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Unterricht: Wie siedelten sie?


Themen
• Alamannen
• Sueben
• Selbstversorger
• bäuerliche Gesellschaft
• Thingversammlung

Fach
• Geschichte

Klassenstufen
• ab Klasse 6, alle Schularten

  • Kleine Siedlung aus Holz-Lehm-Häusern auf einem Berg. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Germanische Siedlung auf einem Berg (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)
  • Spielszene: Farbenfreudig gekleidete Männer und Frauen debattieren im Wald. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) In der Thingversammlung wurden Beschlüsse gefasst und Recht gesprochen (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)

Bezug zu den Bildungsplänen

In den Bildungsplänen des Faches Geschichte (Baden-Württemberg) heißt es allgemein zu den inhaltsbezogenen Kompetenzen: „Die Regionalgeschichte ermöglicht den Schülerinnen und Schülern einen anschaulichen, eng auf ihre Lebenswelt bezogenen Zugang zur Geschichte. Ihr didaktisches Potenzial liegt insbesondere im exemplarischen Prinzip.“ Damit eng verbunden findet sich die Formulierung „Geschichte hilft ihnen auf diese Weise, die Welt der Gegenwart besser zu verstehen und Orientierung für die Gestaltung ihrer Zukunft zu gewinnen, denn ‚Zukunft braucht Herkunft‘ (Odo Marquard).“

Dementsprechend wird auf Unterrichtsinhalte für die Klassenstufen 5/6/7 hingewiesen, die die Begegnung der antiken römischen Lebenswelt mit der germanischen im süddeutschen Raum betreffen. Auch die historischen Entwicklungen im Übergang zum Frühmittelalter sollen thematisiert werden.
Bezüglich des Aspektes der Medienbildung als einer der Leitperspektiven sollen die Schülerinnen und Schüler „für die zentrale Bedeutung von Medien bei der Konstruktion von Wirklichkeit sensibilisiert und zu einer reflektierten Mediennutzung befähigt“ werden.

Unter diesen genannten Gesichtspunkten ist der Einsatz der SWR-Produktionen zu den Germanen einzuordnen.

  • Germanische Siedlung von oben. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Die Häuser waren einfach, die Siedlungen klein (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)

Unterrichtsverlauf/Hinweise für Lehrer

Der Unterricht beginnt damit, dass die Lehrkraft sieben Aussagen vorliest und diese visuell unterstützend einblendet (Materialblatt: Einstiegsaussagen). Die Schülerinnen und Schüler raten, ob die entsprechende Aussage jeweils eher zu den Römern, zu den Germanen oder zu beiden Völkern passt. Das mehrheitliche Abstimmungsergebnis wird dabei notiert.
Anschließend wird zum Film übergeleitet, mit dessen Hilfe die Schülerannahmen überprüft werden können. Dazu wird das Erarbeitungsblatt in drei Niveaustufen angeboten beziehungsweise verteilt (Arbeitsblatt 1 in drei Versionen: G = grundlegendes Niveau; M = mittleres Niveau; E = erweitertes Niveau).

  • Frauen fertigen ein Weidengeflecht. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Die Germanen waren sehr naturverbunden und lebten als Selbstversorger (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)

Während des Anschauens können die Schülerinnen und Schüler bereits mit dem Ausfüllen des Arbeitsblattes beginnen. Im Anschluss daran sollte ihnen Zeit gegeben werden, ihre Lösungen den Niveaustufen entsprechend untereinander zu vergleichen. Um die darauf folgende Korrekturphase möglichst eigenverantwortlich zu gestalten, werden Lösungsblätter ausgehängt, die die Schülerinnen und Schüler zum Ergänzen und Berichtigen nutzen. Besonders schnell arbeitenden Kindern kann das vertiefende Arbeitsblatt (Arbeitsblatt 2) angeboten werden.

Anschließend werden die Anfangsaussagen erneut eingeblendet und auf ihre richtige Einschätzung hin überprüft. Im sich daraus entwickelnden Klassengespräch kann die Lehrkraft unter anderem Folgendes fragen:
- Was habt ihr heute neu dazu gelernt?
- Was hat euch besonders überrascht?
- Warum habe ich euch wohl am Anfang über eure Vermutungen abstimmen lassen?
(= Bezug zur ‚germanischen‘ Entscheidungsfindung)

Ganz zum Schluss wird der letzte Satz des Films besonders betont: „Vielleicht waren die Alamannen (Germanen) einfach nur stur?“ Im Plenum soll die Klasse ihre Einschätzung abgeben und diese dann als Hausaufgabe verschriftlichen (Arbeitsblatt 3).

Unterrichtsverlauf tabellarisch (45-Minuten-Unterricht)

Zeit Aktionen Sozialform Medien
5‘ Lehrkraft: Vorlesen der sieben Aussagen zur Lebensweise von Römern und Germanen, Schülerinnen und Schüler ordnen jeweils zu Plenum Einstiegsblatt
5‘ Überleitung zum Film, Austeilen der Aufgabenblätter, eventuell kurze Erläuterungen dazu Plenum Arbeitsblatt 1 (drei Versionen)
15‘ Anschauen des Films, individuelles Bearbeiten der Aufgaben Einzelarbeit Arbeitsblatt 1 (drei Versionen)
10‘ Vervollständigen der Lösungen, Korrekturen, Ergänzungen, gegebenenfalls vertiefende Aufgabe Partnerarbeit, Einzelarbeit Lösungsblätter als Aushang, ggf. Arbeitsblatt 2
10‘ Überprüfung der Anfangsvermutungen, Abschlussgespräch gemäß der Leitfragen (siehe oben) und Erteilung der Hausaufgabe Plenum Einstiegsblatt, Arbeitsblatt 3

Methodische Erläuterungen

Mithilfe der Einstiegsaussagen soll den Schülerinnen und Schülern einerseits die Aktivierung ihres Vorwissens ermöglicht werden, was vor allem mittels der eher einfachen Aussagen geschieht (zum Beispiel bei der Siedlungsform Stadt am Fluss). Andererseits soll die Klasse zum Nachdenken gebracht werden, indem schwieriger zuzuordnende Sätze, die schlussendlich zum neuen Erkenntnisgewinn beitragen, eingeschoben werden (zum Beispiel zum Demokratieverständnis).

Der Film wird danach als Mittel der Informationsbeschaffung beziehungsweise -überprüfung genutzt und fügt sich somit plausibel in den Stundenverlauf ein. Die Erarbeitung erfolgt dann entlang der drei ausgewiesenen Niveaustufen (Falschtext zum Wegstreichen: Grundlegendes Niveau G, Lückentext zum Ausfüllen: Mittleres Niveau M, Stichwörter zum Formulieren: Erweitertes Niveau E).

Der sich daran anschließende Schritt der Selbstüberprüfung gibt den Schülerinnen und Schülern Zeit, sich eigenverantwortlich mit dem neu erworbenen Wissen zu befassen. Außerdem kann in dieser Unterrichtsphase eine weitere Differenzierung in Form des zusätzlichen, vertiefenden Arbeitsblattes inszeniert werden.

Von besonderer didaktischer Bedeutung ist das Abschlussgespräch. Es dient nicht nur der Verifizierung beziehungsweise Falsifizierung der anfänglichen Einschätzungen. Zusätzlich bietet es der Klasse die Möglichkeit, die gerade erlernten Informationen anzuwenden und in eine Bewertung einfließen zu lassen. Denn schließlich sollen sie sich mit der provokanten These der germanischen Sturheit begründend auseinandersetzen.