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Filminhalt: Das Nördlinger Ries

Genau auf der Grenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern liegt das Nördlinger Ries, eine riesige Senke. Wie ist sie entstanden? Welchem geologischen Ereignis verdankt dieser Krater seinen fruchtbaren Boden? Lange ging man von einem Vulkanausbruch als Ursache aus. Sven Plöger und Lena Ganschow machen sich auf die Suche nach Hinweisen für diese Theorie – finden dabei aber stichhaltige Belege für eine ganz andere Erklärung. Dabei entdecken sie nicht nur die Geologie der Region, sondern stoßen auch auf überraschende Verbindungen zwischen einem Asteroideneinschlag und dem FC Bayern München, winzigen Schnecken und Charles Darwin, sowie „Schwabenstein“ und den Mondlandungen der NASA.

Das Nördlinger Ries

Kapitelübersicht:

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Fruchtbare Böden und ein besonderes Gestein

00:00 – 06:39

Am Ostrand der Schwäbischen Alb liegt das Nördlinger Ries, eine riesige kreisrunde Senke mit einem Durchmesser von 25 Kilometern. Seit jeher ist die Gegend bekannt für ihre fruchtbaren Böden und für ein Gestein, das typisch für diese Gegend ist: Suevit (übersetzt: „Schwabenstein“). Schon die Kelten und die Römer schätzen den fruchtbaren Boden, der ihnen gute Ernteerträge brachte und sie verteidigten ihr Territorium mit ausgeklügelten Wach- und Wehrstrategien. Auch mittelalterliche Festungsanlagen zeugen vom Reichtum der Gegend. Viele Bauwerke im Ries wurden aus dem Suevitgestein errichtet. So auch das Wahrzeichen der Gegend, die Kirche St. Georg in Nördlingen.

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War es ein Vulkan?

06:39 – 12:52

Anfang des 18. Jahrhunderts erkannten Forscher in einem stillgelegten Steinbruch in der Nähe von Nördlingen in der Ausrichtung der Gesteinsschichten eine trichterförmige Struktur und vermuteten darin die Überreste eines gewaltigen Vulkanschlotes. Ein genauerer Blick auf die mineralische Zusammensetzung des Suevitgesteins, lässt aber Zweifel an dieser Theorie aufkommen. Und in einem Kalksteinbruch am Rand des Nördlinger Rieses findet man in vielen Fossilien seltsame Verschiebungen, die Hinweise darauf geben, dass irgendetwas mit einer ungeheuren Energie in dieser Gegend eingeschlagen sein muss. Also doch kein Vulkan!

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Kosmischer „Besuch“ mit verheerenden Folgen

12:52 – 17:08

Das Ries ist tatsächlich ein kosmischer Einschlagskrater, auch Impaktkrater genannt. Vor etwa 15 Millionen Jahren kreuzte sich die Umlaufbahn der Erde mit der eines Doppelasterioden. Es kam zur Kollision mit verheerenden Folgen für die damaligen Erdenbewohner. Die Asteroiden schlugen mit einer unvorstellbaren Wucht auf der Erdoberfläche auf, drangen dabei 4000 Meter in die Erdkruste ein, der Boden federte zurück und das dabei in die Luft geschleuderte pulverisierte Gestein fiel als glühender Ascheregen auf die Erde zurück. So bildete sich das Suevit-Gestein.

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Schneckenhäuschen und die Darwinsche Evolutionstheorie

17:08 – 25:01

In den Kratern bildeten sich Seen, die später wieder verlandeten. In den Sedimentsanden des Steinheimer Kratersees kann man noch heute unzählige Häuschen von Süßwasserschnecken finden. Diese sind für Evolutionsbiologen hochinteressant, denn in den unterschiedlichen Sandschichten lässt sich eine deutliche Veränderung der Schneckenhäuschenform erkennen. Über eine Million Jahre (so lange existierte der See), hat sich das Häuschen einer Schneckenart immer wieder verändert. Vermutlich als Anpassung zum Schutz vor Fressfeinden. Die Formenvielfalt der Häuschen im Steinheimer Schneckesand gilt als einer der ersten Belege für Darwins Evolutionstheorie.

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Astronauten im Nördlinger Ries

25:01 – Ende

Als Professor Dieter Stöffler in den späten 1950ger Jahren als junger Geologiestudent an einer Ries-Exkursion teilnahm, wurde als Ursache für die Kraterentstehung noch die Vulkantheorie gelehrt. Das änderte sich, als 1960 ein amerikanischer Wissenschaftler in einer Gesteinsprobe das Mineral Coesit entdeckte, das nur unter extrem hohen Druck entstehen kann. Experten waren sich einig, dass dieser Druck nur von Extremereignissen, wie dem Einschlag eines Asteroiden erzeugt werden kann. Grund genug für die NASA, 1970 ihre Astronauten vor ihrer Apollo 14 Mission zu Trainingszwecken nach Nördlingen zu schicken. Sie sollten im Ries ihren Blick für Impaktgestein schulen, nach dem sie anschließend auf dem Mond suchen sollten.