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Hintergrund: Waldgeschichte - Urwälder in Mitteleuropa

  • Kiefernwald mit einzelnen Birken (Quelle: Imago) Kiefernwald mit einzelnen Birken (Quelle: Imago)

Die Geschichte der heutigen mitteleuropäischen Wälder beginnt mit dem Ende der Eiszeiten. Heute weiß man, dass unter den arktisch-kalten Klimabedingungen der Eiszeiten Mitteleuropa baumfrei war, so wie heute etwa Nord-Sibirien. Zahlreiche pollenanalytische Untersuchungen ergaben, dass sich die Bäume seit dem Ende der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren in Folge der Erwärmung erst langsam ausbreiteten. Sie hatten die Eiszeiten südlich der Alpen, in wärmeren Gebieten überdauert und kehrten von dort zurück. Im Verlauf der Erwärmung bestand die Vegetation zunächst vorwiegend aus Kiefern und Birken, denn diese Arten haben sehr leichte Samen, die vom Wind schnell weiterverbreitet werden können und sie sind relativ kälteresistent. Später setzten sich auch andere Arten durch.

In der Jungsteinzeit (5500 - 2500 v. Chr.) war ein Mischwald aus Eiche, Esche und Ulme vorherrschend. In der Bronzezeit (2500 - 800 v. Chr.) drang die Rotbuche immer weiter vor und verdrängte andere Baumarten. So beherrschte die Rotbuche um die Zeitenwende (Christi Geburt) den westlichen mitteleuropäischen Wald. Bis ins 7. Jahrhundert nach Christus war Deutschland zum größten Teil von Wald bedeckt. Dieser Wald war vom Menschen wenig beeinflusst -ein echter Urwald. Er bestand aus Bäumen aller Altersklassen. Es dominierten Buchen, aber auch Eichen waren weit verbreitet. Und auf geeigneten Standorten war er mit Hainbuche, Esche, Ahorn, Ulme, Linde und anderen Gehölzarten durchsetzt.Fichten, die bei uns heute so weit verbreitet sind, kamen auch vor, allerdings nur in höheren Lagen der Mittelgebirge und am Alpenrand.