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Hintergrund: Lucy – der berühmteste Affenmensch

Rekonstruktion von Lucy und ein moderner Mensch sehen sich an (Rechte: SWR)

3 Millionen Jahre trennen sie - Lucy und der moderne Mensch

In Afrika gab es mindestens acht verschiedene Australopithecus-Arten, die zum Teil dicht nebeneinander lebten. Der berühmteste Australopithecine ist eine Frau. Die Wissenschaftler, die ihre Knochen 1974 in einem wüstenhaften Landstrich Äthopiens entdeckten, tauften sie auf den Namen Lucy. Lucy gehört zur Art Australopithecus afarensis. Es handelte sich um Lebewesen mit einer Körpergröße zwischen ca. 1,30 m und 1,60 m. Das Hirnvolumen betrug 300 – 550 cm3 und entsprach damit in etwa demjenigen der heutigen Schimpansen. Sie hatten ein Gesicht mit niedriger Stirn, Knochenwülsten über den Augen, flacher Nase und hervorstehendem Kiefer.

Aus den Körperbaumerkmalen leiten Wissenschaftler Vielfältiges zur Lebensweise ab. Z.B. weiß man, dass bei Australopithecus afarensis ein ausgesprochener Geschlechtsdimorphismus vorlag, also Unterschiede im männlichen bzw. weiblichen Erscheinungsbild, die sich nicht nur auf die Geschlechtsorgane beziehen. Die Männchen waren wesentlich größer als die Weibchen. Die heutigen Gorillas weisen ebenfalls diesen Geschlechtsdimorphismus auf. Sie leben in Harems, wobei das große Männchen über mehreren weibliche Gorillas und deren Nachwuchs wacht. Der Größenunterschied kann also Rückschlüsse auf das Sozialverhalten der Tiere zulassen. Daher wird angenommen, dass die Gruppenstruktur der Australopithecinen Ähnlichkeiten zu den Gorillas gehabt haben könnte.