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Unterricht: Der Essener Dom

Der Film bietet verschiedene Ansatzpunkte, lehrplanrelevante Aspekte des Mittelalters zu vertiefen:

  • die besondere Rolle von Klöstern und Stiften,
  • das Verhältnis von weltlicher und kirchlicher Macht im Heiligen Römischen Reich und das ottonische Reichskirchensystem,
  • die Ständegesellschaft,
  • die Entstehung von Städten im Mittelalter,
  • Architektur als historische Quelle.

Einordnung der Ereignisse in Essen

  • Im Vordergrund ist der siebenarmige Leuchter mit Kerzen zu sehen, im Hintergrund romanische Rundbögen des Doms. Wertvolle Kunstschätze aus der Zeit des Frauenstifts; Rechte: WDR

Um diese Themen am Beispiel des Essener Frauenstifts zu behandeln, müssen die im Film beschriebenen Ereignisse zunächst in die Zeit und die politischen Begebenheiten eingeordnet werden. Dazu dient Arbeitsblatt 1 "Zeitleiste". Allgemeine politische Ereignisse und die vorherrschenden kunstgeschichtlichen Baustile sind auf der rechten Seite bereits eingetragen. Die Schülerinnen und Schüler notieren während des Ansehens des Films die markanten Ereignisse in Essen und tragen sie auf der linken Seite ein. Im Anschluss daran werden die Daten im Unterrichtsgespräch abgeglichen. Wichtige historische Ereignisse der rechten Seite werden noch einmal knapp wiederholt oder im Schulbuch nachgelesen, vor allem die Herrschaft der Ottonen. Die Verwandtschaft vieler Äbtissinnen mit dem Kaiserhaus der Ottonen war konstituierend für den Aufstieg des Essener Frauenstifts. In diesem Zusammenhang sollte auch das Ottonische Reichskirchensystem angesprochen werden, mit dem das Kaiserhaus seine Macht festigte.

Die Gesellschaft im Mittelalter

Das Essener Stift unterstand als Reichsstift direkt dem Kaiser und hatte deshalb in der Hierarchie im Feudalsystem eine hohe Stellung. Mit Arbeitsblatt 2 "Ständegesellschaft" vertiefen die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen über die Ständegesellschaft und ordnen zugleich das Essener Stift in das System ein. Das Arbeitsblatt bearbeiten die Schüler individuell, die nötigen Informationen sind im Geschichtsbuch zu finden. Sie lösen zunächst ein Kreuzworträtsel zu den Mitgliedern des Ständesystems und Lehnswesen, anschließend basteln sie eine Lehnspyramide, in die sie auch die Essener Reichsäbtissin eintragen. Wie im Mittelalter Städte entstanden sind, lässt sich am Beispiel Essen nachvollziehen. Mit Arbeitsblatt 3 "Stadtgründung" vollziehen die Schüler die Bedingungen für die Entstehung anhand der Informationen aus dem Film nach und vergleichen sie mit anderen Städten, die im Mittelalter gegründet wurden. Dabei können sie entweder eine Stadt nehmen, die im Geschichtsbuch beschrieben wird oder die Geschichte einer Stadt in der eigenen Umgebung recherchieren.

Die besondere Stellung der Klöster und Stifte im Mittelalter für die kulturelle, wirtschaftliche und wissenschaftliche Entwicklung wird mit Arbeitsblatt 4 "Klöster und Stifte" vertieft. Hier geht es vor allem um Alltagsgeschichte: Warum entschieden sich Familien dafür, ihre Kinder in Klöster oder Stifte zu schicken? Bot das Klosterleben für Frauen Vorteile? Die Schülerinnen und Schüler versetzen sich dabei in die Rolle der Eltern und der betroffenen Kinder und spielen in einem Rollenspiel die Entscheidungssituation nach. Am Schluss werden die Unterschiede zwischen Stift und Kloster angesprochen, da Stifte den Schülern wenig bekannt gewesen sein dürften.

Architekturgeschichte

  • Ein Modell des Doms aus dem 13. Jahrhundert zeigt den Bau wie eine Röntgenaufnahme: der Hintergrund schwarz, die Umrisse des Doms weiß. Wiederaufbau im 13. Jahrhundert als Hallenkirche; Rechte: WDR

Der Dokumentarfilm zeigt an vielen Beispielen, wie Bauwerke auch als Quelle für historische Ereignisse dienen können. Die Schülerinnen und Schüler suchen zunächst Beispiele aus dem Film dafür, dass Architektur auch ein politisches Statement darstellte. Beim ersten Wiederaufbau der Kirche zeigte das Stift, dass es sich mit dem Aachener Krönungsdom messen konnte. Das Stift betonte durch zahlreiche Baumaßnahmen und Kunstwerke ihre Zugehörigkeit zum Hochadel und grenzte sich auch architektonisch bewusst von der Stadt ab. Der zweite Wiederaufbau als Hallenkirche war ein Statement gegen das mächtige Kölner Erzbistum.

Im Anschluss daran werden mit Arbeitsblatt 5 "Kirchenarchitektur" die wichtigsten Stilmerkmale der Romanik und Gotik erarbeitet. Die Schüler ordnen vier Kirchen anhand von Fotos einem der beiden Stile zu und begründen ihre Entscheidung mit Stilmerkmalen, die im Wortspeicher vorgegeben, aber nicht nach Romanik oder Gotik sortiert sind. Im zweiten Teil identifizieren sie romanische oder gotische Stilmerkmale am Essener Dom anhand von Screenshots aus dem Film. Wenn die Möglichkeit besteht, sollten die Schüler selbst am Computer passende Screenshots aus dem Film anfertigen und eine kleine Präsentation vorbereiten. Wenn das nicht möglich ist, können sie die Bilder auf der zweiten Seite von Arbeitsblatt 5 nutzen.

Sie können die Aufgabe um die Epoche des Barock erweitern, wenn die Schüler auch den Filmausschnitt über die Stiftskirche in Thorn betrachten.

Als Abschluss bietet sich eine regionale Recherche an: Die Schülerinnen und Schüler suchen in Gruppen nach wichtigen Klöstern und Stiften in der eigenen Region und tragen die Informationen in Arbeitsblatt 6 "Steckbrief Kloster/Stift" ein. Falls in der Region keine Beispiele zu finden sind, haben wir auf dem Arbeitsblatt einige wichtige Frauenklöster und -stifte angegeben, über die man im Internet Informationen finden kann.

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