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Einsatz im Unterricht: Baden-Württemberg – Die Entstehung eines Bundeslandes


Themen
• Bundesländer
• Baden-Württemberg
• Besatzung
• Südweststaat
• Volksabstimmung

Fächer
• Geschichte
• WZG

Klassenstufen
• ab Klasse 7, alle Schularten

  • Kurt Georg Kiesinger (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Kurt Georg Kiesinger ist die treibende Kraft bei der Gründung eines Südweststaates (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)
  • Karte Abstimmungsbezirke (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Abstimmungsbezirke 1951 (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)

Für das Fach Geschichte sehen die Bildungspläne für Baden-Württemberg in den Schulstufen ab Klasse 10 hinsichtlich der Nachkriegsgeschichte ausdrücklich vor, dass die Schülerinnen und Schüler „die … politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland … darlegen“ und „ausgehend von der Gründung Baden-Württembergs die föderale Struktur der Bundesrepublik Deutschland beschreiben und erläutern“ können (Stand 2015).

Übergeordnet soll geschichtliches Bewusstsein entwickelt werden, heißt: Den Heranwachsenden wird ermöglicht, „sich darüber klar zu werden, dass der Mensch und die ihn umgebende Welt nur aus der Geschichte heraus zu erklären und begreifen sind. Dabei wird der Zusammenhang zwischen den zeitlichen Dimensionen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft deutlich.“

Und genau hier ist der Einsatz der Sendung zur Entstehung des Bundeslandes Baden-Württemberg einzuordnen.

Beschreibung des Unterrichtsablaufs

Der Geschichtsunterricht beginnt mit einer fiktiven Zeitungsmeldung: Die Lehrkraft liest einen Text vor, der eine Abstimmung über die fiktive Aufteilung des Bundeslandes Baden-Württemberg in seine beiden ursprünglichen Landesteile ankündigt (siehe Material-Blatt). Dazu kann die entsprechende „Teilungskarte“ projiziert werden. Die Schülerinnen und Schüler erhalten dann den Auftrag, in einer Murmelphase Argumente für und gegen die Auflösung des Südweststaates zu sammeln. Diese werden nach einigen Minuten an der Tafel festgehalten.

Anschließend leitet die Lehrperson mittels eines kurzen Vortrags, in dem auf die gegenläufige Entwicklung (also den Zusammenschluss Badens und Württembergs) im Nachkriegsdeutschland hingewiesen wird, zum Film über. Dazu wird Arbeitsblatt 1 verteilt, das die historischen Stationen bezüglich der Entstehung des neuen Bundeslandes im Südwesten der Bundesrepublik Deutschland nachzeichnet. Mithilfe der Informationen aus dem Film kann es gelöst werden.

Nach der Korrektur im Klassengespräch haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich mittels einer Lerntheke zum Thema weitere Aspekte eigenständig und interessengeleitet zu erarbeiten (Arbeitsblätter 2 –4). Die entsprechenden Aufgaben sollten inhaltlich kurz vorgestellt werden.

Am Ende der Stunde könnte der Vergleich der einzelnen Argumente vom Stundenanfang mit denen der historischen Befürworter bzw. Gegner stehen. Auch eine Probe-Abstimmung in der Klasse über die fiktive Auflösung Baden-Württembergs wäre denkbar. Die Lösungen der Arbeitsblätter sollten später ausgehängt werden, um den Schülerinnen und Schülern Korrekturen und Ergänzungen zu ermöglichen.

Methodische Erläuterungen

Der Unterricht beginnt mit einem irritierenden Einstieg. Sicher werden die Schülerinnen und Schüler an der Authentizität der Nachrichtenmeldung zweifeln. Aber gerade dieser Aspekt kann betont werden, um das Gedankenexperiment als motivierendes Element zu nutzen. In einer Art Brainstorming werden fiktive Argumente gesammelt, um sie später mit den historisch tatsächlichen zu vergleichen. Dabei werden sicherlich überraschende Parallelen entdeckt (zu erwarten sind beispielsweise: Erhaltung der kulturellen Eigenständigkeit, Befürchtung politischer Dominanz bei den Befürwortern der Trennung; stärkere Wirtschaftskraft, finanzielle Vorteile durch Vereinfachung der Verwaltung bei den Befürwortern des Erhalts des Bundeslandes).

Um den fachlichen Kompetenzzuwachs für den Geschichtsunterricht zu sichern, wird das erste Arbeitsblatt an die ganze Klasse ausgegeben. Die zweite Arbeitsphase wird dagegen offen gestaltet: Die Methode der „Lerntheke“ räumt den Schülerinnen und Schülern in Bezug auf die Erarbeitung und den eigenen Lernzuwachs einige Freiheiten ein. So entscheiden sie teilweise, womit sie sich inhaltlich auseinandersetzen und können daher eigenen Neigungen und Interessen entsprechen, was die Motivation erfahrungsgemäß erhöht. Auch Lerntempo und -partner sollten gerade deshalb selbst gewählt werden können.