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Bericht aus der Praxis / Die Filme der Reihe "Extra en español" im Spanischunterricht

  • Die Darsteller der Sitcom Extra en español in einem Sessel. (Quelle: SWR, WDR, SF) Spanisch lernen mit Lola, Pablo, Sam und Ana (v.l.)
  • Lola und Ana kleiden ihren Gast Sam neu ein. (Quelle: SWR, WDR, SF) Geschmackssache: Sam wird neu eingekleidet

Einleitung

Die Sitcom „Extra en español“ zur Motivation von Schülerinnen und Schülern im Spanischunterricht der Jahrgangsstufe 7-9 an einem Gymnasium.

Eine Sitcom im Fremdsprachenunterricht einzusetzen, hatte ich bis zur Kenntnis der Fernsehsendungen des SWR nie in Betracht gezogen. Aus vielleicht verständlichen Gründen, sind wir doch als Pädagogen immer wieder darauf bedacht, Schülern zwar authentische Texte und Hörbeispiele anzubieten, aber bitte mit Niveau! Und wenn man sich in der Landschaft von Sitcoms, die zurzeit bei Schülern „in“ sind, umschaut, entdeckt man eine Reihe von Sendungen, über deren Niveau und pädagogischen Wert sich trefflich streiten ließe.

„Extra en español“ dagegen ist anders. Die Sendereihe macht nicht nur Schülern Spaß, sondern hat auch mich herzhaft zum Lachen gebracht. Sie holt Schüler dort ab, wo sie stehen, was wir als Lehrer ja auch immer wieder in den Blick nehmen müssen. Sie ist lustig und anspruchsvoll zugleich. Eine gesunde Mischung aus Schüleralltag (Chat, Liebe, Freundschaft, Familie, erste Annäherungen an Politik, gesellschaftliche Verantwortung und Arbeitswelt, Hobbys und alltägliche Erledigungen) und sprachlichem Niveau macht diese Sitcom einzigartig. Die Schüler schulen hiermit einerseits ihren passiven Wortschatz, sie werden aber vor allem auf ganz natürliche Weise (allem voran durch die Figur „Sam“, einem Amerikaner, der in Spanien zu Besuch ist und die Sprache noch nicht richtig beherrscht) dahin gebracht, eigene Fehler zuzulassen und ihre Scheu vor dem Sprechen in der Zielsprache abzubauen.

Gerade stillere Schüler haben es im Fremdsprachenunterricht schwer. Nicht nur, weil sie ihre Hemmungen, in der Fremdsprache Äußerungen zu formulieren, sehr schlecht abbauen können, sondern auch, weil in größeren Lerngruppen häufig ohnehin das Problem vorherrscht, nicht allen Schülern gleichermaßen eine Chance zur mündlichen Mitarbeit geben zu können.

Mit der Reihe „Extra en español“ ist es in meinen Lerngruppen gelungen, selbst diejenigen „hinter dem Ofen hervorzulocken“, die sich sonst gerne zurückhalten. Im Folgenden möchte ich vorstellen, wie ich die Sitcom bisher eingesetzt habe, aber auch Konzepte anbieten, die auf weitere Lerngruppen übertragen werden könnten.

Zunächst jedoch einige Anmerkungen zum Stellenwert des Hör- und Hörsehverstehens im Fremdsprachenunterricht allgemein. Denn die Sendung kann ja viel mehr leisten, als Schüler zu motivieren, sich mit der Sprache gerne zu befassen oder in der Zielsprache zu sprechen.

  • Sam, Ana, Lola und Pablo sitzen auf dem Sofa und unterhalten sich. (Quelle: SWR, WDR, SF) Der Amerikaner Sam (links) versteht nicht alles, worüber die Spanier sprechen

Hör- und Hörsehverstehen im Fremdsprachenunterricht

Die Bedeutung der Hör- und Hörsehkompetenz ist für das Erlernen einer Fremdsprache zweifellos hoch. Entsprechendes Unterrichtsmaterial ist daher aus dem Lehrplan und den didaktischen Unterrichtsaufbereitungen nicht wegzudenken. Das haben ja auch die Schulbuchverlage in ihren modernen Lehrwerken längst umgesetzt, nicht zuletzt aufgrund der Veröffentlichung des Europäischen Referenzrahmens für Sprachen, der in den vergangenen Jahren diese so wichtige Kompetenz immer mehr in den Vordergrund der Diskussionen rückte:
Es ist möglich, dass das explizite Hauptziel des Fremdsprachenlernens darin besteht, effektive Ergebnisse im Bereich der rezeptiven Fähigkeiten (Lesen oder Hören), der Sprachmittlung (Übersetzen oder Dolmetschen) oder der direkten Interaktion (face-to-face-Interaktion) zu erhalten.
(Europäischer Referenzrahmen für Sprachen, Punkt 5.2.1.4.)

Hier wird der Stellenwert des rezeptiven Verstehens bereits deutlich, und aus der Erfahrung wissen wir, dass diese Kompetenz in vielen Unterrichtsstunden zu kurz kommt (wenn wir den Lehrervortrag an dieser Stelle einmal herauslassen), obwohl sie innerhalb der Muttersprache einen Stellenwert von 45 Prozent einnimmt. (siehe Anmerkung 1)

Das Erreichen einer guten kommunikativen Kompetenz im Sinne des Europäischen Referenzrahmens muss, meiner Meinung nach, daher in der Schule ein vorrangiges Ziel sein, dies ist auch nicht von ungefähr das erste Lernziel der aktuellen Abiturvorgaben der KMK für das Fach Spanisch. (siehe Anmerkung 2)

„Extra en español“ ist perfekt auf die Umsetzung dieser Lernziele im Unterricht abgestimmt, da hier spanische Muttersprachler sprechen und die Schüler in ihrer Hörkompetenz gefördert und gefordert werden. Dies geschieht auf ganz einfache Art und Weise:

- Erstens ist Sam als Ausländer in Spanien eine Figur, mit der sich die Schüler gut identifizieren können. Er macht viele Fehler und wird von den anderen immer wieder korrigiert.

- Zweitens sprechen die Spanier in dieser Reihe immer dann besonders langsam und betont, wenn sie erreichen wollen, dass Sam sie auch wirklich versteht. Untereinander aber sprechen sie völlig normal, was innerhalb der Dialoge einen Beitrag zur Binnendifferenzierung leistet, den gewöhnliche Tonaufnahmen oder auch muttersprachliche Filme so nicht anbieten können.

- Drittens steigert sich die Sprachkompetenz von Sam im Laufe der Episoden und die Schüler haben so die Möglichkeit, mit ihm „mitzulaufen“ und ebenfalls immer besser zu werden. Dass das nicht nur authentisch, sondern vor allem realistisch ist, liegt auf der Hand: Je länger man im Unterricht mit der Sitcom arbeitet, desto besser werden die Schüler sie auch verstehen.

- Viertens ist der Spaßfaktor, der durch die Faux-Pas von Sam und die besondere Gestik und Mimik der Spanier, sich ihm verständlich zu machen, entsteht, nicht zu unterschätzen. Es ist immer wieder die Situationskomik, die Schüler in ihren Bann zieht.

- Fünftens trägt zur Motivation und interessiertem Zuschauen und –hören sicherlich nicht zuletzt bei, dass die Schauspieler wahre Sympathieträger sind, mit denen sich Schüler gerne identifizieren. Es ist daher nicht zu erwarten (und in meinem Unterricht auch nicht passiert), dass Schüler im Laufe der Vorführung frustriert abschalten. Vielfach hängt der Erfolg davon ab, ob die Schüler mit dem Text etwas anzufangen wissen, ob sie sich in die Situation hineinversetzen können und letztlich interessiert, also aktiv zuhören.

Diese Reihe fördert auf angenehme und unterhaltsame Weise das aktive Zuhören und leistet einen Beitrag, Schülern im Laufe der Zeit eine gewisse Sicherheit im Umgang mit Hör- und Sehtexten zu vermitteln. Je besser sie diese Kompetenz beherrschen, umso sicherer werden sie auch Alltagssituationen in der Zielsprache meistern können und in der Lage sein, an unterschiedlichen Gesprächen mit Muttersprachlern aktiv teilzunehmen.

Ich habe nur positive Erfahrungen mit dem Einsatz dieser Sendereihe im Unterricht gemacht und würde sie immer wieder verwenden. Besonders auffallend waren zwei Schüleräußerungen nachdem wir alle Folgen gesehen hatten:
„Oh, schade! Gibt es jetzt keine weiteren Folgen mehr?“
„Diese Sitcom hat ja richtig Niveau, die ist viel besser als alles, was ich bisher im Fernsehen gesehen habe!“

  • Lola, Sam und Ana schauen Fotos an. (Quelle: SWR, WDR, SF) Plötzlich finden Lola und Ana ihren Besucher sehr attraktiv

Einsatz der Sitcom in unterschiedlichen Lerngruppen

An der Herschelschule Hannover kann man Spanisch zurzeit als dritte Fremdsprache von Klasse 7 bis 9 an wählen oder als zweite Fremdsprache ab Klasse 10 und in der Oberstufe, um die Abiturbedingungen zu erfüllen.

Unsere Lerngruppen bestehen zu einem großen Teil aus Schülern mit Migrationshintergrund. Für die meisten meiner Schüler ist Spanisch daher eine Herausforderung, wie es jede andere zusätzliche Fremdsprache ebenso wäre, vor allem, wenn bereits Deutsch eigentlich eine ist. Die Bedeutung, durch abwechslungsreichen, angenehmen, aber eben auch niveauvollen Unterricht gerade diese Schüler zu motivieren, sich für die spanische Sprache zu begeistern, und sie im Laufe ihrer Lernzeit auch „bei der Stange“ zu halten, ist groß. Die Sitcom eignet sich gut als Unterrichtsgegenstand, da sie auf der einen Seite gute und motivierte Schüler nicht unterfordert, auf der anderen aber auch das Interesse derer wecken kann, die (in der 10) eher unfreiwillig Spanisch wählen müssen.

Meine aktuellen Erfahrungen mit dem Einsatz der Episoden im Unterricht beschränken sich auf die Klasse 8 (2. Lernjahr). Wir haben im vergangenen Schuljahr parallel zum Lehrbuchunterricht immer mal wieder eine Episode der Sitcom geschaut und damit gearbeitet. Vielfach lässt sich das Thema der einzelnen Sendungen prima in den Lehrplan des Spanischunterrichtes einbauen (siehe Episodenübersicht).

  • Episodenübersicht

    Welche Themen decken die einzelnen Episoden ab und wie kann man in welchem Lernjahr damit arbeiten?

Da die Schüler bereits ein Jahr Spanisch hatten und nicht mehr ganz am Anfang des Spracherwerbs standen, habe ich die ersten beiden Episoden sofort nacheinander gezeigt und mich dann mit dem Wortfeld „de compras“ auf die zweite Folge beschränkt. Es ist aber natürlich ebenfalls denkbar, bereits im ersten Lernjahr mit der Sendereihe zu arbeiten, schließlich ist sie progressiv und gut geeignet, die Vermittlung notwendiger Inhalte wie Kennen lernen, Einkaufen, außerhalb essen, die Zahlen, etc… zu unterstützen. Jede einzelne Folge bietet sich dafür an, binnendifferenziert innerhalb der Gruppe zu arbeiten, oder aber das Niveau der Übungen insgesamt niedrig (1. Lernjahr) zu halten, bzw. entsprechend zu steigern.

Es gibt eine Menge Möglichkeiten, mit der Sitcom im Unterricht zu arbeiten. Die Tabelle gibt einen Überblick darüber, wie man die einzelnen Episoden in den unterschiedlichen Lehrjahren in den Unterricht einbinden kann. Zwar habe ich hier für die verschiedenen Lehrjahre Ideen zusammengetragen, diese lassen sich aber natürlich auch untereinander austauschen, je nachdem müssten sie dann nur etwas weniger anspruchsvoll gestaltet werden, oder sie dienen der reinen Vokabelwiederholung, was man ja nicht oft genug machen kann. Die bebilderten Arbeitsblätter für das 1. Lernjahr sind keineswegs nur für die 7. Klasse geeignet. Dieser sehr leichte Typ des Vokabeltrainings wird auch noch in der Oberstufe mit Begeisterung bearbeitet.

In meiner 8. Klasse hat den Schülern neben den Arbeitsblättern vor allem der kreative Umgang mit der Sendereihe gefallen:

- Minidialoge zu den Themen: Einkaufen, Hilfe erbitten, sich verabreden, beim Arzt vorsprechen, mit dem Berufsberater über Berufe reden.

- Szenen nachspielen: Auf dem Markt einkaufen, ein Theaterstück schreiben und einüben, eine Reportage machen.

- Texte zu den verschiedenen Themen verfassen.

- Diskussionen führen (Hier gibt es ja unterschiedliche Methoden der Diskussionsführung, im Fremdsprachenunterricht bewährt sich meiner Meinung nach immer die amerikanische Debatte mit vorher festgelegten, verteilten Rollen und Meinungskärtchen.)

- Das Anlegen eines eigenen Portfolios zu der Sendereihe.

Dass der Einsatz der Sendereihe dazu beiträgt, die kommunikative Kompetenz der Schüler zu erhöhen, konnte ich im Laufe der Monate sehr deutlich spüren. Je öfter wir über die Sendungen gesprochen und mit ihnen gearbeitet haben, umso sicherer wurden meine Schüler auch im Umgang mit fremden Lehrbuchtexten. Viel seltener als ich das normalerweise von Schülern gewöhnt bin, wurde darüber gestöhnt, dass Texte zu schwierig seien, und auch der häufig übertriebene Wunsch danach, jedes Wort eines Textes verstehen zu wollen, hat sich im Laufe der Zeit deutlich reduziert. Der lockere Umgang mit Bild und Ton, fremden Vokabeln und missverständlichen Äußerungen hebt die Toleranzgrenze von Lernenden offensichtlich erheblich.

  • Pablo, als Hamlet verkleidet; die anderen drei amüsieren sich. (Quelle: SWR, WDR, SF) Pablo probt seine Rolle als Hamlet

Zweifel der Schüler, ob sie denn überhaupt schon etwas verstehen werden, sind besonders im 1. Lehrjahr zu erwarten. Ich bin aber davon überzeugt, dass diese sich (auch am Anfang) sehr schnell legen werden, weil die Sendungen so mitreißend sind. Nicht ganz unwichtig ist in diesem Zusammenhang sicherlich die Tatsache, dass ich die Hörverstehensübung zwar in den laufenden Unterricht eingebunden habe, die Arbeit mit der Sitcom aber von jeglicher Bewertung ausgenommen habe.

Arbeit mit Smartboard und Mikrofon

Technisch ist die Durchführung an unserer Schule überhaupt kein Problem, da wir über eine gute Ausstattung von Smartboards verfügen. Diese computergesteuerten Tafeln bieten neben der Videowiedergabe eine Fülle weiterer Gestaltungsmöglichkeiten für die Reihe. So ist es z.B. möglich, Standbilder festzuhalten, auf der Tafel mit entsprechendem Vokabular zu beschriften und das Tafelbild dann abzuspeichern. Des Weiteren haben wir auch immer mal wieder Standbilder zu einzelnen Szenen gebaut, diese in der Klasse beschreiben lassen, schließlich fotografiert und neben die entsprechenden Szenenbilder des Films gestellt. Aus diesen Fotos lässt sich im Anschluss eine Bildergeschichte basteln, mit Sprechblasen und Texten versehen und ausdrucken. Diese besondere Art der Textarbeit hat den Schülern sehr viel Spaß gemacht. Theoretisch ist eine Aufgabe wie die eigenen Standbilder beschriften sogar in der Klassenarbeit denkbar.

Zudem arbeite ich grundsätzlich im Sprachunterricht sehr viel mit einem Mikrofon. Dieses Gerät ist kabellos, nimmt per Knopfdruck die Sprecher auf und speichert die Daten als mp3-Datei. Es ist mit einem USB-Anschluss versehen und kann dann die Aufnahmen entweder über einen kleinen eingebauten Lautsprecher abspielen oder aber in das Smartboard eingesteckt werden und die Beiträge über die großen Lautsprecher vorführen. Die anfängliche Scheu vor der Tonaufnahme legt sich bei Schülern schnell, wenn man das regelmäßig übt.
Was mir an den Sequenzen besonders gut gefällt, ist einerseits die Sprachmittlung über Englisch, immer dann, wenn Sam mit seiner Mutter in den USA telefoniert. Hier wird den Lernenden im Anschluss an eine längere Szene die Möglichkeit gegeben, mit Hilfe der eigenen Englischkenntnisse zu überprüfen, ob sie den Inhalt der Szene verstanden haben. Das Gleiche gilt für die kurzen E-Mailtexte, die Ana, Lola und Pablo an ihre Freunde schreiben und in denen sie kurz und knapp zusammenfassen, was passiert ist.

In meinem Spanischkurs war es durchaus machbar, vor Zeigen einer neuen Folge die Schüler noch einmal kurz auf Spanisch zusammenfassen zu lassen, was in der vorangegangenen Episode passiert ist.

Arbeitsblätter und Fragebögen

Grundsätzlich habe ich es mit allen Arbeitsblättern und Fragebögen so gehandhabt, dass ich diese zunächst habe lesen lassen, um evtl. Fragen zu klären, bevor ich die entsprechende Folge vorgeführt habe. Auf diese Weise können Schüler die folgenden Arbeitsmethoden gezielter einsetzen: Sie wollen vorab wissen, worauf sie besonders achten sollen (pre-listening stage), um die entsprechenden Informationen während der laufenden Sendung eintragen zu können (while-listening stage). Für welchen der beiden Wege man sich auch entscheidet, wichtig ist nach meiner Ansicht dabei, dass das Hörverstehen hierbei nicht zu einer reinen Verständnisabfrage degradiert wird, sondern dass die Schüler die Fragebögen zum Anlass nehmen, das Gehörte und Gesehene zu reflektieren und zu hinterfragen (post-listening stage).

Auch wenn das Vokabular der Sendung nicht so schwierig ist, habe ich immer mal wieder, vor allem bei den komplexeren Aufgaben, Vokabular vorentlastet. Dies kann aber auch innerhalb eines Kurses im Sinne der Binnendifferenzierung wie auch von Kurs zu Kurs unterschiedlich wichtig sein, je nachdem, auf welchem Niveau sich der Kurs befindet.

Didaktische Tipps für den Umgang mit der Reihe im Unterricht am Beispiel der ersten beiden Episoden:

Episode 1: La llegada de Sam

a. Der Redeball (Material ist ein kleiner Gummiball): Diese Methode ist nicht neu, sondern im Fremdsprachenunterricht sehr weit verbreitet. Der Lehrer beginnt mit der Vorstellung und wirft den Ball dann einem Schüler zu, der nun seinerseits einen Satz in gleicher Weise bildet, den Ball an den nächsten weitergibt usw. Zwischendurch kann der Lehrer den Ball einfordern und die Sätze leicht verändern, dann wieder sind die Schüler an der Reihe.

b. Für die Vertiefung des Vokabulars zur Kleidung eignet sich sehr gut das Kofferpack-Spiel: „Hago la maleta y pongo una falda. Hago la maleta y pongo una falda y…“. Siehe dazu auch Episode 11.

c. Arbeitsblatt Körper: Da in dieser Episode verschiedene Körperteile benannt werden, kann man die Schüler diese Vokabeln heraushören lassen und ihre Bedeutung klären. Das kann auf zwei Arten geschehen: Entweder kennen die Schüler bereits die Bezeichnung einiger Körperteile und können diese Vokabeln zusätzlich abrufen, oder man versucht diese mit Hilfe von Gestik und Mimik gemeinsam mit der Klasse zu ermitteln und dann an der Tafel (oder auf einem Arbeitsblatt) festzuhalten. Dazu benutze ich immer eine lustige Figur, deren Körperteile beschriftet werden müssen.

d. Wovon träumst du? Die Verwendung des Verbes soñar con üben. Hier sind die Anknüpfungspunkte prima in der Sitcom angelegt, da sich die Personen, je nach Information von außen, bestimmte Dinge/Personen vorstellen, die sie besonders attraktiv finden. Die Schüler können entweder beschreiben, wovon die Charaktere träumen, oder sie stellen eigene Träume vor.

e. Zusammenfassung (hacer un resumen): „Qué pasa en el episodio …?“ Um dies mit Schülern zu machen, kann man Vokabular vorentlasten, oder entsprechende Leitfragen stellen. Die Schüler brauchen noch keine Vergangenheitszeit, da die Inhaltsangabe ja im Präsens geschrieben wird und ich daher auch bei einer mündlichen Zusammenfassung darauf achte, dass diese Zeit benutzt wird. Für geschultere Schüler lässt sich die Aufgabe auch ohne „Vorwarnung“ bewältigen.

f. WG-Leben: Eine Beschreibung des Zusammenlebens der drei Freunde machen, hier können verschiedene Perspektiven eingenommen werden. Die Beschreibungen müssen sich dann unterscheiden. Am Ende sollte eine eigene Stellungnahme versucht werden. Dazu Vokabelhilfen geben wie: creo que, pienso que, es así que, según mi opinión, etc.

g. Sprachmittlung: Der Brief, den Sam an Lola schreibt, enthält Fehler und diese führen zu Missverständnissen. Die Schüler können anhand des Briefes versuchen, seinen Inhalt einem Dritten, der kein Spanisch versteht, wiederzugeben.

h. Von der Vergangenheit sprechen: Benutzung des Imperfekts als Mittel von Beschreibungen in der Vergangenheit üben. „¿Cómo eras de niño/niña?“ Hierzu die Vokabeln zur Personenebeschreibung und –charakterisierung wiederholen.

i. Vergleiche in der Vergangenheit: Hier wird nicht nur eine Kenntnis der Grammatik, sondern auch Kreativität verlangt. Es hat sich bewährt, eine Tabelle an der Tafel mit den Ideen zu den beiden Figuren zu füllen. Mit diesen Informationen können die Schüler alleine oder in Partnerarbeit einen kleinen Text schreiben und die Lebensläufe miteinander vergleichen. Wenn man das Indefinido üben will, bietet sich eine Leitfrage an (Welche Unterschiede gab es?)

j. Bedingungssätze: Der Klassiker in der Grammatikschule ist das Bilden von Bedingungssätzen, die besonders im Spanischen einen hohen Schwierigkeitsgrad haben, auch wenn die Zeitenfolge gut gelernt werden kann. Das Bilden der entsprechenden Zeiten (besonders im subjuntivo) ist anspruchsvoll und führt bei Schülern häufig zu Verwirrungen. Dieses Thema an die Inhalte der Sitcom anzubinden ist deshalb so sinnvoll, weil den Schülern hier durch die Gedanken der Figuren bereits Ideen für Beispielsätze vorgegeben werden. Auch hier würde ich ein Arbeitsblatt mit Satzanfängen und -ergänzungen, die dann einander zugeordnet werden müssen, anbieten.

Episode 2: Sam va de compras

a. Minidialoge: Ich habe für das Lernniveau 1 immer Früchte, Gemüse und andere Lebensmittel aus einem Kaufladen dabei, mit denen sich wunderbar kleine Szenen am Marktstand nachstellen lassen. Hierbei lernen die Schüler gleichzeitig die Vokabeln. Das Gleiche lässt sich aber auch mit Bildkarten machen. Mit einem Arbeitsblatt sollte man mögliche Standardsätze erarbeiten, dann in Partnerarbeit die Dialoge schreiben und vorspielen lassen.

b. Es lassen sich zu diesem Thema auch gut Sprechketten machen, d.h. einer fängt an und sagt „Yo voy de compras y compro patatas. ¿Qué compras tú? Yo….“ Jeder Dritte muss alles wiederholen: „Yo voy de compras con … y … Compramos patatas, …y …“

c. „¿Qué pasa cuando Sam va de compras por Internet?“ Hier sollte man den Schülern ebenfalls in Partnerarbeit Zeit geben, die Geschichte schriftlich nachzuerzählen, bzw. sich Stichpunkte für einen mündlichen Vortrag zu machen.

d. Da die Freunde alle einzeln losziehen, um für Sam passende Kleidung zu besorgen, bietet es sich an, hier die Futurform „ir + infinitivo“ zu üben.

e. Um das Perfekt neu einzuführen, oder aber es zu üben, kann man thematisch an die Hausarbeit und die damit verbundenen Pflichten der WG-Bewohner anknüpfen. „Ya has puesto un lavaropas en tu vida?“

f. Für fortgeschrittene Lerner bietet fast jede Episode die Gelegenheit, die indirekte Rede zu üben. Aber da die Freunde in dieser Episode besonders viel darüber sagen, wie sie sich „ihren“ Sam vorstellen, können mit diesem Material besonders gut die Wiedergabe von Äußerungen Dritter eingeübt werden.

Hier können verschiedene grammatische Phänomene mitgeübt werden:
1. der subjuntivo nach Verben der Meinungsäußerung
2. die Bildung der einzelnen Zeiten
3. die Zeitenfolge in der indirekten Rede
4. das Vokabular für die Beschreibung von Personen.

Fazit

Zweifellos hat sich der Einsatz von „Extra en español“ gelohnt. Ich bin davon überzeugt, dass ich durch den regelmäßigen Einsatz der Serie eine kontinuierliche Schulung der Hörkompetenz meiner Schüler erreicht habe, die weit über das hinausgeht, was man ohne den Einsatz solcher Medien im Unterricht schaffen kann.

Anmerkungen:

1) Nach Bahns, Jens: Hörverstehen im Fremdsprachenunterricht: Nicht nur überprüfen, sondern schulen und fördern.
2) Hieraus ergeben sich als Ziele des Spanischunterrichts in der gymnasialen Oberstufe und als Grundlagen für die Abiturprüfung im Fach Spanisch: [E]ine differenzierte kommunikative Kompetenz, die auf der Grundlage einer verlässlichen Ausbildung im gesamten Spektrum fremdsprachlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten die Breite der lebensweltlich bedeutsamen Ausdrucksformen umfasst und sich auf Verwendungssituationen im Alltag, in berufs- und wissenschaftsorientierter sowie in literarisch- bzw. ästhetisch-orientierter Kommunikation erstreckt. Einheitliche Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung, Spanisch, Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 01.12.1989 i.d.F. vom 05.02.2004, S. 3.