufe II lernen bzw. vertiefen die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen darüber, dass sich die stammesgeschichtliche Entwicklung in langen erdgeschichtlichen Zeiträumen vollzogen hat. Formen biologischer Ähnlichkeit werden behandelt, die Homologiekriterien an konkreten Beispielen besprochen. Dabei stehen die Extremitäten und ihre Anpassung an den jeweiligen Lebensraum häufig im Vordergrund. Hier kann dieser Film eingesetzt und zum Vergleich mit anderen Beispielen herangezogen werden.

Außerdem zeigt er viele Elemente aus dem Verhaltensrepertoire der Robben und kann somit als Grundlage für ethologische Fragestellungen dienen. Neben den Methoden der Ethologie, die sie kennen lernen, sollen die Schülerinnen und Schüler nämlich auch an konkreten Beispielen erfahren, dass das Verhalten eines Tieres dem Tier selbst nützt und zugleich der Art dient.

Mögliche Fragestellungen zum Film:

• Erklären Sie, warum wir vor Robben keine Angst haben, warum die Tiere für uns Menschen vielmehr niedlich, ja sogar sympathisch sind.
• Der Filmkommentar benutzt Begriffe wie "Mutterliebe", "Flirt" und stellt anderseits die Frage: "Können Robben zärtlich sein, können Robben sich verlieben?" Es werden also Begriffe, die menschliches Verhalten beschreiben, verwendet und gleichzeitig wird der Versuch unternommen, die Vermenschlichung tierischen Verhaltens zu hinterfragen. Nehmen Sie den Filmkommentar kritisch unter die Lupe.
• "Tiere handeln nicht aus Mitleid oder zum Wohl der Art, sondern zur Vermehrung des eigenen Erbguts durch eigene Nachkommen." Dieses Zitat aus dem Kommentar zum Film suggeriert, dass Tiere ganz bestimmte Strategien einsetzen. Nehmen Sie hierzu Stellung.
• Warum ziehen Kegelrobbenweibchen ihre Jungen in nur zweieinhalb Wochen groß und fressen dabei nichts? Warum werden junge Fischotter hingegen erst im Alter von einem Jahr entwöhnt?
• Tierisches Verhalten hat einen Nutzen, bietet dem Individuum und/oder der Art Überlebensvorteile. Viele Aspekte des Verhaltens müssen demnach als Anpassung verstanden werden, die aus dem "Kampf ums Dasein" resultieren. Erläutern und erklären Sie.
• Beschreiben Sie die Fortpflanzungsstrategien weiblicher und männlicher Kegelrobben. Wie unterscheiden sich die Ressourcen von Weibchen und Männchen? Welche Ressourcen sind im Bezug auf die Fortpflanzung begrenzt?