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Hintergrund: Geschichte / Histoire

Geschichte

Korsische Geschichte bis zum Unabhängigkeitskampf (1729-69)

Korsikas Geschichte ist über Jahrtausende geprägt von Fremdherrschaft und Unterdrückung durch wechselnde Mächte. Für die Bewohner der Insel bedeutete das meist Entbehrung und selten Wohlstand.

Im sechsten vorchristlichen Jahrhundert gründet der griechische Volksstamm der Phokäer an der Ostküste Korsikas die Stadt Alalia (heute Aléria), verlässt aber nach einer Seeschlacht gegen Karthager und Etrusker (535 v. Chr.) die Insel. Der griechische Einfluss bleibt lange wirksam.

Nach dem Sieg über Karthago erobern die Römer 259 v. Chr. Alalia. Es folgen jahrzehntelange verlustreiche Kämpfe mit den renitenten Korsen, die sich vor der Übermacht tief ins Landesinnere zurückziehen, ehe Rom für annähernd 700 Jahre die Macht auf der Insel übernimmt.

Der Band "Asterix auf Korsika" bietet eine humorvolle und nur leicht überzeichnete Einführung in diese Epoche sowie die Sitten und Gebräuche der Korsen.

Die Wirren der Völkerwanderung bringen Vandalen und Ostgoten nach Korsika, ehe die Insel, nach zweihundertjähriger Zugehörigkeit zu Byzanz, 758 vom fränkischen König Pippin erobert wird. Durch die "Pippinsche Schenkung" fällt Korsika an den Papst, der es jedoch nicht vor den Überfällen der Sarazenen (Araber) schützen kann, die Korsika fast ein Jahrtausend lang in Atem halten werden. Deshalb überträgt er die Verwaltung der Insel 1077 dem Bistum Pisa. Die Herrschaft Pisas ist durch eine gewisse innere Befriedung und einen kulturellen Aufschwung geprägt. Zeugnisse pisanisch-romanischer Kirchenbaukunst können noch heute besichtigt werden (La Canonica am Etang de Biguglia, San Michele bei Murato).

Nach der Niederlage Pisas gegen Genua (1284) herrscht der aufstrebende ligurische Stadtstaat für die nächsten fünfhundert Jahre auf Korsika. Noch heute künden überall an der Küste Wehrtürme von Genuas Regiment. In die Zeit der genuesischen Herrschaft fallen Bauernaufstände (1358), Kriege gegen Aragon (1376-1434), die Verpfändung Korsikas an die "Bank des Heiligen Georg", bei der Genua hoch verschuldet ist (1453-1559), die vorübergehende französische Besetzung der Insel unter Heinrich II. (1559) und vergebliche Aufstände der Korsen unter Sampiero Corso (1559-1567).

Im "Korsischen Unabhängigkeitskrieg" (1729-1769) erheben sich die Korsen erneut gegen die Herrschaft des im Niedergang begriffenen Genua. Als ihnen der deutsche Abenteurer Theodor von Neuhoff zu Hilfe kommt, krönen ihn die verzweifelten Korsen 1736 zum König. Seine Regentschaft bleibt eine kuriose Episode. Nach neun Monaten verlässt er die Insel.

Nach weiteren Jahren der Unruhe und des Aufruhrs wird 1755 Pasquale Paoli zum "General der Nation" gewählt. Der gebildete und aufklärerisch gesonnene Freiheitskämpfer, der heute als Nationalheld verehrt wird, gibt Korsika eine moderne Verfassung, führt die allgemeine Schul- und Militärpflicht ein und gründet in der neuen Hauptstadt Corte die erste Universität.

Vierzehn Jahre lang existiert Korsika als quasi souveräner Staat innerhalb des genuesischen Herrschaftsbereichs. Diese relative Unabhängigkeit endet, als Genua die Insel 1768 an Frankreich verkauft. Ein Jahr später besiegen die Franzosen die an Zahl und Waffen unterlegenen Korsen bei Ponte Nuovu und annektieren die Insel.

Frankreich und Korsika

Die jüngere korsisch-französische Geschichte reicht in die Jahre des "Korsischen Unabhängigkeitskrieges" 1729 bis 1769 zurück, als die Korsen gegen die schwächelnde Besatzungsmacht Genua rebellieren. Unter Führung des Reformers Pasquale Paoli rufen sie 1755 ihren eigenen Staat aus. Eine moderne Verfassung wird erarbeitet. Trotz der nominellen Zugehörigkeit zu Genua besteht Korsika nun für vierzehn Jahre praktisch als unabhängiger Parallelstaat. Als das verschuldete Genua die Insel 1768 an Frankreich verkauft, kommt es zum Krieg. Die Korsen werden vernichtend geschlagen, Paoli geht ins Exil, Korsika wird französische Provinz.

Nach bürgerkriegsähnlichen Wirren in den Jahren der Französischen Revolution wird Korsika im Lauf des 19. Jahrhunderts in den französischen Staat integriert. Alle Verwaltungs- und Infrastrukturmaßnahmen verhindern nicht, dass Korsikas Industrie rückständig bleibt. Aufgrund einseitiger Zollschranken ähneln Korsikas Wirtschaftsbeziehungen zum französischen Festland bis 1912 denen einer Kolonie. Zehntausende Korsen wandern aus. Korsika ist die ärmste französische Region, alte Clanstrukturen dominieren das politische Leben.

Im Ersten Weltkrieg sterben mindestens 14.000 Korsen für Frankreich; das trifft auch die Wirtschaft der Insel hart. Während des Zweiten Weltkriegs ist Korsika 1942/43 von italienischen und deutschen Soldaten besetzt. Nach ihrem Abzug ist die Insel der erste befreite Teil Frankreichs. Die Erfahrungen des Krieges und der Resistance stärken die Bindung Korsikas an Frankreich.

1970 erhält Korsika Regionalautonomie, 1975 wird sie in die Departements Corse-du-Sud und Haute-Corse unterteilt. Im selben Jahr eskalieren soziale Spannungen zwischen Einheimischen und Algerien-Franzosen, die von der Regierung de Gaulle - nach dem Verlust der Kolonien in Nordafrika Anfang der 60er-Jahre - im Osten Korsikas angesiedelt worden waren. Es geht um gepanschten Wein, Geld und das alte Trauma der Korsen, zu kurz zu kommen. Als Reaktion auf die Konflikte wird 1976 die nationale Befreiungsfront FLNC gegründet. Themen wie Regionalismus und kulturelle Identität gewinnen an Bedeutung. Nach seinem Verbot 1983 geht der FLNC in den Untergrund und verübt jährlich Hunderte von Anschlägen auf Ferienanlagen und Verwaltungsgebäude.

Als erste französische Region wählt Korsika 1982 ein Regionalparlament, das in den Bereichen Tourismus, Landwirtschaft und Bewässerungsprojekte nun selbständig entscheiden kann. Um der anhaltenden Gewalt zu begegnen, verabschiedet die französische Nationalversammlung 1990 den sogenannten Plan Joxe - benannt nach dem damaligen Innenminister - der dem korsischen Regionalparlament größere Autonomie in der Verkehrs- und Bildungspolitik, bei Raumplanung und Wohnungsbau einräumt. Die bereits beschlossene Anerkennung einer "korsischen Nation" wird vom französischen Verfassungsrat wieder revidiert, was den Autonomisten bei der folgenden Regionalwahl 20% der Stimmen einbringt. Aber die Gewalt eskaliert. Zum einen fordern interne Kämpfe rivalisierender Separatisten zahlreiche Todesopfer, zum anderen wird 1998 der französische Präfekt Claude Erignac ermordet. Wenige Tage nach seinem Tod organisiert die 1994 gegründete Frauengruppe Femmes pour la vie die größte Demonstration der Inselgeschichte. Aus Protest gegen die Gewalt und das mafiotische Clanwesen gehen Zehntausende auf die Straße. In den 90er-Jahren votieren in mehreren Umfragen über 80% der Bevölkerung gegen eine Unabhängigkeit ihrer Insel.

Beim Umgang mit dem Problemfall Korsika schwankt die französische Politik zwischen der Gewährung von mehr Autonomie und repressiver Durchsetzung zentralstaatlicher Autorität. Eine schwere Belastung des Verhältnisses wird der "Fall Bonnet".

2001 gesteht ein neues Gesetz Korsika mehr Selbständigkeit zu. Die korsischen Volksvertreter sollen französische Gesetze den besonderen Bedürfnissen der Insel anpassen dürfen. Dieses Statut wird im Januar 2002 teilweise für verfassungswidrig erklärt. Im Mai desselben Jahres kündigt der FLNC die vorübergehend ausgesetzte Wiederaufnahme des bewaffneten Kampfes an und sprengt bald darauf den Neubau einer Polizeikaserne.

Kurz nachdem im Juli 2003 der Haupttäter im Fall Erignac gefasst wurde, stimmten bei einem Referendum überraschend 50,98% der Korsen gegen die Zusammenlegung der beiden Insel-Departements und gegen mehr Verwaltungsautonomie. Die Maßnahmen hätten das Vorhaben, Korsika in eine Sonderwirtschaftszone zu verwandeln, administrativ flankieren sollen. Das Ergebnis war eine Niederlage sowohl für die französische Regierung als auch für den legalen Arm der korsischen Nationalisten. Die Sicherheitslage verschärfte sich wieder. Ein Ende der latenten Bürgerkriegssituation ist nicht in Sicht.

Histoire

L'histoire de la Corse jusqu'à la guerre d'indépendance (1729 à 1769)

L'histoire de la Corse est marquée par plusieurs dominations étrangères successives et par l'oppression due aux changements de pouvoirs. Pour les habitants de l'île, cela s'est souvent traduit par des périodes de privation que de prospérité.

Au 6e siècle avant J.-C., les Phocéens, peuple grec, fondent la ville d'Alalia (aujourd'hui Aléria) sur la côte-est de la Corse. Mais en 535 av. J.-C., ils doivent quitter l'île, vaincus en mer par les Carthaginois et les Etrusques. L'influence grecque y reste toutefois longtemps présente.

Après leur victoire sur les Carthaginois, les Romains s'emparent d'Alalia en 259 av. J.-C.. S'ensuivent de longues années de lutte, riches en pertes humaines, avec les Corses réfractaires à toute domination. Devant la supériorité des Romains, les Corses se retirent loin à l'intérieur des terres. Rome va alors dominer l'île pendant près de 700 ans.

La bande dessinée « Astérix en Corse » offre une vision humoristique et à peine caricaturale de cette époque, de ses mœurs et coutumes.

Le remous des invasions barbares amène les Vandales et les Ostrogoths en Corse, avant que l'île ne revienne au roi des Francs, Pépin le Bref, en 758, après deux siècles de domination byzantine. Il en fait don au Pape, incapable de la protéger contre les attaques sarrasines, qui vont tenir l'île sur le pied de guerre pendant presque un millénaire. C'est la raison pour laquelle le Pape confie l'administration de l'île à l'évêché de Pise en 1077. La domination de Pise est caractérisée par une relative pacification de l'île et un essor culturel. Des témoignages de l'art religieux pisan sont encore visibles aujourd'hui (les églises La Canonica, sur l'Etang de Biguglia, et San Michele près de Murato).

La défaite de Pise face à Gênes en 1284 inaugure 500 ans de domination ligure en Corse. Des tours de défense sur toute la côte-est témoignent encore aujourd'hui de la présence génoise. C'est durant la domination de Gênes qu'ont eu lieu les révoltes paysannes de 1358, les guerres contre Aragon (1376-1434), la mise en gage de la Corse auprès de la « banque de St George » envers laquelle Gênes est fortement endettée (1453-1559), l'occupation française provisoire de l'île sous Henri II (1559) ainsi que les vains soulèvements corses menés par Sampiero Corso (1559-1567).

Pendant la guerre d'indépendance (1729-1769), les Corses tentent une nouvelle insurrection contre la domination génoise, alors à son déclin. Lorsque l'aventurier allemand Théodore de Neuhoff vient leur prêter main forte, les Corses, désespérés, le prennent pour roi en 1736. Sa régence reste un épisode original de l'histoire corse - Théodore de Neuhoff quitte l'île neuf mois plus tard. Après de nouvelles années de troubles et de révoltes, Pasquale Paoli est proclamé « Général de la Nation » en 1755. Ce combattant pour la liberté, instruit et éclairé, incarne aujourd'hui encore le héros national corse. Il donne à la Corse une constitution moderne, introduit le service militaire et l'école obligatoires et fonde la première université corse dans la capitale Corte. Pendant 14 années, la Corse va exister comme un état quasiment souverain à l'intérieur du domaine d'influence génois. Cette indépendance relative prend fin avec la vente de l'île à la France en 1768. Un an plus tard, les Français, supérieurs en nombre et en armes, battent les Corses à Ponte Nuovu et rattachent l'île à la France.

Les relations entre la Corse et la France

L'histoire moderne de la Corse remonte à la guerre d'indépendance entre 1729 et 1769, lorsque les Corses s'insurgent contre l'occupant génois, alors affaibli. Conduits par le réformateur Pasquale Paoli, ils proclament en 1755 leur indépendance. Une constitution moderne est élaborée. Bien que la Corse appartienne de droit toujours à Gênes, elle va être dans les faits un état indépendant parallèle et ce durant 14 années. Lorsque le pouvoir génois, fortement endetté, vend l'île à la France en 1768, c'est le début d'une guerre entre les Corses et la France. La victoire française est écrasante. Paoli part en exil et la Corse devient une province française.

Après une époque de troubles, proche de la guerre civile, pendant la Révolution française, la Corse est finalement intégrée à l'Etat français au cours du 19e siècle. Toutes les mesures prises pour améliorer les infrastructures et mettre sur pied une administration n'empêchent pas à l'industrie corse de rester en retrait. En raison de barrières douanières unilatérales, côté français, les relations commerciales de la Corse avec la France ressemblent jusqu'en 1912 à celles d'une colonie. Des milliers de Corses émigrent. La Corse est la région la plus pauvre de France. Les vieilles structures claniques dominent la vie politique.

Pendant la première guerre mondiale, 14 000 Corses vont mourir pour la France. Ces pertes frappent aussi durement l'économie. Durant la seconde guerre mondiale, la Corse est occupée de 1942 à 1943 par les troupes allemandes et italiennes. Après leur retrait, la Corse est la première partie de France à être libérée. Les expériences de la guerre et de la résistance renforcent les liens entre la France et la Corse.

En 1970, la Corse obtient une autonomie régionale, en 1975, elle est divisée en deux départements, la Haute-Corse et la Corse du Sud. La même année est marquée par des tensions sociales qui dégénèrent en conflit entre les insulaires et les Français rapatriés d'Algérie qui se sont installés dans l'est de l'île dans les années 60, après la perte des colonies nord-africaines. Ces tensions ont pour cause des questions de vin frelaté et d'argent, ainsi qu'un vieux traumatisme corse, celui d'être laissé pour compte. En réaction aux conflits, le FLNC, le Front de Libération Nationale Corse, est crée en 1976. Les questions du régionalisme et de l'identité culturelle sont au centre du débat politique. Bien que le FLNC ait été interdit en 1983, il continue d'agir clandestinement et est à l'origine, chaque année, de centaines d'attentats sur des complexes touristiques ou des bâtiments administratifs.

La Corse est la première région française à élire une assemblée régionale en 1982, compétente sur les questions relatives au tourisme, à l'agriculture et aux projets d'irrigation. Pour mettre un terme à la violence qui secoue l'île depuis des années, l'assemblée nationale vote le « plan Joxe » en 1990, nommé ainsi d'après le Ministre de l'intérieur de l'époque. Ce dernier donne plus d'autonomie à l'assemblée régionale corse pour régler les questions relatives aux transports et à l'éducation, à l'aménagement du territoire ainsi qu'à la construction de logements. Mais la notion de « nation corse », également prévue par le plan, est remise en cause par le Conseil Constitutionnel. Cela a pour conséquence de faire remonter la popularité des autonomistes, qui obtiennent 20% des voix lors des élections régionales suivantes. Les violences reprennent de plus belle. Les luttes internes entre clans séparatistes rivaux font de nombreuses victimes et en 1998, le préfet de Corse Claude Erignac est assassiné en pleine rue. Peu de jours après sa mort, le groupe « Femmes pour la vie », créé en 1994, organise la plus grande manifestation jamais vue de l'histoire corse. Des milliers de femmes défilent dans la rue pour protester contre la violence et le caractère mafieux des clans. Dans plusieurs sondages effectués dans les années 90, plus de 80% de la population se prononcent contre l'indépendance de la Corse.

Dans son approche du problème corse, le gouvernement français hésite entre une politique donnant plus d'autonomie à la Corse et une politique plus répressive, destinée à asseoir l'autorité de l'Etat. Les relations entre la France et la Corse sont lourdement compromises avec l'affaire Bonnet.

En 2001, une nouvelle loi accorde plus d'autonomie à la Corse. Les représentants du peuple corse ont pour mission d'adapter les lois françaises aux besoins spécifiques de l'île. Ce statut particulier est en partie déclaré anticonstitutionnel en janvier 2002. Au mois de mai de la même année, le FLNC annonce la reprise de la lutte armée, qui avait été provisoirement interrompue, et s'attaque aux nouveaux locaux du commissariat de police.

Peu après l'arrestation de l'auteur présumé de l'assassinat du préfet Erignac, en juillet 2003, à la surprise générale, les Corses se prononcent à 50,98% contre le regroupement des deux départements de l'île et contre une administration plus autonome. Ces mesures envisagées par le gouvernement, avaient pour objectif de jeter les bases administratives nécessaires à la création d'une zone économique particulière à la Corse. Le résultat du référendum constitue une défaite, aussi bien pour le gouvernement français que pour le camp nationaliste au Parlement. L'insécurité reprend le dessus et plonge la Corse dans un état latent de guerre civile. On est en droit de penser que le problème corse est loin d'être résolu.