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Hintergrund: Börsen - Handelsplätze für Wertpapiere, Waren oder auch Dienstleistungen

Wie funktionieren Börsen?

  • Ein Mann in einer blauen Jacke sitzt konzentriert vor einigen Monitoren. Makler müssen die Märkte ständig im Blick haben; Rechte: dpa
  • Eine Anzeigetafel mit einem fallenden Börsenkurs. Wenn die Nachfrage sinkt, fällt der Preis; Rechte: dpa, Frank May

Börsen sind Orte, die den Handel erleichtern, da Anbieter und Nachfrager aufeinandertreffen und so miteinander Geschäfte machen können. Es gibt unter anderem Börsen für Rohstoffe, Termingeschäfte und Wertpapiere – die umgangssprachlich allesamt meist als "Börsen" bezeichnet werden. Banken und Makler treten dabei als Mittler zwischen Käufer und Verkäufer für Aktien, Waren oder auch Dienstleistungen auf.

An Wertpapierbörsen beschaffen sich Unternehmen Geld von Anlegern (Investoren). Firmen können so ihr Eigenkapital vermehren oder Großprojekte finanzieren, zum Beispiel den Bau eines Flughafens. Investoren erwerben einen Teil einer Firma, indem sie Anteilsscheine (Aktien) kaufen und hoffen im Gegenzug auf eine sogenannte Dividende. Diese Auszahlung an die Anteilseigner kann jedoch nur erfolgen, wenn das Unternehmen Gewinn macht. Investoren hoffen, ihr Geld auf diese Art zu vermehren.

Außerdem setzen Investoren darauf, dass sich der Kurs, also der Preis einer Aktie, zu ihren Gunsten entwickelt. Der ergibt sich aus Angebot und Nachfrage und steigt unter anderem, wenn es für eine Aktie mehr Kauf- als Verkaufs-Anfragen gibt. Von einem solchen Kursanstieg können Anteilseigner profitieren, wenn sie die Aktie zu einem niedrigeren Kurs gekauft haben. Auf der anderen Seite können Kurse aber auch fallen – zum Beispiel wenn die Nachfrage nach der Aktie sinkt. Ob Anteilsscheine Käufer finden, hängt unter anderem von den Gewinnerwartungen der Firma ab.

Eine sicherere Anlage können sogenannte Obligationen sein. Diese Schuldscheine mit festem Zinssatz werden von Unternehmen, Banken oder auch von Staaten herausgegeben. Der Erlös ist also von vorne herein festgelegt, es besteht nur das Risiko, dass der Herausgeber der Obligation bankrott geht und so weder der Kredit abgetragen noch die Zinsen bezahlt werden können. Diese Gefahr ist bei stabilen Ländern wie Deutschland oder Frankreich eher gering, weshalb deren Staatsobligationen als sicher gelten.

Absicherung gegen Preisschwankungen

  • Eine Hand hält einen Stempel, auf dem „Insolvent“ steht. Bankrotte Banken setzen den Geldkreislauf außer Kraft; Rechte: vario

Mit einer sogenannten Option erwirbt eine Firma das Recht, ein Gut oder eine Dienstleistung innerhalb einer bestimmten Frist zu einem festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen (Kauf- und Verkaufsoption). Diese Anrechtsscheine gibt es beispielsweise für Schweinehälften, Tee oder Kaffee. Unternehmen sichern sich so gegen künftige Preisschwankungen ab. So können sich Kaffeeröster gegen schlechte Kaffeeernten absichern. Denn wird weniger Kaffee geerntet, bleibt die Kaffeenachfrage aber gleich, steigt der Preis der braunen Bohnen – außer er ist vorher mithilfe von Optionen festgelegt.

Eine Weiterentwicklung von Optionen sind sogenannte Index-Zertifikate. Damit wetten Investoren auf die Entwicklung von Indizes wie dem deutschen Aktienindex (DAX). Anleger müssen so nicht von allen Unternehmen des DAX eine Aktie kaufen, ihr Zertifikat steigt jedoch regelmäßig im Wert, wenn der zugrunde liegende Index steigt. Das Ganze entspricht also praktisch einem Schuldschein auf der Basis eines Index, Herausgeber ist gewöhnlich eine Bank. Bei Rückgabe beziehungsweise Fälligkeit zahlt die Bank den momentanen Wert des Zertifikats aus. Die einzige Gefahr dabei ist, dass eben dieser Herausgeber bankrott macht, das investierte Geld so für immer verloren ist – wie im Falle der amerikanischen Investment-Bank Lehman Brothers.

Die größten Handelsplätze

  • Eine große Anzeigetafel mit der Aufschrift „NYSE Euronext“. Die New York Stock Exchange ist die größte Börse der Welt; Rechte: imago
  • Eine Statur von einem Bären und einem Bullen. Der Bär steht für Baisse, der Stier für Hausse; Rechte: dpa

Die Größe einer Börse wird an ihrem Handelsumsatz gemessen – also an dem Wert der dort gehandelten Waren, Aktien etc. in einer bestimmten Periode sowie an ihrer Marktkapitalisierung. Unter "Marktkapitalisierung" versteht man die Summe des Marktwertes aller an der Börse gezeichneten Wertpapiere, Güter und Dienstleistungen.

Die weltgrößte Börse ist die New York Stock Exchange (NYSE), die sich 2007 mit der Gruppe Euronext zusammengeschlossen hat. Letztere umfasst die Börsen in Amsterdam, Brüssel, Lissabon und Paris, außerdem den Terminmarkt in London. Zweitgrößte Börse ist die London Stock Exchange. An ihr sind Unternehmen aus 70 Ländern verzeichnet, nach eigenen Angaben mehr als an jeder anderen Börse.

Deutschlands größter Handelsplatz ist die Frankfurter Börse, vor der symbolisch ein Bulle und ein Bär stehen – die Zeichen für Hausse und Baisse. Das sind die Symbole für den Anstieg oder Fall der Kurse einzelner Marktbereiche oder des Gesamtmarktes über einen definierten Zeitraum. In welche Richtung sich die Frankfurter Börse entwickelt, zeigt der Deutsche Aktienindex (DAX) an, der die Kurse der 30 umsatzstärksten Aktien bündelt. Indizes an anderen Börsen sind der NYSE Composite Index, der alle an der New Yorker Börse gelisteten Aktien beinhaltet, und der Financial Times Stock Exchange Index (FTSE) der Londoner Börse. Davon existieren verschiedene Ausprägungen – unter anderem der FTSE 100 Index, genannt "Footsie", der die 100 umsatzstärksten Unternehmen der Londoner Börse umfasst.