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Geschichte Südafrikas – Folge 3

  • Eine Karte von Südafrika, in der die Homelands eingezeichnet sind Schwarze durften während der Apartheid nur in Homelands siedeln; Rechte: WDR

Das Südafrika des 20. Jahrhunderts ist vor allem von Rassismus, Apartheid und dem Widerstand gegen die Apartheid geprägt. Dass sich das Apartheidregime bis 1990 halten konnte, hängt mit der wirtschaftlichen Bedeutung des Landes und der Einteilung der Welt in Blöcke zusammen. Südafrika war für westliche Industrieländer lange wegen der Rohstoffe und der billigen Arbeitskräfte attraktiv. In der Zeit der Entkolonialisierung war Südafrika aber auch ein Bollwerk gegen den Einfluss des sozialistischen Lagers in Afrika.

Das Apartheidregime und der schwarze Widerstand

Der Schwerpunkt des Films liegt auf der Politik der Apartheid und dem Widerstand der schwarzen Bevölkerung. Zur Systematisierung der Ereignisse teilen die Schüler sich in verschiedene Gruppen und betrachten den Film unter drei Gesichtspunkten (Arbeitsblatt 1 "Filmbeobachtung"):

  • Wie funktionierte das Apartheidsystem und was bedeutete Apartheid konkret?
  • Der Widerstand des ANC und die Reaktion des Regimes
  • Der Niedergang des Apartheidregimes und der Übergang zum demokratischen Südafrika

Die Informationen fassen die Gruppen auf Plakaten mit Texten, Bildern und Screenshots zusammen. Sie werden in einem Galeriegang betrachtet. Dabei werden Expertengruppen gebildet, in denen Schüler aus allen drei Gruppen vertreten sind. Die Schüler erklären jeweils ihr eigenes Plakat.

Im Anschluss daran werden neue Gruppen gebildet, die sich in einer Kreativaufgabe in die Rolle der schwarzen Bevölkerung versetzen und die Unterdrückungsmaßnahmen des Apartheidsregimes aus ihrer Perspektive betrachten. Sie erarbeiten unterschiedliche Dokumente des Widerstands aus verschiedenen Jahrzehnten, die jeweils entscheidende Ereignisse betreffen:

  • Das Apartheidregime hat den Stadtteil Sophiatown in Johannesburg abgerissen und die schwarze Bevölkerung zwangsvertrieben. Walter Sisulu hält danach eine Rede vor ANC-Aktivisten.
  • In den 50er Jahren protestieren Schwarze und Weiße in der "Missachtungskampagne" gegen die Apartheid. Die Schüler gestalten ein Plakat, das zur Missachtungskampagne aufruft.
  • 1976 erklärt die Regierung Afrikaans zur Pflichtsprache an Schulen. Schwarze Schüler und Studenten protestieren dagegen. Die Schüler verfassen ein Schülerflugblatt, das zur Teilnahme an einer Demonstration im schwarzen Township Soweto bei Johannesburg aufruft.
  • 1994 finden die ersten freien Präsidentschaftswahlen statt. Die Schüler gestalten ein Plakat, das zur Wahl Nelson Mandelas aufruft.

Die Wahrheitskommission – ein Modell für die Welt?

  • Mehre Menschen weinen bei ihrer Aussage vor der Wahrheitskommission. Die Wahrheitskommission war gefürchtet: Rechte: WDR

Dass es gelungen ist, den Übergang von der Apartheid zum demokratischen Südafrika friedlich zu gestalten, ist eine große Leistung. Ein wichtiges Instrument war die sogenannte Wahrheitskommission (Truth and Reconciliation Commission), die am Ende des Films angesprochen wurde. "Versöhnen, aber nicht vergessen" war die Grundlage eines schmerzhaften, aber erfolgreichen Prozesses, die Verbrechen aufzuarbeiten, die während der Apartheid begangen wurden. Dieses Thema ist komplex und vor allem für die Sekundarstufe 2 geeignet. Hier bietet sich auch ein Vergleich mit anderen ehemaligen Diktaturen an wie Argentinien und Chile, aber auch mit der Behandlung der Nazi-Täter im Nachkriegsdeutschland.

Auf Arbeitsblatt 2 "Heißer Stuhl" schlagen wir eine Pro- und Kontra-Diskussion vor. Auf der ersten Seite gibt es einen Informationstext von "Planet Wissen". Wenn Sie mehr Zeit investieren können, ist es sinnvoll, eine intensivere Recherchephase vorzuschalten. Die Schüler können zum Beispiel Referate halten, die Arbeit der Kommission genauer beschreiben sowie einige Fälle und Empfehlungen aus dem Bericht der Kommission vorstellen.

Anschließend bereitet sich die Klasse auf die Pro- und Kontra-Diskussion in Gruppen vor. Auf dem Arbeitsblatt haben wir drei Positionen vorgeschlagen:

  • das südafrikanische Vorgehen "Versöhnen, aber nicht vergessen"
  • Schlussstrich und Generalamnestie, wie es in Chile und Argentinien der Fall war
  • juristische Verfolgung der Verbrechen während der Diktaturen, wie es von den Alliierten in den Nürnberger Prozessen gehalten wurde

Als Diskussionsform schlagen wir den "Heißen Stuhl" vor, damit jede der drei Position zu Wort kommt und sich alle Schüler mit allen drei Positionen beschäftigen. Jede Gruppe kommt für eine festgelegte Zeit auf den heißen Stuhl und muss die Positionen gegenüber den Fragen und Argumenten vom Rest der Klasse verteidigen. Wenn jede Gruppe an der Reihe war, wird die Diskussion ausgewertet.