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Hintergrund: Energiekreislauf - Der Platz des Menschen in der Nahrungskette

Auch der Mensch hat einen bedeutenden Platz in den Nahrungspyramiden der Kulturwälder eingenommen. Er trat an die Stelle einiger Wildtiere: Im ursprünglichen Wald waren Bären, Luchse, Wölfe und Greifvögel meist die Endverbraucher der Nahrungsketten. Dies änderte sich durch den Menschen. Durch die Jagd und die Ausrottung vieler Konkurrenten besetzte er zunehmend die letzten Glieder der Nahrungsketten. In zwei Dingen unterscheidet er sich aber von den „alten Räubern": Er erlegt seine Beute nicht im Nahkampf und er betreibt erheblichen Aufwand für deren Zubereitung. Davon zeugt ein Blick auf so manche Speisekarte. So kann man Wildgericht-Fans mit Menüvorschlägen wie „Rehmedaillons mit Traubensauce", „Feuriges Hirsch-Chilli" oder „Wildschweinburger an Rotweinbirnenmousse" begeistern.

Wolf, Raubvogel, Junge isst Hamburger (Quelle: Colourbox Collage: SWR)

Im Kulturwald kommt neben Wolf und Greifvogel auch der Mensch als Endverbraucher in Frage (Quelle: Colourbox Collage: SWR)


Der Mensch an der Spitze von Nahrungspyramiden - Eine globale Betrachtung

Nahrungspyramiden bestehen aus verschiedenen Ebenen, auch Trophiestufen genannt. Die oberen Trophiestufen sind kleiner als die unteren. Darin spiegelt sich nicht nur die Tatsache wider, dass die Individuenzahl von einer Stufe zur nächsten abnimmt. Es gelten zwei weitere Gesetzmäßigkeiten:

● Die Biomasse (Gramm Trockengewicht pro m²) nimmt von einer Stufe zur nächsten um 90% ab
● Die Energie nimmt von einer Stufe zur nächsten um 90% ab

Die Energieabnahme ist dadurch zu erklären, dass die Organismen 90% ihrer aufgenommenen Energie durch energieverbrauchende Bewegungen und Ausscheidungen an die Umwelt abgeben; diese Energie geht also der Nahrungskette verloren.

Aus den Gesetzmäßigkeiten der Nahrungspyramiden kann hergeleitet werden, dass die Erde mehr Menschen ernähren kann, wenn diese überwiegend als Erstkonsumenten leben würden und weniger als Zweit- und Drittkonsumenten, d.h. wenn wir mehr Pflanzen und weniger Fleisch essen würden.

  • Kartoffeln (Quelle: Colourbox)

    Am Anfang stehen 100 kg Kartoffeln (Quelle: Colourbox)

  • Schweine (Quelle: Colourbox)

    Würde man ein Schwein damit füttern, würde es um 10 kg an Gewicht zunehmen (Quelle: Colourbox)


Deutlich wird dies, wenn wir die Nahrungsbeziehung Kartoffel - Schwein - Mensch betrachten: Verfüttert man 100 kg Kartoffeln, so nimmt das Schwein um 10 kg zu. Ernährt sich der Mensch dann vom Schwein, dann nimmt er 1 kg zu. Würde sich der Mensch aber nicht vom Schwein, sondern direkt von den Kartoffeln ernähren, dann könnte er um 10 kg zunehmen.

  • Kartoffelgericht (Quelle: Colourbox)

    Kartoffelgericht oder... (Quelle: Colourbox)

  • Schweinebraten (Quelle: Colourbox)

    ...Schweinebraten (Quelle: Colourbox)


Ein Blick auf unsere Äcker zeigt, dass sehr viel Fläche für den Futterbau verbraucht wird. Würde diese Fläche direkt mit Feldfrüchten für den Menschen bebaut, dann könnte sie für die menschliche Ernährung sehr viel effektiver genutzt werden.

Maisfeld (Quelle: Colourbox)

Der Flächenverbrauch durch Anbau von Futterpflanzen ist sehr hoch (Quelle: Colourbox)


Ein weiteres Problem in diesem Zusammenhang ist der Futtermittelimport aus Entwicklungsländern. Dort sind die Menschen arm und leben vor allem als Erstverbraucher. Sie sind auf ihre tägliche Portion Getreide angewiesen. Was wir an Futtermitteln zusätzlich importieren fehlt in den Erzeugerländern oft für die Ernährung.