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Filminhalt: Steinsalz

Ohne Salz ginge nichts in unserer Welt. Für uns Menschen ist es lebenswichtig. Es entstand, noch bevor die ersten Dinosaurier die Erde bevölkerten. Schon die Kelten haben seinen Wert erkannt und bis heute gilt: Wo Salz gefördert wird, herrscht Wohlstand. Lena Ganschow und Sven Plöger gehen auf den Spuren des Salzes auf Entdeckungsreise. Zum Beispiel nach Heilbronn zum größten Steinsalzbergwerk Europas. Wir tauchen ein in eine beeindruckende und faszinierende Welt, 200 Meter unter der Erdoberfläche. Auch Schwäbisch Hall gehörte einst zu den größten Salzgewinnungsstätten. Hier wurde jahrhundertelang nach strengen Regeln Sole gefördert und exportiert. Die Salzlagerstätten sind vor rund 250 Millionen Jahren entstanden. Damals war hier ein flaches Meer, aus dem sich nach und nach mehrere Salzschichten abgelagert haben. Heute gibt es kaum ein Industrieprodukt, das ohne die Salzbestandteile Natrium und Chlorid auskommt.

Steinsalz

Kapitelübersicht:

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Enorme Salzvorkommen in Baden-Württemberg

00:00 – 05:39

Ohne Salz kann der Mensch nicht überleben. Und auch in der Industrie ist es unverzichtbar. Über 10.000 Produkte benötigen in der Herstellung Salz oder seine Bestandteile. Baden-Württemberg verfügt über enorme Steinsalzvorkommen, die sich vor 240 Millionen Jahren in der geologischen Epoche „mittlerer Muschelkalk“ durch die Verdunstung von Meerwasser gebildet haben. Das größte Steinsalzbergwerk Westeuropas befindet sich in Heilbronn. In 200 Metern Tiefe wird das Steinsalz mit schweren Maschinen abgebaut und noch direkt vor Ort unter Tage aufbereitet.

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Faszinierendes Leben im Muschelkalkmeer

05:39 – 10:19

Im Muschelkalksteinbruch Satteldorf bei Crailsheim kann man in den Gesteinsbrocken jede Menge fossile Muscheln entdecken. Die Weichtiere mit der harten Schale besiedelten vor rund 240 Millionen Jahren im Erdzeitalter des „oberen Muschelkalk“ Meere, die das Gebiet des heutigen Deutschland überfluteten. Im damaligen subtropischen Meer tummelten sich auch noch viele andere Lebewesen: Saurier, Ammoniten und Stachelhäuter, wie die Seelilien, deren Name zwar nach Pflanze klingt, die aber Tiere sind. Das Meer der geologischen Epoche „mittlerer Muschelkalk“, das etwa 2 Millionen Jahre früher existierte, war dagegen durch den hohen Salzgehalt ziemlich lebensfeindlich.

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Bewegte Geschichte eines Salzbergwerks

10:19 – 13:10

Eine Gedenkstätte im Besucherbergwerk Bad Friedrichshall erinnert an ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte. Ein Jahr vor Ende des Zweiten Weltkrieges wurden Rüstungsproduktionen in das bombensichere Salzbergwerk verlegt. 2000 Häftlinge des KZ Kochendorf mussten dort 12 Stunden täglich schuften und bekamen kaum etwas zu essen. Viele starben unter diesen menschenunwürdigen Bedingungen. Geraubte Kunstschätze wurden während des Krieges im Salzbergwerk versteckt. Heute wird in einigen stillgelegten Stollen Giftmüll gelagert. Wie sicher diese Lagerung für die nächsten 10.000 Jahre ist, darüber gehen die Meinungen auseinander.

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Reichtum und Wohlstand durch Salz

13:10 – 18:44

Vor dem Bergmännischen Steinsalzabbau hatte die Salzsiederei ihre Hochzeit. Die ehemalige Salzmetropole Schwäbisch Hall kam so zu Reichtum und Wohlstand. Bereits 500 vor Christus profitierten die Kelten von den salzhaltigen Quellen dieser Gegend. Sie entwickelten ausgeklügelte Salzsiedetechniken. Vermutlich florierte damals in der Gegend auch der Salzhandel mit den Römern, denn nur wenige Kilometer entfernt verlief der obergermanische Limes. Im 18. Jahrhundert konnte man die Soleförderung durch technische Raffinessen eines neu gebauten Schöpfwerks deutlich steigern.

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Salzsieden wie vor 150 Jahren

18:44 – 23:52

Anfang des 19. Jahrhunderts begann man, Steinsalz bergmännisch abzubauen. Die Salinen waren ab dieser Zeit nicht mehr konkurrenzfähig und verschwanden nach und nach. Die Saline Luisenhall in Göttingen ist eine Ausnahme. Sie ist die letzte noch in Betrieb befindliche Pfannensaline Europas. In großen Siedepfannen wird hier noch wie vor 150 Jahren Salz gewonnen. Die Sole wird aus rund 470 Metern Tiefe gefördert. Man nimmt an, dass Grundwasser das Salz dort aus einer Steinsalzschicht ausspült. Nach dem Sieden wird das Salz getrocknet, nach Körnung sortiert und abgepackt.

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Meeresbrise aus dem Gradierwerk

23:52 – Ende

In Bad Kreuznach hat das Geschäft mit dem Salz eine lange Tradition. Da der Salzgehalt der aus 500 Metern Tiefe geförderten Sole ziemlich gering ist, griff man im 18. Jahrhundert auf einen Trick zurück, damit man auch aus dieser Sole wirtschaftlich Salz gewinnen konnte. Die Sole wurde dabei durch meterhohe Wände aus Schwarzdornhecken geleitet. Nach und nach verdunstete das Wasser beim Rieseln durch das Schwarzdorngeäst und die Salzkonzentration erhöhte sich. Für die Weiterverarbeitung in den Siedereien brauchte man durch diese so genannte „Tröpfelgradierung“ weniger Energie. Salz wird so aber schon lange nicht mehr gewonnen. Aus dem Gradierwerk von einst wurde das größte Freiluftinhalatorium Europas mit salzhaltiger Luft - wie am Meer.