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Filminhalt: Landwirtschaft – Wie kommen wir weg von der Chemie?

Die industrielle Landwirtschaft verspricht hohe Erträge und billige Preise. Möglich wird das durch große Maschinen und viel Chemie. Doch die Kehrseite wird immer deutlicher spürbar: Das Trinkwasser ist mit Nitrat verschmutzt, die Insekten sterben und die Böden sind ausgelaugt. Welche Alternativen gibt es zur industriellen Landwirtschaft? Welche Art von Landwirtschaft ist zukunftsweisend, umweltfreundlich und stellt sicher, dass die Landwirte davon leben können?

Sven Wilhelm aus Oberkirch vollzieht eine radikale Wende: Er stellt seinen Obst- und Gemüseanbau auf Bio um. Michael Reber aus Schwäbisch Hall geht einen anderen Weg: Er wirtschaftet weiter konventionell, versucht jedoch mit einer neuen Methode den Humus auf seinen Äckern auf natürliche Weise aufzubauen.

Agrarexperten bestätigen, dass auch die konventionelle Landwirtschaft von umweltschonenden Maßnahmen profitieren kann. Es gibt viele Möglichkeiten, für mehr Nachhaltigkeit zu sorgen.

Aber nur wenn die Politik diese Ansätze unterstützt und Verbraucherinnen und Verbraucher mitziehen, hat eine umweltfreundliche Landwirtschaft Zukunft.

Filmskript: Landwirtschaft – Wie kommen wir weg von der Chemie?

Landwirtschaft ohne Chemie?

Kapitelübersicht:

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Langfristig Erfolg haben

00:00 – 06:03

Seit Jahrzehnten werden großen Mengen an synthetischen Düngemitteln in der Landwirtschaft verwendet. Doch auf Dauer zerstören die chemischen Stoffe die natürlichen Kreisläufe, schaden Böden, Pflanzen und Insekten. Immer mehr Landwirte beginnen, ihre Äcker nachhaltiger zu bewirtschaften. So hat sich Sven Wilhelm entschieden, Bio-Anbau nach den Demeter-Richtlinien zu betreiben. Zusammen mit seiner Frau Alexandra bewirtschaftet er zehn Hektar Land mit Obst und Gemüse. Doch die Umstellung kostet viel Geld; erst nach zwei Jahren können die Wilhelms ihre Produkte als Bio-Ware verkaufen - eine lange Durststrecke, die die Familie vor existentielle Probleme stellt.

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Industriell produzieren – billig verkaufen?

06:03 – 09:27

In Supermärkten und Discountern sind Lebensmittel so günstig wie nie zuvor. Der Agrarwissenschaftler Tobias Bandel hat untersucht, wie die Preise zustande kommen und welche versteckten Kosten bei der Produktion von Lebensmitteln berücksichtigt werden müssen, die meist außer Acht gelassen werden. Die Billigpreise sind auch deshalb möglich, weil die Abläufe in der Landwirtschaft seit Beginn der Industrialisierung zunehmend rationalisiert wurden. Der Agrarexperte Felix zu Löwenstein erklärt, welche Folgen das für die Landwirtschaft hatte und warum das heutige System der „industriellen Landwirtschaft“ seiner Ansicht nach so nicht weitergeführt werden kann.

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Bodenaufbau: kleine Schritte, große Wirkung

09:27 – 17:42

Der Landwirt Michael Reber stellte fest, dass seine Böden durch die jahrelange Verwendung von chemischen Düngemitteln ausgelaugt waren und er immer mehr Chemie einsetzen musste, um gleiche Erträge zu erzielen. Er griff zu biologischen Maßnahmen wie Grün-Dung und Komposttee, um die Kleinstlebewesen im Boden zu stärken und den Humusgehalt zu verbessern – mit Erfolg: Seine Böden speichern die Feuchtigkeit heute länger, die Wurzeln der Pflanzen sind besser ausgeprägt. Und in dem organischen Material ist viel Kohlenstoff gespeichert, der sonst als Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangen würde. Auch Biobauer Sven Wilhelm investiert viel Zeit in den Aufbau seines Bodens. Er verwendet Pferdemist als natürlichen Dünger – gut für die Umwelt, konventionell gesehen aber unwirtschaftlich…

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Die Politik entscheidet, wohin die Gelder fließen

17:42 – 21:56

Mit rund 58 Milliarden Euro sind die Agrarsubventionen der größte Posten im EU-Haushalt. Derzeit gehen etwa 44 Milliarden Euro, also der größte Teil davon, in Form von Direktzahlungen an die Bauern. Diese werden in erster Linie nach der Größe der Fläche unterstützt, die sie bewirtschaften. Wer viel Boden hat, bekommt also viel Geld. Nur 14 Milliarden Euro sind für Leistungen gedacht, die die Landwirte für Umwelt-, Klima- und Tierschutz erbringen. Michael Reber und Sven Wilhelm sehen das kritisch. Sie fordern, dass nachhaltiges Arbeiten und aktiver Klimaschutz stärker gefördert werden. Auch der Politiker Martin Häusling, der für die Grünen im EU-Agrarausschuss sitzt, will erreichen, dass die Verteilung der Steuergelder zukünftig an Umweltmaßnahmen gekoppelt ist, um mehr Bauern zu motivieren, ökologischer zu arbeiten.

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Auch die Verbraucher müssen umdenken

21:56 – Ende

Nachhaltig zu wirtschaften, ist eine Herausforderung; die Erträge entsprechend zu vermarkten, eine weitere. Auf Empfehlung des Großhandels hat Sven Wilhelm große Mengen an Zucchini angebaut, doch er bleibt auf dem Gemüse sitzen. Die Händler wollen die Ware nicht mehr haben oder bekommen sie woanders billiger. Zwar steigt die Akzeptanz von Bio-Produkten, aber häufig werden doch die günstigeren, konventionell angebauten, Lebensmittel bevorzugt. Nur wenn auch die Verbraucher umdenken, wird sich das ändern. Ein respektvoller Umgang mit Ressourcen und Lebensmitteln spielt dabei eine wichtige Rolle.