zum Inhalt.
zur Hauptnavigation.

Inhalt

Unterricht: Krieg der Träume – Crash


Themen
• Goldene Zwanziger
• Armut
• Spekulation
• Aktien
• Schwarzer Freitag
• Börsencrash
• Banken
• Kredit
• Finanzmarkt

Fächer
• Geschichte
• Gemeinschaftskunde
• Politik
• Wirtschaft

Klassenstufen
• ab Klasse 9, alle Schularten

  • Spielszene: Marcel Jamet (links) im Gespräch mit dem Bankier. (Quelle: SWR/arte/Co. – Screenshot aus der Sendung) Marcel Jamet bittet den amerikanischen Bankier Richard um Geld für sein Bordell (Quelle: SWR/arte/Co. – Screenshot aus der Sendung)
  • Spielszene: Hans und Magdalena Beimler am Esstisch, zwischen sich eine Waffe. (Quelle: SWR/arte/Co. – Screenshot aus der Sendung) Hans und Magdalena Beimler streiten um Geld und über Politik (Quelle: SWR/arte/Co. – Screenshot aus der Sendung)
  • Junge Männer und eine Frau in weißer Arzt-Kleidung. (Quelle: SWR/arte/Co.  – Screenshot aus der Sendung) Edith Wellspacher kämpft dafür, Ärztin zu werden (Quelle: SWR/arte/Co. – Screenshot aus der Sendung)
  • Förmlich gekleidete Männer und Frauen in Lokal. (Quelle: SWR/arte/Co. – Screenshot aus der Sendung) Nur wenigen geht es in den Goldenen Zwanzigern wirklich gut (Quelle: SWR/arte/Co. – Screenshot aus der Sendung)

Lehrplanbezüge

Der Einsatz der Sendung „Krieg der Träume - Crash“ lässt sich im Fach Geschichte sowie den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern einordnen.

Baden-Württemberg

Dem aktuellen Bildungsplan für die Oberstufe der Gemeinschaftsschule und das Gymnasium (Klasse 7/8) kann man unter anderem folgende Kompetenzen und Inhalte entnehmen:

„Bei der Beschäftigung mit dem ‚langen‘ 19. Jahrhundert und der Zwischenkriegszeit erfahren die Schülerinnen und Schüler in europäischer Perspektive von wesentlichen Grundlagen der modernen Welt und können sich mit deren auch heute noch virulenten Grundproblemen auseinandersetzen.“ (BP 2016 Gymnasium Geschichte S. 11)

„Die Schülerinnen und Schüler können:
(3) Durchbruch und Scheitern der liberalen parlamentarischen Demokratie im Europa der Zwischenkriegszeit am Beispiel der Weimarer Republik erklären (Novemberrevolution, Systemwechsel, Selbstbestimmungsrecht der Völker, Revision, Weltwirtschaftskrise, Präsidialkabinett)“ (BP 2016 Gemeinschaftsschule Geschichte S. 18 und Gymnasium S. 40)

Rheinland-Pfalz

Die aktuellen Lehrpläne sehen in den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern (Erdkunde, Geschichte, Sozialkunde) ab Klasse 9 unter anderem folgende Lernfelder, Kompetenzen und Leitfragen vor:

● Lernfeld II.1.1 „Die weltweite Auseinandersetzung um politische Ordnungen – Demokratie – Sozialismus – Nationalsozialismus – Gesellschaft“ (LP RS+, Gymnasium, ab S. 118)

● Leitfragen / Leitgedanken:
Wie leben die Menschen in einer Zeit, die durch die Suche nach neuen politischen Ordnungen gekennzeichnet ist?
Freiheit oder Fremdbestimmung – wie entwickeln sich Gesellschaften?
Das Individuum zwischen Selbstbestimmung und Fremdbestimmung in konkurrierenden
Ideologien

● „Die Lernenden erwerben
Fachkompetenz: Sie stellen durch die Auseinandersetzung mit Lebenssituationen in der Zeit der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus Gegenwartsbezüge her.
Methodenkompetenz: Sie analysieren Verhaltensweisen von Menschen in der Demokratie und in der Diktatur und bewerten diese.
Kommunikationskompetenz: Sie untersuchen die Lebensbedingungen in unterschiedlichen Gesellschaftsformen und präsentieren ihre Ergebnisse mediengestützt.“ (LP RS+, Gymnasium, S. 119)

Saarland

Die Lehrpläne des Gymnasiums sowie der Gemeinschaftsschule für das Fach Geschichte sehen in der Klassenstufe 9 das Themenfeld „Weimarer Republik“ vor. Als Basisbegriffe werden aufgeführt: „Novemberrevolution, Präsidialverfassung, Emanzipation, Frauenwahlrecht, Währungsreform, Völkerbund, Reparationen, Versailler Vertrag, Dolchstoßlegende, Weltwirtschaftskrise, Inflation, Putschversuche, Krisenjahr 1923, „Goldene 20er“, Extremismus, Notverordnungen“ (LP Gemeinschaftsschule S. 9ff. und LP Gymnasium Kl. 9 S. 48ff.)

  • Historische Aufnahme: Dicht gedrängte Menge wartet vor einem Gebäude. (Quelle: SWR/arte/Co. – Screenshot aus der Sendung)

    Durch den Börsencrash 1929 steigt die Arbeitslosigkeit (Quelle: SWR/arte/Co. – Screenshot aus der Sendung)

  • Historische Aufnahme: Männer und Frauen in ärmlich wirkendem Hinterhof. (Quelle: SWR/arte/Co. – Screenshot aus der Sendung)

    Armut prägt die Städte nach dem Ersten Weltkrieg (Quelle: SWR/arte/Co. – Screenshot aus der Sendung)

  • Spielszene: Hans Beimler (rechts) steht beim Plakatekleben einem Nationalsozialisten gegenüber. (Quelle: SWR/arte/Co. – Screenshot aus der Sendung) Freund oder Feind? Der Kommunist Hans Beimler trifft beim Kleben von Wahlplakaten 1930 auf einen Nationalsozialisten (Quelle: SWR/arte/Co. – Screenshot aus der Sendung)
  • Spielszene: Edith Wellspacher steht warm angezogen am Küchentisch. (Quelle: SWR/arte/Co. – Screenshot aus der Sendung) Edith Wellspacher muss sich aus Geldmangel zwischen Essen und Heizen entscheiden (Quelle: SWR/arte/Co. – Screenshot aus der Sendung)
  • Spielszene: Ehepaar Jamet und Bankier im Bordell. (Quelle: SWR/arte/Co. – Screenshot aus der Sendung) Mithilfe des Kredits einer US-Bank kann Marcel Jamet sein Edel-Bordell einrichten (Quelle: SWR/arte/Co. – Screenshot aus der Sendung)

Unterrichtsablauf/Methodische Erläuterungen

Für die Unterrichtssequenz mit der Sendung „Crash“ sollten zwei bis sechs Doppelstunden eingeplant werden, abhängig davon, wie ausführlich die Referate der Gruppen zu den Filmthemen ausfallen sollen und wie viel Unterrichtszeit zur Vorbereitung der Referate zur Verfügung steht.

Auch wenn die Schülerinnen und Schüler sich während des Filmes Notizen machen sollen, wird es erforderlich sein, dass sie während des Arbeitens an ihren ausgewählten Filmthemen noch einmal einzelne Filmsequenzen anschauen müssen. Für diesen Fall sollte die Sendung den Schülerinnen und Schülern zum Beispiel online zugänglich sein. Zudem sollte mindestens ein Computer mit Internetzugang pro Gruppe, besser noch pro Schüler, zur Recherche und Vorbereitung der Referate vorhanden sein.

Einstieg

Der Unterricht beginnt mit einem stummen Impuls in Form einer Zeitleiste von 1918–1939. Hierzu sollte das Materialblatt 1 per Overheadprojektor oder interaktivem Whiteboard der gesamten Klasse kommentarlos präsentiert werden. In der Regel äußern sich die Schülerinnen und Schüler dann spontan dazu. Ansonsten können (kommentarlos) einige Folienstifte verteilt werden. Sollte es den Schülerinnen und Schülern nicht gelingen, mit ihrem Vorwissen wenigstens einige Ereignisse auf der Zeitleiste einzutragen, kann die Lehrkraft die Klasse mit Tipps und Hinweisen unterstützen. Dennoch steht im Vordergrund, das vorhandene Wissen zusammenzutragen, denn vertieft werden die Inhalte dann in der kommenden Unterrichtseinheit.

Dieser Einstieg ist zunächst meist irritierend und doch – beziehungsweise gerade deshalb – sehr motivierend für die Schülerinnen und Schüler, da ihr Interesse geweckt wird, das Thema der Unterrichtseinheit quasi zu „erraten“. Zudem ermöglicht er der Lehrkraft, sich ein gutes Bild über das vorhandene Vorwissen der Klasse zu machen.

Erarbeitungs- und Korrekturphase I

Auch mithilfe von Arbeitsblatt 1 soll das Vorwissen der Klasse abgefragt werden. Aufgeführt sind Schlüsselbegriffe, die sich auf die Folge „Crash“ beziehen. Die Schülerinnen und Schüler sollen sie in Einzel- oder Partnerarbeit näher definieren. Der Film wird im Anschluss an die gemeinsame Korrektur des Arbeitsblattes 1 angeschaut.

Während des Filmes sollen die Schülerinnen und Schüler Arbeitsblatt 2 ausfüllen, welches zusammen mit dem ersten Arbeitsblatt die Grundlage für die Referate bildet, die später erstellt werden sollen (siehe Arbeitsblatt 3).

Erarbeitungsphase II

Nach dem Anschauen des Filmes sollten die Schülerinnen und Schüler kurz Zeit bekommen, sich im Plenum zum Film zu äußern. Anschließend erklärt die Lehrkraft anhand von Arbeitsblatt 3, wie die im Film angeschnittenen Themen und Personen in Form von eigenständig erarbeiteten Referaten in Kleingruppen erarbeitet und vertieft werden sollen. Hierbei sollte zusätzlich mündlich darauf hingewiesen werden, welche konkreten Inhalte das Referat enthalten sollte und in welcher Form es präsentiert werden soll. Weiter konkretisiert werden die (Bewertungs-)Kriterien anhand des Materialblatts 2. Somit sind allen Schülerinnen und Schülern die Kriterien für ihre Gruppenarbeit bekannt und sie können sich an diesen „roten Faden“ halten. Die Transparenz erleichtert später außerdem eine faire Notengebung.

Laut Arbeitsblatt 3 sind folgende Kriterien maßgeblich:

Inhalt:
● ein Thema: siehe Schlüsselbegriffe und Personen von Arbeitsblatt 1 und 2
● Bezug zum Film
● Kurzbiografie und/oder Steckbrief zu einer der drei Hauptpersonen
● gegebenenfalls Bezug zur heutigen Zeit herstellen

Form:
● Referat von circa 10 bis 20 Minuten
● Präsentation am Computer (zum Beispiel PowerPoint) oder mit Plakaten
● Handout für die Mitschülerinnen und -schüler

Natürlich können diese von der Lehrkraft entsprechend angepasst, erweitert oder verändert werden, falls die Lerngruppe dies erfordert.

Da die Themen im Film aufgrund der Kürze nur angerissen werden können, eignet sich der Film als Grundlage für eine vertiefende Recherchearbeit, die in Referaten von Schülergruppen mündet, hervorragend. Die Schülerinnen und Schüler erweitern somit ihre Methodenkompetenz, schulen ihre Teamfähigkeit, üben das selbstständige Recherchieren zu einem Thema sowie das Sammeln und Auswerten von Informationen. Beim Ausarbeiten und Halten des Referates schulen sie auch ihre Medienkompetenz.

Die Methode, mit Gruppen-Referaten zu arbeiten, beinhaltet bereits eine Ergebnissicherung, da die Schülerinnen und Schüler das, was sie sich selbst erarbeiten, dann für ihren Vortrag vor der Klasse auch noch mehrfach üben. So können sie sich die Inhalte besser einprägen. Auch die Tatsache, dass einige Themen von mehreren Gruppen erarbeitet werden und es somit mehrere Vorträge zum selben Thema geben wird, sorgt für einprägsame Wiederholungen und somit die Erweiterung der Fachkompetenz der Schülerinnen und Schüler.

Hinweis: Wie viel Unterrichtszeit Sie den Schülerinnen und Schülern für die Arbeit an den Referaten zur Verfügung stellen (können) liegt bei Ihnen, jedoch sollten mehrere Stunden eingeplant werden. Denn auch wenn die Schülerinnen und Schüler einige Arbeit als Hausaufgabe erledigen, benötigen sie Zeit, sich in ihrer Gruppe über die vorläufigen Ergebnisse auszutauschen und gemeinsam einen Vortrag vorzubereiten.

Tipp: Hilfreich ist es, wenn Arbeitsblatt 3 mit den Links digital zur Verfügung gestellt wird.

Ergebnispräsentation I

Die Referate der Kleingruppen können zum Beispiel nach Themen sortiert vorgetragen, diskutiert und abschließend anhand von Beobachtungsbögen (Materialblätter 2a und 2b) gemeinsam bewertet werden.
Die Handouts dienen der Orientierung während des Vortrages, aber auch als Erinnerungshilfe für die Mitschülerinnen und -schüler, die sich nicht mit dem Thema der vortragenden Gruppe befasst haben.

Weiterführende (Haus-)Aufgaben
Die Arbeitsblätter 4 und 5 enthalten weiterführende Aufgaben, die eine kreative Auseinandersetzung mit den Themen und Personen im Film ermöglichen. Mit den Schreibanlässen von Arbeitsblatt 4 können sich die Schülerinnen und Schüler noch besser in einzelne Personen und deren Denken und Handeln hineinversetzen und so unter anderem ihre Empathiefähigkeit schulen. Auch die künstlerische Aufgabe von Arbeitsblatt 5 ermöglicht einen Perspektivwechsel und eine sehr intensive und zugleich kreative Auseinandersetzung mit einem Zitat, welches auch einen Bezug zur heutigen Lebenswelt der Jugendlichen hat.

Beide Arbeitsblätter können zur Differenzierung während des Unterrichts oder als Hausaufgabe eingesetzt werden.

Tipp: Fächerübergreifendes Arbeiten zusammen mit den Deutsch- und Kunstlehrern!

Ergebnispräsentation II

Die Ergebnisse der kreativen Aufgaben sollten der ganzen Klasse zum Beispiel in Form einer Wandzeitung zugänglich gemacht werden, um diese rezipieren und gemeinsam darüber diskutieren oder sich austauschen zu können.

Wichtig ist, dass es hierbei nicht um eine Bewertung im Sinne einer Benotung der Schülerarbeiten geht, sondern vielmehr darum, die Intention des Autors/Verfassers/Künstlers zu erfassen und mit der Aufgabenstellung abzugleichen. Sicherlich werden hier sehr vielfältige Ergebnisse zur Diskussion anregen, auch hierfür sollte ausreichend Zeit eingeplant werden.

Ergebnissicherung

Nachdem nun die einzelnen Themen des Filmes vertieft behandelt wurden, kehren die Schülerinnen und Schüler zum Beginn der Unterrichtssequenz zurück, indem sie die Zeitleiste auf Arbeitsblatt 6 entsprechend den Anweisungen vervollständigen. Erste eigene Ergänzungen sollten nun aufgrund der Referate umfangreicher ausfallen als zu Beginn der Unterrichtssequenz, als die Zeitleiste im Plenum ergänzt wurde. Um sicherzustellen, dass alle wichtigen Ereignisse in der Zeitleiste aufgenommen werden, sollen die Schülerinnen und Schüler ihre Eintragungen auf der Grundlage verschiedener Quellen (Filme, Hintergrundtexte und Internetseiten) vornehmen. Abschließend können die Ergebnisse im Plenum miteinander abgeglichen werden.

Krieg der Träume – Crash: Tabellarischer Unterrichtsverlauf

Phase und Zeit Inhalt Sozialform Medien
Einstieg 10 Min. Stummer Impuls: Zeitleiste 1918-1939 (Materialblatt); Beschriftung durch Schüler/innen auf OHP oder interaktivem Whiteboard Plenum Materialblatt 1 auf OHP-Folie kopiert und Folienstifte oder interaktives Whiteboard
Erarbeitungs- und Korrekturphase I
50 Min.
Aktivierung Vorwissen mit Arbeitsblatt 1, Abgleichen der Ergebnisse

Überleitung zum Film, Ansehen des Filmes „Crash“, Ausfüllen des Arbeitsblatts 2 während des Filmes

Kurzes Gespräch über den Film
Einzel- oder Partnerarbeit


Plenum
Arbeitsblatt 1
ggf. Computer mit Internetzugang

Film
Arbeitsblatt 2
Erarbeitungshase II
mind. 180 Min.
Referatsvorbereitung mithilfe der Arbeitsblätter 1-3 Partner- oder Kleingruppenarbeit ggf. Computer mit Internetzugang;
alle Filme der Sendereihe
Ergebnispräsentation I
ca. 15-25 Min. pro Gruppe
Halten der Referate der Kleingruppen; Feedback durch Lehrkraft und Mitschüler/innen zu den Referaten Plenum ggf. Computer
Beamer
Plakate
Handouts

Materialblätter 2a/b
Weiterführende (Haus-)Aufgaben
ca. 30-90 Min. pro Aufgabe


Ergebnispräsentation II
ca. 30-45 Min.
Bearbeitung der Arbeitsblätter 4 und 5 als Hausaufgabe oder Differenzierung für schnelle Schüler/innen

Vorstellen der Werke in Form einer Wandzeitung sowie Diskussion / Austausch darüber
Einzelarbeit





Plenum
Arbeitsblatt 4
Arbeitsblatt 5




Wandzeitung
Ergebnissicherung
45 Min.
Bearbeitung des Arbeitsblatts 6,
ggf. Abgleich im Plenum
Einzel- oder Partnerarbeit
Plenum
Arbeitsblatt 6