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Methodisch-didaktische Hinweise


Themen
• Inklusion
• Andersartigkeit
• Familie
• Alter
• Wertschätzung

Fächer
• MeNuK
• Sachunterricht
• Deutsch
• Religion
• Ethik

Klassenstufen
ab Klasse 1, Grundschule
ab Klasse 5, alle Schularten

  • Drei Zeichentrick-Schafe, das kleine mit buntem Fell.  (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Der Nachwuchs hat sich bunt färben lassen – und die Eltern wundern sich (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)
  • Zebra-Gruppe, eines davon ist gefleckt. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Ein geflecktes Zebra kann auch etwas ganz Besonderes sein (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)
  • Schildkröte und Giraffe an einem Fenster. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Langsame Annäherung: die gebrechliche Schildkröte und die riesige Giraffe (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)

Fächeranbindung und Kompetenzen

Zielgruppen und Konzeption

Kinder ab vier Jahren, Kindertagesstätten, Grundschule, Sekundarstufe I, Aus- und Fortbildungen. Die Kurzfilme von „Ich kenne ein Tier“ zeichnen sich dadurch aus, dass sie ohne gesprochene Sprache auskommen – so sind sie für ganz unterschiedliche Zielgruppen geeignet, unabhängig von der Sprache, die sie sprechen. „Ich kenne ein Tier“ ist nicht nur thematisch, sondern auch von der Konzeption her ein gelungener Beitrag zum Thema „Inklusion“.

Filmthema: Inklusion

„Inklusion“ steht aktuell im Mittelpunkt vieler Diskussionen. Die Umsetzung in unserer alltäglichen Lebenswelt, so auch in der Schule, ist eine wichtige Herausforderung.

„Inklusion“ bedeutet aber ursprünglich: das Dazugehören aller. Es schließt auch all jene ein, die von der Mehrheit und/oder einer gesetzten Norm abweichen. Sei es wegen ihres Geschlechts, Alters, ökonomischer Benachteiligung (Armut), ihres Herkunftslands oder ethnokultureller Zugehörigkeit, Kulturzugehörigkeit, sozialer Lebensformen, sexueller Orientierung, Religion oder physischer und/oder psychischer „Andersartigkeit“.

Aus der subjektiven Perspektive von Kindern und Jugendlichen betrifft das Erleben von „Andersartigkeit“ viele Kinder und Jugendliche: sei es, dass sie in körperlicher und psychischer Hinsicht gern „anders gestrickt“ wären (wie beispielsweise in „Zebra“ oder „Schildkröte“), sei es, dass sie von den Vorstellungen ihrer Eltern abweichen (wie in „Lämmer“); sei es, dass sie erleben, dass sie anders sind als die, mit denen sie außerhalb der Kernfamilie in Beziehung stehen (alle Filmclips). Die Kurzfilme können alle (!) Kinder, Jugendliche und Erwachsene darin bestärken, ihre „Andersartigkeit“ und die „Unterschiedlichkeit“ anderer zu akzeptieren und, was noch mehr bedeutet, als etwas Besonderes und Wertvolles schätzen zu lernen und damit ihre nicht zutreffenden Wunschbilder von sich und anderen loszulassen.

Bezüge zum Bildungsplan

In der Grundschule und Sekundarstufe I sind die Kurzfilme besonders für Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer geeignet, genauso wie für die Fächer Deutsch, Religion und Ethik. In diesen Fächern nimmt die bedingungslose Annahme der eigenen Person (in Religion) als Gottes Geschöpf und die Wertschätzung des anderen, die eigene biographische Entwicklung und das Miteinander der Gruppe eine zentrale Stelle ein.

Beispielhaft seien hier einige wenige Grundschul-Bildungsplanbezüge für Klasse 1 und 2 im Fach Evangelische Religionslehre in Baden-Württemberg genannt (Stand 2015); sie sind entsprechend auch in der Katholischen Religionslehre, im Religionsunterricht anderer Religionen sowie im Fach Ethik zu finden – dies ebenso in den Lehrplänen anderer Bundesländer. „Ich kenne ein Tier“ ist primär den Dimensionen „Mensch“ und „Welt und Verantwortung“ zuzuordnen.

Die Filme können zum Beispiel dabei helfen, die Kompetenz „Die Schülerinnen und Schüler … kennen die Glaubensaussage, dass sie und alle Menschen – so wie sie sind – von Gott geliebt werden; …“ (Bildungsplan Baden-Württemberg für die Grundschule 2004, Ev. Religionslehre, Kompetenzen und Inhalte, Klasse 2, Dimension: Mensch) in ihrer Bedeutung zu erschließen. Dem entsprechen mehrere Themenfelder, zum Beispiel das zweite Themenfeld der 2. Klasse: „Josefs Weg – Gott erweist seine Treue, 1. Mose 37; 39-46; 50,22-26“ (ebda.). Die Josefsgeschichte kann beispielhaft die Liebe und Annahme Gottes zeigen, die Josef dann auch treu und beständig auf seinem Weg begleitet. Ein wichtiger biblischer Bezug der Dimension „Welt und Verantwortung“ ist die Schöpfungsgeschichte.

Hinweise für Lehrer

Didaktische Überlegungen

Kinder erleben bereits im Vor- und Grundschulalter, dass sie den Erwartungen anderer nicht immer entsprechen. Das betrifft gerade die Menschen, mit denen sie grundlegende Beziehungen haben, ihre Eltern und die weitere Familie sowie ihre KiTa-Gruppe. Die Filme der Reihe „Ich kenne ein Tier“ und die beigefügten Bilder und Materialien können dazu anregen, über eigene Erfahrungen, „Anders-“ und „Wertgeschätzt-Sein“ nachzudenken.

Unterrichtsideen für alle Filmclips

Mithilfe der Materialien und Gesprächsimpulse können die Inhalte von „Ich kenne ein Tier“ in Einzel- und Gruppenarbeit sowie im Plenum vertieft und auf die eigene Lebenssituation bezogen werden. Zusätzlich zu den Materialien kann eine eigene Bildergalerie aus Screenshots (Bildschirmfotos) aus den Filmen erstellt werden.

Da die Unterrichtsideen verschiedene Zugänge anbieten, können die Unterrichtenden je nach Zielgruppe die geeigneten Ideen und das für ihren Unterricht passende Material auswählen. Die Anregungen sind für Kinder ab circa vier Jahren, Jugendliche und Erwachsene gedacht. Sie zielen darauf ab, die Fantasie und die Eigenreflexion anzuregen. Besonders mit Blick auf Vorschüler wird auf Text möglichst verzichtet. Die Bilder aus dem Film (Screenshots) können mit Denk- und Sprechblasen versehen werden, die so zum eigenen Deuten anregen.

Screenshots: Bilder aus den Filmen spielen eine wichtige Rolle in den folgenden Unterrichtsideen – sie sind als Bildergalerie verfügbar

Vorschulbereich und Grundschule: Bildergalerie
▪ den Film gemeinsam anschauen
▪ die ausgedruckten Bilder eventuell foliert auf dem Boden oder Tisch auslegen oder mit Magneten an die Tafel heften.
▪ die Geschichte mit Hilfe der Bilder aus der Bildergalerie nacherzählen:
▪ Fragen, welches Bild das erste der Geschichte ist.
▪ Das Bild als Anfangsbild verwenden. Ein Kind erzählt, was sich hier ereignet hat.
▪ Bei jedem Bild fragen, was die jeweiligen Tiere (das Lamm, das Zebra, seine Eltern, die Schildkröte, die Giraffe etc.) nach Ansicht der Kinder dabei gefühlt haben (Was vermutet ihr? Was fühlt …?).
Variante für die Grundschule: die Bilder am interaktiven Whiteboard (IWB) sortieren, das Ergebnis anschließend als pdf-Datei sichern und für die Schülerinnen und Schüler ausdrucken.

Ende der Grundschulzeit und Sekundarstufe I: Stummes Schreibgespräch zum Festhalten der ersten Reaktionen auf den Film.
Plenum: Das Schlussbild aus der Bildergalerie wird so groß wie möglich ausgedruckt und mit Magnet mitten an die Tafel gehängt bzw. auf dem Interaktiven Whiteboard präsentiert. Die Schülerinnen und Schüler schreiben circa fünf Minuten ohne zu sprechen Kommentare und/oder Symbole (wie Ausrufe- und Fragezeichen, Pfeile) dazu. Dann folgt eine Phase, in der zunächst die Möglichkeit besteht, inhaltlich nachzufragen, was mit einem Kommentar gemeint war. Danach erfolgt die Aufarbeitung des Notierten. Auf dem IWB können Aussagen neu sortiert und das Ergebnis als pdf dokumentiert werden.

Für alle Altersgruppen: Rollenspiele zu den Themen „Wie sehen denn Konflikte zwischen „menschlichen“ Kindern oder Jugendlichen und ihren Eltern aus und wie können sie gelöst werden?“, beziehungsweise: „Spielt eine Situation, in der jemand helfen möchte.“ (siehe unten: Schildkröte und Giraffe)

Für alle: Gesprächsimpuls: „Welche Konflikte kennt ihr?“, „Wo braucht ihr Hilfe und wie könnt ihr sie finden?“

Für alle: Bildnerisches Gestalten als Ausdruck des Filmerlebens. „Male ein Bild zum Film“, für die jüngeren, „Mache ein Collage zum Film“ für die etwas älteren Kinder bzw. Jugendlichen.

Für alle: Gesprächsimpuls: „Wie geht es weiter?“