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Chronik: Irak

(Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)

(Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)


1915 - 1917
Das Osmanische Reich wird während des Ersten Weltkriegs zerstört. England verspricht dem Scherifen von Mekka und dessen Söhnen, sich für ein unabhängiges arabisches Reich einzusetzen. Im Gegenzug beteiligen sich arabische Stämme an einem Aufstand gegen die Türken.

16. Mai 1916
Gleichzeitig einigt sich London jedoch in einem Geheimvertrag (Sykes-Picot-Abkommen) mit Paris darauf, die arabischen Gebiete des ehemaligen Osmanenreichs untereinander aufzuteilen: Großbritannien soll den Irak und Frankreich Syrien kontrollieren.

1918
Ende des Ersten Weltkriegs. Großbritannien kontrolliert von Indien aus den Irak. Anders als den Arabern versprochen, wird kein unabhängiges arabisches Reich geschaffen. Französische Truppen vertreiben den Araberführer Faisal aus Damaskus.

1920
Im Irak bricht ein Aufstand aus, der sich gegen den "indischen" Kolonialstil der britischen Besatzung richtet. London lenkt ein und verspricht Reformen.

23. Aug. 1921
Großbritannien ernennt den Araberführer Faisal I. zum König des Irak. Ihm zur Seite stehen britische Berater. Der Völkerbund erteilt Großbritannien das Mandat zur Aufsicht über den Irak.

1925
Die irakische Regierung erteilt der internationalen Ölfirma IPC die Förderkonzession im Irak.

1927
Große Erdövorkommen werden entdeckt. Der Irak finanziert 50 Prozent seines Staatshaushalts aus den Öleinnahmen.

3. Okt. 1932
Nachdem das britische Mandat endet, gelangt der Irak als unabhängiges Land in den Völkerbund. Britische Berater kontrollieren die Politik jedoch nach wie vor.

18. April 1937
Saddam Hussein wird in Tikrit geboren.

1. April 1941
Nationalistische Offiziere putschen in Bagdad und versuchen, die britischen Truppen zu vertreiben. Die britische Armee schlägt sie vernichtend und stabilisiert die großbritannienfreundliche Monarchie von neuem.

1943
Gründung der Baath-Partei in Syrien.

14. Juli 1958
Arabisch-nationalistische Offiziere unter General Kassem stürzen die irakische Monarchie. König Faisal II. wird mit Familienangehörigen erschossen.

7. Okt. 1959
Der junge Saddam Hussein beteiligt sich an einem Attentat gegen General Kassem. Das Attentat scheitert. Saddam muss fliehen.

8. Feb. 1963
Mit Unterstützung der Baath-Partei putscht Oberst Aref gegen General Kassem. Kassem wird getötet. Die Baath-Partei erhält, anders als von Aref versprochen, aber nicht die Macht.

17. Juli 1968
ie Baath-Partei stürzt das Regime Arefs. Saddam Hussein organisiert Säuberungen im Offizierskorps und in der Verwaltung. Nur noch Baath-Mitglieder sollen in einflussreiche Positionen gelangen.

1972
Die Verstaatlichung des Ölsektors bewirkt einen wirtschaftlichen Aufschwung.

1979
Im benachbarten Iran bricht im Februar die islamische Revolution aus.

16. Juli 1979
Saddam Hussein wird Staatschef.

22. Sept. 1980
Der Irak greift den Iran an.

1984 - 1988
Wiederholte Giftgasangriffe gegen den Iran.

16. März 1988
Der Irak bombardiert Kurden im eigenen Land mit Giftgas. Etwa 5.000 Menschen sterben sofort, 7.000 weitere an den Folgeschäden.

20. Aug. 1988
Ende des Iran-Irak-Kriegs. Der vorherige Grenzverlauf wird weitgehend wiederhergestellt.

2. Aug. 1990
Saddam Hussein lässt die irakische Armee ins Emirat Kuwait einmarschieren. Die UNO leitet Gegenmaßnahmen ein und verhängt ein Wirtschaftsembargo (s. UN-Resolution 661). Unter US-Führung bildet sich eine Anti-Irak-Koalition.

17. Jan. 1991
Das Militärbündnis unter Federführung der USA greift die irakische Armee in Kuwait an.

28. Feb. 1991
Alle irakischen Truppen sind aus dem Emirat vertrieben.

2. / 3. März 1991
Auf Aufforderung der USA beginnen Schiiten im Süden des Irak eine Rebellion. Doch die Alliierten verhindern nicht, dass die verbliebenen Kräfte der irakischen Armee den Aufstand niederschlagen. Tausende Schiiten werden durch Saddams Truppen massakriert.

Ende März 1991
Im Nordirak erhebt sich ein Aufstand der Kurden, der jedoch ebenfalls von irakischen Regierungstruppen brutal niedergeschlagen wird, ohne dass die US-geführten Alliierten einschreiten.

April 1991
Einrichtung von UN-Schutzzonen im Norden für die Kurden und im Süden für die Schiiten. In diesen Zonen herrscht für die irakische Luftwaffe ein Flugverbot.

1996 - 2003
In verschiedenen Aktionen bombardieren US-amerikanische und britische Flugzeuge den Irak, weil Saddam Hussein sich immer wieder weigert, seine Waffenprogramme offen zu legen. Unterdessen fordern UN-Wirtschaftssanktionen unter der verarmten Zivilbevölkerung im Irak Hunderttausende von Opfern.

11. Sept. 2001
Anschlag auf das World-Trade-Center in New York. Die Bush-Administration sieht die Mitschuld dafür bei den afghanischen Taliban und dem irakischen Regime.

5. Feb. 2003
US-Außenminister Colin Powell legt dem Weltsicherheitsrat Indizien vor, die beweisen sollen, dass der Irak Massenvernichtungswaffen besitzt. Die UN-Waffeninspektoren sehen darin keine ausreichenden Beweise. Es gelingt den USA nicht, eine von der UNO unterstützte Koalition gegen den Irak zu schmieden. Stattdessen stellt Washington eine Koalition der Willigen zusammen.

19. März 2003
Eine US-geführte Kriegskoalition greift den Irak an.

8. April 2003
Die Koalitionstruppen marschieren in Bagdad ein. Das Saddam-Regime gilt als gestürzt.

13. Juli 2003
Washington setzt eine US-geführte Zivilverwaltung unter dem Diplomaten Paul Bremer ein. Ihm zur Seite steht ein Regierungsrat aus ausgewählten irakischen Politikern.

Frühjahr 2004
Es kommt zu Aufständen der sunnitischen Bevölkerung in Falludscha und von Schiiten im Bagdader Viertel Sadr-City.

28. Juni 2004
Zivilverwalter Bremer übergibt die Souveränität an den irakischen Übergangspremierminister Iyad Allawi.

30. Jan. 2005
Die ersten freien Wahlen für ein Übergangsparlament finden statt. Das Schiitenbündnis UIA und die Kurdenallianz gehen als stärkste Parteien daraus hervor.

15. Okt. 2005
Per Volksabstimmung nehmen die Iraker die neue irakische Verfassung mit einer Mehrheit von 78 Prozent an. Die Bevölkerung der sunnitischen al Anbar-Provinz lehnt den Verfassungsentwurf dagegen mit 97 Prozent ab.

15. Dez. 2005
Erste Wahl eines regulären Parlaments im Irak seit dem Sturz Saddam Husseins. 70 Prozent der Stimmberechtigten nehmen teil.

20. Jan. 2006
Die Wahlkommission veröffentlicht das offizielle Ergebnis der Parlamentswahlen vom 15. Dezember.

22. Feb. 2006
Bombenanschlag auf die schiitische Goldene Moschee in Samarra durch sunnitische Terroristen. Es folgt eine Gewaltwelle mit Hunderten Toten.

20. Mai 2006
Nach viermonatigen Verhandlungen kommt eine irakische Regierung unter dem schiitischen Ministerpräsident al-Maliki zustande. Die Minister entstammen allen drei großen Volksgruppen: Schiiten, Sunniten und Kurden.

5. Nov. 2006
Ex-Diktator Saddam Hussein wird wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit von einem irakischen Gericht zum Tod verurteilt.

16. Dez. 2006
Ministerpräsident al-Maliki bietet den Offizieren der irakischen Armee, die nach Saddam Husseins Sturz entlassen worden waren, die Rückkehr in den Armeedienst an.

30. Dez. 2006
Hinrichtung von Ex-Diktator Saddam Hussein (er wird erhängt).

3. Feb. 2007
Selbstmordattentat auf belebtem Markt in Bagdader Schiitenviertel Sadrija mit mindestens 135 Todesopfern

3./4. Mai 2007
Internationale Irak-Konferenz in Ägypten mit Vertretern von über 50 Staaten und internationalen Organisationen. Der irakische Premierminister al-Maliki bittet Gläubiger um Schuldenerlass im Umfang von 50 Mrd. US-Dollar. Einige Staaten sagen dies zu.

7. Juli 2007
Mindestens 150 Todesopfer bei Anschlag auf Marktplatz südlich von Kirkuk

14. Aug. 2007
Schwerste Anschläge seit Sturz des Saddam-Regimes gegen religiöse Minderheit kurdischer Jesiden bei Mossul mit ca. 250 Todesopfern

16. Sept. 2007
Mitarbeiter der US-Sicherheitsfirma Blackwater erschießen in Bagdad 17 Zivilisten.

16. Dez. 2007
Britische Streitkräfte übergeben Kontrolle über Provinz Basra an irakische Behörden, sie kontrollieren aber weiterhin mit 5.000 Soldaten den Flughafen Basra.

1. Feb. 2008
Über 70 Todesopfer bei zwei Selbstmordanschlägen in Bagdad, die Täter sind Terroristen der Al-Qaida.

25. März 2008
Beginn einer Offensive von Regierungstruppen gegen die radikale schiitische Mahdi-Miliz in Basra. Die Kämpfe fordern bis zum 4. April mindestens 700 Tote und über 1.500 Verletzte.

1. Sept. 2008
US-Armee übergibt Kontrolle über die Region Anbar an die irakische Armee.

1. Jan. 2009
Abkommen zwischen Irak und USA über Truppenabzug bis Ende 2011.

14. Okt. 2009
Das irakische Ministerium für Menschenrechte gibt bekannt, dass zwischen 2004-2008 über 85.000 Menschen bei politisch motivierter Gewalt getötet wurden.

1. Juni 2010
US-Armee übergibt Kontrolle über die Sicherheitszone „Grünen Zone“ im Zentrum Bagdads an die irakische Armee.

19. Aug. 2010
Die letzten US-Kampfverbände verlassen den Irak. US-Präsident Barack Obama erklärt Kampfeinsatz und damit die „Operation Iraqi Freedom“ am 31.8. für beendet. Es bleiben allerdings noch ca. 50.000 Mann der US-Truppen, um die irakische Armee auszubilden und zu beraten.

31. Okt. 2010
Die Terrororganisation Al-Qaida überfällt die syrisch-katholische Kathedrale in Bagdad und nimmt 120 Geiseln. Ca. 50 Gläubige und Sicherheitskräfte werden bei den Kämpfen zur Befreiung der Geiseln getötet.

Jan. und Feb. 2011
Bei verschiedenen Anschlägen sterben im Irak mindestens 250 Menschen.

25. Feb. 2011
Landesweite Demonstrationen für politische und wirtschaftliche Reformen

15. Dez. 2011
Abzug der letzten US-Truppen. Die US-Regierung erklärt Irak-Krieg für beendet.

14. März 2012
Premier al-Maliki besucht Nachbarland Kuwait, um Normalisierung der Beziehungen voranzubringen; Irak willigt in weitere Reparationsleistungen ein (15 Mrd. US-Dollar stehen noch aus); Grenzverlauf zwischen beiden Ländern ist aber noch immer umstritten.

23. Juli 2012
Über 100 Todesopfer bei Anschlagserie sunnitischer Terroristen in Bagdad und einigen nördlichen Städten.

Juli 2013
Über 1.000 Todesopfer bei Anschlägen in verschiedenen Städten.

Ende 2013
Laut UN-Angaben über 8.800 Todesopfer durch Gewalt im Irak.

1. Jan. 2014
Sunnitische Terrorgruppe ISIS (die sich später IS – Islamischer Staat nennt) stößt in Falludscha und Ramadi (Provinz Anbar) vor. Sie treibt über 140.000 Menschen in die Flucht.

30. April 2014
Parlamentswahl im Irak. Die Sicherheitslage ist so angespannt, dass die Wahl nur in einigen Landesteilen stattfinden kann.
Die Schiiten erringen die Mehrheit vor den Sunniten und den Kurden – entsprechend der Verteilung in der Bevölkerung. Es gelingt, eine gemeinsame Regierung zu bilden, der alle drei Gruppen angehören.

10. Juni 2014
Kämpfer der Terrororganisation IS (Islamischer Staat) erobern die Großstadt Mossul im Nordirak.

29. Juni 2014
Der IS ruft in Syrien und Irak ein islamisches Kalifat mit Kalif Abu Bakr al-Baghdadi an der Spitze aus.

8. Aug. 2014
US-Luftwaffe greift erstmals IS-Stellungen im Nordirak an.

1. Sept. 2014
Deutscher Bundestag stimmt Waffenlieferungen an irakische Kurden zur IS-Bekämpfung zu.

1. Dez. 2014
Die irakische Zentralregierung und die Regierung der autonomen Kurdengebiete legen ihre langjährigen Öl- und Budgetstreitigkeiten bei. Die Kurden liefern Öl und erhalten dafür 17 % des nationalen Steueraufkommens.

März 2015
Kampf um Rückeroberung der Stadt Tikrit durch die irakische Armee. Die IS-Miliz kontrollierte und zerstörte die 100.000-Einwohner-Stadt seit Juni 2014.

11. Aug. 2015
Das irakische Parlament beschließt nach wochenlangen Protesten der Bevölkerung einstimmig Maßnahmen für den Kampf gegen Korruption und Amtswillkür.

31. Okt. 2015
Nach einer Bombenexplosion stürzt auf der Sinai-Halbinsel ein russischer Urlauberjet mit 224 Menschen ab. Die Terrororganisation IS bekennt sich zu dem Anschlag.

26. Nov. 2015
Frankreichs Präsident François Hollande und der russische Präsident Wladimir Putin vereinbaren eine Kooperation beim Kampf gegen die Terrororganisation IS. Auch die USA, Großbritannien und Deutschland unterstützen Frankreich militärisch.

6. Jan. 2016
Das US-Verteidigungsministerium gibt bekannt, im Dezember 2015 ca. 2.500 Kämpfer des IS bei Luftangriffen getötet zu haben. Der IS soll demnach ein Drittel des von ihm zuvor kontrollierten Territoriums verloren haben.

6. Jan. 2016
Der Irak bietet sich als Vermittler zwischen dem Iran und Saudi-Arabien an, deren Beziehungen nach der Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen in Saudi-Arabien extrem angespannt sind.

8. Januar 2016
Türkische Soldaten töten 18. IS-Kämpfer, die ein türkisches Ausbildungslager für irakische Soldaten im Nordirak angreifen.