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Hintergrund: Waldgeschichte - Einführung der geregelten Forstwirtschaft

Der Wald in Deutschland befand sich im 17. und 18. Jahrhundert in einem denkbar schlechten Zustand: Die Waldfläche war auf weniger als ein Drittel der Landesfläche geschrumpft und der verbliebene Wald in weiten Teilen sehr stark durch die Menschen ausgeplündert, übernutzt und vernichtet. Es musste eine große Holznot befürchtet werden und infolge dessen eine Energie- und Rohstoffkrise. Obwohl der Staat immer wieder versucht hatte, dagegen vorzugehen, schien es zunächst, dass die Holznot nicht aufzuhalten war, denn man brauchte große Mengen an Holz zum Heizen und Bauen. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde unter staatlichem Einfluss die Forstwirtschaft gegründet, denn man verstand, dass es zum Erhalt des Waldes Fachleute brauchte. Es wurden die ersten Lehranstalten und Forsthochschulen gegründet. Dort wurde das Prinzip der Nachhaltigkeit der Bewirtschaftung von Wäldern gelehrt. Das heißt: Man soll nie mehr Holz entnehmen als nachwächst.

  • Kartoffeln (Quelle: Colourbox) Schweinemast funktioniert auch mit Kartoffeln (Quelle: Colourbox)

Um dieses Prinzip in der Praxis durchzusetzen, wurde die Waldnutzung fortan stark überwacht. Schädigende Nebennutzungen wurden verboten, wie z. B. Holzeinschlag ohne Erlaubnis, die Waldweide und Eichelmast der Schweine. Die Eichelmast konnte ohnehin durch Kartoffelmast in den Ställen ersetzt werden, da im 18. Jahrhundert der Kartoffelanbau eingeführt wurde.

Dem Schutz des Waldes kam auch entgegen, dass mit der Industrialisierung Kohle der Brennstoff Nummer eins wurde und dass neue Baustoffe aufkamen wie Beton, Stahl, Kunststoff und Eisen, die das Holz in seinen bisherigen Funktionen ersetzen konnten.