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Hintergrund: Energiekreislauf - Nahrungskreislauf im Wald

Der Nahrungskreislauf im Wald

Rund 200 verschiedene Samenpflanzen, 3000 Pilzarten, 5200 Insektenarten und 1800 andere Tierarten leben in einem europäischen Mischwald. Sie alle sind in einem stetigen Kreislauf miteinander verbunden. Wie er funktioniert erfährst du hier und in der Flash-Animation "Der Nahrungskreislauf im Wald".

MultimedialInteraktive Animation [Flash]
(Quelle: SWR - Screen aus der Animation) Multimedial

Glieder in der Nahrungskette

  • Buchenwald (Quelle: Colourbox) Buchen übernehmen in unserem Beispiel die Rolle der Produzenten (Quelle: Colourbox)
  • Buchenblätter (Quelle: Colourbox) Über ihre Blätter nimmt die Buche das Kohlendioxid der Luft auf (Quelle: Colourbox)

Produzenten

Hast du dir schon einmal überlegt, was eine Pflanze zum Überleben braucht? Wenn du zu Hause eine Topfpflanze besitzt, dann weißt du es. Die Pflanzen werden regelmäßig gegossen und immer wieder düngt man sie. Sie benötigen also Wasser und Mineralstoffe, die sie mit den Wurzeln aufnehmen. Aber das reicht nicht. Zimmerpflanzen werden meist auf die Fensterbank gestellt oder an einen anderen hellen Platz, denn sie brauchen Sonnenlicht. Im dunklen Keller oder in der dunklen Speisekammer würden sie schnell eingehen. Mit Hilfe der Sonnenenergie bauen sie bei der sogenannten Fotosynthese ihren Pflanzenkörper auf. Was für die Zimmerpflanzen gilt, das gilt auch für die Pflanzen des Waldes, z.B. die Buche. Sie nimmt Wasser und Nährsalze über die Wurzeln aus dem Waldboden auf. Über die Schließöffnungen ihrer Blätter nimmt sie das Kohlendioxid der Luft auf und baut daraus - mit Hilfe des Sonnenlichtes - organische Verbindungen (und damit Nährstoffe) auf. So kann die Buche wachsen und immer wieder neue Laubblätter bilden. Sie wird deshalb als Produzent bezeichnet.

  • Nagelfleckraupe (Quelle: Imago) Buchenblätter sind die Leibspeise der Nagelfleckraupe (Quelle: Imago)
  • Reh (Quelle: Colourbox) Dieses Reh fühlt sich im Buchenwald wie im Schlaraffenland (Quelle: Colourbox)

Konsumenten erster Ordnung (Erstverbraucher)

Aber sie bleibt nicht ungestört, denn es rücken ihr gelegentlich Insektenraupen zu Leibe, wie z.B. der Schwammspinner, der Buchenspinner oder die Nagelfleckraupe. Sie ernähren sich von den Buchenblättern. Weil sie sich direkt von Pflanzen - also von den Produzenten - ernähren, bezeichnet man sie als Konsumenten erster Ordnung oder Erstverbraucher.

Erstverbraucher sind immer Pflanzenfresser. Nicht nur Raupen, auch z.B. ein Reh kann in unserem Beispiel Erstverbraucher sein. Denn als reiner Vegetarier stehen bei ihm ebenfalls Buchenblätter auf dem Speiseplan. Von den einzelnen Gliedern der Nahrungskette ernähren sich also jeweils mehrere Tierarten.

Konsumenten zweiter Ordnung (Zweitverbraucher)

Unsere Raupe wird als Erstverbraucher häufig von Zweitverbrauchern gefressen. In der Animation "Der Nahrungskreislauf im Wald" wird die Raupe von einer Eidechse verspeist. Die Eidechse ist damit die Zweitverbraucherin.

  • Nagelfleckraupe (Quelle: Imago)

    Raupen haben viele Feinde (Quelle: Imago)

  • Eidechse (Quelle: Colourbox)

    Die Eidechse frisst gerne Raupen und wird damit zum Zweitverbraucher (Quelle: Colourbox)

  • Kohlmeise (Quelle: Colourbox) Feindin der Raupen: Die Kohlmeise (Quelle: Colourbox)

Auch mehrere Vogelarten ernähren sich von Raupen. Wie zum Beispiel die Kohlmeise, der Buntspecht oder der Kuckuck. Hätten sie in unserem Beispiel die Raupe gefressen, wären sie die Zweitverbraucher, statt der Eidechse.

  • Buntspecht (Quelle: Colourbox)

    Auch er hat es auf die Raupe abgesehen (Quelle: Colourbox)

  • Kuckuck (Quelle: Colourbox)

    Raupen stehen ebenfalls auf dem Speiseplan des Kuckucks (Quelle: Colourbox)

Konsumenten dritter Ordnung (Drittverbraucher)

In der Animation "Der Nahrungskreislauf im Wald" frisst ein Vogel die Eidechse. Er ist damit Konsument dritter Ordnung oder Drittverbraucher, denn er hat in diesem Falle eine Konsumentin zweiter Ordnung gefressen (die Eidechse). Hätte ein Vogel die Raupe gefressen, wäre er Konsument zweiter Ordnung gewesen und ein Greifvogel, der den raupenfressenden Vogel gefressen hätte, wäre dementsprechend Konsument dritter Ordnung geworden. Es kommt also immer darauf an, in welcher Position in der Nahrungskette wer wen frisst.

  • Eichenhäher (Quelle: Colourbox)

    Hätte der Eichelhäher die Eidechse in unserem Beispiel verspeist, wäre er Konsument dritter Ordung (Quelle: Colourbox)

  • Raubvogel verspeist anderen Vogel (Quelle: Colourbox)

    Aber auch ein Raubvogel kann Konsument dritter Ordnung sein (Quelle: Colourbox)

  • Katze (Quelle: Colourbox) Achtung Vögel: Katzen können gut klettern! (Quelle: Colourbox)
  • Baummarder (Quelle: Colourbox) Auch der Baummarder ist ein potenzieller Endverbraucher (Quelle: Colourbox)

Endkonsumenten (Endverbraucher)

In der Animation "Der Nahrungskreislauf im Wald" ist die Katze die Endverbraucherin, denn sie verspeist den Vogel (Konsument dritter Ordnung) der die Eidechse (Konsumentin zweiter Ordnung) usw. gefressen hat. Die Katze selbst wird von keinem übergeordneten Konsumenten mehr gefressen, deshalb ist sie die Endverbraucherin. Als Endverbraucher kämen in unserem Beispiel auch Greifvögel oder der Baummarder in Frage, denn auch sie haben den Vogel auf ihrem Speiseplan.

Nahrungsketten und Nahrungsnetze

Im Wald herrscht das Prinzip des Fressens und gefressen Werdens. Erstellt man einen Überblick über die genannten Nahrungsbeziehungen, dann ergibt sich eine so genannte Nahrungskette. Die Nahrungsbeziehungen im Wald bestehen wiederum aus vielen unterschiedlichen Nahrungsketten die wie die Fäden eines Netzes miteinander verbunden sind. Man spricht deshalb auch vom „Nahrungsnetz“.

Allen Nahrungsketten gemeinsam ist, dass an ihrem Anfang Pflanzen stehen, die durch Fotosynthese ihren Pflanzenkörper aufbauen. Die Pflanzen werden deshalb als Erzeuger oder Produzenten bezeichnet. Die nächsten Glieder einer Nahrungskette sind für ihr Wachstum auf die organischen Bestandteile des jeweils vor ihnen stehenden Gliedes angewiesen. Sie heißen deshalb Verbraucher oder Konsumenten. Man unterscheidet zwischen Konsumenten erster Ordnung (Erstverbrauchern), die Pflanzen fressen, den Konsumenten zweiter Ordnung (Zweitverbrauchern), die sich ihrerseits von den tierischen Pflanzenfressern ernähren, Konsumenten dritter Ordnung (Drittverbrauchern) u.s.w. Mehr als 4 - 5 Glieder haben die Nahrungsketten in der Regel nicht. Das letzte Glied ist der Endverbraucher.

Destruenten

Stirbt der Endverbraucher wird er von so genannten „Destruenten“ wieder in seine mineralischen Bestandteile zersetzt. Vorarbeit leisten Würmer und Insekten. Dann kommen die Pilze und Bakterien dran. Sie zerlegen die Reste in kleinste organische Bausteine, die dann wieder von den Pflanzen aufgenommen werden können. Die Destruenten liefern also Nährstoffe für die Produzenten. Somit schließt sich der Kreis.