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Praxisbericht: Lesbisch. Schwul. Jung


Themen
• Homosexualität
• Homophobie
• Outing

Fächer
• Gemeinschaftskunde, Sozialkunde
• Religion, Ethik
• Biologie
• NWA
• MNT

Klassenstufen
• ab Klasse 8, alle Schularten

Material
Der Praxisbericht bezieht sich auf den Unterrichtsentwurf, den Sie online bei Planet Schule finden: Lesbisch. Schwul. Jung: Methodisch-didaktische Hinweise, Unterrichtsverlauf, Arbeitsblätter

Steckbriefe der Protagonisten, angefertigt von den Schülern. (Quelle: Lucia Hefti)

Arbeitsergebnis der Stunde – das Interesse der Schüler ist groß (Quelle: Lucia Hefti)

Unterricht zum Thema Homosexualität

Homosexualität hat längst gesellschaftliche Realität erlangt. Aufgrund dessen sollten der Umgang damit sowie die Toleranzförderung Einzug in die Schule finden. Der Film „Lesbisch. Schwul. Jung“ aus der Reihe „Ich und die anderen“ kann wertvolle Denkanstöße geben, um sich intensiv mit den Themen Vielfalt und unterschiedlichen Lebensentwürfen auseinanderzusetzen.

Der Unterricht begann mit dem Vortrag des Textes von Ludwig Hirsch. Dabei wurde dieser sehr emotionsvoll vorgelesen. Die Reaktion vieler Schüler war ein kopfschüttelndes Mitfühlen.
Nach dem Vortrag nannten die Schüler bei der Frage „Wie fühlt sich die Person, die nicht zu Wort kam“ folgende Begriffe:

genervt, unsicher, hat schlechte Gefühle, traurig, sprachlos, unverstanden, wütend

Immer wieder bezeichneten die Schüler die Person, die nicht zu Wort kam, als Mädchen, was vorerst im Raum stehen blieb. Der monologische Sprecher wurde als Vater des Mädchens gedeutet.

Beim zweiten Vorlesen, diesmal mit dem Titel „Herbert“, gerieten die Schüler ins Stutzen, schauten sich gegenseitig an und lachten. Ein Schüler fragte frei heraus, ob dies denn kein Mädchen sei. Die Verwunderung über die Tatsache, dass ein Sohn seinem Vater gegenüber sitzt, war sehr groß. Plötzlich hatte der Text für die Schüler eine andere Bedeutung. Über diesen eigenen emotionalen Sinneswandel waren viele Zuhörer sehr überrascht. Die Mindmap erweiterte sich nach dem Vortrag um die Worte:

nicht akzeptiert, diskriminiert, nicht ernst genommen

Nun folgte die Überleitung zum Film mit den Worten, dass es viele Menschen wie Herbert gäbe und dass viele auch ähnliche Gefühle in sich trügen. Dazu folgte die Begriffsdefinition, die in dieser Klasse kurz ausfiel, weil fast alle Begriffe bekannt waren, und das Arbeitsblatt 1 „Gemeinsamkeiten und Unterschiede“, welches während des Filmes ausgefüllt wurde.

Die Schüler schauten völlig ruhig, aber scheinbar mitgerissen den Film an. Nach dem Film bestand viel Redebedarf seitens der Schüler, doch empfand ich es als wichtig, dass die Gespräche erst einmal gebündelt über eine Person stattfanden, und zwar innerhalb der Kleingruppen, um mit mehr Informationen zu einem späteren Zeitpunkt in eine Diskussion einzutreten. Während der Gruppenarbeiten fanden viele Gespräche zu den Personen statt, doch alle Gruppen schafften ihren Steckbrief im vorgegebenen Zeitrahmen.

Die Präsentationen gewannen vor allem wegen der eigenen Meinung der Schüler an Interesse. Alle drei Protagonisten wurden als sehr sympathisch wahrgenommen und keiner der Schüler empfand die Personen als unangenehm.

Als Lehrperson fand ich es sehr interessant und erfreulich, wie sensibel die Schüler auf das Gesagte der Darsteller reagierten, indem sie Szenen mündlich wiedergaben oder klar äußerten, was sie als ungerecht empfanden und wie sie mitfühlen konnten. Bei Person 1 („Auf der Bühne zu Hause“) kam eine lebhafte Diskussion in Gang, wie den Eltern nicht auffallen könne, dass ihr Sohn einen „weiblichen Touch“ habe. Zu diesem Thema und als Schlusssatz der Stunde zitierte ein Schüler Person 2, indem er äußerte, dass man immer die selbe Person bleibt, die man ist, nur dass man eben ein anderes Geschlecht liebt.