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Hintergrund: Waldgeschichte - Moorleichen und Wald?

  • Moorleiche  (Quelle: Imago) Windebyer Moorleiche im Archäologischen Landesmuseum auf Schloss Gottorf in Schleswig (Quelle: Imago)

Die in Hochmooren gefundenen Moorleichen sind oft trotz des teilweise Jahrhunderte zurückliegenden Todes sehr gut erhalten - praktisch auf natürliche Weise mumifiziert. Zu erklären ist dies mit den konservierenden Eigenschaften eines Moores, denn unter den sauerstoffarmen und kühlen Bedingungen im Moor findet kaum Zersetzung statt. Man könnte das Moor deshalb vielleicht auch als "Konservendose der Natur" bezeichnen. Nicht nur menschliche Körper werden konserviert. Auch so manch anderes was ins Moor fällt, bleibt so jahrhundertelang erhalten. Was das alles mit der Geschichte des Waldes zu tun hat? Das Moor dient uns in diesem Fall als "Zeitmaschine" mit der wir genau herausfinden können, wie der benachbarte Wald zu Gerdalfs Zeit aussah. Möglich wird das durch die sogenannte Pollenanalyse. Sie erlaubt uns eine sehr exakte Rekonstruktion der Waldgeschichte. Drei Eigenschaften der Baumpollen sind Voraussetzung hierfür:

● Sie haben sehr widerstandsfähige Hüllen und können deshalb unter günstigen Bedingungen - z. B. im Moor - Jahrtausende überdauern.
● Die Oberflächen der einzelnen Arten sind sehr unterschiedlich. Daher können die in Mooren gefundenen Pollen genau auf die Arten hin untersucht werden, von denen sie stammen.
● Die Pollen sind sehr klein und flugfähig. Sie verbreiten sich deshalb, von einem Baum aus, über weite Strecken in der ganzen Landschaft und werden damit auch in den Mooren ihrer weiteren Umgebung abgelagert. Deshalb kann aus den im Moor gefundenen Pollen auf die Baumartenzusammensetzung der Umgebung geschlossen werden.

Kiefernpollen (Quelle: Imago)

Lichtmikroskopische Aufnahme von Kiefernpollen (Quelle: Imago)

Die Pollenanalyse untersucht Torfschichten in verschiedener Tiefe eines Moores auf Pollen. Bestimmt man das Alter der untersuchten Torfschicht und bestimmt aufgrund der vorgefundenen Pollen die Baumarten, weiß man welche Baumarten zu dieser Zeit den Wald bildeten. Werden z. B. viele Buchen- und wenige Eichenpollen gefunden, dann leitet man daraus ab, dass zu jener bestimmten Zeit der Wald von Buchen dominiert war, aber auch Eichen vorkamen.