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Hintergrund: Energiekreislauf - DDT - das giftige Schicksal der Nahrungsketten

Am Anfang der Nahrungsketten stehen Pflanzen, auch die Kulturpflanzen wie z. B. Weizen, Mais und Kartoffeln. An diesen Kulturpflanzen hat der Mensch Interesse, sei es für die eigene Ernährung oder aber auch für die Verfütterung an Tiere und damit die Fleischproduktion. Schädlinge konkurrieren mit dem Menschen um die Kulturpflanzen und deshalb bringt er Pestizide (chemische Schädlingsbekämpfungsmittel) aus. Gegen Insekten werden Insektizide eingesetzt, gegen Pilze Fungizide und gegen Wildkräuter Herbizide.

  • Strukturformel DDT (Quelle: Colourbox) Strukturformel DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan) (Quelle: Colourbox)

Ein Gift erobert die Welt

Ein Insektizid mit trauriger Berühmtheit ist das DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan). Es wurde 1939 entdeckt und seitdem weltweit im Pflanzenschutz eingesetzt. Nachdem man seine hohe Schädlichkeit erkannte wurde sein Einsatz in Deutschland und auch anderen Industrieländern Anfang der 70er Jahre verboten. Dennoch kann es weltweit fast in jedem Organismus - auch in der Muttermilch - nachgewiesen werden.

Mehrere Ursachen gibt es hierfür:

● Das Gift hat eine sehr hohe Beständigkeit, es wird erst nach sehr langer Zeit abgebaut und zerfällt dabei in ein ebenso giftiges Abbauprodukt (DDE).
● Aus Gebieten, in denen DDT noch heute ausgebracht wird, werden Dünge- und Futtermittel importiert
● Zugvögel nehmen in den Winterquartieren DDT mit ihrer Nahrung auf. Sie kehren - mit dem Gift belastet - in die Sommerquartiere, z. B. nach Mitteleuropa zurück und werden hier zu Beutetieren. Damit gelangt das Gift in die Nahrungskette.

Brütendes Sperberweibchen (Quelle: Imago)

Brütendes Sperberweibchen (Quelle: Imago)


Der Sperber als Beispiel für eine besonders stark verseuchte Art

Als Anfang der 1970er-Jahre der Sperberbestand stark geschrumpft war, konnte man DDT als Ursache hierfür ausmachen. Man erkannte, dass durch Anreicherung von DDT im Körper der Greifvögel die Eischalen sehr brüchig wurden. Unter dem Gewicht der bebrütenden Eltern zerbrachen die Schalen, was zu einer katastrophalen Abnahme der Fortpflanzungsrate führte. Man stellte sich die Frage, weshalb vor allem der Sperber und auch andere Greifvögel durch das Gift geschädigt wurden. Die Antwort liegt in einem Phänomen, das auch als Biomagnifikation bezeichnet wird. Darunter versteht man die Tatsache, dass sich das Gift in der Nahrungskette anreichert. Dieser Prozess ist darauf zurückzuführen, dass die Gesamtbiomasse einer Trophieebene aus sehr viel mehr Biomasse der nächsttieferen Trophieebene gebildet wird. In den Endgliedern der Nahrungsketten reichert sich das Gift also besonders stark an.