zum Inhalt.
zur Hauptnavigation.

Inhalt

Hintergrund: Fotosynthese und Zellatmung - Wie leben Pflanzen ohne Blattgrün?

Immer wieder begegnen wir in der Natur Pflanzen, die nicht grün sind, also über kein Blattgrün verfügen. Wir haben gelernt, dass Pflanzen mit Hilfe von Blattgrün (Chlorophyll) die Energie des Sonnenlichtes nutzen und energiereiche Verbindungen aufbauen. Diese benötigen die Pflanzen als Nährstoffe - zum Aufbau ihres Körpers und als Energielieferant für wichtige Lebensprozesse. Tiere können solche energiereichen Verbindungen nicht aufbauen. Sie müssen Pflanzen oder andere Tiere fressen um sich damit zu versorgen. Wie aber ernähren sich dann Pflanzen ohne Blattgrün?

  • Quendel-Seide (Quelle: Imago, blickwinkel) Quendel-Seide (Quelle: Imago, blickwinkel)

Die Quendel-Seide (Cuscuta epithymum) z. B. hat bleiche Stängel mit sehr kleinen, bleichen Blättern. Sie umgarnt wie eine Winde ihre Wirtspflanzen. Weil sie kein Chlorophyll besitzt, kann sie keine Fotosynthese betreiben und zapft deshalb die Wirtspflanze an, auf der sie lebt. An ihrem Stängel verfügt sie über Saugorgane, sogenannte Haustorien, mit denen sie in die Leitungsbahnen der Wirtspflanzen eindringt und diesen energiereiche Stoffe entzieht. Man spricht bei einer solchen Beziehung, in der ein Lebewesen auf Kosten des anderen lebt, ohne es zu töten, von Parasitismus. Der Nutznießer wird als Parasit oder Schmarotzer bezeichnet.

  • Kleine Sommerwutz (Quelle: Imago, imagebroker) Kleine Sommerwutz (Quelle: Imago, imagebroker)

Eine andere Pflanze ohne Blattgrün ist die Kleine Sommerwurz (Orobanche minor). Sie kommt zum Beispiel an Waldrändern und in Gebüschen vor. Auch sie lebt als Parasit, obwohl die Verbindung zu einer anderen Pflanze nicht so leicht sichtbar ist. Ihre Wirtspflanze ist Klee, deshalb wird sie auch manchmal als Klee-Würger bezeichnet. Den Klee zapft sie mit ihren Wurzeln an, die zu Saugfortsätzen (Haustorien) umgebildet sind. Sie dringt in dessen Wurzeln ein, zapft dessen Leitgefäße an und entzieht energiereiche Stoffe, Wasser und Nährsalze. Der Kleewürger ist also ein Wurzelschmarotzer.

  • Vogelnestwurz (Quelle: Imago, imagebroker) Vogelnestwurz (Quelle: Imago, imagebroker)

Recht häufig findet man in Buchenwäldern die unscheinbare bräunliche Vogelnestwurz (Neottia nidus-avis), eine Orchidee. Auch sie verfügt über kein Blattgrün, kann also keine Fotosynthese betreiben. Ihren Energiebedarf deckt sie allerdings auch nicht als Parasit, sondern durch eine Lebensgemeinschaft mit einem Pilz. Der Pilz baut den Humus des Waldbodens ab und gewinnt daraus energiereiche Stoffe. Da die Pilzhyphen mit den reich verzweigten Wurzeln der Orchidee verwachsen sind, kann die Nestwurz dem Pilz die energiereichen Verbindungen entziehen. Im Gegenzug gibt die Orchidee dem Pilz Vitamine ab, die dieser braucht. Man spricht bei einer solchen Nahrungsbeziehung, bei der beide Partner einen Nutzen haben, von einer Symbiose.