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Unterricht: Friedrich – Ein deutscher König

Vorbereitende Arbeitsaufträge

Im Unterrichtsgespräch werden die historischen Grundbegriffe "Aufklärung" und "absolutistische Herrschaftsform" wiederholt. Was waren die Ziele absolutistischer Herrscher und welche politische Ordnung wollten die Aufklärer? Ziel ist der Vergleich der wesentlichen Merkmale eines absolutistischen Fürstenstaates und der Ideale der Aufklärer.

Die Schülerinnen und Schüler notieren jeweils in Partnerarbeit drei bis vier Hypothesen dazu, was von Friedrich II. als aufgeklärtem Herrscher in seiner Herrschaftspraxis zu erwarten wäre. Dabei kann auch eventuelles Vorwissen über Friedrich genutzt werden.

Mit Arbeitsblatt 1 "Politische Landkarte Europas um 1740" wird die Situation Land für Land analysiert. Die Schülerinnen und Schüler füllen Steckbriefe zu Preußen, Österreich, Russland, Frankreich und England aus. Zuerst arbeiten sie dabei allein. Dann korrigieren sie in einer kurzen Gruppenarbeitsphase ihre Ergebnisse zusammen mit ihren Mitschülern. Anschließend kommen sie in neuen Gruppen zusammen, in denen jede Schülerin und jeder Schüler ein Land vertritt. Beim Vergleich sollte besonderes Augenmerk auf Preußen und Österreich gelegt werden. Dieser Arbeitsauftrag hilft, die Entstehung des neuzeitlichen Europas zu verstehen und die Informationen im Film einzuordnen.

  • Arbeitsblatt 1 - "Politische Landkarte Europas um 1740 - England"
  • Arbeitsblatt 1 - "Politische Landkarte Europas um 1740 - Frankreich"
  • Arbeitsblatt 1 - "Politische Landkarte Europas um 1740 - Österreich"
  • Arbeitsblatt 1 - "Politische Landkarte Europas um 1740 - Preußen"
  • Arbeitsblatt 1 - "Politische Landkarte Europas um 1740 - Russland"

Friedrichs Kindheit und Jugend bis zur Übernahme der Herrschaft

  • Filmbild des Darstellers von Hans Hermann von Katte; Rechte: WDR Friedrichs Umfeld hat ihn stark geprägt. Hier sein Freund von Katte.

Um die Informationen während des Ansehens des Films zu verarbeiten, machen sich die Schülerinnen und Schüler mithilfe von Arbeitsblatt 2 angeleitet Notizen und konzentrieren sich dabei auf Friedrichs Familie und sein engeres Umfeld. Als Hausaufgabe wird eine eigene Recherche zu den Personen durchgeführt, um die Filminfos zu ergänzen.

Um ihre Notizen zu vergleichen, tun sich die Schülerinnen und Schüler in gemischten Gruppen zusammen, sodass jede Person aus Friedrichs Umfeld in jeder Gruppe vertreten ist. Die Gruppen sprechen über den Einfluss der Personen auf Friedrich und über das Verhältnis der Personen untereinander.

Anschließend wird die Beziehung zwischen Vater und Sohn vertiefend behandelt, die für Friedrich den Großen prägend war. Anhand von Filmszenen vergleichen die Schülerinnen und Schüler die Ziele von Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. Hier zeigt sich, dass Vater und Sohn grundsätzlich verschiedene Prinzipien leiten, die sich auch später in unterschiedlichen Herrschaftszielen zeigen. Die Schülerinnen und Schüler füllen in Einzelarbeit das Arbeitsblatt 3 aus und fassen dann noch einmal im Klassenverband das Ergebnis zusammen.

Alternativ kann auch ein spielerischer Zugang gewählt werden: Unterbrechen Sie dazu den Film beim ersten Anschauen nach der Szene, in der Friedrich Wilhelm I. stirbt. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln mit Arbeitsblatt 4 eine Spielszene, in der verschiedene Personen bei Hofe ihre Erwartungen an die Regentschaft Friedrichs II. formulieren. Dadurch wird der Widerspruch zwischen den Idealen des Prinzen und der späteren Politik des Königs für die Schüler umso deutlicher.

  • Arbeitsblatt 2 - "Friedrichs persönliches Umfeld - Die Ehefrau und die Schwester"
  • Arbeitsblatt 2 - "Friedrichs persönliches Umfeld - Die Mutter"
  • Arbeitsblatt 2 - "Friedrichs persönliches Umfeld - Der Vater"
  • Arbeitsblatt 2 - "Friedrichs persönliches Umfeld - Die Vertrauten"
  • Arbeitsblatt 3 - "Friedrich und Wilhelm"
  • Arbeitsblatt 4 - "Spielszene"

Friedrich als König

Sicherlich wird es bei den Schülern für Irritationen sorgen, dass Friedrich II. von zwei Frauen verkörpert wird. Nach dem Ansehen des gesamten Films sollte das thematisiert werden. Dabei geht es weniger darum, wie die Schülerinnen und Schüler es finden, als vielmehr um die Frage, warum sich die Filmemacher wohl zu dieser (Doppel-)Besetzung entschlossen haben. Informationen dazu finden sich unter anderem auf der Internetseite des Films (siehe Linkliste). Wenn Sie sich für die Unterbrechung des Films und gegen Arbeitsblatt 2 entschieden haben, können Sie für den zweiten Teil des Films Arbeitsblatt 5 einsetzen. Die Schülerinnen und Schüler notieren hier, wie der "Alte Fritz" dargestellt wird.

Das bereitet die weitere Auseinandersetzung mit Brüchen in der Persönlichkeit Friedrichs vor, die ja auch durch die Doppelbesetzung filmisch illustriert wird.

Nachdem sie den zweiten Teil des Films gesehen haben, notieren die Schülerinnen und Schüler auf Arbeitsblatt 6 die Szenen, in denen sich der König ihren Erwartungen entsprechend verhalten hat, und außerdem die Szenen, in denen dies nicht der Fall war. Dies kann auch als Unterrichtsgespräch ohne Arbeitsblatt geschehen.

  • Arbeitsblatt 5 - "Der alte Fritz"
  • Arbeitsblatt 6 - "Brüche in der Person Friedrichs II."

Arbeitsaufträge nach der Sichtung des Films

  • Katharina Thalbach als der "alte Fritz"; Rechte: WDR Zunehmend zynisch und menschenfeindlich: der "alte Fritz".

Nach dem Film sollten einige Aspekte vertieft werden, um ein vollständiges Bild von Friedrichs Regentschaft zu bekommen. Dabei kann man thematisch in verschiedene Richtungen gehen.

Eine Schlüsselszene des Films ist die, in der Friedrich seinem Generalfeldmarschall erklärt, warum er in Schlesien einmarschieren will (Timecode 36:07 Min.). Hier erleben wir zum ersten Mal den anderen Friedrich, der Ruhm eindeutig über die Glückseligkeit jedes einzelnen seiner Untertanen stellt. Die Schülerinnen und Schüler sollten vor einer Diskussion über den Sinneswandel des Königs diese Szene noch einmal anschauen. Welche Erklärung liefert der Film?

Für eine vertiefende Beschäftigung mit dem historischen Kontext bietet sich eine Aufgabe zum Siebenjährigen Krieg an. Auf Arbeitsblatt 7 ergänzen die Schülerinnen und Schüler ein Schaubild zum Verlauf des Kriegs, zu Bündnissen und den Interessen der wichtigsten Akteure. Damit wird deutlich, wie Preußen unter Friedrich gegen ein übermächtig scheinendes Bündnis in den Krieg zog und dank einiger "mirakulöser" Wendungen trotz hoher Verluste letztendlich Schlesien behalten konnte. Im Anschluss an diesen Arbeitsauftrag steht eine Diskussion darüber, ob und inwiefern Friedrich seinen in der Schlacht erworbenen Beinamen "der Große" verdient.

Ein komplettes Bild von Friedrichs Regentschaft lässt sich am Besten in Abgrenzung zur Herrschaft seines Vaters gewinnen. In Gruppenarbeit recherchieren die Schülerinnen und Schüler die wichtigsten Fakten zu den Regierungszeiten beider Könige. So lässt sich recht schnell ein Überblick auch über Friedrichs zivile Erfolge gewinnen und das Bild von Friedrich Wilhelm I. als Despot wird relativiert. Arbeitsblatt 8 kann als Ergänzung und Fortführung oder als Ersatz für Arbeitsblatt 3 eingesetzt werden, da es bei Arbeitsblatt 3 ausschließlich um Informationen aus dem Film und nicht um eine Faktenrecherche geht. Wenn Arbeitsblatt 3 bearbeitet wurde, kann sich ein Vergleich der Ergebnisse anschließen: Wo weichen Filmdarstellung und historische Fakten voneinander ab?

Am Ende seines Lebens erscheint Friedrich zunehmend zynisch und menschenfeindlich. Zur menschlichen Annäherung an diese letzte Phase schreiben die Schülerinnen und Schüler ein fiktives Interview mit Friedrich in Sanssouci. Auf Arbeitsblatt 9 sind Stichworte vorgegeben.

Abschluss der Unterrichtseinheit

Das Urteil der Gegenwart über Friedrich ist gespalten – ob er wirklich ein "Großer" ist, wie lange angenommen, wird kontrovers diskutiert. Zum Abschluss der Unterrichtseinheit kann auf der Basis des erworbenen Wissens erörtert werden, ob Friedrich II. ein aufgeklärter, "großer" Herrscher war. Dabei können die Hypothesen vom Anfang der Unterrichtseinheit noch einmal aufgegriffen werden.

Vor allem für Sekundarstufe II bietet sich zudem ein quellenkritischer Diskurs zur Machart des Films an. Der Film arbeitet weitgehend mit nachgestellten Szenen, sogenanntem Reenactment, das auch unter Historikern kontrovers diskutiert wird. Welche Vor- und Nachteile Reenactment hat, wird im Hintergrundartikel in diesem Wissenspool erörtert. Mit den Informationen aus dem Artikel und Arbeitsblatt 10 können die Schülerinnen und Schüler angeleitet diskutieren. Dazu sollten bei Bedarf noch einmal einige Szenen aus dem Film gezeigt werden.

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