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Unterricht: Luchsmord – Tatort-Kommissar Andreas Hoppe ermittelt


Themen
• Artenschutz
• Jagd
• Ökologie
• Wildtiere
• Bayerischer Wald

Fächer
• Biologie
• Naturwissenschaftliches Arbeiten (NWA)
• Mensch und Umwelt (MuM)

Klassenstufen
• ab Klasse 5, alle Schularten

  • Luchs liegt auf Waldboden. (Quelle: Colourbox.com, Birgit Korber) Wildlebende Luchse sind bei uns gefährdet (Quelle: Colourbox.com, Birgit Korber)
  • Toter Luchs auf Waldboden. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Im Bayerischen Wald wird ein getöteter Luchs gefunden (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)

Lehrplanbezüge

Dass Luchse illegal in den Wäldern vor unserer Haustür getötet werden, von Menschen, die sich ihrer Tat bewusst sind, das ist eine grausame Wahrheit. Es reicht ganz offensichtlich nicht aus, dass diese Tiere vom Aussterben bedroht sind und bereits unter Artenschutz stehen.

Eine Leitperspektive des neuen Bildungsplans 2016 ist die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE): BNE soll die Schüler und Schülerinnen unter anderem befähigen, informierte Entscheidungen zu treffen und verantwortungsbewusst zum Schutz der Umwelt für aktuelle und zukünftige Generationen zu handeln. Die Schüler und Schülerinnen sollen lernen, als Konsumenten, im Beruf, durch zivilgesellschaftliches Engagement und politisches Handeln einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten.

Am Beispiel dieser Wilderei im Bayerischen Wald sowie der fehlenden, verurteilenden Instanz kann den Schülern und Schülerinnen verdeutlicht werden: Es gibt immer noch Handlungsbedarf! Es braucht junge Menschen, die jetzt und in Zukunft Verantwortung für die Natur übernehmen – zur Erhaltung der Biodiversität und Artenvielfalt nicht nur für den Luchs in unseren Wäldern, sondern weltweit.

Fach-/Methodenkompetenzen

Durch dieses Fallbeispiel lernen die Schüler und Schülerinnen, wie wichtig es ist, solide Urteile bilden zu können und Verantwortung für die Natur zu übernehmen. Sie können den Luchs, seine Lebensweise und seinen Lebensraum beschreiben und sein derzeitiges Verbreitungsgebiet in Europa benennen sowie ihn von der Wildkatze unterscheiden.

Die Schülerinnen und Schüler können anderen Jugendlichen erklären, weshalb der Luchs vom Aussterben bedroht ist, dass er unter Artenschutz steht und dass er weiterhin unsere Hilfe braucht. Dadurch lernen sie Möglichkeiten kennen, im Artenschutz aktiv zu werden.

  • Andreas Hoppe im Gespräch. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Andreas Hoppe befragt am Tatort Experten (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)

Unterrichtsplanung/-konzept

Anhand der ersten Filmsequenz (Timecode 00:00–00:48) erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass Luchse in den Nationalpark Bayerischer Wald zurückgekehrt sind, dort leben und unter Artenschutz stehen. Die Filmsequenz endet mit der Frage, weshalb der Luchs dennoch in Gefahr ist. Die Klasse äußert Vermutungen hierzu. Sie erstellt Hypothesen. Das Thema der Stunde kann als Überschrift an der Tafel festgehalten werden: Der Luchs braucht Hilfe!

Um sinnvoll helfen zu können, erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler zu Beginn grundlegendes Wissen zur Tierart des Eurasischen Luchs (Lynx lynx) – arbeitsteilig und in Einzelarbeit (Arbeitsblatt 1 „Lebensraum Luchs“ und Arbeitsblatt 2 „Lebensweise Luchs“). Im Anschluss kommen die Schülerinnen und Schüler ins Gespräch: Sie tauschen ihre Ergebnisse aus und lösen gemeinsam die Aufgaben auf dem Arbeitsblatt 3 „Steckbrief Luchs“.

  • Zwei Personen mit Luchsfalle im Wald. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Mit Luchsfallen werden die Luchse fotografiert (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)

Anhand der zweiten Filmsequenz (TC 00:48–01:28) erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass der Luchs den höchsten Schutzstatus im Bayerischen Wald genießt. Dennoch wurden dort zwei Luchse illegal getötet– der eine vergiftet, der andere erschossen. Weshalb ermordet jemand einen geschützten Luchs und macht sich strafbar? Die Hypothesen der Klasse werden erweitert.

Mithilfe der dritten Filmsequenz (01:28–14:00) und durch Bearbeitung der Fragen auf dem Arbeitsblatt 4 „Spuren der Täter“ klären die Schüler und Schülerinnen auf, wie die Luchsmorde möglicherweise abliefen und wer Täter und Mittäter sein könnten. Die Schüler und Schülerinnen mutmaßen aufgrund der Beweislage, welche Ziele der Täter verfolgte und welche Gründe die Mittäter möglicherweise hatten, um die Tat zu verschleiern.

  • Frau mit Pelzmantel auf Laptop-Bildschirm. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Spurensuche im Internet: Manch ein Luchs endet als Pelzmantel (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)

Anhand von laminierten Karten (Materialblatt: Info-Boxen), erhält die Klasse zusätzliche Informationen zu Jagd, Artenschutz und Pelzhandel. Mithilfe der Karten können auch die im Film genannten Fachbegriffe erklärt werden.

Die letzte Filmsequenz (TC 14:00–14:37) betont, dass illegale Luchstötungen – trotz Schutzstatus – leider immer wieder vorkommen. Dem Luchs muss weiterhin geholfen werden! Die Klasse sammelt im Plenum diesbezüglich Vorschläge, die an der Tafel festgehalten werden:


■ Anzeige bei der Polizei
■ Anzeige der Wilderei beim WWF (World Wide Fund For Nature)
■ Einrichtung von Nationalparks und Schutzgebieten
■ Informationsveranstaltungen
■ Bau von Tierbrücken
■ Bau von Korridoren, welche die Verbreitungsgebiete verbinden
■ Erstellung von Informationsbroschüren etc.

„Von Schülerinnen und Schülern für Kids“: In der folgenden Doppelstunde oder als Hausaufgabe können in Kleingruppen Infobroschüren zum Luchs erstellt werden. Das Gelernte wird so noch einmal durchdacht und es werden Handlungsperspektiven im Naturschutz aufgezeigt.

Der Luchs braucht Hilfe – Tabellarischer Unterrichtsverlauf

Unterrichtsphase Inhalt / Verlauf Sozialform/ Arbeitsform Medien/Materialien
Einstieg Nach der ersten Filmsequenz äußern die Schülerinnen und Schüler Hypothesen zur Problemstellung:

„Weshalb ist der unter Artenschutz stehende Luchs dennoch in Gefahr?“
Plenum Filmsequenz 1 (TC 00:00–00:48)
Erarbeitung I Erarbeitung grundlegenden Wissens über die Luchsart (Lynx lynx) mithilfe der Arbeitsblätter 1 und 2 sowie eines Atlanten. Einzelarbeit, arbeitsteilig Arbeitsblatt 1: Lebensraum Luchs
Arbeitsblatt 2: Lebensweise Luchs
Atlas
Sicherung I Austausch der Ergebnisse und gemeinsame Lösung des Arbeitsblatts 3 „Steckbrief Luchs“. Partnerarbeit Arbeitsblatt 3: Steckbrief Luchs
Erarbeitung II Erweiterung der Hypothesen nach der zweiten Filmsequenz.

Laminierte Karten mit Zusatzinformationen werden ausgeteilt.

Aufklärung der Luchsmorde mithilfe der dritten Filmsequenz und durch Bearbeitung der Fragen auf dem Arbeitsblatt 4 „Spuren der Täter“.
Plenum






Einzelarbeit
Filmsequenz 2
(TC 00:48–01:28)

Materialblatt: Info-Boxen


Filmsequenz 3
(TC 01:28–14:00)
Arbeitsblatt 4: Spuren der Täter
Sicherung II Diskussion der Ergebnisse im Plenum.
Klärung der Ziele der Jäger, Präparatoren, Pelzhändler und der Polizei. Klärung der Vereitlung der Wilderei und des Luchsmords. Klärung des Schutzstatus‘ der Luchsart Lynx lynx in Deutschland und weltweit.
Plenum Info-Boxen
Erarbeitung III Nach der letzten Filmsequenz: Sammlung von Vorschlägen, wie dem Luchs weiterhin geholfen werden kann. Plenum Filmsequenz 4
(TC 14:00–14:37)
Tafel
Sicherung III Klärung der Hypothesen, Zusammenfassung der Ergebnisse sowie Aufzeigen der Handlungsperspektiven. Lehrer-Schüler-Gespräch Tafel
Hausaufgabe/ folgende Doppelstunde Schülerinnen und Schüler erstellen eine Infobroschüre zum Thema „Der Luchs braucht Hilfe!“

  • Der Luchs braucht Hilfe – Tabellarischer Unterrichtsverlauf