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Hintergrund: Lebensraum Alpen

  • Schneehase (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung) Schneehase (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)
  • Murmeltier (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung) Murmeltier (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)
  • Spielkampf junger Steinböcke (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung) Spielkampf junger Steinböcke (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)

Lebensraum Alpen

Die Alpen sind kein einheitlicher Lebensraum. Wir unterscheiden verschiedene Höhenstufen, in denen jeweils bestimmte Tier- und Pflanzenarten vorkommen. Wichtigste klimatische Ursache für die Ausbildung der Höhenstufen ist die Lufttemperatur, die im Mittel auf je 100m Höhenanstieg um etwa 0,5 bis 0,6 °C abnimmt. Gleichzeitig wird die Vegetationszeit immer kürzer (um ca. 1 Woche pro 100 m). Die auffälligste ökologische Grenze ist die Waldgrenze. Sie trennt den Bergwald von der Krummholz- und Zwergstrauchstufe. Die natürliche Waldgrenze liegt bei etwa 2000m. Die reale liegt meist tiefer, weil der Mensch durch Rodung und Weidewirtschaft in den Naturhaushalt eingegriffen hat. Oberhalb der Krummholz- und Zwergstrauchstufe folgt die Mattenstufe, die in die Schneestufe übergeht. Aus dem Bereich der Mattenstufe stammen fast alle Filmaufnahmen. Hier halten sich also vorwiegend die gezeigten Tiere auf. Sie müssen Anpassungen an einen extremen Lebensraum mit langen Wintern und tiefen Temperaturen aufweisen.

Die kalte Jahreszeit bedeutet, dass der Wärmebedarf zunimmt, während sich das Nahrungsangebot verknappt. Daher reagieren viele pflanzenfressende Säuger mit einem Winterschlaf. Dabei wird die Körpertemperatur auf etwa 5°C herabgesetzt, die Atmung und der Herzschlag werden stark verlangsamt. Schneehasen leben in baumlosen Steinbereichen zwischen 1300 und 3400m NN. Die Tiere sind im Sommer braun, im Winter aber weiß – eine Anpassung an die lange Schneeperiode, in der sie gut getarnt sind. Sie haben kleinere Ohren als der Feldhase, was eine Anpassung an die niedrigen Temperaturen ist. Kleinere Ohren haben weniger wärmeabstrahlende Oberfläche.

  • (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)

    (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)

  • (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)

    (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)

  • Gämsen (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung) Gämsen (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)
  • Steinbock (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung) Steinbock (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)
  • Alpensalamander (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung) Alpensalamander (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)

Die Gämse ist eine ausgezeichneter Kletterin. Ihre Hinterläufe sind länger als die Vorderläufe. Sie ernährt sich von Gras, Flechten, Moosen und Zweigen. Gämsen sind winteraktiv. In der kalten Jahreszeit verfügen sie über ein dunkles, langes Winterfell mit Unterwolle. Das Murmeltier ernährt sich von Gräsern und Kräutern. Es macht bis zu 9 Monate lang Winterschlaf etwa 1,5m tief unter der Erde in einem selbstgegrabenen Wohnkessel. Dieser ist zur Wärmeisolation dick mit Heu ausgepolstert. Die Murmeltiere schmiegen sich eng aneinander und optimieren so den Wärmehaushalt. Die Tiere leben im Winter ausschließlich von den Körperfettreserven, die sie sich im Sommer zulegen. Die Alpenmurmeltiere sind hochsoziale Säugetiere. Sie leben in Großfamilien von einem erwachsenen Paar mit Nachkommen verschiedener Jahrgänge. Die Nachkommen bleiben mindestens bis zur Geschlechtsreife in der Elternfamilie, genießen also möglichst lange den Schutz der Gruppe. Erst dann sind sie bereit das Risiko der Wanderschaft auf sich zu nehmen und schwer genug, um den Strapazen bis zur Gründung einer neuen Familie standzuhalten. Steinböcke leben im felsigen Bergland. Sie sind hervorragende Kletterer und ernähren sich von Gräsern, Kräutern, Laub und Nadelholztrieben.

Auch die Vegetation zeigt besondere Anpassungen an das extreme Klima. Der niedere Wuchs der Pflanze ermöglicht das Überwintern im Schutz der Schneedecke. Auch schützende Knospenschuppen und dichtbehaarte Blätter treten als Schutz gegen tiefe Temperaturen auf. Selbst die Farbenpracht der Bergpflanzen darf als Anpassung an die Umweltbedingungen verstanden werden. In zunehmender Höhe treten weniger Blütenbestäuber auf. Die intensiven Blütenfarben sollen diese anlocken und damit die Bestäubung sichern.

  • (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)

    (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)

  • (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)

    (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)