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Unterricht: Grönlands Gier - Reichtum durch Klimawandel

  • Ein blauschimmernder Eisberg schwimmt vor der Felsküste. Durch die steigenden Temperaturen schmilzt das Eis in der Arktis besonders schnell; Rechte: dpa

Die geografischen und klimatischen Bedingungen Grönlands

Zur Vorentlastung des Films recherchieren die Schülerinnen und Schüler zunächst einige Daten und Fakten über Grönland. Auf Arbeitsblatt 1 "Geografie Grönlands" stehen die Leitfragen. Die Schülerinnen und Schüler suchen im Atlas die geografische Lage, die Größe und Klimazonen der Insel heraus. In Gruppen erstellen sie ein Klimadiagramm für jeweils eine Stadt in je einer Klimazone. Internetlinks zu aktuellen Klimadaten finden sich auf den Internetseiten der Schulbuchverlage, beim Deutschen Wetterdienst und anderen Wetterseiten. Beim Deutschen Wetterdienst können auch andere Daten wie durchschnittliche Sonnenscheindauer und Wassertemperaturen erfragt werden, die das extreme Klima in der Polarregion anschaulich machen. Sie sind allerdings nicht für alle genannten Städte verfügbar.

Ältere Schüler können zudem im Atlas nach weiteren verfügbaren Daten suchen, die in thematischen Karten über Ökozonen, Landnutzung, Bodenschätze, Agrarwirtschaft, Fleisch- und Fischproduktion, Energie und Umwelt, Wirtschaft usw. zu finden sind und ein möglichst umfassendes Profil Grönlands anlegen.

Die Folgen des Klimawandels in Grönland

Die Klasse schaut nun den Film an. Mit Hilfe von Arbeitsblatt 2 "Klimawandel Wirkungsschema" recherchieren die Schülerinnen und Schüler zunächst, wie sich der Klimawandel in der Polarregion auswirkt und warum er dort schneller als anderswo Folgen zeigt. Der Schwerpunkt liegt auf den ökologischen Folgen für Flora und Fauna in Grönland. Die wirtschaftlichen Konsequenzen und die Reaktionen der Menschen bleiben zunächst außen vor.

Die Schülerinnen und Schüler erstellen ein Wirkungsschema, das Ursachen, Folgen und Zusammenhänge visualisiert. Im Erdkundebuch finden sie zahlreiche Informationen. Für jüngere Schüler ist das möglicherweise ausreichend. Weitere Quellen im Internet für eine tiefergehende Analyse sind auf dem Arbeitsblatt angegeben. Es soll unter anderem deutlich werden, dass die Folgen des Klimawandels (Abschmelzen der Gletscher, Auftauen der Permafrostböden) wiederum dazu beitragen, die Erderwärmung noch zu beschleunigen.

  • Arbeitsblatt 2 - "Klimawandel Wirkungsschema"
  • Im Fischereihafen von Ilulissat stehen Plastikkisten mit Heilbutt am Kai. Noch gehört Fischfang zu den wichtigsten Einnahmequellen Grönlands; Rechte: WDR

Die politischen und wirtschaftlichen Implikationen

Im nächsten Schritt werden die Reaktionen der Menschen auf den Klimawandel betrachtet. Als Hintergrundinformationen können die Schülerinnen und Schüler zunächst Daten und Fakten über die Geschichte der Besiedlung Grönlands recherchieren. Sie ergänzen den Zeitstrahl auf Arbeitsblatt 3 "Geschichte Grönlands". Mögliche Informationsquellen sind angegeben. Die Schülerinnen und Schüler kennen nun die Struktur der Bevölkerung und die Kolonialgeschichte Grönlands. Erst seit Sommer 2009 hat Grönland weitgehende Autonomierechte, ist völkerrechtlich anerkannt und kann damit selbst über die Rohstoffe verfügen. Nur so kann Grönland auch wirtschaftlich von Dänemark unabhängig werden, das bis 2009 rund die Hälfte des Staatshaushalts der Insel beisteuerte.

Dies ist auch im Bezug auf die Klimapolitik wichtig: Als Teil Dänemarks zählt Grönland zu den Industrieländern und Dänemark verpflichtete sich zu einer Reduzierung des CO2-Ausstoßes um acht Prozent bis 2012. Diese Beschränkung steht der geplanten Industrialisierung Grönlands im Wege. Noch wird Grönland außenpolitisch aber von Dänemark vertreten. Völlige Unabhängigkeit soll Grönland zum 300. Jahrestag der Kolonisation durch Dänemark im Jahr 2021 erlangen. Eine schwierige Gemengelage.

Die Industrialisierungspläne Grönland werden zunächst aus grönländischer Perspektive betrachtet. Die Schülerinnen und Schüler entnehmen dem Film die wichtigsten Informationen, auf welchen Feldern der Klimawandel neue Perspektiven eröffnet und tragen sie auf Arbeitsblatt 4 "Industrialisierung" ein. Sie sollen sie zunächst unter der Perspektive der Nachhaltigkeit beurteilen. Je eine Gruppe nimmt sich einen Komplex (zum Beispiel Landwirtschaft, Energieversorgung, Aluminiumproduktion, Ölförderung) vor und diskutiert das Für und Wider. In Expertengruppen tauschen sie ihre Ergebnisse aus. Um die unterschiedlichen Perspektiven der grönländischen Bevölkerung besser zu verstehen, sollen sie sich anschließend in die Rolle einer Person aus dem Film versetzen und aus deren Sicht einen Leserbrief zu den vielfältigen Entwicklungsplänen schreiben. Die Rollen sind auf der zweiten Seite des Arbeitsblatts beschrieben. Der Hintergrundtext über die Aluminiumproduktion in diesem Wissenspool liefert weitere Informationen.

Grönlands Pläne aus globaler Sicht

Zum Abschluss der Unterrichtseinheit betrachten die Schülerinnen und Schüler die Pläne Grönlands aus globaler Perspektive. Dazu wird in einem Planspiel eine Weltklimakonferenz simuliert, in der Grönland sein Anliegen vorträgt, den Sonderstatus eines Entwicklungslands zu erhalten, um den CO2-Ausstoß erhöhen zu können.

Für das Spiel stehen Rollen- und Informationskarten auf Arbeitsblatt 5 "Planspiel Klimakonferenz" zur Verfügung. Es werden Länderdelegationen gebildet. In den Delegationen sind auch Experten und/oder Vertreter von NGOs vertreten. Die ausgewählten Länder stehen exemplarisch für verschiedene Gruppen:

  • USA und Deutschland als Industrieländer
  • Brasilien als Schwellenland
  • Bangeladesch als Entwicklungsland, das unter den Folgen des Klimawandels stark leidet
  • und Grönland als Antragsteller

Angehört werden Experten und NGO-Vertreter:

  • NGO-Vertreter aus Grönland und Brasilien
  • Klimaexperten aus Deutschland und Bangeladesch
  • und ein Vertreter der Aluminiumindustrie aus den USA

Brasilien spielt in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle, da dort bereits in großem Stil Aluminium abgebaut und hergestellt wird. Es bietet sich an, den Film über die Folgen der Aluminiumproduktion für den Regenwald einzubeziehen. Er ist in diesem Wissenspool zu finden, genau wie der Hintergrundtext zum Thema.

Den Status Grönlands als autonomer Teil Dänemarks haben wir bei dem Planspiel unberücksichtigt gelassen. Das würde das Spiel unnötig verkomplizieren.

Für das Planspiel benötigen Sie mindestens eine Doppelstunde. Die Gruppen sollten eine Woche Zeit haben, um sich auf ihre Rollen vorzubereiten. Das Planspiel soll die Komplexität der auf den Klimakonferenzen zu verhandelnden Interessenslagen deutlich machen.

Deshalb kommt es weniger darauf an, ein einheitliches Ergebnis zu erzielen, als vielmehr die verschiedenen Interessen und Zusammenhänge deutlich zu machen.

  • Arbeitsblatt 5 - "Planspiel Klimakonferenz"

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