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Hintergrund: Waldfunktionen - Erholungsraum für den Menschen

Der Wald lädt ein...

  • Kind im Wald (Quelle: Imago)

    ... zum Spielen (Quelle: Imago)

  • (Quelle: Imago)

    ... zum Rasten (Quelle: Imago)

  • Zwei Joggerinnen (Quelle: Imago)

    ... zum Joggen (Quelle: Imago)

  • Vier Personen beim Spaziergang im Wald (Quelle: Colourbox)

    ... zum Spaziergang (Quelle: Colourbox)

Wir leben in einer verstädterten und technisierten Umwelt. Viele Menschen leben dicht aufeinander und sind häufig gestresst durch Lärm und Abgase. Sie suchen Ausgleich durch einen Aufenthalt in einem naturnahen Lebensraum, denn dies bedeutet „frische Luft atmen - die Seele baumeln lassen - Ruhe genießen - den Kreislauf in Schwung bringen...".

Die Bedeutung der Wälder als Erholungsraum hat seit den 1960er-Jahren stark zugenommen - zum einen, weil seither die Verstädterung und Technisierung fortgeschritten ist, zum andern, weil auch Freizeit und Wohlstand zugenommen haben. Doch die Flucht vor dem städtischen Alltag war schon davor eine verbreitete Sehnsucht, wie das folgende Gedicht von Erich Kästner aus dem Jahr 1936 beweist.


Die Wälder schweigen

Erich Kästner

Die Jahreszeiten wandern durch die Wälder.
Man sieht es nicht. Man liest es nur im Blatt.
Die Jahreszeiten strolchen durch die Felder.
Man zählt die Tage. Und man zählt die Gelder.
Man sehnt sich fort aus dem Geschrei der Stadt.

Das Dächermeer schlägt ziegelrote Wellen.
Die Luft ist dick und wie aus grauem Tuch.
Man träumt von Äckern und von Pferdeställen.
Man träumt von grünen Teichen und Forellen.
Und möchte in die Stille zu Besuch.

Man flieht aus den Büros und den Fabriken.
Wohin, ist gleich! Die Erde ist ja rund!
Dort, wo die Gräser wie Bekannte nicken
und wo Spinnen seidne Strümpfe stricken,
wird man gesund.

Die Seele wird vom Pflastertreten krumm.
Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden
und tauscht bei ihnen seine Seele um.
Die Wälder schweigen. Doch sie sind nicht stumm.
Und wer auch kommen mag, sie trösten jeden.

Der Trend, einen Teil der Freizeit in der Natur zu verbringen, steigt weiterhin an. Allerdings sind die Ansprüche der Erholungssuchenden an den Wald sehr unterschiedlich. Die einen suchen Ruhe und Naturbeobachtung, die anderen möchten sich körperlich ertüchtigen und wieder andere suchen einen Ort an dem sie ohne Beschränkungen spielen und feiern können.

Rechte und Pflichten der Erholungssuchenden:

Allen Bürgerinnen und Bürgern wird durch das Bundeswaldgesetz ein generelles Betretungsrecht des Waldes zugesprochen. Aber es gibt geschützte Gebiete, in denen dieses Recht eingeschränkt werden kann, indem z. B. das Verlassen der Wege generell verboten ist oder das Pflücken von Pflanzen. Und es gelten in einigen Bundesländern generelle "Regeln", z. B.:

● Bäume dürfen nicht verletzt werden (d.h. auch nicht durch Schnitzereien).
● Man muss sich im Wald ruhig verhalten.
● Während der Dämmerung dürfen die Hauptwege nicht verlassen werden, um das Wild nicht unnötig zu stören.
● Zwischen 1. März und 31. Oktober darf im Wald nicht geraucht werden.
● Zwischen 1. April und 31. Juli müssen Hunde angeleint werden (Hauptsetz- und Brutzeit).

  • Schild reiten erlaubt (Quelle: imago) ...hier ist Reiten erlaubt (Quelle: imago)

So können die Ansprüche der Menschen an den Wald eingeschränkt werden. Prinzipiell gilt für jeden Waldbesuch, dass er verantwortungsvoll sein sollte, d.h. er sollte "Naturgenuss bei möglichst geringer Beeinflussung der Lebensgemeinschaft des Waldes" sein.

Dennoch lässt es sich nicht vermeiden, dass das Freizeitverhalten den Wald beeinflusst. Die folgende Gegenüberstellung zeigt beispielhaft, wie in den Wald durch Einrichtungen für Freizeitaktivitäten eingegriffen wird.

Freizeitaktivität Ausstattung
Wandern
Ausruhen
Trimmen
Spielen
Feiern
Reiten
Ski-Langlauf
Über die Natur lernen
Beschildertes Wegenetz
Ruhebänke
Trimm-Dich-Pfad
Waldspielplätze
Hütten und Grillplätze
Reitwege
Loipen
Naturlehrpfade

Aber nicht allein die Ausstattung des Waldes mit diesen Einrichtungen greift in die Natur ein. Besonders in Gebieten mit starker Nutzung kommt es zu weiteren Auswirkungen, wie z. B.:

● Die natürliche Pflanzenzusammensetzung verändert sich durch Bodenverdichtung z. B. im Bereich von Wegen und Parkplätzen. Manche Bereiche werden so intensiv genutzt, dass die Vegetationsdecke ganz zerstört wird. Bodenabtrag (Erosion) ist die Folge.
● Wildtiere werden gestört und verdrängt.
● Das rücksichtslose Zurücklassen von Abfall verunziert nicht nur die Landschaft, das Beseitigen durch Forstbedienstete ist sehr teuer und Wildtiere werden durch Glasscherben gefährdet.