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Hintergrund: Waldschäden - Entwicklung der Waldschäden / Baumschäden in Europa

Entwicklung der Waldschäden

Seit 1984 erfassen Forstwissenschaftler den Zustand des deutschen Waldes. Sie halten jährlich das Ausmaß der Waldschäden fest und fassen die Ergebnisse in der sogenannten Waldzustandserhebung zusammen.

Der Kronenzustand der Waldbäume wird dabei flächendeckend, d.h. im ganzen Land, auf großen Dauerbeobachtungsflächen untersucht. Sichtbare Schädigungen der Baumkronen zeigen sich in einer Verlichtung. Das heißt, es gibt weniger Nadeln bzw. Blätter in den Baumkronen. Sie erscheinen dadurch kahler, oftmals kann man den Stamm sehen. Die Waldzustandserhebung findet einmal jährlich im Sommer zum Zeitpunkt der vollen Belaubung statt. Aussagen über die Entwicklung des Kronenzustandes der vier Hauptbaumarten Eiche, Buche, Fichte und Kiefer stellen die Hauptergebnisse dieser Untersuchungen dar. Dadurch hat man umfangreiche Informationen über den Gesundheitszustand des Waldes.

Sichtbare Waldschäden (Quelle: Imago, blickwinkel)

Sichtbare Waldschäden (Quelle: Imago, blickwinkel)

Das Ergebnis der ersten Walduntersuchung im Jahr 1984 war erschreckend: 56% aller Bäume der Bundesrepublik Deutschland wurden als krank eingestuft. In besonderem Maße waren die Nadelbäume betroffen, die Tanne war die am stärksten geschädigte Baumart. Bis zum Jahr 2002 war der Anteil der als krank eingestuften Bäume auf 65% angestiegen, allerdings ging der Anteil stark geschädigter Bäume leicht zurück. Ergebnisse der Waldzustandserhebungen 2016 zeigten, dass Fichte, Kiefer und Buche weiterhin Probleme haben. Immerhin hat sich der Kronenzustand der Buche im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr wesentlich verbessert. Auch die anderen Baumarten haben sich 2017 überwiegend erholt. Seit dem Jahr 2013 wird beobachtet, dass sich der Zustand der Eiche verbessert, 2017 aber bereits wieder leicht verschlechtert. Der Kronenzustand von Fichte und Kiefer zeigt keine deutliche Richtung. Anderen Nadelbäumen geht es besser. Man kann also für alle Baumarten im Durchschnitt keinen klaren Trend erkennen.

Obwohl der schlechte Zustand des Waldes nur noch selten Thema in den Medien ist, zeigen die Ergebnisse der Waldschadenserhebungen, dass noch kein Grund zur Entwarnung besteht. Der Zustand unseres Waldes wird auch in Zukunft weiter von Forstexperten beobachtet.

Baumschäden in Europa

Waldschadenserhebungen werden nicht nur in Deutschland durchgeführt, sondern seit 1987 in ganz Europa. Besonders hohe Schäden wurden in Osteuropa festgestellt; z. B. in der Ukraine, Bulgarien und der Tschechischen Republik. Flächig absterbende Wälder gab es dort vor allem in höheren Gebirgslagen.

Auch Bergwälder sind bedroht (Quelle: Imago, blickwinkel)

Auch Bergwälder sind bedroht (Quelle: Imago, blickwinkel)

Bedrohte Bergwälder

Überall in Europa treten in den Bergwäldern besonders starke Schäden auf. Auch die Wälder der bayrischen Alpen sind davon betroffen. Als mögliche Ursache für den schlechten Waldzustand im Alpenraum wird die hohe Ozonbelastung diskutiert. Als weitere Ursachen kommen die ergiebigen Niederschläge in Höhenlagen („ergiebiger saurer Regen") und die harten Standortbedingungen durch häufige Fröste und niedere Jahresdurchschnittstemperaturen in Frage.

Bergwälder helfen auf verschiedene Weise, den alpinen Lebensraum zu sichern:

● Sie schützen die Tallagen vor Lawinen, denn ein gleichmäßiger Baumbestand verhindert, dass der Schnee ins Rutschen gerät.
● Sie verringern die Bodenerosion und Murengänge, indem die Wurzeln den Oberboden stabilisieren.
● Bergwälder vermindern zudem die Hochwassergefahr, denn durch den Wasserverbrauch der Waldbäume und die Speicherfähigkeit des Waldbodens wirkt der Wald wie ein Schwamm, der bei starken Regenfällen Wasser aufnimmt und erst nach und nach wieder abgibt.

  • Ein gesunder Bergwald (Quelle: Imago, alimdi) Ein gesunder Bergwald ist eine natürliche Barriere für Lawinen (Quelle: Imago, alimdi)

Kranke Bergwälder können ihre Schutzaufgaben nicht mehr erfüllen. Häufigere Lawinenunglücke und Überschwemmungen in den Alpen können die Folge sein.