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Unterricht: Unterrichtsvorschläge

Unterrichtsstruktur

Als Grundstruktur für die Behandlung der Reihe „Eugens Welt“ im EWG-Unterricht bietet sich folgender Ablauf an:

In einer ersten Impulsphase wird durch eine einleitende Diskussion, die Bearbeitung eines Fallbeispiels oder die Anknüpfung an vorangegangene Unterrichtsinhalte zum Thema hingeführt. Die Phase mündet in der Formulierung von Arbeitsfragen, die sich entweder an konkreten Inhalten oder an den (diese Inhalte vertretenden) Protagonisten orientieren. Anschließend wird eine Folge oder ein Ausschnitt der Reihe gezeigt. Wichtig ist hier, dass die Schüler/innen sich während des Films Notizen oder ähnliches zu den Arbeitsfragen machen (eventuell arbeitsteilig). Filme sollen – auch aus medienpädagogischen Gründen! – grundsätzlich nicht passiv rezipiert werden („glotzen“), sondern dienen als Arbeitsmedium, das konzentriert und gezielt verarbeitet werden soll.

In der Erarbeitungsphase werden Inhalte und Eindrücke weiterverarbeitet. Dies kann im Plenum oder in Kleingruppen geschehen. Dabei sollten die Schüler/innen Anstöße und Möglichkeiten zur Diskussion erhalten. Als roter Faden hierfür können die anfangs formulierten Arbeitsfragen dienen. Mögliche Antworten, Probleme oder Lösungsmöglichkeiten werden in der Auswertungsphase gemeinsam präsentiert oder diskutiert. Für einen erfolgreichen Unterricht ist es wichtig, dass spätestens in dieser Phase von den Protagonisten beziehungsweise den konkreten Problemen des Films abstrahiert wird.

Die Reihe „Eugens Welt“ soll Anstöße zum Nachdenken und Diskutieren geben. Auf diesen Diskussionen aufbauend können Inhalte weiterführend optional vertieft werden.

Unterrichtsinhalte

Die folgenden Vorschläge für die einzelnen Unterrichtsphasen können teilweise auf mehrere unterschiedliche Folgen bezogen werden (zum Beispiel die Frage nach möglichen Widerstandsformen). In welchem Maße im Unterrichtsverlauf von den konkreten Themen („Vermieter“) abstrahiert wird („Machthaber“), hängt stark vom Niveau der Klasse ab und ist damit von der Lehrkraft zu entscheiden.

Impulse/Arbeitsfragen

Die Impulse dienen dazu, für Themen zu sensibilisieren, Arbeitsfragen zu erarbeiten und entsprechende Beobachtungsaufträge für den Film zu generieren. Die folgenden Vorschläge orientieren sich an den einzelnen Folgen der Reihe. Möglich und wünschenswert sind natürlich jederzeit auch Anknüpfungen an vorangegangene Unterrichtsthemen.

  • Ein schlanker Mann im grauen Jackett steht vor einer knallig pinkfarbenen Wand und spielt Tuba.

    Den einen freut’s, den anderen ärgert’s: lautes Tuba-Spiel. Rechte: Daniel Engstler

  • Ein exotisch wirkende Frau, von der Kopf und Schultern zu sehen sind, hält eine gelbe Schlange vor sich.

    Schlangen im Haus findet nicht jeder sympathisch. Rechte: SWR – Print aus der Sendung

„Jeder gegen jeden“ (Folge 1)

  • Wo in unserem Leben begegnen uns Konflikte? Welche Konflikte erleben wir in unserem Familienalltag? In der Schule?
  • Wer ist an solchen Konflikten beteiligt? Warum entstehen sie?
  • Wie kommen wir mit unseren Nachbarn aus? Welches Konfliktpotenzial gibt es?
  • Vorstellung eines möglichen Nachbarschaftskonflikts (Haustier, Ruhestörung/Musik etc.): Wie lassen sich solche Konflikte lösen?

„Was gehen mich die anderen an?“ (Folge 2)

  • Was ist ein „Sündenbock“? Warum gibt es Sündenböcke? Kennen wir Beispiele?
  • Welche Rolle spielt der „Vermieter“ in unserem Leben? Welche Probleme kann es zwischen ihm und den Bewohnern geben? Ist es gerecht, dass der Vermieter uns Vorschriften machen kann?
  • Ist es grundsätzlich schlecht, dass in manchen Situationen ein Mächtiger vielen Schwachen vorschreiben kann, was sie zu tun haben (zum Beispiel Vermieter den Bewohnern; Lehrer den Schülern; Politiker dem Volk; Fußballtrainer den Spielern)?

„Gemeinsam sind wir stark“ (Folge 3)

  • Darf unser Vermieter uns spontan kündigen? Was hat eine Kündigung für Auswirkungen für uns?
  • Wie würden wir auf eine Kündigung reagieren? Wenn ein Mächtiger (zum Beispiel Vermieter) ungerecht agiert – welche Möglichkeiten der Reaktion haben wir? Wo liegen die Grenzen (zum Beispiel Gewalt)?
  • Könnte ein ganzes Haus eine Entscheidung des Hausbesitzers zum Kippen bringen? Auf welche Weise?

„Wir müssen verhandeln“ (Folge 4)

  • Bezug auf vorige Folge: Werden die Hausbewohner erfolgreich sein, weil sie im Internet bekannt sind? Wird Klotz das nicht einfach ignorieren können?
  • Wenn man möchte, dass möglichst viele Leute einem zuhören – welches Medium eignet sich dann aus welchem Grund besonders?
  • Welche Vorteile hat es, wenn man in den Medien (Internet, TV, Zeitung …) bekannt ist? Wird die eigene Stimme bedeutsamer/glaubwürdiger?

Beobachtungsaufträge

Die Beobachtungsaufträge für die folgende Phase der Filmrezeption sollten sich an den in der Impulsphase entwickelten Arbeitsfragen orientieren. Dabei sind folgende Fokussierungen möglich:

  • Konzentration auf Strukturen und Prozesse („Welche Konflikte unter den Bewohnern gibt es? Gründe für diese Konflikte?“ – „Mit welchen Mitteln versucht Klotz, die Bewohner zu entzweien?“ – „Was müssen die Bewohner alles organisieren, um gemeinsam gegen Klotz vorgehen zu können?“ – „Wie stehen die Bewohner zu ihrer neu erlangten Berühmtheit?“)
  • Konzentration auf einzelne Protagonisten (s.u.). Die Protagonisten können in arbeitsteiliger Weise beobachtet werden, um anschließend im Gruppenpuzzle themenbezogen analysiert zu werden (zum Beispiel „Kompromisse“ – was trägt mein Protagonist dazu bei?)
  • Konzentration auf die Zeichnung der Figuren („Wer ist sympathisch, wer nicht? Woran liegt das?“ – „Wer handelt richtig/falsch? Warum?“)

Erarbeitungsphase

Hier werden die Eindrücke aus dem Film und die Aufzeichnungen der Schüler/innen besprochen und kanalisiert. Die Schüler/innen sollten ausreichend Möglichkeit haben, die Probleme zu diskutieren. Wichtig ist dabei, dass die Lehrkraft präzise Arbeitsaufträge stellt. Am Ende der Arbeitsphase sollte ein sichtbares Ergebnis stehen (Plakat, Aufführung, kreativ Geschriebenes wie Zeitungsartikel oder Gutachten).

Mögliche Arbeitsformen und -inhalte:

  • a. Rollenspiel vorbereiten, in dem die Gegenspieler (innerhalb der Hausgemeinschaft oder: Hausgemeinschaft – Klotz) Konfliktursachen schildern und Lösungen zu generieren versuchen.
  • b. Plakat erstellen (Personenkonstellation, Gegenüberstellung: Wer verhält sich korrekt, wer nicht? et cetera)
  • c. Diskussion oder Planspiel: Wie wird sich die Handlung (nach dem Ende der Folge) weiterentwickeln?
  • d. Charakterisierung und Vergleich einzelner Protagonisten (Steckbrief), Darstellung der Beziehungsverhältnisse zwischen ihnen (Standbild); Beitrag der einzelnen Figuren zum Konflikt/zur Lösung des Konflikts (Beschreibung und Bewertung).

Auswertung

Hier werden die Ergebnisse der Erarbeitungsphase vorgestellt und diskutiert. Darüber hinaus kann – entsprechend dem Niveau der Klasse – von den konkreten Inhalten abstrahiert werden, zum Beispiel:

Mögliche Arbeitsformen und -inhalte:

  • Übertrag auf unseren Alltag: Welche Verhaltens- und Handlungsweisen kennen wir aus unserem Alltag? Welche sind in unserer Gesellschaft wünschenswert/nicht wünschenswert?
  • Schule: Wo gehen wir Kompromisse ein? Wo nicht? Welches sind unsere Gesetze? Sind sie sinnvoll? Ist der Lehrer für die Schüler ein Klotz?
  • Welche Elemente demokratischer Organisation haben wir erkannt (Modalitäten des Wählens, Gewaltfreiheit, Kompromissbereitschaft)?
  • Medien als Instrument der Macht