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Hintergrund: Stockwerkbau - Im Keller - der Waldboden

Selbst die Moosschicht ist noch nicht der tiefstgelegene Lebensraum im Wald - es geht noch tiefer hinunter. An die Moosschicht schließt sich das Kellergeschoss des Waldes an - der Boden. Meist wird er wenig beachtet, denn man kann nur schwer in ihn hineinsehen. Der Boden ist aber durchaus beachtenswert, denn er bildet im wahrsten Sinne des Wortes die Grundlage für den gesamten Wald.

Woraus entsteht und besteht Waldboden?

  • Waldboden und Wurzeln (Quelle: Colourbox) Der Waldboden gibt den Bäumen Halt und versorgt sie über ihre Wurzeln mit Nährstoffen und Wasser (Quelle: Colourbox)

Waldboden entsteht aus dem Gestein im Untergrund, das verwittert (mineralischer Bodenanteil) und aus abgestorbenen und zersetzten Pflanzen und Pflanzenteilen (organische Substanz). Der Einfachheit halber wollen wir den Boden als ein einzelnes Stockwerk betrachten. Eigentlich ist er aber in Schichten gegliedert: den Oberboden, Unterboden und Untergrund. Der Oberboden ist humusreich und am stärksten belebt. Der Unterboden ist durchwurzelt, es leben hier nur noch wenige Tiere. Der Untergrund besteht aus festem Gestein.

Der Waldboden ist also einerseits wichtig als mechanische Verankerung der reich verzweigten Wurzeln. Der Boden ist es aber auch, der den Bäumen überhaupt erst Nährstoffe und Wasser zur Verfügung stellt und somit deren Wachstum ermöglicht.

Unterirdische Metropole

  • Regenwurm (Quelle: Colourbox) Der Regenwurm ist ein Waldbodenbewoher – er macht aus abgestorbenen Pflanzenresten Humus (Quelle: Colourbox)
  • Dachs (Quelle: Colourbox) Auch er wohnt im Waldboden - der Dachs (Quelle: Colourbox)
  • Herbstlaub (Quelle: Colourbox) Vor allem im Herbst ist der Waldboden übersät mit Laubblättern (Quelle: Colourbox)

Was vielleicht am meisten überrascht: Der Boden ist prall gefüllt mit Leben. Hättest du gedacht, dass es in einer Hand voll Erde mehr Lebewesen gibt als Menschen auf unserem ganzen Planeten? Natürlich sind die meisten von ihnen mikroskopisch klein, aber auch größere Tiere, die ihre Behausung im Boden bauen, gehören dazu, wie z. B. Fuchs und Dachs. Der vermutlich berühmteste Bodenbewohner, der Regenwurm, lebt hier, genauso wie andere Würmer, Asseln, Spinnen, Insekten, Pilze und Bakterien. Die meisten Bodenlebewesen sind so winzig, dass sie mit dem bloßen Auge gar nicht erkennbar sind. Sie sind klein, leisten aber Großes. Ohne ihre Arbeit würde der Wald langsam im eigenen Laub ersticken. Etwa 25 Millionen Blätter fallen jährlich in einem Hektar Buchenwald zu Boden. Dieses Laub wird von Bodenorganismen "entsorgt", die folgendermaßen Arbeitsteilung betreiben:

Zunächst zerkleinern die sogenannten Primärzersetzer das Laub, sie ernähren sich von den abgeworfenen Blättern. Dazu gehören Milben, Springschwänze, Asseln, Insektenlarven und Schnecken. Bakterien und Pilze besiedeln feuchtes Laub und die Ausscheidungen der Primärzersetzer. Sie führen die Zersetzung weiter fort. So wird das Laub letztendlich zu Humus und Mineralstoffen abgebaut. Diese Abbauprodukte bleiben im Wald, der Wald düngt sich somit selbst. Die Mineralstoffe sind die eigentlichen Nährstoffe, die von der Pflanze aufgenommen werden. Humus ist vor allem deshalb so wichtig, weil er Feuchtigkeit und Nährstoffe bindet und für die Pflanzen bei Bedarf verfügbar macht.