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Hintergrund: Flur­be­rei­ni­gung und ihre Fol­gen

  • Luftbild von großen rechteckigen Feldern (Quelle: Jupiterimages/Thinkstock) Die Flurbereinigung brachte große, einheitliche Felder (Quelle: Jupiterimages/Thinkstock)

Unter Flur­be­rei­ni­gung ver­steht man alle Maß­nah­men, die der Zu­sam­men­le­gung und Neu­ord­nung von land­wirt­schaft­li­chem Grund­be­sitz die­nen. Das Haupt­ziel einer Flur­be­rei­ni­gung ist üb­li­cher­wei­se die Ver­ein­fa­chung und In­ten­si­vie­rung der land­wirt­schaft­li­chen Pro­duk­ti­ons­be­din­gun­gen. Zer­stü­ckel­te Acker­flä­chen wer­den zu­sam­men­ge­führt, Wege und Stra­ßen öko­no­mi­scher durch die Fel­der ge­legt und ein Flä­chen­aus­gleich für die be­tei­lig­ten Grund­ei­gen­tü­mer durch­ge­führt. In der Regel sind die land­wirt­schaft­li­chen Flä­chen nach einer Flur­be­rei­ni­gung deut­lich grö­ßer, dafür aber ge­rin­ger an Zahl als vor­her. Der Anbau von Mo­no­kul­tu­ren wird da­durch ge­för­dert. Öko­lo­gisch be­son­ders pro­ble­ma­tisch ist dabei die Zer­stö­rung der ur­sprüng­li­chen Viel­falt an Knicks, He­cken und Busch­land, denn die neu ent­ste­hen­den Groß­flä­chen be­nö­ti­gen weit we­ni­ger Grenz­be­wuchs als eine mo­sa­ik­ar­tig ver­teil­te Feld­land­schaft. Da­durch geht viel­fäl­ti­ger Le­bens­raum für Tiere und Pflan­zen ver­lo­ren. Selbst ehe­mals sehr häu­fi­ge Kul­tur­fol­ger wie der Feld­hams­ter sind da­durch in­zwi­schen in ihrem Be­stand be­droht.

Nötig wurde die Flur­be­rei­ni­gung in gro­ßem Maß­stab vor­ran­gig durch die Tech­ni­sie­rung der Land­wirt­schaft. Auch in frü­he­ren Zei­ten wur­den Flur­be­rei­ni­gun­gen durch­ge­führt, um zum Bei­spiel Flä­chen ver­schie­de­ner Be­sit­zer zu­sam­men­zu­füh­ren, aber erst die Ent­wick­lung mo­der­ner Land­ma­schi­nen in Folge der In­dus­tria­li­sie­rung mach­te die Schaf­fung rie­si­ger Acker­flä­chen not­wen­dig. Diese kön­nen mit Hilfe von Ern­te­ma­schi­nen sehr öko­no­misch be­ar­bei­tet wer­den. Im Zu­sam­men­spiel mit Pes­ti­zi­den und Dün­ger­ein­satz wur­den so enor­me Er­trags­stei­ge­run­gen er­zielt. Doch so schön die gro­ßen Fel­der im Som­mer an­zu­schau­en sind, ihr öko­lo­gi­scher Wert ist denk­bar ge­ring. Da auf ihnen nur eine ein­zi­ge Pflan­zen­art wächst, kön­nen nur sehr we­ni­ge Or­ga­nis­men dort leben. Gibt es nur we­ni­ge He­cken und Acker­rand­strei­fen zwi­schen den Fel­dern, fehlt zudem der Le­bens­raum für eine ar­ten­rei­che Fauna und Flora.

Be­son­ders be­trof­fen von den Um­wäl­zun­gen in­ner­halb der Land­wirt­schaft sind die In­sek­ten und in Folge alle die Tiere, die von In­sek­ten leben.