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Unterricht: Mensch Affe - Arbeit mit Film und Online

  • Oliver Sandrock neben einem Schimpansen. (Quelle: Alexander Fischer) Oliver Sandrock und Schimpansin Sina
  • Oliver Sandrock hält einen Schimpansen an der Hand. (Quelle: Alexander Fischer) Für Sina schwierig: der aufrechte Gang

Didaktische Überlegungen

„Stammt der Mensch vom Affen ab?” ist wohl die am häufigsten gestellte Frage, wenn es in der öffentlichen Diskussion um die Evolution des Menschen geht. Wie würde man selbst diese Frage beantworten? Google hat auf diese Anfrage fast eine Million Erklärungsversuche. Auch einige WissenschaftlerInnen zögern bei der Beantwortung dieser Frage, zu weit gefasst erscheint der Begriff Affe. Denkt man dabei an die uns Menschen so ähnelnden Gorillas, Schimpansen und Orang Utans und vergisst dabei die anderen fast 200 auf unserem Planeten lebenden Affenarten? Der wissenschaftliche Konsens besteht darin, dass die Evolution kein Ziel hat, auf das sie zusteuert, sondern vielmehr, dass sich alle Lebewesen zu jeder Phase gleichzeitig entwickeln. Wir stammen also von einem affenartigen Vorfahren ab, aber eben nicht von Schimpansen oder Gorillas.

Genug spannende Fragen, um SchülerInnen für das Thema „Evolution” zu begeistern. Das Thema findet seinen Platz im naturwissenschaftlichen Bereich der Bildungspläne. Das Wissen um die Entwicklung des Lebens und die Abstammung des Menschen wird in der 9. Klasse mit den SchülerInnen erarbeitet. Dabei sollen inhaltlich die Evolutionstheorie und deren Belege im Mittelpunkt stehen. Da diese Einheit auf verschiedene Medien zurückgreift, werden die SchülerInnen trainiert mit diesen umzugehen und gefordert, sich auf unterschiedliche Weise Informationen zu beschaffen. Das zur Verfügung gestellte interaktive Lernprogramm auf www.planet-schule.de kann ein integrativer Bestandteil der informationstechnischen Grundbildung sein. Zudem kann es zur eigenständigen Erschließung und Vernetzung unterschiedlicher Perspektiven beitragen. Ferner setzen die SchülerInnen den Computer als Arbeits- und Planungsmittel ein.

Möchte man das Thema Evolution mit dem zur Verfügung gestellten Material einführen, sollten folgende Vorüberlegungen getroffen werden. Zur Umsetzung sollten circa sechs Schulstunden veranschlagt werden. Da jedoch zum Großteil am Computer gearbeitet wird, ist es ratsam, rechtzeitig den Computerraum für den Durchführungszeitraum zu reservieren. Sollte nicht für jede/n SchülerIn ein Computer zur Verfügung stehen, kann das Thema auch in Partnerarbeit erschlossen werden.

Unterrichtsverlauf

Planet Schule stellt den Film „Mensch Affe”, eine interaktive Lernsoftware sowie darauf aufbauende Arbeitsblätter zur Verfügung. Der Film kann online über einen Beamer gezeigt oder als DVD bei einem Medienzentrum ausgeliehen werden. Die Arbeitsblätter sollten vorab als geheftete Arbeitsmappe für jede/n SchülerIn kopiert werden.

Zum Einstieg in das Thema bietet sich die auch unter den WissenschaftlerInnen diskutierte Frage „Stammt der Mensch vom Affen ab?” an. Dabei kann die Frage mit den Bildern der beiden Spezies ergänzt als stummer Impuls über den Overhead-Projektor beziehungsweise Beamer projiziert werden.

Die Lehrkraft tritt zunächst in den Hintergrund und sammelt das Vorwissen beziehungsweise die Vermutungen der SchülerInnen an der Tafel oder auf einem Plakat. In einer zweiten Phase können sowohl die Unterschiede als auch die Gemeinsamkeiten zwischen Mensch und Affe in einem Klassengespräch gesammelt werden. In dieser einführenden Phase sollte deutlich werden, dass die anfangs gestellte Frage nicht so einfach zu klären ist. Der/die LehrerIn versucht mit den SchülerInnen einen Schritt weiter zu gehen und projiziert ein weiteres, zunächst unspektakulär wirkendes Bild und lässt die SchülerInnen dieses beschreiben.

  • Versteinerte Fußspuren (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Versteinerte Fußspuren liefern den Beleg für den aufrechten Gang des Menschen
  • Abbildungen von zwei halbfertigen Skeletten. (Quelle: SWR) Interaktives Element für den Unterricht: der Skelettbaukasten

Nun stellt der/die LehrerIn die überragende Bedeutung dieses fotografierten Fundes für die Wissenschaft heraus, ohne den Grund hierfür zu erläutern. Das Klassengespräch kann so gelenkt werden, dass die SchülerInnen selbst erkennen, dass hier ein Beweis für die Zweibeinigkeit unserer Vorfahren gefunden wurde.

Nach der Einführungsphase sollte den SchülerInnen klar sein, dass sie in den folgenden Stunden die Möglichkeit haben, sich die im Klassengespräch aufgeworfenen Fragen selbst erschließen zu können. Der halbstündige Film knüpft nun an die Einführungsphase an. Um das Gesehene aufzuarbeiten und zu besprechen, finden die SchülerInnen einen zusammenfassenden Text in ihrer Arbeitsmappe. Die dazu gehörigen Fragen können sowohl in einer Gruppen- oder Einzelarbeit gelöst werden.

Das online zur Verfügung stehende interaktive Lernprogramm bezieht sich auf den Film und bildet den Hauptteil dieser Unterrichtseinheit. Es ist ratsam, dass sich die Lehrkraft in ihrer Vorbereitung mit dem Lernprogramm auseinandersetzt.
Das Lernprogramm ist sehr einfach zu handhaben, sollte aber dennoch exemplarisch an einem Beispiel erklärt werden. Die Erfahrung zeigt, dass die SchülerInnen sehr eigenständig mit dem Lernprogramm arbeiten können und nur selten Hilfestellung benötigen. Dies bietet dem/der LehrerIn die Möglichkeit, sich in die Rolle des Beobachters zu begeben und seine/ihre SchülerInnen aus einer anderen Perspektive heraus zu erleben. Die unterschiedlichen Herangehensweisen zur Informationsbeschaffung, der Umgang mit dem Computer, aber auch der unterschiedliche Umgang der SchülerInnen mit nicht sofort lösbaren Aufgabenstellungen sind aus der Perspektive des Beobachters deutlich zu erkennen. Die Arbeitsmappe wird parallel zum Lernprogramm bearbeitet und ist dementsprechend gleich strukturiert. Wobei es den SchülerInnen freisteht, in welcher Reihenfolge sie die Themen bearbeiten.

Für viele Lehrkräfte stellt sich am Ende der Erarbeitungsphase die Frage der Bewertung. Hier bieten sich drei Möglichkeiten an, die selbstverständlich miteinander kombiniert werden können. Zum einen kann die Gestaltung der Arbeitsmappe ein Bewertungskriterium sein, zum anderen auch der Eindruck den/der LehrerIn aus seiner Beobachterrolle erlangt hat. Als dritte Möglichkeit der Lernzielkontrolle bietet sich eine Klassenarbeit an. Für welche Methode sich eine Lehrkraft entscheidet, muss den SchülerInnen im Vorfeld transparent gemacht werden.

  • Arbeitsblatt 1: Stammt der Mensch vom Affen ab? Begründe.
  • Arbeitsblatt 2: Knochenbaukasten
  • Arbeitsblatt 3: Kulturelle Entwicklung des Menschen in der Altsteinzeit
  • Arbeitsblatt 4: Stammbaum des Menschen
  • Arbeitsblatt 5: Verbreitung des Menschen über die Erde
  • Arbeitsblatt 6: Anatomie und Entwicklung der Sprache
  • Arbeitsblatt 7: Methoden der Altersdatierung