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Hintergrund: Nuklearer Wettlauf

Das Wettrüsten im Kalten Krieg

  • Der kugelförmige Satellit "Sputnik" (Quelle: dpa) Der kugelförmige Satellit "Sputnik" hat einen Durchmesser von 58 Zentimetern und wiegt 83,6 Kilogramm. Am 4. Oktober 1957 startet er ins Weltall (Quelle: dpa)

Mit dem Kalten Krieg kommt es zum nuklearen Wettrüsten zwischen den beiden Machtblöcken der USA und der Sowjetunion. Über 40 Jahre werden sich der kapitalistische Westen unter Anführung der USA und der kommunistische Osten unter der Supermacht UdSSR hochgerüstet gegenüber stehen. Bis 1949 verfügen die USA über das Monopol bei den Kernwaffen. Im August 1949 wird die erste sowjetische Atombombe gezündet. Die Sowjets ziehen weiter nach, indem sie am 4. Oktober 1957 den ersten Satelliten „Sputnik“ ins Weltall senden. Die USA stehen damals unter dem sogenannten „Sputnik-Schock“: Der sowjetische Satellit „Sputnik“ umkreist die Erde und die Sowjetunion zeigt damit, dass sie das Territorium der USA mit Raketen erreichen kann. Der Wettlauf geht weiter: 1959 beginnen die USA, Raketen in Italien und in der Türkei mit strategischer Nähe zur Sowjetunion zu stationieren. Der sowjetische Staatschef Chruschtschow kontert mit dem Zünden einer „Superbombe“, die eine Sprengkraft von 2.000 Hiroshima-Bomben hat. Aber es bleibt das Problem des Transports. Die USA besitzen Anfang der 1960er Jahre deutlich mehr Interkontinentalraketen. Die UdSSR hat nur wenige Möglichkeiten, das Gebiet der USA zu erreichen. In dieser Situation eröffnet sich für die Sowjets die Möglichkeit ihre Mittelstreckenraketen auf Kuba zu stationieren.

Sowjetische Atombombe (Quelle: dpa)

Der "Vater" der ersten in der Sowjetunion 1949 gebauten Atombombe, Stanislav Voronin, erläutert 1993 in der Ausstellungshalle des russischen Atomwaffen-Museums ihren Aufbau (Quelle: dpa)

Die Diplomatie siegt

  • Nikita Chruschtschow (Quelle: dpa) Sowjetischer Staatschef Nikita Chruschtschow (Quelle: dpa)

Die Menschheit ist während der Kuba-Krise 1962 einer nuklearen Katastrophe knapp entronnen. Nach dem Schock beteuern die „Hauptakteure“, der sowjetische Staatschef Nikita Chruschtschow und der amerikanische Präsident John F. Kennedy, die Vernunft habe gesiegt und es ermöglicht, die Krise zu überwinden. „Man sollte nicht versuchen, sich als Sieger und den anderen als Besiegten hinzustellen. Gewonnen haben wir beide. Gewonnen hat die ganze Welt“, sagte Kennedy. Nach der Krise wird die UNO mit der Kontrolle über den Raketenabzug auf Kuba betraut. Am 31. Oktober 1962 beginnt der Abbau. Kennedy hat in geheimen Verhandlungen eingewilligt, die amerikanischen Jupiter-Raketen aus der Türkei abzuziehen. Ende April 1963 ist der Abzug beendet. Der nukleare Wettlauf wird nun im Bereich der Interkontinentalwaffen verstärkt. Diese Raketen könnten direkt von der UdSSR aus Territorien in den USA erreichen. Ende 1969 rüstet die UdSSR solche Waffen nach und zieht mit den USA gleich. Es herrscht eine atomare Patt-Situation. Obwohl die Supermächte in Ost und West weiter aufrüsten, hat die Kuba-Krise zu einer Abkehr von der gefährlichen Konfrontationspolitik geführt. Es folgt eine Politik der Entspannung. Dennoch herrscht ein labiles „Gleichgewicht des Schreckens“. Die USA und die UdSSR installieren nach der Kuba-Krise ein rotes Telefon, das einen direkten Draht zwischen den beiden Mächten schafft, um schnell und direkt gefährliche Situationen besprechen zu können.

Eine neue Eiszeit beginnt

  • Reagan und Gorbatschow beim Gipfeltreffen in Reykjavik (Quelle: dpa) Beim Gipfeltreffen in Reykjavik 1986 beschließen Ronald Reagan und Michail Gorbatschow die Vernichtung aller nuklearen Kurz- und Mittelstreckenraketensysteme (Quelle: dpa)

Das relative Kräftegleichgewicht zwischen den beiden Großmächten USA und UdSSR gerät Ende der 1970er Jahre erneut ins Wanken. Die USA investieren seit Beendigung des Vietnamkriegs Mitte der 1970er Jahre wieder vermehrt in nukleare Rüstung. Die Sowjets stationieren seit 1977 neue Mittelstreckenraketen in Osteuropa und legitimieren sie als Modernisierung der veralteten Systeme, so wie es die Rüstungsverträge erlauben. Im Westen Europas ist man daraufhin extrem verunsichert und sieht in dieser Stationierung den Plan für einen Atomkrieg im europäischem Raum. Die NATO und die USA beschließen daraufhin 1979 die Stationierung von US-Mittelstreckenraketen in Europa, falls mit der UdSSR bis 1983 keine Abrüstungsverträge geschlossen werden könnten. Nachdem die UdSSR 1979 in Afghanistan einmarschiert, um die kommunistischen Machthaber zu unterstützen, legen die Amerikaner den Entspannungskurs mit den Sowjets auf Eis. Ronald Regan, ab 1981 amerikanischer Präsident, investiert in eine Raketenabwehrsystem, das einen möglichen atomaren Erstschlag abwehren könnte. 1986 führen US-Präsident Ronald Reagan und der sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow Abrüstungsverhandlungen. Beim Gipfeltreffen in Reykjavik beschließen die beiden Mächte die Vernichtung aller nuklearen Kurz- und Mittelstreckenraketen. Nach der Unterzeichnung des Abrüstungsvertrags werden insgesamt 2692 Raketen verschrottet.